Gemeinde sammelt Spenden und bekommt Unterstützung von der Kommune

Kirchtürme in Blankenfelde und Jühnsdorf bröckeln

Sie sind die Wahrzeichen in ihren Orten, doch auch an Wahrzeichen nagt irgendwann der Zahn der Zeit. Die Kirchtürme von Blankenfelde und Jühnsdorf sind dringend sanierungsbedürftig. Für letzteren sammelt die evangelische Kirchengemeinde schon seit dem vorigen Jahr Geld.

 
In Jühnsdorf sollen in diesem Jahr die Sanierungsarbeiten beginnen.
Quelle: MAZ
Der Blankenfelder Kirchturm soll danach dran sein.
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Blankenfelde. Pfarrer Steffen Wegener ist zuversichtlich, dass die Sanierung des maroden Jühnsdorfer Kirchturms im Frühsommer beginnt. Gut 100.000 Euro sind eingeplant für Dachbalken und eine neue Turmspitze. Mit bloßem Auge ist zu erkennen, dass die Wetterfahne gehörig Schlagseite hat. In der Vergangenheit haben sich immer wieder Ziegel und Schieferteile gelöst. Wegener nennt sie liebevoll „Gefühlskirche“, weil sie ein Ort ist, wo man gern ist. Das geht offenbar nicht nur ihm so. Seit im Sommer bekannt wurde, wie es um den Kirchturm steht, kommen mehr Menschen zum Gottesdienst. Zum Tag des offenen Denkmals kamen 1000 Euro Spenden für die Sanierung zusammen. Unternehmen und private Spender wollen sich an der Sanierung beteiligen.

Die ältesten Gebäude im Ort

Ziel: Weihnachten sollen die Glocken läuten

Die Gemeinde Blankenfelde-Mahlow gibt 30.000 Euro aus ihrem Haushalt dazu. 15.000 Euro kommen vom Kirchenkreis, auch bei der Landeskirche und der Stiftung Kirchenbau habe man Geld beantragt. „Wir haben überall offene Türen vorgefunden“, sagt Wegener und gibt bereits ein Ziel aus: „Weihnachten sollen die Glocken vom sanierten Turm läuten“. Auch inhaltlich soll sich das Gebäude neu aufstellen. „Sie soll nicht nur dekorativ in der Ortsmitte stehen, sondern ein Kulturort sein“, sagt der Pfarrer. Bei den vielen Benefizkonzerten und -lesungen in den vergangenen Monaten habe sich gezeigt, dass die Menschen nicht nur zum Gottesdienst in die Kirche kommen.

Fragebögen an die Gläubigen

Wegener weiß, dass Kirche im Osten Deutschlands keinen leichten Stand hat. „Wir müssen uns die Frage stellen, wer wir sind in der heutigen Zeit.“ Auf viele Fragen der Menschen können Kirchen Antworten geben, doch zunächst müsse man die Schwellenangst überwinden. Wegener wünscht sich Gemeinden und Gebäude als offene Ankerplätze für Menschen in den verschiedensten Lebenssituationen. Der Gemeindekirchenrat hat Fragebögen an die Gläubigen verteilt. Sie sollen helfen, das eigene Profil zu schärfen. Vor fünf Jahren war Wegener nach Blankenfelde gekommen. „Es war das beste, was mir passieren konnte“, sagt er. Zusätzlich zur inhaltlichen Erneuerung kommt nun immer stärker auch die bauliche. Wenn die Sanierung der Jühnsdorfer Kirche abgeschlossen ist, muss der Blankenfelder Kirchturm erneuert werden. An dessen Fachwerk-Gefachen bröselt der Putz. „An so viel Türmerarbeit habe ich nicht gedacht“, sagt Wegener, „doch auch das werden wir hinbekommen.“

Von Christian Zielke

Märkische Allgemeine vom 21. Januar 2015

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