Kulturministerin auf Info-Tour in Dahme, Bornsdorf und Niebendorf

Noch viel Arbeit in Dahmer Kirche

DAHME Bis zur Jahresmitte 2015 werden sich die Dahmer Christen noch gedulden müssen, bis sie in ihrer Kirche St. Marien wieder Gottesdienste feiern können. So lange werden die Sanierungsarbeiten im Inneren des Gebäudes noch andauern, blickt der leitende Architekt Uwe Mücklausch-Wunderlich in das kommende Jahr.

Über den Stand der Sanierungsarbeiten in der Dahmer Marienkirche informierte Architekt Uwe Mücklausch-Wunderlich (r.) Kulturministerin Sabine Kunst (2. v. r.) und Landeskonservator Dr. Thomas Drachenberg (l.).
Foto: Keilbach/bkh1
 
Hinter dem Altar der Marienkirche befindet sich eine aus dem Jahr 1905 stammende Heizungsanlage. Uwe Mücklausch machte Ministerin Kunst auch auf dieses interessante Detail aufmerksam, das in der Zukunft mit einer Glasscheibe verkleidet werden soll.
Foto: Keilbach/bkh1

In den nächsten Wochen soll der Fußboden weiter verschlossen werden. Ein Teil der Ziegel ist bereits wieder verlegt. Parallel dazu werden die Bauarbeiter die restlichen Innenwände sowie den Außensockel noch verputzen. "Dann kommen die Kirchenbänke wieder hinein", benannte Uwe Mücklausch-Wunderlich die nächsten Arbeitsschritte.

Die Dahmer Marienkirche war am Samstag zweite Station einer Informationsreise von Brandenburgs Kulturministerin Sabine Kunst und Landeskonservator Dr. Thomas Drachenberg. Im Mittelpunkt stand die historisch wertvolle Innenausstattung in Kirchen der Landkreise Dahme-Spreewald und Teltow-Fläming, "vor dem Hintergrund, eine Denkmalstiftung auf den Weg zu bringen", erläuterte die Kulturministerin den Grund.

Dachstuhl und Dach der Dahmer Marienkirche sind bereits komplett erneuert und der umlaufende Hausschwamm ist beseitigt. Finanziell und zeitlich besonders aufwendig gestaltete sich die Entgiftung des hölzernen Inventars, das vor Jahrzehnten mit einem gesundheitsschädigenden Mittel behandelt worden war. Die Entgiftung ist abgeschlossen. Auch die Archäologen haben ihre Arbeit beendet. Die Vermutung, dass der Vorgängerbau als Basilika errichtet wurde, habe sich nicht bestätigt, informierte der Architekt. 2,1 Millionen Euro werden am Ende in die Sanierung der Kirche geflossen sein, finanziert aus Mitteln der integrierten ländlichen Entwicklung, der Städtebauförderung, von der Deutschen Stiftung für Denkmalschutz, der Landeskirche, dem Landkreis, privaten Spendern sowie der Kirchengemeinde.

Diese sammelt zurzeit Geld für die Wiederherstellung von zwei bleiverglasten Kirchenfenstern im seitlichen Kirchenschiff, die im Zuge der Sanierung wieder geöffnet wurden. Zwei verdienstvolle Dahmenser sollen hier als Figuren verewigt werden, gab Pfarrer Carsten Rostalsky Auskunft. Georg Buchholzer als bekannter Reformator in der Region sowie Georg Teichelmann, der als Missionar in Australien die Sprache der Aborigines rettete. Danach werde die Kanzel das nächste Sanierungsobjekt sein, blickten Pfarrer und Architekt voraus.

Zum Thema:

In der Dahmer Klosterkirche informierte sich Ministerin Kunst über die Restaurierung von sechs mittelalterlichen Holzskulpturen, die vermutlich einst zu einem böhmischen Altar gehörten. In Bornsdorf (Dahme-Spreewald) kehrte eine der fast zerbröselten Holzfiguren auf den sanierten Sandsteinaltar der Dorfkirche zurück. In der Niebendorfer Kirche (Teltow-Fläming) stand der zurückgekehrte restaurierte Taufengel im Mittelpunkt.

Birgit Keilbach / bkh1

Lausitzer Rundschau vom 07. Juli 2014

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