Die Kirche von Terpt wird saniert

Heiligabend nach längerer Pause wieder Gottesdienst / 2015 gehen die Arbeiten weiter

TERPT Am Heiligen Abend wird in der Kirche des Luckauer Ortsteils Terpt nach längerer Pause wieder ein Gottesdienst gefeiert. Bis dahin soll die Dachsanierung auf dem Hauptschiff abgeschlossen sein. Für 2015 sind weitere Arbeiten am Gotteshaus geplant.

Noch ist die Feldsteinkirche aus dem 14. Jahrhundert außen wie innen eingerüstet. Doch bereits am Heiligen Abend will Pfarrer Volker Strauch nach längerer Baupause hier wieder einen Gottesdienst mit der Gemeinde feiern.
Foto: be

Die Helfer aus der Kirchengemeinde, die traditionell das Gotteshaus fürs Fest herrichten, werden sich in diesem Jahr beeilen und reichlicher als sonst putzen müssen. Noch ist das Hauptschiff der Kirche, in dem die Gemeinde bald schon wieder in den Bänken Platz nehmen soll, außen und innen eingerüstet. Bauplanen schützen den Übergang zum Chorraum mit seinem barocken Kanzelaltar. In einem ersten Bauabschnitt werden seit dem Sommer der Dachstuhl und das Dach auf dem Kirchenschiff saniert. "Geplanter Fertigstellungstermin ist der 17. Dezember", sagt Pfarrer Volker Strauch.

Am Dach sei seit Jahrzehnten nichts gemacht worden. Es war marode und vom Schwamm befallen. Alle Balkenköpfe mussten erneuert, einige Balken komplett ausgetauscht werden. Zudem werde die Schilfdecke im Innenraum entfernt und durch Holzdielen nach historischem Original ersetzt, erklärt der Pfarrer. Die Kosten für den ersten Bauabschnitt beziffert er auf 115 000 Euro. Das Geld kommt aus verschiedenen Töpfen des Landes sowie der Kirche. Mit 17 000 Euro ist die eigene Gemeinde im Boot, 2000 Euro stellte der Förderkreis Alte Kirchen bereit. "Viele Gewerbetreibende und Privatleute haben das Vorhaben unterstützt", erzählt Pfarrer Strauch. So seien die Erlöse aus einem Gartenfest der Kirchengemeinde im Sommer in die Sanierung geflossen. Die Justizvollzugsanstalt Duben spendierte handwerkliche Arbeiten und Bilder, die in den Werkstätten von Häftlingen geschaffen wurden, für eine Versteigerung. "Eine tolle Sache", so Volker Strauch.

Noch eingepackt in ihr Schutzgehäuse bleibt beim Gottesdienst am Heiligen Abend die Orgel. Sichtbares Zeichen dafür, dass im nächsten Jahr erneut Bauleute anrücken sollen. Förderanträge seien gestellt. Die Chancen, dass es im Frühjahr weitergehe, stünden gut, sagt der Pfarrer. Für insgesamt 96 000 Euro kommen dann Dachstuhl und Dach des Chorraumes in die Kur. Weichen muss außerdem ein Anbau an den Chorraum aus neuerer Zeit. "Dach und Wände haben Risse, die Fenster sind verzogen, da ist nichts zu retten", sagt Volker Strauch. Viele in der Kirchengemeinde hätten den Anbau gern erhalten. "Aber die Schäden sind zu groß und ein denkmalgerechter Neuaufbau momentan nicht bezahlbar", erklärt er. "Wenn sich aber die Menschen weiter so für ihre Kirche engagieren, kann das eine Aufgabe für die Zukunft sein", ist er zuversichtlich.

Bereits ins Auge gefasst sind in einem dritten Bauabschnitt für das übernächste Jahr Malerarbeiten im Innenraum sowie Ausbesserungen an der Fassade der Feldsteinkirche aus dem 14. Jahrhundert. Mit einem endgültigen Abschluss rechnet Volker Strauch Ende 2016. Erst dann wird auch die Orgel wieder aus der Schutzhülle gepackt und kann beim Festgottesdienst zur Wiedereinweihung der Kirche erklingen.

Carmen Berg

Lausitzer Rundschau vom 29. November 2014

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