Restaurierung geht voran - Spender für Kanzel werden gesucht

Altar in Börnicke wird aufgefrischt

Noch vor 14 Monaten sorgte die kleine Börnicker Dorfkirche weithin für große Aufmerksamkeit, als sie – in Schwarz-Rot-Gold gewandet – einen außergewöhnlichen Anblick bot. Mit Hilfe der so gefärbten Hülle war das Gotteshaus luftdicht abgedichtet worden. Schädlingsbekämpfer rückten sodann mit einem speziellen Gas den Holzwürmern in der Kirche zu Leibe

Restauratorin Annett Schulz und Jörg Schütt, Vorsitzender des Gemeindekirchenrates, am Altar der Börnicker Kirche. Bis zum Sommer soll dessen Erneuerung dauern.
Quelle: Andreas Kaatz

Börnicke. Erst nach der Bekämpfung des Holzwurms konnte es mit der Sanierung im Gotteshaus weitergehen, jetzt aber wieder im Stillen. Derzeit kümmert sich Restauratorin Annett Schulz um den Altar aus dem 16. Jahrhundert, der gründlich überarbeitet wird. Für sie ist er etwas ganz Besonderes, Faszinierendes: „An dem Altar ist brandenburgische Kunstgeschichte ablesbar. Zu keiner Zeit ist er vollständig übermalt oder ganz neugestaltet worden.“ Aus allen Jahrhunderten finden sich heute noch Zeugnisse. „Zwei Figuren stammen aus der Mittelalterzeit“, sagt Annett Schulz. Selbst für sie sind einige Dinge wie etwa mittelalterliche Muster neu.

Vorlage für ihre Arbeit bildet ein Altarfoto aus dem Jahre 1932. Somit werden jetzt fehlende Holzteile ergänzt wie die Steinböcke im Wappenfries, an dem auch die Bredows der Kremmener Linie ihre Spuren hinterlassen haben. Stellen mit abgeplatzter Farbe bessert die Restauratorin mit einem Leim-Kreide-Grund aus. Zudem reinigt und retuschiert sie die Altarelemente. Bis zum Sommer dieses Jahres sollen die Arbeiten dauern.

Rund 20.000 Euro lässt sich die Kirchengemeinde Börnicke-Kienberg die Auffrischung des Altars kosten. Etwa die Hälfte davon hat die Friede-Springer-Stiftung bereitgestellt, wie Jörg Schütt sagt, Vorsitzender des Gemeindekirchenrates. Er freut sich, dass es mit dem Altar vorangeht – auch dank weiterer Spender aus dem Dorf, die die Sanierung aufmerksam verfolgen. „Einige sind schon ganz ungeduldig“, meint er. Auf jeden Fall sollen sich die Handwerker in diesem Jahr auch den verputzten Vorbau an der Seite des Gotteshauses vornehmen. Wegen der Risse im Mauerwerk muss der Vorbau stabilisiert und anschließend wieder neu verputzt werden. Die alte Eingangstür hingegen, die offenbar aus der Entstehungszeit der Kirche stammt, ist bereits durch die Tischlerei Winkler aus Nauen restauriert worden. Im unteren Bereich waren nämlich Hölzer durchgefault, wurden nunmehr fachgerecht ersetzt. Bereits im vergangenen Jahr erfolgte die Reparatur des Dachstuhls, zudem wurden schadhafte Bretter des hölzernen Turmes ersetzt und dieser anschließend komplett neu gestrichen. Zuvor konnte auch schon die Orgel repariert und gesäubert werden.

Börnicker Kirche

Die Dorfkirche in Börnicke wurde um 1530 als Wehrkirche erbaut. Es handelt sich um einen spätgotischen Ziegelbau.
Der mittelalterliche Flügelaltar stammt noch aus der katholischen Zeit vor 1539.
Anfang des 18. Jahrhunderts wurde der hölzerne Turm mit der Orgelempore errichtet. Rund 1000 Kilogramm wiegt die große Glocke im Turm, die man 1857 in Berlin gegossen hat.
Die Orgel fertigte im Jahre 1852 der Orgelbauer Gesell.

Aber noch bleibt Einiges zu tun. Am liebsten wäre es Jörg Schütt, wenn 2015 auch die Kanzel aus dem 16. Jahrhundert, an der sich sogar Holzelemente aus der Zeit um 1350 finden, restauriert werden könnte. Doch das kostet rund 15.000 Euro. „Wir müssen das Geld über Spenden aufbringen“, sagt er. Anträge auf Fördergeld sind zwar gestellt, aber noch nicht bewilligt. Zudem sollen der Innenraum der Kirche gemalert und die Fenster aufgearbeitet werden.

Von Andreas Kaatz

Märkische Allgemeine vom 13. Januar 2015

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