Nach dreijähriger Bauzeit glänzen sanierte Kirchen

Arbeiten an den beiden Gotteshäusern in Großrössen und Kleinrössen abgeschlossen

GROSSRÖSSEN/KLEINRÖSSEN Nach dreijähriger Bauzeit sind die Sanierungsarbeiten in den Kirchen in Großrössen und Kleinrössen abgeschlossen. Beide Gotteshäuser sind umfassend erneuert worden und erstrahlen jetzt in neuem Glanz.

Die Kirche in Großrössen wurde von außen und innen saniert. Beim Dachstuhl und bei der Decke warteten hier die größten Herausforderungen.
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Die Kirche in Kleinrössen musste von außen erneuert werden. Das Fachwerk wies erhebliche konstruktive Schwächen auf. Mehrere Bereiche wurden neu aufgebaut.
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Zur Bauabnahme am Dienstagabend haben Pfarrer Andreas Bechler und Architekt Onno Folkerts vom Büro Angelis & Partner einen sehr zufriedenen Eindruck gemacht und den Bauleuten gute Arbeit bescheinigt. Die dreijährige Sanierungsphase, bedingt durch die scheibenweise Zuteilung der Fördermittel, hat den beiden Gotteshäusern sichtlich gutgetan, dem Großrössener umfassend von außen und von innen, dem Kleinrössener im Wesentlichen nur von außen. 75 Prozent der Nettobausumme will der Landesbetrieb für ländliche Entwicklung, Landwirtschaft und Flurneuordnung, so wurde es bei der Zuteilung der Fördermittel vor drei Jahren avisiert, über die Förderprogramme "Integrierte ländliche Entwicklung" und "Leader" schultern. Rund 250 000 Euro Gesamtbaukosten waren zu dieser Zeit für die Kirche in Großrössen veranschlagt, weitere 90 000 Euro für Kleinrössen.

Die Schlussrechnungen sind noch nicht gestellt, aber Architekt und Pfarrer wissen, dass es bei diesen Summen nicht geblieben ist. Während in Großrössen am Dachstuhl und an der Decke Mehrarbeiten nötig wurden, war es in Kleinrössen das Fachwerk, das aufwendiger als gedacht erneuert werden musste. Für einen Teil des finanziellen Mehraufwandes konnten Helfer gefunden werden. Der Landkreis und die Deutsche Stiftung Denkmalschutz haben den Bauherrn unterstützt. Aber auch die Kirchengemeinde und der Kirchenkreis haben tief in die Taschen gegriffen, damit die Baumaßnahmen ausfinanziert werden konnten.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Schon von außen sieht jeder, dass die grauen Tage des Großrössener Gotteshauses der Vergangenheit angehören. Nachdem Dach, Fassade und Kirchendecke schon in den beiden Vorjahren hergerichtet wurden, ging es in diesem Jahr an die Feinarbeiten im Inneren. Dort wurde im hinteren Bereich des Kirchenschiffs etwas Platz geschaffen, wo laut Pfarrer Bechler "Kunst und Kultur Einzug halten können".

Er sieht in der Kirche jetzt viel Potenzial, nicht nur, weil es, wie Architekt Onno Folkerts bemerkt, "im Umkreis nur wenige Kirchen gibt, die so umfassend saniert und richtig fertig sind". Zu den Pluspunkten gehören außerdem ein kleiner Ofen, der den Raum um den Altar temperieren kann, eine kleine Teeküche, eine Toilette und außerdem ein behindertengerechter Zugang. Ein guter Ort, um Gemeinschaft nicht nur beim Gottesdienst zu pflegen. Der Anfang ist gemacht. Anlässlich des deutschlandweiten Denkmaltages war inmitten der Kirche, die im vorderen Bereich über viel Freiraum verfügt, eine große Kaffeetafel aufgebaut, an der sich neben den Großrössenern auch viele Gäste niedergelassen hatten.

Eine Wiederholung solch eines geselligen Beisammenseins schwebt Pfarrer Bechler bereits vor. Voraussichtlich in der Adventszeit, verrät er, wolle er alle an der Sanierung Beteiligten zu einem Kaffeenachmittag einladen. Er ist überzeugt, dass sich die Rössener nicht lange bitten lassen, als gute Gastgeber zu agieren und schwärmt von Backkünsten vieler Frauen aus dem Dorf.

Natürlich soll bei der Gelegenheit dann auch noch einmal die Aufmerksamkeit auf die ebenfalls abgeschlossene Sanierung der Kleinrössener Kirche gelenkt werden. Obwohl sie in den 90er Jahren schon einmal eine Renovierung erfahren hatte, musste dort erneut dringend Hand angelegt werden. Es galt in erster Linie konstruktive Schäden am Fachwerk zu beseitigen.

Zum Thema:

Einige wenige Restarbeiten sind noch in Großrössen auszuführen. So müssen beispielsweise die Lampen angeschlossen werden, für die bisher die Schalter fehlen. Außerdem sollen Tische und Stühle und andere Kleinigkeiten angeschafft werden, berichtet Pfarrer An dreas Bechler. "Wir werden dazu noch einmal eine Spendensammlung starten und auf die Leute im Dorf zugehen", kündigt er an.

Sylvia Kunze

Lausitzer Rundschau vom 09. Oktober 2014

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