Spendenaktion für vergessene Kunstwerke

Orgelfiguren in Bernau werden gerettet

Es gibt viele Kunstwerke in Brandenburg, die es zu schüzen und zu erhalten gilt. Das Problem ist jedoch die Finanzierung. Die Spendenaktion "Vergessene Kunstwerke" soll die Finanznot lindern. In diesem Jahr kommt das Geld den Schnitzfiguren der Orgel in der St. Marienkirche Bernau (Barnim) zugute.

Brandenburgs Landeskonservator Thomas Drachenberg hält eine Postkarte mit dem Kopf eines Engels aus der Marienkirche Bernau in den Händen.
Quelle: Nestor Bachmann

Potsdam. Die diesjährige Spendenaktion für vergessene Kunstwerke in Brandenburg soll den Schnitzfiguren der Orgel in der St. Marienkirche Bernau (Barnim) zugutekommen. Am Mittwoch wurde diesjährige Spendenaktion gestartet.

Kirchenbauten mit ihren Kunstwerken seien wichtige Zeugnisse der Kulturgeschichte, betonte Kulturministerin Sabine Kunst (parteilos). Sie gehörten oft zum charakteristischen Ortsbild und seien wichtige Zeugnisse der regionalen Identität. Aus Mitteln des evangelischen Staatskirchenvertrages stellt Brandenburg jährlich rund 1,5 Millionen Euro für Bauvorhaben bereit.

Prospektfiguren der Orgel sind einzigartige Zeugnisse

Die Prospektfiguren der Orgel seien einzigartige Zeugnisse, die die wichtige Rolle der Musik nach der Reformation im evangelischen Glauben zeigten, sagte Bernd Janowski, Geschäftsführer des Förderkreise Alte Kirchen Berlin-Brandenburg. In Brandenburger Kirchen habe sich nichts Vergleichbares erhalten.

In den vergangenen Jahren kamen rund 70.000 Euro Spenden in der Aktion "Menschen helfen Engeln" zusammen. Damit konnten mehr als 20 Taufengel aus Kirchen restauriert worden.

Teile der Orgel sind in äußerst bedrohtem Zustand

Die Orgel von Hans Scherer in der Bernauer Kirche stammte aus dem Jahr 1573, musste aber 1864 einem Neubau weichen. Teile des prächtigen und künstlerisch wertvollen Orgelprospekts - der Außenansicht des Instruments - blieben erhalten.

Die 14 Schnitzfiguren, die Prospektpfeifen, das Bernauer Stadtwappen und Ornamente sind in einem konservatorisch äußerst bedrohten Zustand. Sie müssen restauriert werden. Zum Reformationsjubiläum 2017 sollen sie sich neu präsentieren.

Märkische Allgemeine vom 03. Dezember 2014

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