Stolze 120 Jahre zählt der Sacroer Kirchturm

Gotteshaus hat im Laufe der Zeit mehrfach das Aussehen geändert

FORST In loser Folge berichtet Gerd Kundischüber bedeutende Personen, Orte und Bauten der Stadt Forst und erinnert an wichtige Ereignisse in der Stadtgeschichte. Heute schreibt er über die Dorfkirche in Sacro.

Dem 1833 genehmigten hölzernen Turm folgte 1893/94 der Bau eines massiven Turmes.
Foto: gkd1

Die Dorfkirche von Sacro wandelte im Laufe der Jahrhunderte ihr Aussehen. Den Überlieferungen nach war sie im 14. Jahrhundert vermutlich nur ein einfacher Feldsteinbau, der um 1500 zerstört wurde. Auf den verbliebenen Grundmauern entstand die Kirche aus Feld- und Backsteinen neu, die südliche Vorhalle kam nachträglich hinzu. Der Ostgiebel wurde als vierfach gestufter Ziergiebel, die Fenster und Türen spitzbogig ausgebildet. Im Jahr 1833 wird die Errichtung eines hölzernen Turmes genehmigt und 60 Jahre später begann man mit dem Bau des Westturmes, der wiederum ein Jahr später in seiner heutigen Form fertiggestellt werden konnte. Im jetzt zu Ende gehenden Monat kann der Turm auf stolze 120 Jahre zurückblicken, der bei seiner Weihe am 14. Oktober 1894 eine alte Bronze- und zwei neue Stahlglocken besaß, die bis auf die bronzene Glocke im Kriegsjahr 1917 abgeliefert werden mussten. Die schöne alte Glocke, mit Mühe vor der Beschlagnahme bewahrt, trägt neben dem Biebersteinwappen die Inschrift "Ferdinandus Herr von Biberstein Herr auf Forst und Pförten, seines Alters im 34. und seiner Regierung im 12. Jahre, anno 1653. Ehre sei Gott in der Höhe! Martinus Prätorius, Pastor Saccoviensis. Gos mich Simon Kolbe."

Am 18. Mai 1921 trafen als Ersatz für die im Ersten Weltkrieg beschlagnahmten Glocken zwei neue Stahlglocken ein, die in Apolda gegossen wurden und zusammen 13 572 Reichsmark kosteten. Dem Weihegottesdienst am 5. Juni 1921 wohnte der Patron der Kirche, Graf v. Brühl, mit bei. Infolge des Frontverlaufs im Jahr 1945 trug das Bauwerk Schäden davon. Die Gemeinde war bemüht, diese zu beseitigen. Sanierungsarbeiten folgten 1991. In viel größerer Dimension gelang dies ab 2005. Am 2. Advent des Jahres 2006 riefen die Glocken zum ersten Mal wieder die Christen in ihre Dorfkirche zum Gottesdienst. Im Gotteshaus selbst mussten noch weitere Renovierungs- und Restaurierungsarbeiten durchgeführt werden. Bis zu diesem Zeitpunkt wurden nicht nur der Dachstuhl saniert und das Dach neu gedeckt. Auch konnten eine neue Deckenstrahlheizung installiert und die Bleiglasfenster einer Restaurierung unterzogen werden.

gkd1

Lausitzer Rundschau vom 25. Oktober 2014

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