Kirchengemeinde Deutsch Bork feiert am Sonntag den 100. Geburtstag ihrer Orgel

Ein Jubiläumsfest für die Königin der Instrumente

Die Orgel in Deutsch Bork feiert am Sonntag ihren mittlerweile 100. Geburtstag, ein Grund zum Feiern für die Gemeinde. Zum Fest bedient der Jüterboger Organist Johannes Werner die Manuale und spielt Stücke der Epochen. Dazwischen erzählt Gundula Hübner in Ich-Form die Orgel- und Kirchengeschichte.

Gundula Hübner (l.) und Susanne Hennrich freuen sich auf das Fest zu Ehren der betagten Orgel.
Quelle: A. Koska

Deutsch Bork. Sie ist romantisch, verfügt über zwei Manuale und ist inzwischen mehr als 100 Jahre alt. Anlass genug, der Königin der Instrumente in der Dorfkirche zu Deutsch Bork ein Fest zu widmen. Das freilich steigt am Sonntag mit reichlich drei Jahren Verpätung. Denn schon am 14. Mai 2011 war es exakt 100 Jahre her, dass die Orgel erstmals in der Kirche erklang. Gebaut hatte sie damals der aus Zörbig in Sachsen-Anhalt stammende Orgelbaumeister Wilhelm Rühlmann als Ersatz für ein verschimmeltes und marodes Vorgängerinstrument.

„Wir wollten eigentlich den 100.Geburtstag vor drei Jahren feiern, aber da gab es einen Pfarrerwechsel“, erzählt Gundula Hübner. „Und so wurde die Feier verschoben, aber nicht aufgehoben“, erklärt die Vorsitzende des Gemeindekirchenrates. Sie ist deshalb stolz, dass jetzt für Sonntag „ein tolles Programm auf die Beine gestellt worden ist“. Dabei werden die Geschichte der Orgel und die der Gemeinde verwoben – von der Einweihung kurz vor dem Ersten Weltkrieg bis heute.

Zum Fest bedient der Jüterboger Organist Johannes Werner die Manuale und spielt Stücke der Epochen. Dazwischen erzählt Gundula Hübner in Ich-Form die Orgel- und Kirchengeschichte. Sie berichtet von den Glocken, die in den Kriegen eingeschmolzen wurden, um dann von den jeweiligen Pfarrern wieder neu beschafft zu werden. Auch vom Brand nach einem Blitzeinschlag und dem Einsatz der Feuerwehr im Jahr 1957, von den mutigen Geistlichen Winfried Maechler und Johannes Messerschmidt, die der Bekennenden Kirche angehörten sowie von der von Pfarrer Volker Kunick gestalteten Winterkirche sowie von den Sanierungsarbeiten an Turm und Schiff wird die Rede sein.

Und natürlich von den Veränderungen an dem Instrument, das im Mittelpunkt des Festes steht. Im Jahr 1981 hatte eine Potsdamer Firma die Orgel generalüberholt, 2005 wurde sie gereinigt, 2011 waren die Luftverbindungen gesäubert und ein Jahr später der Pedalton wiederhergestellt worden. Alles kostspielige Angelegenheiten. Die sollen nun jedoch der Vergangenheit angehören. „Wir haben einen Orgel-Pflegevertrag mit der Firma Stegmüller aus Michendorf abgeschlossen“, erzählt Pfarrerin Susanne Hennrich.

Neben Deutsch Bork kommen auch die Orgeln in Schlalach, Niederwerbig, Jeserig und Brachwitz in den Genuss, einmal jährlich gewartet zu werden. In den anderen Kirchen des Sprengels sei dies ebenfalls geplant. Allerdings müssten die Gemeindekirchenräte dort noch darüber befinden. „Das Wichtigste für eine Orgel ist jedoch, dass sie regelmäßig gespielt wird“, sagt die Pfarrerin.

Ergänzt wird das Programm zur Orgelfeier mit Auftritten des Chors unter Leitung von Sabine Köppen und des Posaunenchors. Die Instrumentalimprovisationen von Merlin Ganzer sollen besonders die jungen Gäste ansprechen. Der Berliner Student wird auf seinem Instrument versuchen, prägnante Momente der Kirchengeschichte in Töne umzusetzen. Wenn nach einem gemeinsam ge-sungenen Geburtstagsmedley die Torte hereingetragen ist und die Pfarrerin ihren Segen gesprochen hat, darf unter den Maulbeerbäumen gefeiert und die in der Kirche von Ortschronistin Sabine Ganzer aufgebaute Ausstellung besucht werden.

Von Andreas Koska

Märkische Allgemeine vom 16. Mai 2014

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