Zimmerer auf Falkenberger Kirche

Cornelia Link

Falkenberg (bei Fürstenwalde, LOS) (MOZ) Bauarbeiter erneuern seit Dienstag die Dach- und Deckenbalken an der Kirche in Falkenberg. Im kommenden Jahr soll, mit der Fertigstellung von Dach und Fassade, die langjährige Restauration der Feldsteinkirche abgeschlossen werden.

Schwindelfrei in luftiger Höhe: Die Zimmerer Christoph Schleiß und Andreas Piasecki (hinten) messen die Holzbalken für die neuen Dachsparren auf dem Gerüst zu.
© Cornelia Link

An der Falkenberger Kirche mit ihrem spätgotischen Saal und dem barocken Turm läuft die Restauration seit vielen Jahren. Das Gotteshaus mit Feldsteinmauern entstand im Mittelalter und erhielt nach der Beschädigung im Dreißigjährigen Krieg Anfang des 18. Jahrhunderts seine jetzige Form. Das Holz des Turmes, Baujahr 1708, war schon 2010 so marode, dass der Turm aus Sicherheitsgründen gesperrt werden musste. "2011 wurde er abgetragen, dann zwei Jahre lang restauriert", erinnert sich Albrecht von Alvensleben, Kirchenältester in Falkenberg, Vorsitzender des Gemeinde-Kirchenrates sowie Vorsitzender des Bauausschusses im neugebildeten Kirchenkreis Oderland-Spree. Dass seine kleine Kirche im Dorf restauriert wird, liegt ihm lange am Herzen. Der Turm ist mit neuen Schieferplatten gedeckt, auch die Fassade weiß angestrichen, wie in alten Zeiten. "Allerdings hat der Schwammbefall nicht vor dem Kirchendach Halt gemacht", sagt von Alvensleben bei der Baubesprechung, zu der auch Statiker Norbert Popper (Eberswalde) und Architektin Bettina Krassuski (Eberswalde) erschienen waren. Die alten Ziegel sind deshalb längst abgetragen. "Davon war nichts mehr zu verwenden", so von Alvensleben.

Unter der Dach-Folie, die nach Gewitter und Sturmschaden, bald wieder erneuert wird, sind seit Dienstag die Zimmerer der Bad Belziger Firma Timpe aktiv. Zu viert stemmen sie altes Holz ab, ziehen neue Deckenbalken aus Kiefer ein. Den Transport nach oben erleichtert ein Hubwagen "Kommende Woche kommt ein Kran für die noch größeren Balken", sagt Christian Krüger und verweist darauf, dass auch die Dachsparren-Füße erneuert werden. Vier Wochen werden sie brauchen, dann folgen die Maurer, die zum Schutz vor neuem Schwamm eine Schutz-Schlämme ans Mauerwerk aufbringen. Ziel ist, die Kirche zum Erntedankfest im Oktober wieder nutzen zu können. Bis dato müssen die Kirchgänger auf umliegende Gotteshäuser ausweichen.

Das Foliendach soll dann im nächsten Jahr verschwinden. "2015 wird als fünfter und letzter Bauabschnitt das Dach mit Schiefer eingedeckt und die Fassade mit Schlammputz-Schicht und weißen Anstrich gestaltet", blickt Albrecht von Alvensleben voraus. Die Stückelung sei der Finanzierung geschuldet, auch wenn die Kirchengemeinde viel Geld von unterschiedlichen Fördertöpfen, Denkmalschutz und Privatspendern erhält. "100 000 Euro werden jetzt ausgegeben und 160 000 Euro im kommenden Jahr", rechnet von Alvensleben vor und fügt an, insgesamt werde die Kirchen-Restauration geschätzt 540 000 Euro kosten.

Märkische Onlinezeitung vom 17. Juli 2014

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