Grausteiner bekommen Glocke aus Kunstgießerei Lauchhammer

Gemeindemitglieder fahren zum Glockenguss

GRAUSTEIN Am heutigen Freitag werden Grausteiner Gemeindemitglieder zur Kunstgießerei Lauchhammer fahren dort wird die neue große Glocke für die Kirche gegossen. Knapp 50 000 Euro wurden in den vergangenen zwei Jahren für zwei neue Glocken und die Sanierung des Glockenstuhls gesammelt. Zum Erntedank sollen die neuen Glocken erklingen.

Der Weg zu Glocke ist bald unnötig: Das neue Geläut wird elektrisch gesteuert. Bisher musste Erhard Lehmann Treppen steigen.
Foto: mat

Das Vorhaben "Glocken für Graustein" soll in diesem Jahr seinen Abschluss finden. 2012 begannen die Mitglieder der Kirchgemeinde Graustein mit dem "Glockenprojekt" und eröffneten eine große Spendenaktion. Dabei zeichnete sich besonders der Spremberger Pfarrer Johann-Jakob Werdin als Motor aus, der das Vorhaben besonders am Anfang mit vorantrieb. Nun ist die Idee zur Erneuerung von zwei neuen Glocken und der Sanierung des Glockenstuhles aus Eichenholz fast geschafft. Mehr als 80 Prozent der circa 48 000 Euro konnten bei Aktivitäten und Veranstaltungen gesammelt werden. Am heutigen Freitag starten 60 Gemeindeglieder und Vertreter aus den umliegenden Kirchen in die Kunstgießerei nach Lauchhammer, um beim Glockenguss der größeren der zwei neuen Glocken vor Ort zu sein. Die etwas kleinere Glocke wurde bereits am 20. Februar gegossen.

Wie in zahlreichen Kirchen gehört auch in Graustein das Geläut der Glocken zum Ort. Immer wieder war es Menschen wichtig, diesen Klang zu erhalten. So hingen vermutlich in Graustein in den letzten 300 Jahren elf verschiedene Glocken im Glockenstuhl. In den letzten Jahrzehnten bestand die Grausteiner Glockenanlage aus drei Glocken: einer kleinen Bronzeglocke von 1849 und zwei Eisenhartgussglocken aus dem Jahr 1955. Aus Kostengründen wurde dieses Material nach dem Zweiten Weltkrieg für diese beiden Glocken gewählt. Nach dieser langen Zeit waren nun die beiden großen Eisenhartgussglocken sowie auch der Glockenstuhl aus Stahl irreparabel verschlissen. Es bestand dringender Handlungsbedarf und die Grausteiner entschieden sich, die kleine Bronzeglocke mit zwei neuen Glocken ebenfalls aus Bronze zu ergänzen. Bronzeglocken haben eine Lebensdauer von bis zu 1000 Jahren. Ein neuer Holzglockenstuhl kann durchaus 500 Jahre halten. Durch eine elektrische Läuteanlage kann künftig in Graustein wieder eine Abendglocke erklingen.

"Ein Glockenstuhl sollte aus Holz bestehen, dann ist ein besserer Klang garantiert", sagt Joachim Schötz vom Gemeindekirchenrat. Die Grausteiner holten eine Baugenehmigung ein, veranlassten eine Schwingungsmessung des Kirchturmes. "Wir haben uns damals einen Glockensachverständigen der Landeskirche bestellt, um uns Klarheit über unser Vorhaben zu schaffen", berichtet Joachim Schötz weiter. Der Gemeindekirchenrat beschloss daraufhin, einer Fachfirma aus Heidenau den Generalauftrag zu erteilen.

In wenigen Tagen sind nun die beiden Glocken gegossen und der Glockenstuhl wird in den nächsten Wochen in Graustein gefertigt. "Ein großes Dankeschön möchten wir bereits jetzt den Spendern sagen, die uns dabei unterstützten. Dazu gehören die zahlreichen Kirchenmitglieder, der Kirchenkreis aber auch der Ortsbeirat Graustein", so Joachim Schötz.

mat

Lausitzer Rundschau vom 27. Februar 2015

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