Verjüngungskur für Lautaer Kirche

Im Stadtteil Nord werden bis Jahresende Dach und Turm für 350 000 Euro erneuert

LAUTA Nach langen Diskussionen über die Zukunft des Gotteshauses sollen bis Ende des Jahres die Arbeiten am Dach und Turm der Lautaer Kirche in der Nordstraße abgeschlossen sein. Etwa 350 000 Euro kostet die Sanierung.

Der Vorsitzende des Gemeindekirchenrates, Peter Kasper, im Inneren der Kirche in Lauta-Nord.
Foto: sob
 
Mitte August haben die Arbeiten an Turm und Dach begonnen.
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Imposant ragt der Turm der evangelischen Kirche in Lauta-Nord zwischen den einzelnen Wohnhäusern hervor. Von einem starken Stahlgerüst wird er derzeit ummantelt. "Gut die Hälfte wurde bereits geschafft", erklärt Peter Kasper, Vorsitzender des Gemeindekirchenrates. Mehr als zwei Jahre war die Zukunft des Gotteshauses ungewiss. Die Gemeindemitglieder standen vor der schwierigen Entscheidung, ob die Kirche verkauft oder doch saniert werden soll. Für die dringende Sanierung fehlte jedoch in der Vergangenheit das Geld.

Etwa 350 000 Euro kostet allein die derzeitige Erneuerung des Dachs und Turms. Einen Hauptteil steuern der Bund und das Land Sachsen bei, etwa 100 000 Euro bringt die Gemeinde selbst auf. "Wenn das Wetter mitspielt, werden die Arbeiten in diesem Jahr noch beendet", sagt Kasper weiter.

In einem zweiten Bauabschnitt müsste laut der Kirchgemeinde eine Umgestaltung des Innenraums erfolgen. Dafür steht aber bisher kein Geld bereit, die Gemeinde kann es nicht aufbringen. "Wir wollen den Bestand des Gebäudes langfristig sichern", so der Vorsitzende des Kirchenrates. Da der Raum für die etwa 450 Mitglieder der evangelischen Gemeinde zu groß ist, sei man auf der Suche nach möglichen Partnern. Seit über zwei Jahren ist das Haus auch für Gottesdienste gesperrt. Jene werden derzeit im Frommelheim in Lauta abgehalten. Um die Kirche wieder zu einem lebendigen Ort zu machen, gibt es bereits verschiedene Ideen. Institutionen, Vereine oder gar ein Kindergarten könnten sich dort dauerhaft ansiedeln. "Die Kirche kann nur langfristig stehen bleiben, wenn sie auch einer neuen Nutzung zugeführt wird", findet Kasper. Deshalb hoffe die Kirchgemeinde derzeit auf Unterstützung in jeglicher Form. Im Kirchenschiff könne beispielsweise eine Zwischendecke eingefügt werden, wie Peter Kasper sagt. Den oberen Teil könnte die Gemeinde nutzen, der untere könnte anderweitig bewirtschaftet werden. Dafür müssten in der Kirche jedoch auch die Elektrik, Heizung und die Sanitäranlagen erneuert werden. Wer sich ein Bild über den Fortgang der Arbeiten und über das Gebäude verschaffen möchte, der ist am Samstag, den 1. November, um 10 Uhr nach Lauta herzlich eingeladen.

Zum Thema:

Die Kirche in Lauta-Nord wurde 1924 erbaut. Die Planungen zu dem Gebäude gehen auf einen Baudirektor zurück, der sich bei der Gestaltung von Kirche und Kolonie von den architektonischen Vorbildern seiner hessischen Heimatstadt inspirieren ließ. In den 70er-Jahren wurde das Gebäude im Inneren umgebaut. Dennoch finden sich bis heute Details der Erbauungszeit wie Lichtschalter im Bauhausstil oder Türklinken aus Aluminium dort wieder.

Sophie Bartholome

Lausitzer Rundschau vom 01. November 2014

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