"Kirche mit Symbolkraft"

Nadja Voigt

Neuküstrinchen (MOZ) Wie man gemeinsam den Kraftakt einer Kirchensanierung bewältigt, hat nach Neulietzegöricke nun auch Neuküstrinchen bewiesen. Am Sonntag wurde die Kirche (Dorfkirche des Monats Dezember 2012) mit einem Festgottesdienst feierlich wieder in Dienst gestellt.

Festgottesdienst: Generalsuperintendent Martin Herche der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz spricht die Predigt anlässlich der Wiederindienststellung des "Doms des Oderbruchs" in Neuküstrinchen am Sonntag.
© MOZ/Nadja Voigt

"Wie Sie merken, sind Sie in einen baufreudigen Pfarrsprengel gekommen", sagte Superintendent Roland Kühn in seinem Grußwort zur Wiederindienststellung der Kirche Neuküstrinchen am Sonntag. Wie alle Festredner beglückwünschte er die Kirchengemeinde und das ganz Dorf, diesen Kraftakt bewältigt zu haben. "Das hat Symbolkraft für das ganze nördliche Oderbruch", sagte Rainer Schinkel vom Landkreis Märkisch-Oderland. Er lobte die aktive Kirchengemeinde und die Sanierung als Gemeinschaftswerk. Seinem Dank und seiner Anerkennung verlieh auch Amtsdirekor Karsten Birkholz Ausdruck.

Den Gottesdienst gestalteten neben der Bläsergruppe und dem Chor Anja Lieske-Moritz an der Orgel. Die Predigt sprach Generalsuperintendent Martin Herche. In einer kleinen Rückschau erinnerte der Kirchenälteste Ulrich Köhler an die Anfänge der Sanierung. 900 000 Euro aus verschiedensten Töpfen und vor allem die Arbeit der Handwerker seien in das Großprojekt geflossen, so Köhler. In drei Bauabschnitten wurden die umfänglichen Sanierungsarbeiten bewältigt: Von denen vom Schwamm befallenen auszutauschenden Balken über das Dach, das völlig neu und wieder mit Biberschwänzen statt mit Schiefer eingedeckt wurde, den Turm, den Sockel bis hin zum Zifferblatt der Turmuhr und den Schallluken.

Sylvia Hecht, Sekretärin im Gemeindebüro des Pfarrsprengels Neulietzegöricke, hatte eine Präsentation vorbereitet. Die Bilder dokumentierten den Sanierungsbeginn vor vier Jahren von der ersten Baubesprechung bis hin zum herben Rückschlag. Denn eine Windhose richtete mitten in der Sanierung noch einmal rund 40 000 Euro Schaden an. In Wort und Bild festgehalten waren aber auch glückliche Momente, wie die Ankunft der Glocke im November 2013.

"Der heutige Tag ist ein Grund zum Danken und zum Loben", sagte Pfarrerin Nanna-Maria Luttenberger am Sonntagnachmittag. Und würdigte sehr herzlich die überraschten Protagonisten der Sanierungsphase: Ulrich Köhler und Sylvia Hecht. Gemeinsam mit den vielen anderen freiwilligen Helfern bei Kuchenverkäufen, Bastelaktionen und Basaren und den vielen Spendern hätten sie zum Gelingen der Sanierung beigetragen. Gerührt und sichtlich überrascht nahmen die beiden ihre Ehrung und den langen Applaus der Besucher entgegen.

Nach dem Festgottesdienst gab es im Gemeindehaus bei Kaffee und Kuchen Gelegenheit, die gemeinsam gemeisterte Sanierung mit allen Festgästen zu feiern. Die nächste Gelegenheit zum Besuch des "Doms des Oderbruchs" bietet sich am Sonntag um 14 Uhr zum regionalen Gottesdienst zur Jubelkonfirmation, wie Nanna-Maria Luttenberger informierte. Am 25. Mai ist dann Sängerin Kathy Kelly zu Gast.

Märkische Oderzeitung vom 29. April 2014

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