Sankt Gotthardt ist endlich saniert

Ziegel trotzen nun jedem Sturm

Weithin in gedeckten Rotschattierungen leuchtet das für 650.000 Euro frisch sanierte Dach der Sankt Gotthardtkirche in Brandenburg. Es ist ob seiner Größe eines der beeindruckendsten und schönsten Kirchendächer der Mark. Der Gemeindekirchenrat dankte nun den Geldgebern für diese Herkulesaufgabe mit einem Fest.

Es ist eines der gewaltigsten Kirchendächer im Land Brandenburg, nun ist das Dach wieder sturmfest.
Quelle: J. Steiner

Brandenburg an der Havel. Ganz bewusst wurde dazu der 5. Mai gewählt - der Sankt Godehardstag, gewidmet dem Namenspatron der Gotthardtkirche. Der 5. Mai hat sich über die Jahrzehnte als Schicksalstag der im 15.Jahrhundert errichteten Kirche erwiesen. Ein Tag, an dem sich das Schicksal letztlich zum Guten wendete.

Der 5. Mai 2012 war es auch, als ein loser Dachziegel vom Kirchendach auf ein geparktes Auto krachte und die dringend nötige Sanierung so erst in Gang setzte. Der marode Dachzustand habe immer „wie ein Damoklesschwert über der Gemeinde gehangen“, beschrieb Pfarrer Phillip Mosch die Situation. „Man wusste nie, wann kommt der nächste Ziegel.“ Es sei großes Glück gewesen, dass nie ein Mensch verletzt worden sei. Doch wie sollte eine Sanierung finanziell zu stemmen sein?

Kirchenmeisterin Bettina Damus gelang die Aufgabe, genügend Geldgeber zu finden. Möglich geworden ist die Sanierung durch private und gewerbliche Spender, durch Finanzmittel der Stadt, des Landes, der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und der Alfred-Flakowsky-Stiftung und des Rotary-Clubs Brandenburg.

Bettina Damus wünschte sich das Brandenburgische Konzert Nummer 3, gespielt wurde es von neun Streichern und ihr selbst am Cembalo. Unter den rund 70 Gästen waren Oberbürgermeisterin Dietlind Tiemann (CDU), der frühere Landtagspräsident Gunter Fritsch (SPD), Superintendent Thomas Wisch und Architekt Achim Krekeler, der die Sanierung geleitet hatte.

In schwindelerregender Höhe hatten Dachdecker und Zimmerleute aus Torgau und Chemnitz binnen neun Monate 20.000 der 97.000 Biberschwanz-Ziegel ausgetauscht. „Den jüngsten Sturm überstand das Dach ohne mit der Wimper zu zucken“, so Mosch. Oft höre er nun, das Dach sehe ja aus wie vorher. „Genau das war das Ziel.“

Von Marion von Imhoff

Märkische Allgemeine vom 06. Mai 2015

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