Sanierung geht voran

Dreifaltigkeitskirche Zossen öffnet am Sonntag

Eine große Hebebühne steht mitten in der Zossener Dreifaltigkeitskirche. Planen verhüllen und schützen die Orgel. Vor dem Altar lagern Farbtöpfe, Lackdosen und Pinsel. Was Maler, Tischler und Elektriker bisher im Rahmen der Sanierung des Gotteshauses geschafft haben, das können sich Mitglieder der Kirchengemeinde und interessierte Bürger Sonntag anschauen.

Noch steht die große Hebebühne in der Zossener Kirche.
Quelle: Frank Pechhold

Zossen. Eine große Hebebühne steht mitten in der Zossener Dreifaltigkeitskirche. Planen verhüllen und schützen die Orgel. Vor dem Altar lagern Farbtöpfe, Lackdosen und Pinsel. Was Maler, Tischler und Elektriker bisher im Rahmen der Sanierung des Gotteshauses geschafft haben, das können sich Mitglieder der Kirchengemeinde und interessierte Bürger Sonntag anschauen. Die von Mitgliedern des Bauausschusses geführte Besichtigung beginnt am 1. März gegen 11.30 Uhr.

„Möglicherweise fragen sich einige Leute, ob sich überhaupt etwas getan hat“, so Pfarrerin Anne Hensel gestern vor Ort. Schließlich sei das Ergebnis jener Arbeiten, die das meiste Geld verschlungen haben, völlig unsichtbar. Der Innenraum der Kirche musste für rund 200000 Euro mit einem extrem aufwendigen Verfahren entgiftet werden. Viel Inventar war mit dem längst verbotenen, krebserregenden Holzschutzmittel DDT belastet. Weiter entdeckten Experten im Dachraum der barocken Kirche eine mit Schwamm befallene Stelle und jede Menge des seit den 1980er Jahren verbotenen, giftige Holzkonservierungsmittel Pentachlorphenol. Während der wochenlangen Entgiftung konnten die damit beschäftigten Spezialisten und alle anderen Handwerker die Kirche nur durch eine Sicherheitsschleuse in Schutzanzügen betreten.

„Diese Vorsichtsmaßnahmen sind nun nicht mehr nötig“, so Hensel. Aktuell streicht Maler Jan Petrick aus Groß Schacksdorf wieder in seiner alltäglichen Arbeitsluft die Sitzbänke an. Tischler Thomas Kochan aus Forst repariert die beiden Sitzbänke in der ersten Reihe, die nach einem kleinen Unfall beschädigt worden waren. Beim Abbau eines Gerüstes war eine Eisenstange herunter gefallen und hatte die morschen Bänke teilweise zerstört. „Gott sei dank kam dabei kein Mensch zu Schaden“, sagt Anne Hensel. Einen Augenblick später hängt Elektriker Holger Zänker von der Berliner Firma Werner Pasch die erste von 44 neuen milchweißen, gläsernen Pendelleuchten auf. Die modernen Strahler sind Bestandteil eines neuen, 80000 Euro teuren Beleuchtungskonzeptes. „Das Konzept können wir nur umsetzen, weil uns die Stadt Zossen mit 75000 Euro unterstützt.“ Dafür sei man der Kommune sehr dankbar, sagt Anne Hensel.

„Die Menschen, die mit ihrer Kirche vertraut sind, werden bei der Besichtigung sofort merken, dass nicht nur die Beleuchtung neu ist“. Beispielsweise wurden die Wände frisch gestrichen und die ersten Sitzbänke grundiert. „Wir haben allen Handwerken gesagt, dass sie bis zum 10. Mai so weit sein müssen, dass wir in die Kirche können. An diesem Tag wollen wir Konfirmation feiern und den ersten Bauabschnitt der Sanierung beenden.“

Weil versteckte Schäden die Baukosten ganz erheblich in die Höhe trieben, müssen einige Arbeiten trotz privater Spenden in Höhe von 18000Euro und erheblicher Zuschüsse vom ersten in den zweiten Bauabschnitt verschoben werden. Rund 80000 Euro mehr als geplant werden benötigt. „Deshalb versuchen wir nun, Geld aufzutreiben, damit alles erledigt werden kann“. Pfarrerin Hensel hofft, dass alle Sitzbänke noch in diesen Jahr ihren ersten Farbanstrich erhalten. Der zweite Anstrich und die Ausmalung der Ornamente an den Bankseiten werden aus finanziellen Gründen erst 2016 erfolgen. Genau wie der Wiedereinbau der ausgebauten Bänke auf der Empore und des Podestes auf der Orgelempore. Frühestens im Juni wird der mit Schiefertafeln gedeckte und an vielen Stellen schadhafte Kirchturm eingerüstet, beginnt dessen Sanierung.

Von Frank Pechhold

Märkische Allgemeine vom 24. Februar 2015

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