Konzert des Förderkreises Alte Kirchen Berlin-Brandenburg in Lebusa

Prof. Joachim Dorfmüller aus Münster an der Orgel / Erlös kommt Sanierung der Kirche Waltersdorf zugute / Auch Lebusaer haben schon von Benefizkonzert profitiert

LEBUSA Die strahlende Frühlingssonne hat am Wochenende viele Besucher in die Pöppelmannkirche nach Lebusa zu einem Benefizkonzert für die kleine Waltersdorfer Feldsteinkirche gelockt. Das Konzert hat der Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg e.V. veranstaltet.

Prof. Joachim Dorfmüller aus Münster spielte für die Konzertbesucher in Lebusa an der Silbermannorgel.
Foto: Dieter Müller/dmu1

Die kleine Waltersdorfer Kirche ein wenig unscheinbar im Ort gelegen und nicht gleich als Kirche zu erkennen hat ein großes Problem. Der Hausschwamm und der Holzwurm nagen am Gebälk des alten Baus und bedrohen die wunderschöne Bemalung des Holzdeckentonnengewölbes. Wer durch die schwere Kirchentür ins Innere tritt, ist überwältigt von einer derart bezaubernden Ausmalung des Gotteshauses. Aber durch eindringendes Wasser sind bereits große Schäden entstanden. Die kleine Kirchengemeinde versucht nun mit allen Kräften, dieses Kleinod zu retten.

Für die Lebusaer Kirchengemeinde war es selbstverständlich, dass sie ihre Kirche als Veranstaltungsort für das Benefizkonzert zur Verfügung stellt. Sie hatte im Jahr 2009 ebensolche Wertschätzung in Mühlenbeck erfahren.

Zu Beginn des Konzertes berichtete der Waltersdorfer Pfarrer Scholz in eindrucksvollen Bildern von seiner Kirche und der hoffentlich bald beginnenden Notsicherung. Vor einer gut gefüllten Kirche freute sich der Meister seines Faches, Professor Dr. Joachim Dorfmüller aus Münster, auf der nördlichsten Silbermannorgel spielen zu dürfen und versprach dem Publikum, besonders die hellen Flötentöne dieser Orgel erklingen zu lassen. Das war ihm wahrlich gelungen. Seine Darbietung begann und endete mit Werken von Johann Sebastian Bach. Ein wirklich frühlingsleichtes Repertoire ließ die begeisterten Besucher den Takt mitschwingen und mitwippen. Langer Applaus war der Lohn für Prof. Dr. Joachim Dorfmüller, der sein Programm erst mit einer Bachschen Zugabe beenden konnte.

Mit angereiste Mitglieder der Kirchengemeinde und des Fördervereins Waltersdorf dankten der Kirchengemeinde Lebusa und dem Förderkreis Alte Kirchen für dieses wunderbare Konzert und den Organisation darum herum. Auch die Lebusaer hatten Grund zum Danken, denn ohne den Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg wäre es bis zur Fertigstellung des Oberlaubenstalls ein weitaus schwierigeres Stück Weg gewesen. Beide Kirchengemeinden versprachen, sich nicht aus den Augen zu verlieren, sondern in Kontakt zu bleiben und sich über den Sanierungsstand der Waltersdorfer Kirche auszutauschen.

Nun ist man in Lebusa gespannt auf die nächste besondere Veranstaltung am 10. Mai um 15 Uhr. Dann geht es um den in seinem Heimatort in Vergessenheit geratenen, in Fachkreisen aber hochgelobten Lebusaer Johann Friedrich Mende.

A. Richter

Lausitzer Rundschau vom 30. April 2014

   Zur Artikelübersicht