Der Turmbau zu Neuholland

Volkmar Ernst

Neuholland (MZV) Die Proportionen der Kirche von Neuholland stimmen irgendwie nicht. Der Bau wirkt zu massig, zu gedrungen. Kein Wunder, denn dem Gotteshaus fehlt die Turmbekrönung. Doch das soll sich ändern.

Filigran: Der Turm gliedert den Bau und lässt ihn leicht wirken.
© MZV

Einen ersten Schritt in die Richtung des Wiederaufbaus haben die Gemeindeglieder in der vergangenen Woche gemacht. Sie haben sich darauf verständigt, dass ein Förderverein gegründet werden soll.

Mut hat ihnen unter anderen Liebenwaldes Bürgermeister Jörn Lehmann (parteilos), der während der Veranstaltung zu einem Exkurs in die Geschichte des Ortes Neuholland und seiner Kirche einlud. Denn niemand Geringerer als König Friedrich I. in Preußen, der Sohn von Kurfürst Friedrich-Wilhelm und seiner Gattin Louise-Henriette, habe den Befehl zum Bau des Gotteshauses erteilt und dann auch der Weihe der Kirche beigewohnt.

Doch die Folgen des Zweiten Weltkrieges hätten auch in Neuholland ihre Spuren hinterlassen. Das Gotteshaus sei schwer beschädigt worden. Das Dach sei eingestürzt und hinterließ einen mit Schutt gefüllten Innenraum. Zwar hätten die Neuholländer nach dem Krieg schnell selbst Hand angelegt und die Kirche wieder aufgebaut. Doch auf die Errichtung des Turmes sei verzichtet worden. Aber in Zeiten, wo in Deutschland wieder neue Kirchen gebaut oder zerstörte aufgebaut werden, sollten auch die Neuholländer die Hoffnung nicht aufgeben, dass in absehbarer Zeit auch ihr Gotteshaus wieder mit einem Turm gekrönt sein könne, so Lehmann in seinen Ausführungen. Der Schritt, dafür einen Förderverein zu gründen, sei der richtige Weg.

Dass die Gemeinde gewillt ist, diesen Schritt zu gehen, bestätigte der zweite Anlass des Treffens. Denn ein Relief mit dem Text eines Friedensgebetes schmückt den Innenraum. Angefertigt hat es der Künstler Lothar Köhn nach einem Besuch der Wernigerodaer Kirche. Für die Gemeinde dankten Pfarrerin Barbara Fülle und Kathrin Seifert als Vorsitzende des Gemeindekirchenrates Köhn für sein "schönes Werk" und sein Engagement für das Neuholländer Gotteshaus.

Märkische Onlinezeitung vom 18. Juli 2014

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