In Demerthin wird eine Broschüre über Wandmalereien vorgestellt

Wandmotive in Text und Bild

Die Wandmalereien in der Demerthiner Kirche (Dorfkirche des Monats August 2014) stehen am 14. September im Mittelpunkt. Dann findet der Tag des offenen Denkmals statt, der unter dem Motto "Farbe" steht. Insgesamt beteiligen sich sechs Prignitzer Orte mit ihren Kulturdenkmalen daran. In Demerthin findet die zentrale Veranstaltung für den Landkreis Prignitz statt.

Wolf-Dietrich Meyer-Rath erklärt am Denkmaltag die Malereien in der Demerthiner Kirche.
Quelle: S. Bels

Demerthin. Die Wandmalereien im östlichen Teil des spätgotischen Feldsteinbaus aus dem 15. Jahrhundert stammen aus der zweiten Hälfte des Jahrhunderts. Sie wurden 1968/69 wiederentdeckt. "Vermutlich, als der barocke Altar entstanden ist", so Edelgard Schimko, Geschäftsbereichsleiterin beim Landkreis Prignitz. Vorher waren sie übertüncht. Entdeckt wurden sie eher zufällig durch Denkmalpfleger der DDR, die die Malereien auf Schwarz-Weiß-Fotos dokumentierten. Das erklärt Wolf-Dietrich Meyer-Rath, Vorstandsmitglied im Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg. Er ist Betreuer der Landkreise Prignitz und Ostprignitz-Ruppin und freut sich darüber, dass pünktlich zum Tag des offenen Denkmals eine Veröffentlichung innerhalb der Reihe "Kirchen im ländlichen Raum" möglich geworden ist. Sie widmet sich den Wandmalereien. Jedes einzelne Motiv wird darin interpretiert - im religiösen Sinne und familiengeschichtlich.

Etwa 20 Motive sind erhalten

Es sind etwa 20 Motive an drei Kirchenwänden erhalten. Zu sehen sind die Heilsgeschichte, das Jüngste Gericht, Heilige mit ihren Attributen, helfende und posaunende Engel, zugreifende Teufel und schreckliche Martyrien. Es ist die erste Broschüre, die die Wandmalereien farbig zeigt und erklärt.

Die Fotos hat laut Meyer-Rath Friedrich von Klitzing in Auftrag gegeben, einer der Nachfahren der Familie von Klitzing, der einst das Renaissanceschloss Demerthin gehörte. Von Klitzing habe den Förderkreis anschließend um Hilfe bei der Erstellung einer Broschüre gebeten. "Und wir haben das Projekt gern unterstützt", so Meyer-Rath.

Zu den 1000 Euro vom Förderkreis seien noch etwa 3000 Euro gekommen, die etwa 30 Mitglieder der Familie gespendet haben. Rath ist am 14.September im Demerthiner Gotteshaus und stellt das Buch mit dem Titel "Die spätmittelalterlichen Wandmalereien in der Dorfkirche zu Demerthin" vor.

Fachtagung in Demerthin geplant

Der Förderkreis plant außerdem im Juni 2015 zusammen mit dem Landesdenkmalamt eine Fachtagung in Demerthin. Dabei soll es am Beispiel der Wandmalereien um deren Dokumentation, Restaurierung und Konservierung gehen. Wie mit ihnen weiter verfahren wird, konnte Meyer-Rath nicht sagen. Er weiß nur, dass die Pigmente in den Farben allmählich verblassen und ganz verloren gehen könnten. Für Meyer-Rath sind die Malereien ein herausragendes Beispiel für die Prignitz. Ähnliches gebe es nur im Gotteshaus von Schönhagen (Stadt Pritzwalk). "Wobei die Bilder dort nicht vollständig sind", so das Förderkreis-Mitglied.

Der Bürgermeister der Gemeinde Gumtow, Stefan Freimark, freut sich darüber, dass die Malereien nach dem Schloss - es stand vor 14 Jahren im Mittelpunkt - in den Fokus des Denkmaltages gerückt werden. Der Verein Prignitzdorf Demerthin, dem Freimark vorsteht, biete überdies Führungen im Gotteshaus an.

Der Tag des offenen Denkmals beginnt im Gotteshaus von Demerthin um 13.30 Uhr mit einer Andacht. Nach Grußworten wird das Buch über die Wandmalereien vorgestellt. Bei Führungen kann man sie sich ebenfalls erklären lassen. Ein Gitarrenkonzert bildet den Abschluss des Tages.

Von Sandra Bels

Märkische Allgemeine vom 13. August 2014

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