Neue Spitze in Gießmannsdorf

Kirchturmsanierung soll Anfang November abgeschlossen sein / Kosten: 160 000 Euro

GIESSMANNSDORF Seit 700 Jahren hat Gießmannsdorf seine Feldsteinkirche. Damit sie auch noch einmal so lange steht, wird gegenwärtig ihr Turm restauriert. Die Kirchengemeinde will in drei bis vier Jahren auch das Kirchenschiff sanieren.

Pfarrerin Kerstin Strauch freut sich auf einen sanierten Kirchturm in Gießmannsdorf. Noch sind Teile des Dachs über den Glocken noch nicht gedeckt. Bis Anfang November soll die Sanierung des Turms abeschlossen sein.
Foto: Köhler

Seit Juli dieses Jahr wird der Kirchturm der Feldsteinkirche in Gießmannsdorf saniert. Die Kosten dafür belaufen sich auf knapp 160 000 Euro. 75 000 Euro stammen dabei aus Mitteln des Staatskirchenvertrages. Die Kirchengemeinde selber muss gut 18 000 Euro an Eigenmitteln für die Restauration des Turmes aufbringen. "Gegenwärtig haben wir 12 500 Euro aus Spenden und Benefizkonzerten zusammen", sagt die zuständige Pfarrerin Kerstin Strauch.

Die Gemeinde bemüht sich seit etwa 15 Jahren darum, dass die Kirche wieder in Schuss gebracht wird. Der Dachstuhl habe größere Mängel, der Mörtel zwischen den Ziegel bröckele und Turmspitze bedürfe einer dringenden Sanierung.

Erste Probleme haben sich schon bei den Planungen zu den Bauarbeiten aufgetan: "Das Mauerwerk besteht aus Raseneisensteinen", erzählt die Pfarrerin. Diese hätten im Mittelalter die Menschen tief aus der Erde geholt und seien nun über die Jahrhunderte brüchig geworden. Die Steine gäbe es durch den Tagebau und die vielen Bauwerke nicht mehr. So wurde mit der Denkmalschutzbehörde und dem Kirchenbauamt vereinbart, nur die besonders kaputten Steine durch andere zu ersetzen.

Der Kirchturm wiederum verfügt nicht nur über drei Glocken, sondern auch über Fledermäuse und Wildbienen. Deshalb hat das Umweltamt sichergestellt, dass die Restauration nicht den Lebensraum der Tiere gefährdet. "Wir hoffen, dass Anfang November die Bauarbeiten abgeschlossen sind", so Pfarrerin Strauch.

Ihr nächstes Projekt hat die Kirchengemeinde auch schon anvisiert: In drei bis vier Jahren soll das Kirchenschiff saniert werden. Kosten: 400 000 Euro. "Es ist wichtig, dass die Kirche als Lebensmittelpunkt der Gemeinde erhalten bleibt", ist sich die Pfarrerin sicher. Dafür will sie sich mit der Gemeinde einsetzen. "Wir haben schließlich eine Verantwortung gegenüber unseren Kindern und Enkeln."

Zum Thema:

Die Gießmannsdorfer Kirche wurde im 13. Jahrhundert errichtet. Während des 17. Jahrhunderts soll sie sogar einmal verputzt gewesen sein. Derzeit wird der Turm saniert. Spenden für die Kirchensanierung können auf das Konto des "Förderkreis Alte Kirchen" unter IBAN DE06 3506 0190 1566 91011 und dem Verwendungszweck "Kirche Gießmannsdorf" gemacht werden.

Christian Köhler

Lausitzer Rundschau vom 30. September 2014

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