Nitzahner Kirche wird eingenebelt und anschließend von Grund auf saniert

Holzwürmern geht es an den Kragen

Holzwürmern und anderen Schädlingen, die es sich im Dachstuhl der Nitzahner Kirche gemütlich gemacht haben, geht es an den Kragen. Dafür wurde die Kirche komplett in Folie eingehüllt. Unter der Folie werden Balken und Dachlatten für drei Tage mit Gas eingenebelt. So will man den Holzschädlingen den Gar aus machen.

Pfarrer Johannes Möcker vor der eingehüllten Dorfkirche Nitzahn.
Quelle: N. Stein

Nitzahn. Holzwürmern und anderen Schädlingen, die es sich im Dachstuhl der Nitzahner Kirche gemütlich gemacht haben, geht es an den Kragen. Dafür wurde die Kirche komplett in Folie eingehüllt. So zeigt sie sich dem Betrachter derzeit in einem ungewöhnlichen Bild. Unter der Folie werden Balken und Dachlatten für drei Tage mit Gas eingenebelt. So will man den Holzschädlingen den Gar aus machen. Anschließend werden das Dach neu eingedeckt und der Kirchturm erneuert.

„Endlich ist es soweit“, sagte Pfarrer Johannes Möcker. Der Turm hätte den nächsten Winter nicht mehr überstanden. Da ist sich der Geistliche sicher. Auch das Dach ist alt und marode. Schon oft mussten Steine ausgewechselt werden, damit Feuchtigkeit nicht ins Kircheninnere dringen kann. Aber irgendwann hilft eben auch keine Reparatur mehr. Und dieser Zeitpunkt ist für die Kirche Nitzahn eigentlich schon überfällig. „Es wäre ein Jammer gewesen, wenn das ansehnliche und schön gestaltete Kircheninnere durch ein kaputtes Dach in Mitleidenschaft gezogen würde“, so Möcker.

Als erstes wird das Kirchenschiff neu eingedeckt. Anschließend werden die Bauarbeiter am Turm Hand anlegen und das Dach mit Schiefer neu eindecken. Auch der Turmkopf wird saniert. Etwa drei Monate sind für die Gesamtsanierung eingeplant. Ein Klacks, wenn man bedenkt, dass die Vorbereitungen fünf Jahre in Anspruch genommen haben. Die Finanzierung zu sichern war für die Kirchengemeinde das größte Problem. Nicht alle Fördermittelanträge wurden positiv beschieden. So mussten Pfarrer und Gemeinde neue Geldquellen anzapfen. Rund 170000 Euro kosten die Arbeiten. Der Kirchenkreis und das Land helfen mit Fördermitteln. Die Kirchengemeinde selbst bringt 40000 Euro Eigenmittel auf. Dennoch ist noch nicht alles in trockenen Tüchern. Ein Fördermittelgeber ist wieder abgesprungen, so dass zur Gesamtfinanzierung noch zirka 15000 Euro fehlen. Eingeplant ist diese Summe für die Reparatur der Kirchturmuhr mit Funksteuerung und erneuerten Zifferblättern. Die Kirchengemeinde wird versuchen, dafür das benötigte Geld mit Hilfe von Spenden und Sponsoren aufzubringen.

„Wir sind für jeden Betrag dankbar“, sagt der Pfarrer. Für die Region ist die Kirche wichtig, weil sie von Gläubigen aus drei Dörfern genutzt wird. Einwohner aus Nitzahn, Jerchel und Knoblauch kommen zu Gottesdiensten, Taufen, Konfirmationen, Hochzeiten und anderen Veranstaltungen in die Kirche. Jerchel hat überhaupt keine Kirche und in Knoblauch ist die Kirche in einem sehr bedrohlichen Zustand, so dass sie nur noch stark eingeschränkt genutzt werden kann.

Von Norbert Stein

Märkische Allgemeine vom 18. Juni 2014

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