Kirchensanierung in Liepe ist bis auf die Decke vollendet

Festgottesdienst zum Abschluss der Bauarbeiten

Weil im Lieper Kirchturm eine Schleiereule Quartier bezogen hatte, wurde die Kirchensanierung im Sommer 2013 für einige Monate unterbrochen. Als der Eulen-Nachwuchs flügge war, kamen die Bauleute zurück und vollendeten ihr Werk. Am Sonntag wurde das Ende der Sanierungsarbeiten mit einem Festgottesdienst gefeiert.

Die Kirche in Liepe ist in großen Teilen saniert worden.
Quelle: N. Stein

Liepe. Gefiederte Gäste sorgten für Veränderungen im Bauablauf. Weil im Lieper Kirchturm eine Schleiereule Quartier bezogen hatte, wurde die Kirchensanierung im Sommer 2013 für einige Monate unterbrochen. So durfte die Schleiereule ungestört brüten und vier Junge aufziehen. Als der Eulen-Nachwuchs flügge war, kamen die Bauleute zurück und vollendeten ihr Werk.

Den Abschluss der Sanierungsarbeiten an der Kirche feierten Christen, Einwohner, Bauleute und weitere Gäste am Sonntag mit einem Festgottesdienst, zu dem die mittelalterliche Felssteinkirche aus dem 14. Jahrhundert prächtig herausgeputzt wurde. Der Kirchenchor Barnewitz/Buschow sang zum Anlass passende Lieder. Orgel und Flöte wurden gespielt. Der neu gewählte Ortskirchenrat wurde in sein Amt eingeführt. Die Gemeinde nutzte den Festgottesdienst, um Lothar Stecklina und Holger Streich Dank zu sagen für ihre Arbeit beim Bau einer neuen Kirchhofsmauer.

„Kirche ist Heimat“, sagte Pfarrer Stefan Huth in seiner Predigt vor rund 90 Besuchern, die am Sonntagnachmittag in die Kirche gekommen waren. 45 evangelische Christen leben derzeit in Liepe. Offen stehe die Kirchentür aber für alle, die in das Haus hinein wollen, betonte der Pfarrer, bevor Andreas Tutzschke, Kirchenratsvorsitzender der evangelischen Reformationsgemeinde Westhavelland, etwas zu den Bauarbeiten erzählte.

1996 wurde zwar das Kirchendach neu gedeckt, aber am Dachstuhl selbst wurde nichts gemacht und auch andere längst überfälligen Arbeiten blieben liegen.

Das hatte Folgen. Wasser drang in die Wände ein und verursachte Risse. Das Mauerwerk neigte sich um einige Zentimeter nach außen und wurde nun mit Ankern gesichert. Der komplette Dachstuhl musste aufgenommen werden, um marode Balken, Kappen und Sparren austauschen zu können. Dafür mussten die Dachsteine abgenommen und auf den sanierten Dachstuhl wieder aufgelegt wer-den. Rund 100 000 Euro hat die Kirchengemeinde in die Sanierung investiert. „Wir mussten eisern sparen um das Geld aufbringen zu können“, erläuterte Tutzschke die Finanzierung der Arbeiten. Die Kirche musste die Gesamtsumme alleine aufbringen, Zuschüsse gab es nicht. Schließlich reichte das Geld auch noch für Malerarbeiten im Kircheninneren. Jetzt muss noch die Kirchendecke saniert werden. Wann diese Arbeiten ausgeführt und wie sie finanziert werden, ist jedoch noch unklar. Die Kirchengemeinde hat derzeit mehrere Baustellen. Vor dem Abschluss stehen Sanierungsarbeiten an den Kirchen in Bamme und Stechow. In Buckow ist der Westgiebel der Wallfahrtskirche für in Kürze beginnende Reparaturarbeiten bereits mit einem Gerüst ein-gestellt. In Vorbereitung ist die Sanierung der Kirche in Ferchesar. Hierfür arbeiten die Kirchengemeinde und der Förderverein zum Erhalt der Dorfkirche Ferchesar zusammen.

Von Norbert Stein

Märkische Allgemeine vom 23. Juni 2014

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