Sanierung der Kirche geht in den Endspurt

Bischof Markus Dröge predigt in Mittenwalde

Nach knapp anderthalbjähriger Bauphase ist nun Endspurt bei der Sanierung der Mittenwalder St.Moritz-Kirche. In gut neun Wochen wird das gotische Gotteshaus aus dem 13.Jahrhundert mit einem Festgottesdienst wiedereröffnet. „Die Predigt hält Bischof Markus Dröge“, sagt Mittenwaldes Pfarrer Christoph Kurz.

Das Orgelgehäuse erhält seine originale Farbgebung wieder. Unter der Empore: das moderne Foyer mit einer Schrankküche.
Quelle: Gerlinde Irmscher

Mittenwalde. Sobald die neu gestaltete Kirche den knapp 900 Gemeindemitgliedern aus Mittenwalde, Gallun und Telz ab Ende August wieder offen steht, bleibt es erst einmal feierlich: „Danach gibt es musikalische Festwochen bis zum Erntedankfest, also jedes Wochenende ein Konzert oder Kirchenmusik“, sagt Kurz. Die Rheinsberger Hofkapelle, der Hugo-Distler-Chor und ein Kinder- und Jugendmusical stehen auf dem Programm.

Momentan allerdings zeugen beladene Schubkarren, Gerüste und allerhand Werkzeug davon, dass die Bauarbeiten – genauso wie die wöchentlichen Bauberatungen – noch in vollem Gang sind. Einen neuen Anstrich hat das Innere des Kirchenschiffes aber schon erhalten. Am meisten herausstechen das helle Grau an den Rippen des Gewölbebogens, das bei der Restaurierung freigelegte und aufgearbeitete Deckengemälde eines kreisförmigen Paradiesgartens sowie die moderne, wesentlich breitere Orgelempore mit Glasgeländer. „Es war Absicht, dass das Glas und die Blenden einen leichten Grünton haben“, erklärt Kurz, dem auch die neuen, schmalen Lampen sehr gut gefallen.

Zuletzt wurden eine Brandmeldeanlage eingebaut, Fußbretter an den Kirchenbänken montiert, die künftig im Mittelschiff beheizbar sind, und drei kunstvoll verzierte Holzbänke im Jägerchor aufgestellt, die früher um den Altar herum standen. Der Aufstieg zum Jägerchor hat sich bereits erleichtert: durch eine neue, weniger steile Treppe.

Stellenweise wirkt die Kirche aber noch immer nackt. Der Orgel fehlen die 1500 Pfeifen, der Renaissance-Altar wird derzeit noch in Berlin restauriert und die Papstfigur Gregors des Großen ist ebenfalls noch nicht zurück. Zuletzt sollen die Lehmziegelplatten im Fußboden industriell gereinigt und die Fugen mit weißem Quarzsand verfüllt werden.

Neues Licht zum Jubiläum

Seit März 2013 wird in Mittenwaldes Kirche gebaut. Saniert wird seitdem unter anderem die Orgelempore, die Decke des Schiffs mit den sternförmigen Rippenbögen des Gewölbes, der Altar und der historische Jägerchor mit der hinaufführenden Steiltreppe.
Dass die Wiedereröffnung der St. Moritz-Kirche in diesem Jahr gefeiert werden soll, stand beizeiten fest, weil der Altar 2014 seit 500 Jahren in der Kirche steht.
Die Erneuerung des Kircheninneren kostet 750.000 Euro. Das Geld kommt vom Bund, vom Kirchenkreis Zossen-Fläming, von der Landeskirche und auch die Mittelbrandenburgische Sparkasse beteiligt sich. 100.000 Euro Eigenanteil hat sich die Gemeinde hart abgespart.

Der Gottesdienst zur Wiedereröffnung findet am 24. August um 14 Uhr statt. Um 17.30 Uhr musiziert das Posaunenquintett Berlin.

Von Michaela Grimm

Märkische Allgemeine vom 17. Juni 2014

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