Festgottesdienst findet Sonntag in der Kirche statt

Lietzower Gotteshaus ist 150 Jahre alt

Genau genommen ist das große Kirchenjubiläum in Lietzow schon vorbei. Pfarrer Thomas Tutzschke spricht von „150 Plus“, denn als Baujahr gilt 1863. Doch wegen der Dacharbeiten im vorigen Jahr war ein Fest erst nicht möglich, und im kalten November wollte man es dann auch nicht mehr feiern.

Schon 150 Jahre alt: die Lietzower Kirche.
Quelle: Andreas Kaatz

Lietzow. Bei der Feier zum 150. Geburtstag der Lietzower Kirche am Sonntag wollen auch die Kinder der Gemeinde ihren Beitrag leisten. Sie spielen eine Szene, in der ein Gelähmter zu Jesus gebracht wird, wegen der vielen Menschen aber nicht ins Haus kam. Kurzerhand nahm man das Dach ab, ließ ihn samt Bett zu Jesus herab.

Und genau das – nämlich das abgenommene und somit offene Dach – konnte man im Vorjahr auch an der Lietzower Kirche beobachten. Die Ziegel auf der nördlichen Seite des Kirchenschiffes wurden erneuert und damit ein weiteres Stück des Gotteshauses. Unter anderem Fördermittel machten es möglich. Zum Glück war das Dachdecken preiswerter als gedacht. Mit dem übrigen Geld wird jetzt der Sockel ausgebessert.

Genau genommen ist das große Kirchenjubiläum aber schon vorbei. Pfarrer Thomas Tutzschke spricht von „150 Plus“, denn als Baujahr gilt 1863. Doch wegen der Dacharbeiten im vorigen Jahr war ein Fest erst nicht möglich, und im kalten November wollte man es dann auch nicht mehr feiern.

Das Lietzower Gotteshaus ist mittlerweile das dritte an der Stelle. 1859 war der Vorgängerbau einem Feuer zum Opfer gefallen, zwei Jahre später begann die Planung für den neugotischen Neubau, an dem auch Oberbau direktor Friedrich August Stüler seine Spuren hinterlassen hat. Das Besondere an der Kirche: Dort kam der damals neue Baustoff Beton, Kunststein genannt, zur Anwendung. „Damit konnte man Teile wie Treppe oder Schmuckelemente preiswert herstellen“, so Tutzschke. Die Kirche sei somit ein bautechnisches Zeitzeugnis. Jeder Besucher des Gottesdienstes wird morgen einen kleinen Dachziegel mit der Jahreszahl 1863 erhalten.

Der Pfarrer hofft nun, dass es auch Fördermittel für die südliche Dachhälfte gibt. „Zudem müssen wir sparen, um wieder die Eigenmittel zusammenzubekommen“, sagt er und ist den anderen Gemeinden im Pfarrsprengel dankbar, dass sie den Lietzowern für bisherige Rekonstruktionen Geld geliehen haben.

Für Tutzschke ist die Geschichte mit dem Gelähmten auch ein Gleichnis dafür, dass man sich immer etwas einfallen lassen muss, um etwas zu erreichen. Und einfallen lassen muss sich die Gemeinde auch künftig einiges, um die Kirche, die seit Anfang der 1990er-Jahre Stück für Stück erneuert wird, weiter sanieren zu können. Die Fassade ist zu machen, ebenso wie der Innenraum.

Information: Der Festgottesdienst fängt am Sonntag um 14 Uhr an. Danach gibt es Kaffee und Kuchen sowie ein Orgelkonzert.

Von Andreas Kaatz

Märkische Allgemeine vom 14. Juni 2014

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