Richtfest unterm Birkenbäumchen

Falkenberg (MOZ) Der vorletzte Bauabschnitt der Sanierung der Falkenberger Dorfkirche steht kurz vor dem Abschluss. Am Dienstag wurde das Richtfest für den neuen Dachstuhl gefeiert. Zum Erntedankfest soll das Gotteshaus zumindest provisorisch wieder nutzbar sein, ehe im kommenden Jahr zum letzten Mal die Bauleute anrücken.

In luftiger Höhe: Auf dem Dach der Falkenberger Kirche haben die Zimmerleute eine bunt geschmückte Birke als Richtbäumchen aufgestellt. Darunter verliest Hartwig Timpe (2. von links) einen Segensspruch.
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Statt eines Richtkranzes flattern die bunt geschmückten Zweige eines jungen Birkenbäumchens am Dienstagvormittag auf dem fast fertigen Dachstuhl des Kirchenschiffes. Für den Baum habe man sich auf Vorschlag von Zimmermann Hartwig Timpe entschieden, erklärt Albrecht von Alvensleben, der Vorsitzende des Gemeindekirchenrates von Demnitz-Falkenberg. "Wir feiern ja auch keinen Neubau, sondern einen Wiederaufbau", fügt er hinzu. Als 2011 der marode Kirchturm aus Sicherheitsgründen abgetragen werden musste, hatte man entdeckt, dass der Schwamm auch das Dach des Kirchenschiffes befallen hatte. Daher entschied man sich für eine umfangreiche Sanierung des Gotteshauses in insgesamt fünf Bauabschnitten.

Mit dem Richtfest wird auch das nahende Ende des vierten und damit vorletzten Bauabschnittes gefeiert. Vor knapp fünf Wochen hatten die Zimmerleute damit begonnen, das Holz der alten Balkendecke zu entfernen und neue Kiefernbalken einzuziehen - alles gut verborgen unter einer Dach-Folie, die das Gebäude vor Regen schützt. Gleichzeitig fand eine Schwammsanierung des Mauerwerkes statt. "Von außen sind wir so gut wie fertig, innen sind noch ein paar Sachen zu erledigen, zum Beispiel den Fußboden zu verlegen", sagt Zimmermann Timpe. Anfang September wird der vierte Bauabschnitt abgeschlossen. "Dann können wir die Kirche zumindest provisorisch einrichten und für das Erntedankfest und zu Weihnachten nutzen", so von Alvensleben.

Die Dach-Folie wird aber erst 2015 verschwinden. "Für einen Winter hält das dicht. Es gibt ja auch schon ein Unterdach", ist von Alvensleben optimistisch. Im kommenden Jahr werden das Dach mit Schiefer eingedeckt, die Fassade überarbeitet und verputzt sowie Putz- und Malerarbeiten im Innenraum durchgeführt. Wobei die Holzbalkendecke von innen sichtbar bleiben wird, betont von Alvensleben. Sie werde weder verbrettert noch verputzt, letzteres sei erst in den 1930-er Jahren geschehen. Der Innenanstrich der Decke werde wahrscheinlich wieder hellblau. "Der Besucher hat dann den Eindruck, er blicke direkt in den Himmel", schmunzelt von Alvensleben.

Etwa 500000 Euro wird die gesamte Sanierung kosten, schätzt der Falkenberger. Die Finanzierung erfolgt über verschiedene Geldgeber, mit dabei sind das Land Brandenburg, die Landeskirche, der Kirchenkreis und verschiedene Stiftungen. "Etwa 50000 Euro sind durch private Spenden zusammengekommen. Das kann man gar nicht hoch genug schätzen", sagt von Alvensleben.

Architektin Bettina Krassuski ließ die vergangenen Bauabschnitte noch einmal Revue passieren: "Als der Turm 2011 demontiert wurde, hat jeder, der dabei war, einen Schreck bekommen." 2012/13 erfolgte die aufwendige Wiederherstellung der Fachwerkkonstruktion. Mit der komplett neuen Holzbalkendecke ist 2014 ein großer Schritt auf dem Weg zur Gesamtsanierung erfolgt. "Die Kirche ist ein echtes Kleinod geworden, auf das die Falkenberger stolz sein können", so die Architektin.

Märkische Onlinezeitung vom 20. August 2014

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