Der Zahn der Zeit nagt an der Buchholzer Kirche

Bärbel Kraemer

Buchholz (MZV) Die Kirche in Buchholz bei Niemegk braucht dringend Hilfe. An der Giebelwand, hinter dem Altar, klafft ein langer Riss im Mauerwerk. Er wirkt bedrohlich. In den Ecken bietet sich ein ähnliches Bild. Auch dort zeigen sich Risse, die Anlass zur Sorge geben. Die Kirchenältesten Sabrina Kienow und Anette Benke bestätigen: Die Bucholzer Kirche muss saniert werden.

Annette Benke (re.) und Sabrina Kienow an der Buchholzer Kirche engagieren sich persönlich für das Gotteshaus.
© MZV

Der Zahn der Zeit hat unnachgiebig am Gemäuer genagt. Die Kopfenden der Deckenbalken und Teile der Deckenbalkenkonstruktion sind verfault. "Deshalb schiebt das Dach auf die Giebelwand", erklärt Anette Benke. In den zurückliegenden Jahren hat sich die Situation arg verschlimmert, so dass mittlerweile bereits die Außenwände auseinanderdriften.

"Wir brauchen knapp 150.000 Euro für die Rettung unserer Kirche", so die 55-Jährige. Dann umreißt sie die dringend notwendigen und nicht mehr aufschiebbaren Arbeiten, die zur Rettung des Bauwerks erforderlich sind. Sie reichen von der Sanierung der in Mitleidenschaft gezogenen Dachbalken bis zur Verankerung des Giebels.

In Buchholz leben derzeit knapp 90 Einwohner, die Hälfe gehört der evangelischen Kirchengemeinde an. Um den Erhalt der Kirche in der Dorfmitte sind sie gemeinsam bemüht. Geht es nach ihren Vorstellungen, soll die von schlichter Schönheit gezeichnete Kirche - sie wurde 1855 auf den Fundamenten des abgebrannten Vorgängerbaus errichtet - einmal eine Kunst und Familienkirche werden.

Den ersten Schritt, man könnte auch sagen den Grundstein dafür, haben Sabrina Kienow und Anette Benke bereits gelegt. Seit dem vergangenen Jahr finden in regelmäßigen Abständen Trödelmärkte, Plauderrunden bei Kaffee und Kuchen sowie Ausstellungen in der Kirche statt. "Daran halten wir fest", sagt die 32-jährige Sabrina Kienow. Zur gemeinsamen Kaffeetafel laden sie mittlerweile zum dritten Mal ein. Das persönliche Engagement der beiden Frauen hat in den letzten Monaten bereits gezeigt, dass die Buchholzer in Sachen Kirchenrettung auf dem richtigen Weg sind. Dennoch, allein könnten sie die das Rettungsaktion nicht stemmen. Deshalb wollen sie einerseits auf die Situation hinweisen, andererseits mit den ihnen gegebenen Möglichkeiten zur Rettung beitragen. "Kaffee und Kuchen werden zu familienfreundlichen Preisen verkauft", sagt Anette Benke. Die Erlöse kommen wiederum der Kirche zugute.

Um Gesprächsthemen am kommenden Wochenende sorgen sich die beiden engagierten Frauen nicht. Geredet wird über alles - man könnte auch sagen, über Gott und die Welt. Ihre Einladung zum gemeinsamen Kaffeeklatsch richtet sich daher nicht nur an die Einheimischen, sondern an Menschen aus nah und fern. Wer die Kirche und ihre Geschichte nicht kennt, dem wird sie vorgestellt. Der Dorfanger rund um den Sakralbau hat sich für die Plauderrunden bereits ebenfalls bestens bewährt. Buchholz liegt abseits viel befahrener Straßen, sodass auch der Nachwuchs unbeschwert spielen kann, während die Erwachsenen den Backkünsten der Buchholzer Frauen frönen können.

Veranstaltungstipp:

Feldsteinkirche Buchholz, 28. Juni und 29. Juni, 14.00 bis 17.00 Uhr, gemütliches Beisammensein und Zeit für Gespräche bei Kaffee, Kuchen und erfrischenden Getränken zu familienfreundlichen Preisen.

Märkische Oderzeitung vom 23. Juni 2014

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