Bauarbeiten in der Mittenwalder St.-Moritz-Kirche abgeschlossen

Innen wieder schmuck

Der Countdown für die Mittenwalder St.-Moritz-Kirche läuft: Am Sonntag soll sie nach über eineinhalbjähriger Innenraumsanierung, Neu- und Umbauten im Beisein des Bischofs der Evangelischen Landeskirche, Markus Dröge, wiedereingeweiht werden.

Die St. Moritz-Kirche strahlt innen in neuem Glanz. In den vergangenen eineinhalb Jahren wurde sie saniert.
Quelle: Andrea von Fournier

Mittenwalde. Die Handwerker haben ihr Werkzeug inzwischen von der Baustelle geräumt. Der seitliche Jägerchor, der, was anfangs nicht geplant war, dem Baustil der neuen Orgelempore angepasst wurde, wirkt jetzt ebenso heiter wie schwebend. Die Orgel ist repariert, gereinigt und wieder eingebaut. „Und klingt besser als vorher“, weiß Gemeindepfarrer Christoph Kurz bereits zu berichten. Die Gemälde, zwei Epitaphe und die Skulptur eines Papstes haben ebenfalls restauriert wieder ihre Plätze im Gotteshaus bekommen. Als Letztes war der Wandaltar mit seinen kostbaren Schnitzereien vor wenigen Tagen von seiner Schönheitskur aus der Werkstatt eines Berliner Restaurators zurückgekehrt. „Der Maler wird in dieser Woche noch einmal mit dem Pinsel durch das Haus gehen und „Ratscher“, die bei anderen Arbeiten oder beim Einräumen eventuell entstanden sind, nachbessern“, sagt Pfarrer Kurz. Dreimal hat er mit Freiwilligen inzwischen Arbeitseinsätze zur Feinreinigung der Kirche gestartet, damit sie ab Sonntag wirklich glänzt. Intensiv wurde alles leicht feucht vom letzten Baustaub befreit, die Dielung gesäubert.

Neue Kokosläufer und neue Liedertafeln

Auch die Papstskulptur wurde restauriert.
Quelle: Andrea von Fournier

Nun wartet die Gemeinde auf die umgearbeiteten alten und neue Kokosläufer und die neuen Liedertafeln. Christoph Kurz macht einen fast gelösten, zufriedenen Eindruck nach den Monaten voller Baubesprechungen, Probleme, Entscheidungen und Wendungen. Bevor der Altar jetzt eingebaut wurde, erlebte er noch eine der Überraschungen, die es während der Bauzeit gegeben hat: In der gläsernen Brüstung der neuen Orgelempore spiegelte sich das bunte Fenstermosaik von gegenüber und zauberte ein virtuelles Farbbild auf die Euler-Orgel. „Die Perspektive bietet sich erst wieder, wenn der Altar das nächste Mal abgebaut wird“, meinte Kurz fast bedauernd. Dieser Weg ist den Sonnenstrahlen inzwischen versperrt, dafür fasziniert der Wandaltar aus der Werkstatt Lucas Cranach d.Ä. (1514) wieder. Unter ihm wurde ein Rätsel begraben: Der gemauerte Tisch des Altars, die Mensa, erwies sich als hohl und beherbergte einen Granit mit 60 Zentimetern Durchmesser. „Was das zu bedeuten hat, konnten wir nicht herausfinden“, so Kurz. Vielleicht keine schlechte Idee, den nächsten Generationen auch noch ein Geheimnis zum Lüften zu lassen.

Grund zum Feiern

Der Wiedereinweihungs-Gottesdienst für die St. Moritz-Kirche in Mittenwalde wird am 24. August 2014 ab 14 Uhr gefeiert.
Anschließend wird zu Kaffee, Kuchen und einem Imbiss in den St.-Moritz-Kirchgarten eingeladen.
Turmaufstieg und eine Kirchenbesichtigung sind an diesem Tag ebenfalls möglich.
Ab 17.30 Uhr gibt das Posaunenquintett Berlin ein Konzert. An der Orgel werden die Musiker von Christine Borleis begleitet.
Zur Kirchengemeinde gehören 900 Mitglieder aus Mittenwalde, Gallun und aus Telz.

Von Andrea von Fournier

Märkische Allgemeine vom 18. August 2014

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