Bald wieder Gottesdienst in St. Marien

Dahmer Hauptkirche wird am 2. Advent wieder in Dienst genommen

DAHME Seit August 2011 mussten die Dahmer Christen auf ihre Hauptkirche verzichten. Nach umfangreicher Entgiftung und Sanierung werden sie zu Weihnachten wieder ihre Gottesdienste darin feiern können. Darüber informierte Pfarrer Carsten Rostalsky am Samstag während der Aktion "Schaustelle Stadtkern" der Arbeitsgemeinschaft Städte mit historischen Stadtkernen des Landes Brandenburg, an der sich die Flämingstadt auch in diesem Jahr beteiligte.

Leuchtende Farben und viel Licht - das sind die augenfälligsten Veränderungen im Inneren der Dahmer Hauptkirche, die am Samstag im Rahmen der Aktion "Schaustelle Stadtkern" besichtigt werden konnte.
Foto: B. Keilbach/bkh1

Ziegelrot leuchtet der neu verlegte Fußboden im Kirchenschiff, kontrastreich setzt sich das helle Holz der Podeste für die entgifteten, reparierten und wieder eingebauten historischen Kirchenbänke davon ab. Die restaurierten Ausmalungen an den Brüstungen der Emporen kommen in dem barocken Gotteshaus wieder sehr schön zur Geltung.

Vor den Restauratoren liegt jedoch noch ein gutes Stück Arbeit. Das erkennen die Besucher der "Schaustelle" an den aufgestellten Gerüsten vor dem Altar und im Südschiff, der ehemaligen Winterkirche. Verhüllt zeigt sich noch die Kanzel. Auch die dort hinauf führende Treppe samt Brüstung muss laut Pfarrer Carsten Rostalsky bis zur offiziellen Wiederindienstnahme der evangelischen Kirche fertig restauriert sein. Diese werde am zweiten Adventssonntag, dem 7. Dezember, Pröpstin Friederike von Kirchbach vornehmen, kündigt er an.

Bis dahin sollen auch die wieder geöffneten bleiverglasten Kirchenfenster neben der Kanzel fertiggestellt sein. Zwei verdienstvolle Dahmenser werden darin als Figuren verewigt, gab Pfarrer Carsten Rostalsky Auskunft. Georg Buchholzer als bekannter Reformator in der Region sowie Georg Teichelmann, der als Missionar in Australien die Sprache der Aborigines rettete.

Wie die zwei bleiverglasten Fenster nach der Freilegung aussahen, veranschaulichte der Pfarrer anhand von Fotos. Einen Ordner mit vielen weiteren Aufnahmen von den Sanierungsarbeiten hatte er zum Besichtigungstag mitgebracht.

So bekamen die Besucher beispielsweise eine Vorstellung von der Mächtigkeit der tonnenförmigen Decke über dem Kirchenschiff. "Sie wurde komplett neu gestaltet", sagte Carsten Rostalsky. Eichenholz als alten Häusern in Nordrhein-Westfalen sei extra dafür nach Dahme geholt und eingebaut worden. Zudem würden die zwei das Holz umgebenden Putzschichten 32 Tonnen wiegen. "Unvorstellbar, was für ein Gewicht damit an der Decke hängt", staunte der Dahmenser Erhard Hausmann. Er hat das Baugeschehen aufmerksam verfolgt, "denn es ist das größte Projekt, das ich als Gemeindekirchenratsmitglied miterlebt habe", ergänzte er.

Auch Dieter Freiwald war neugierig, was sich im Inneren der Dahmer Hauptkirche verändert hat. "Es ist schon sehr beachtlich, was die Handwerker hier geleistet haben", sagte er. Seiner Frau Karola fiel besonders die wiederhergestellte Ausmalung in der Kirche auf. "Dass es diese zwei Emporen gibt, war mir vorher gar nicht mehr so bewusst", sagte die Dahmenserin. Anne und Peter Goerke hatten durch Zufall vom Schaustellen-Termin erfahren und die Gelegenheit genutzt. "Diese Größe und diese Ausmalung hatten wir hier nicht erwartet", gab das Ehepaar aus Berlin-Lichterfelde seinen Eindruck wieder. Wichtig sei, dass nach dieser großen Investition die Kirche auch für viele Menschen nutzbar werde, merkte Anne Goerke an. Das sei mit Ausstellungen und kulturellen Veranstaltungen in der ehemaligen Winterkirche angedacht, gab Pfarrer Carsten Rostalsky Auskunft. Die Glaswand-Abtrennung und eine Heizung werde es allerdings künftig nicht mehr geben, ergänzte er auf Nachfrage der Dahmenser. Nach Abschluss aller Arbeiten werden insgesamt rund 2.4 Millionen Euro in das Großvorhaben Kirchensanierung geflossen sein. Einige Arbeiten werden laut Pfarrer Carsten Rostalsky im kommenden Jahr fortgesetzt.

Zum Thema:

Am Reformationstag, dem 31. Oktober, erwartet die Dahmenser ein weiterer Höhepunkt. In der ehemaligen Hospitalkirche an der Hauptstraße wird um 14 Uhr der neue Kantor der evangelischen Kirchengemeinde Dahme, Johannes Rathgeber, feierlich in sein Amt eingeführt. Seinen Dienst hatte er bereits am 1. September in Dahme aufgenommen.

Birgit Keilbach / bkh1

Lausitzer Rundschau vom 20. Oktober 2014

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