Spendenaktion brachte 7000 Euro

Paretzer Kapelle erstrahlt in "altem" Glanz

Eine so hohe Spendenbereitschaft hat es in Paretz in den letzten 50 Jahren nicht gegeben. Die Trauerhalle in der kleinen Kapelle auf dem Paretzer Friedhof sieht jetzt wieder fast so aus wie 1887, als sie erbaut wurde. Einen wesentlichen Anteil daran haben die Paretzer und Bürger aus der Region, die sich an der Restaurierung des Innenraumes finanziell beteiligt haben.

Die Paretzer Kapelle wurde 1887 errichtet.
Quelle: Jens Wegener
 
386 goldene Sterne leuchten wieder.
Quelle: Jens Wegener

Paretz. Die Trauerhalle in der kleinen Kapelle auf dem Paretzer Friedhof sieht jetzt wieder fast so aus wie 1887, als sie erbaut wurde. An der in hellem Blau gehaltenen Decke leuchten jetzt 378 goldene Sterne. Die Seitenwände haben einen neuen Farbanstrich bekommen und sogar die beiden Seitenfenster neben der Tür bestehen jetzt aus Bleiglas, sind damit dem im Ostgiebel vorhandenen Originalfenster angepasst worden.

Bürger haben wesentlichen Anteil an der Finanzierung

Einen wesentlichen Anteil daran haben die Paretzer und Bürger aus der Region, die sich an der Restaurierung des Innenraumes finanziell beteiligt haben. „Solch eine Spendenbereitschaft der Paretzer habe ich in den letzten 50 Jahren nicht erlebt“, sagt Hans-Wolfgang Keil vom Gemeindekirchenrat. Der Rentner, der früher das Bauamt in der Ketziner Verwaltung leitete, ist glücklich, nach der langjährigen Sanierung der Dorfkirche nun auch dieses Vorhaben als Baubeauftragter des Gemeindekirchenrates bewältigt zu haben.

Als sich Mitglieder des Gemeindekirchenrates im Mai 2013 vor dem neogotischen Stil errichteten Gebäude mit dem Potsdamer Architekten Bernd Redlich trafen, um die Einzelheiten des Vorgehens zu besprechen, taten sich einige Schwierigkeiten auf. „Erstens war zu beachten, dass der Friedhof zum Flächendenkmal Paretz gehört und die Kapelle selbst ein Einzeldenkmal ist“, sagt Hans-Wolfgang Keil. Restauratorische Voruntersuchungen waren Voraussetzung, dass die Denkmalbehörde ihr Einverständnis erteilte. Außerdem mussten das Geld aufgetrieben werden, um alle Arbeiten zu finanzieren. Beide Hürden wurden genommen.

Sanierung kostete 33.000 Euro

Im Juni dieses Jahres legten Restauratoren aus Potsdam los. Sie befreiten unter anderem die Wände von der Leimfarbe, die in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder aufgetragen worden war. Dabei kam punktuell die originale Farbgestaltung zu Tage, die heute an zwei Stellen wieder zu sehen ist. Grundsätzlich sind die Wände wieder in einem rötlichen Braunton gestrichen worden.

Zuvor hatten die Restauratoren bereits im Sockelbereich an der Außenwand der Trauerhalle erhebliche Feuchtigkeitsschäden repariert, die durch Spritzwasser von der benachbarten Straße entstanden waren. Außerdem gibt es in der Trauerhalle, in der etwa 15 Menschen Platz finden, jetzt einen Elektroanschluss.

Rund 33.000 Euro kostete die Sanierung. Das Geld kam zu großen Teilen von der Kurt-Lange-Stiftung aus Bielefeld, der Stadt Ketzin/Havel und der Kirchengemeinde Paretz. Rund 7000 Euro spendeten Einzelpersonen. „Die Leute konnten für 25 Euro einen Goldstern erwerben“, erklärt Hans-Wolfgang Keil. In der ursprünglichen Fassung war das Deckengewölbe mit 563 Blattgoldsternen auf blauem Untergrund versehen. Noch ist nicht geklärt, wo die Tafel mit allen Gönnern angebracht werden kann.

Von Jens Wegener

Märkische Allgemeine vom 02. Dezember 2014

   Zur Artikelübersicht