Bereit für die Zukunft

Bärbel Kraemer

Hohenwerbig (MZV) Es ist geschafft. Die Hohenwerbiger Kirche erstrahlt groß, schön und neu. Kraft, Geduld und Hilfsbereitschaft waren nötig, um das 300.000 Euro schwere Sanierungskonzept umzusetzen. Fleißige Hände und kluge Köpfe trugen zum Gelingen bei. Am Sonntagnachmittag wurde die Dorfkirche mit einem feierlichen Eröffnungsgottesdienst eingeweiht. Noch riecht das Gotteshaus nach frischer Farbe, noch sorgt ihr "neues" Innere für staunende Gesichter, denn die Kirche hat nicht nur eine Hüllensanierung erfahren, sondern sich auch gewandelt.

Der Einweihungsgottesdienst mit Pfarrer Daniel Geißler, der sich hoch erfreut zeigt über die sanierte Kirche.
© MZV
 
Kay Lengner bewirbt das Orgelbrot, aus dessen Erlös die Orgel saniert werden soll. 30.00 Euro werden benötigt.
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Vor dem Beginn des Gottesdienstes wechselt ein dicker Ordner von Hand zu Hand. In ihm ist die Sanierung des Kirchbaus dokumentiert. Da sind die Bilder, die das Haus Gottes in großer Not zeigen und solche, die Hoffnung machen - die den Fortgang der Arbeiten dokumentieren.

Immer wieder wird von links nach rechts gesehen. Die Kanzel ist verschwunden - um den Kirchbau für die künftige Nutzung als Kunstkirche geräumiger zu machen. Die defekte Orgel ist ausgebaut - sie soll saniert werden - wie es sich für eine Kultur- und Kunstkirche gehört.

Dann ist es soweit. Der Niemegker Johannis Chor hebt zum Gesang an. Pfarrer Daniel Geißler ergreift das Wort. Er bringt seine Freude über den gelungenen Sanierungsprozess zum Ausdruck und erinnert an schwierige Diskussionen und Entscheidungen, an die Suche nach Kompromissen während der Sanierungsphase. "Bauleiter zu sein, ist schwierig", heißt es dann auch in seiner Predigt.

Jetzt wollen die Hohenwerbiger nach vorn schauen. Die Gemeinde "ist auf gutem Weg", so der Seelsorger und bezeichnet die Kirche als deren Spiegel. Jetzt, wo das Gemäuer aus dem 13. Jahrhundert fit für die Zukunft ist, sieht Geißler auch die Hohenwerbiger bereit für die Zukunft. Und die sind gespannt, gespannt auf die Impulse, die vom sanierten Kirchbau ausgehen werden. Eine frohe Kunde konnte Geißler bereits am Sonntag verkünden. Nachdem 30 Jahre lang in Hohenwerbig kein Taufgottesdienst mehr stattfand, steht noch in diesem Monat die erste Kindstaufe bevor. "Es wächst wieder etwas in dieser Gemeinde", so der Geistliche zuversichtlich.

Damit die Hohenwerbiger Kirche ihrem Anspruch, ein Ort für Kultur und Kunst zu sein, gerecht wird, soll jetzt die Orgelsanierung gestemmt werden. 30.000 Euro sind dafür notwendig. Findige Köpfe haben deshalb die Hohenwerbiger Orgel-Brote erdacht, die am Sonntagnachmittag zugunsten der Reparatur des altehrwürdigen Instruments verkauft wurden. "Die Orgel gehört zu unserer Kirche", so der Hohenwerbiger Kay Lengner mit einem ofenfrischen Brotleib im Arm. Die Idee trug Früchte und das Backwerk fand alsbald seine Käufer. Doch damit nicht genug. Ab sofort werden in Hohenwerbig auch Patenschaften vergeben: Die Patenkinder können - soviel ist sicher - sehr musikalisch werden. Ab einer Spende von 50 Euro kann man dort Orgelpfeifenpate werden.

Märkische Onlinezeitung vom 08. September 2014

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