Gotteshaus in Germendorf eingerüstet. Kirchturm wird saniert

Hilfe für den Kirchturm

Das Germendorfer Gotteshaus bereitet schon seit langem Kopfzerbrechen. Seit 2009 wird nach und nach saniert. Nun gibt es Hilfe für den Kirchturm. Immer wieder hatten sich einzelne Steine aus dem Mauerwerk gelöst und waren herabgestürzt. Kostenpunkt: Knapp 90 000 Euro. Doch damit ist die Sanierung noch lange nicht abgeschlossen.

Wolfram Schwelgin, Kay-Jürgen Reddig und Arndt Farack (v.l.) vorm Kirchturm.
Quelle: Kathert

Germendorf. Seit Anfang der Woche klappern die Gerüstbauer mit ihren Rohren auf dem Kirchplatz herum. Ein sicheres Zeichen, dass die Turmsanierung beginnt. Am Donnerstag haben sich die Männer bis zur Spitze vorgekämpft. Bald kann Bauleiter Wolfram Schwelgin mit den Arbeiten für den Turm beginnen.

"Hier hat sich in den letzten Jahren wirklich einiges getan", sagt Pfarrer Arndt Farack. Er steht mit dem Vorsitzenden des Gemeindekirchenrates, Kay-Jürgen Reddig, im Kirchenschiff auf einem roten Teppich. "Alles begann mit den Fenstern", setzt Farack an. Die waren so kaputt, dass der Wind durchpfiff. Als sie vor ein paar Jahren endlich repariert waren, hatten einige Kinder nichts Besseres zu tun, als sie mit Steinen wieder kaputt zu werfen. 15000 Euro Schaden. Seit 2009 gibt es neue Fenster und eine Schutzverglasung davor, damit so etwas nicht wieder passiert.

"Dann hatten wir im Winter immer Angst, die Kirche könnte abbrennen", erzählt Farack weiter. Die 80 Jahre alte Heizung bullerte dermaßen, dass die Bänke kurz vorm Entflammungspunkt standen. Dieses Problem musste gelöst werden. Doch mit dem Austausch einiger Rohre war es nicht getan. "Als wir die Bänke hochgenommen hatten, sahen wir das ganze Elend", schildert der Pfarrer. Auch der Fußboden musste erneuert werden. Nun ist alles saniert im Kirchenschiff, doch die Probleme gehen weiter.

Dach der Kirche bereitet Kopfzerbrechen

Das Dach der Kirche bereitet dem Gemeindekirchenrat Kopfzerbrechen. Der Ringanker, der rund um das Schiff auf dem Mauerwerk liegt, ist weggefault. Die gesamte Dachkonstruktion muss deshalb angehoben, der Ringanker erneuert und das Dach wieder abgesenkt werden. Doch bevor das Kirchenschiff angefasst wird, muss der Turm saniert sein, damit das neue Dach des Schiffes nicht beschädigt wird. Der Turm hat es ohnehin nötig. Einzelne Steine aus dem Mauerwerk haben sich gelöst und sind herabgestürzt. Zum Glück nicht zu Gottesdienstzeiten.

Bausubstanz des Turms relativ gut

Wolfram Schwelgin vom Ingenieurbüro für Baustatik und Sanierungsplanung aus Dahlwitz-Hoppegarten kennt sich aus mit Kirchensanierungen. "Die Bausubstanz des Turms ist relativ gut", sagt er. Mit der Fugensanierung und dem Ziegelaustausch wird begonnen. Auch die Deckenbalken im Turm sind angegriffen, werden ausgetauscht oder ausgebessert. Der Glockenstuhl bekommt ebenfalls einen Check. Die Glasbausteine in den Fensteröffnungen verschwinden. Die Fenster selbst werden ausgebessert und bekommen einen Schutzanstrich. "Zwei Monate wird das Gerüst stehen, dann geht es mit dem Außengelände weiter", sagt der Bauleiter. Das Gelände muss um 50 Zentimeter abgesenkt und mit Mulden versehen werden, weil die Kirche feucht ist. Damit das Wasser besser abläuft, werden auch die Borde um die Kirche entfernt. 89000Euro kostet der erste Bauabschnitt. Dank der Förderung vom Kirchenkreis von 40000 Euro und vieler eigener Spenden ist das Geld fast zusammen. Der zweite Bauabschnitt mit der Sanierung des kompletten Kirchendaches wird erheblich teurer. "Der kostet 198000 Euro", schätzt Farack.

Während der derzeitigen Sanierung wird die Firma Vodafone vier Mobilfunkantennen im Inneren des Turms montieren. Neben der Kirche ist bereits der Schaltkasten installiert worden. "Für alles haben wir die nötigen Genehmigungen der Denkmalbehörden", sagt der Pfarrer. Außerdem war abgeklärt worden, dass keine gefährlichen Strahlungen von den Antennen ausgehen.

Von Andrea Kathert

Märkische Allgemeine vom 01. Mai 2015

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