Sanierungsarbeiten ziehen sich bis weit ins Jahr 2015

Kirche in Zossen lange geschlossen

Die Dreifaltigkeitskirche in Zossen bleibt noch für längere Zeit geschlossen. Auch an Weihnachten kann dort kein Gottesdienst gefeiert werden. Grund dafür sind Sanierungsarbeiten. Das Holz in der Kirche muss entgiftet werden. Dort wurden krebserregende Stoffe gefunden.

Gut verpackt wurde die Orgel in der Zossener Dreifaltigkeitskirche, um sie vor Bauschmutz und -staub zu schützen.
Quelle: Pechhold
Zossen. „Achtung! Dekontaminationsarbeiten! Betreten verboten!“ Warnschilder mit diesen Worten weisen Schaulustige an allen Eingängen auf die laufenden Sanierungsarbeiten in der Zossener Dreifaltigkeitskirche hin. Weil Spezialisten das hölzerne Inventar entgiften, bleibt das Gotteshaus bis weit in das nächste Jahr hinein geschlossen. Deshalb findet der Gottesdienst am Heiligen Abend unter freiem Himmel neben dem größten Zossener Gebäude statt.

Jubiläumskonzert verlegt

Wegen der Sanierungsarbeiten in der Zossener Dreifaltigkeitskirche findet das 20.Zossener Neujahrskonzert mit dem Blechbläserensemble World Brass am 3. Januar 2015 ab 18Uhr in der Dabendorfer Sporthalle statt.
Schirmherr ist Manfred Stolpe, der frühere Ministerpräsident des Landes Brandenburg.
Der Heimatverein Zossen blickt mit einer kleinen Ausstellung – Fotos, Programmhefte, persönliche Erinnerung – auf die Geschichte des Neujahrskonzertes zurück.
Das 20.Neujahrskonzert trägt den Titel „Music ist my mistress“. Es spielen Blechbläser aus Belgien, Deutschland, England, Frankreich, Kanada, Australien, Luxemburg, den Niederlanden, Schottland und der Ukraine.
Karten kosten 10, ermäßigt 8 Euro.

„Weihnachten können wir nicht in der Kirche feiern. Es sei denn, wir nehmen eine Bauverzögerung von anderthalb Monaten in Kauf“, sagt Johannes Fromke, Vorsitzender des Bauausschusses im Gemeindekirchenrat. So eine Verzögerung zog niemand ernsthaft in Erwägung, obwohl man ursprünglich eine Baupause über Weihnachten für die Festgottesdienste einlegen wollte. Aber von diesem Wunsch musste sich der Gemeindekirchenrat verabschieden, weil der zuerst angedachte Zeitplan aus den Fugen geriet.

Kirche wurde Ende Mai 2014 geschlossen

Ein Zaun grenzt die Kirchbaustelle ab.
Quelle: Pechhold

Bereits nach der Konfirmation am 25. Mai war die Kirche geschlossen worden. Kurz danach sollten die auf weit mehr als 700.000 Euro veranschlagten Arbeiten beginnen. Geplant sind Sanierung von Dachboden, Kirchturmdach und Elektrik. „Die Elektroanlage stammt noch aus den 1970er Jahren. Schlimmstenfalls könnte es zu Kurzschlüssen kommen“, sagt Johannes Fromke. Hinzu kommt die Entgiftung des mit dem krebserregenden Holzschutzmittel Dichlordiphenyltrichlorethan (DDT) belasteten Inventars. Die gesamte Innenausstattung der barocken Kirche vom Altar über Kanzel, Boden und Bänke, Treppen und Orgel bis hin zum Dachstuhl aus dem 19. Jahrhundert besteht aus Holz. „An viele Stellen kam niemand mit dem Pinsel ran. Also wurde das DDT einfach mit der Sprühpistole großflächig verteilt“, sagt Johannes Fromke. Das geschah in den 1970er oder frühen 1980er Jahren. Holzgutachter stellten beträchtliche Rückstände des längst verbotenen Holzschutzmittels im Innenraum fest. Weiter entdeckten sie im Dachraum eine mit Schwamm befallene Stelle „und jede Menge PCB“, so Fromke. Das Kürzel PCB steht für das seit den 1980er Jahren verbotene, giftige Holzkonservierungsmittel Pentachlorphenol.

Bauarbeiten könnten sich bis Mai 2015 ziehen

„So kam eins zum anderen“, sagt Fromke. Mit jedem von den Gutachtern entdeckten Schaden musste der Bauablaufplan angepasst werden. So verstrich Woche um Woche, bis das erste Gerüst an der Außenfassade stand und Bauleute ans Werk gehen konnten. „Eigentlich wollten wir mit dem ersten Abschnitt der Sanierung bis März 2015 fertig sein“, sagt Architektin Tina Kapp, Baubeauftragte des Evangelischen Kirchenkreises Zossen-Fläming. Aber nun könne es gut sein, dass sich die Bauarbeiten bis Mai hinziehen. Vor dem Beginn des nächsten Sanierungsabschnittes soll die Konfirmation in der Dreifaltigkeitskirche gefeiert werden. Nicht vor Juni wird der an vielen Stellen schadhafte Kirchturm eingerüstet. Dort hätten sich drei Schiefertafeln gelöst, sagt Fromke: „Deshalb müssen wir an den Turm ran, ehe noch mehr Tafeln runter kommen.“

Von Frank Pechhold

Märkische Allgemeine vom 13. November 2014

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