Langwierige Sanierung für 2,3 Millionen Euro

Dahmer Marienkirche wird 2015 fertig

Die Sanierungsarbeiten im Inneren der Dahmer Stadtkirche Sankt Marien dauern an. Jahrelang war die Kirche wegen der Schadstoffbelastung geschlossen. Die Restaurierung soll voraussichtlich Mitte nächsten Jahres abgeschlossen sein.

Die Innenausstattung der Marienkirche wird saniert.
Quelle: Martina Burghardt

Dahme. Die große massive Stadtkirche Sankt Marien in Dahme hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich. Sechsmal soll sie abgebrannt sein, zuletzt am Siebenschläfertag 1666, als die Stadt in Flammen stand. Fünf Jahre danach konnte die Gemeinde ihr Gotteshaus wieder beziehen.

Die barocke Ansicht hat es bis heute erhalten. Ansonsten wurde allerdings alles in den zurückliegenden Jahren überarbeitet. Bis Mitte 2015 werden wohl die Arbeiten im Inneren der Kirche noch dauern. Bis dahin werden etwa 2,3 Millionen Euro verbaut sein, darunter Mittel aus verschiedenen Förderprogrammen, von der Deutschen Stiftung für Denkmalschutz, der Landeskirche, dem Landkreis, privaten Spendern sowie der Kirchengemeinde.

Seit 2002 arbeitet der Architekt Uwe Mücklausch-Wunderlich dort und sorgt dafür, dass die Arbeit seiner Vorgänger – genauer gesagt: die Bauetappen – am Ende für jedermann sichtbar sind. Die äußere Hülle ist bereits denkmalgerecht saniert. Dachstuhl und Dach sind komplett erneuert und der umlaufende Hausschwamm beseitigt. Holzschutzmittel aus den 1970er Jahren musste entfernt werden, die Entgiftung ist abgeschlossen.

Baugeschichte


Die Archäologen haben ihr Werk ebenfalls getan. Große Schätze haben sie nicht entdeckt, wie Pfarrer Carsten Rostalsky berichtet, das Meiste von dem Wenigen fanden sie im Bereich der Schwellen – immerhin 600 Münzen, darunter ein Fünf-DM-Stück, und mehr als 1000 Nadeln von Flämingtrachten. DDR-Münzen waren nicht dabei. „Die waren zu leicht und fielen nicht nach unten“, scherzt der Pfarrer. Aus den Fundorten könne man immerhin ableiten, dass Männer und Frauen in der Dahmer Marienkirche zusammensaßen und nicht getrennt. Der Platzbedarf war groß. Es gibt drei Emporen. Die Bollensdorfer hatten gar eine eigene Loge. Zurzeit gilt die größte Aufmerksamkeit dem Fußboden. Insgesamt drei bis vier Wochen dauert es, bis er wieder geschlossen ist.

Eine gut 100 Jahre alte, hinter dem Altar in die Wand eingebaute Heizungsanlage, die allerdings wohl nie richtig gut funktioniert haben soll, wird erhalten bleiben. Sie soll hinter einer Glasscheibe für Besucher sichtbar sein.

Die beiden zugemauerten, aber mittlerweile wieder freigelegten Fenster bekommen neuen Halt und eine Bleiverglasung. „Für die Kanzel wird noch Unterstützung gebraucht“, sagt Architekt Uwe Mücklausch-Wunderlich. Auch dafür sammelt die Gemeinde Geld, an die 45.000 Euro müssen für die Restaurierung zusammenkommen.

Von Martina Burghardt

Märkische Allgemeine vom 16. Juli 2014

   Zur Artikelübersicht