Neue "Kappe" für Kapper Kirche

Uwe Werner

Kappe (MOZ) Am morgigen Mittwoch wird im kleinen Schorfheidedorf Kappe tüchtig gefeiert. Ein erster Schritt zur Sanierung der Dorfkirche ist getan, und das Gotteshaus hat eine neue Turmspitze bekommen.

Blick auf die Südseite der Dorfkirche von Kappe: Am morgigen Mittwoch wird die Bekrönung der neuen Turmspitze gefeiert.
Foto: Uwe Werner © Uwe Werner

Über den Ablauf der Bekrönungsfeier hat der Gemeindekirchenrat am vergangenen Donnerstag noch einmal beraten. "Um 15 Uhr beginnt eine kurze Andacht. Anschließend werden die Kupferkugel und das vergoldete Kreuz auf den neu errichteten Kirchturm aufgesetzt. Und anschließend laden wir zu einer gemütlichen Runde bei Kaffee und Kuchen ins Gemeindehaus ein", war von der Vorsitzenden des Gemeindekirchenrates, Lucie Suckrow, zu erfahren. Ihr Großvater, Gustav Suckrow, hatte als Kapper Bauer übrigens einst beim Bau der Kirche geholfen.

Lucie Suckrow, Gaby Heusler, Barbara Richter-Rumstig und Karl-Heinz Schöttler einigten sich mit Pfarrer Dieter Rohde auch darüber, was am Mittwochnachmittag für die Nachwelt in die Kupferkugel der Kirchturmspitze eingeschweißt werden soll: Ein kompletter Satz Euro- und Cent-Münzen, eine Liste der am Bau beteiligten Firmen, die Rede des Kirchenältesten anlässlich des Richtfestes, die Rede des Pfarrers zur Bekrönungsfeier und eine Heimatzeitung. Seinen Ursprung hat das Dorf Kappe in der Ansiedlung reformierter Pfälzer durch Friedrich den Großen in der Mitte des 18. Jahrhunderts. Die heutige Dorfkirche am Südende des Straßendorfes wurde am 4. November 1892 feierlich geweiht. An dem im neugotischen Stil errichteten Gotteshaus war einst neun Monate lang gebaut worden, nachdem der damalige Pfarrer Emil Maune 1873 begonnen hatte, unermüdlich - fast 20 Jahre lang - Spenden für den Bau zu sammeln.

Auf seinen Spuren wandelten in den vergangenen Jahren auch die Mitglieder des Fördervereins Kapper Cappe e.V. mit seinem Vorsitzenden Christian Schulze. Eines ihrer wichtigsten Anliegen ist die dringend nötige Restaurierung der Kirche und der 1896 eingebauten Albert-Hollenbach-Orgel. Wie Pfarrer Maune vor 138 Jahren gingen Schulze und seine Mitstreiter "Klinken putzen" und organisierten unzählige Benefizveranstaltungen, um soviel Geld wie möglich zu sammeln. "Auf Initiative des Vereins und in Zusammenarbeit mit dem Gemeindekirchenrat konnten erhebliche finanzielle Mittel für den Bau eingeworben werden", freute sich der Kapper Kirchenälteste Karl-Heinz Schöttler.

Im Jahr 2013 konnten die Arbeiten schließlich beginnen. Einen Etappenerfolg hat der Verein jetzt errungen: "Im Rahmen des ersten Bauabschnittes ist die historische Turmspitze unserer Kirche wieder hergestellt worden. Zuletzt wurde das Dach der Spitze noch mit Schiefer eingedeckt und die Turmbekrönung vergoldet", berichtete Pfarrer Dieter Rohde. Der ursprüngliche Turmhelm war bereits im Jahr 1972 abgeknickt und provisorisch durch ein Satteldach ersetzt worden. Nun soll als nächstes das Dach des Kirchenschiffs erneuert werden.

Die Gesamtkosten für die Neuerrichtung der Turmspitze belaufen sich auf rund 192 000 Euro. 121 000 Euro stellte das Land Brandenburg aus dem EU-Fonds für ländliche Entwicklung zur Verfügung. Die Gemeinsame Kirchenkasse Groß Dölln (Gemeinden Groß Dölln, Grunewald, Kurtschlag und Kappe) steuerte 54 400 Euro bei. Und der evangelische Kirchenkreis Oberes Havelland beteiligte sich mit 16 500 Euro, war vom Gemeindekirchenrat auf Nachfrage zu erfahren.

Märkische Onlinezeitung vom 24. März 2015

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