Glockenturm muss saniert werden

Ralf Loock

Groß Lindow (MOZ) Rings um die Kirche hat man jetzt rund 35 Stahlstäbe im Boden verankert. Sie sollen verhindert, dass Autos zu dicht an dem Bau geparkt werden. Die Kirchengemeinde wird sich jetzt dem nächsten Projekt zuwenden - das Mauerwerk des Glockenturms muss saniert werden.

 
Sicherheit geht vor: Reno Rösicke, Mitarbeiter der Kirchengemeinde, betrachtet einen der Stahlpfähle, die die Autos auf Distanz zum Mauerwerk halten.
© Ralf Loock
Rundgang: Gudrun Grunow inspizierte die Groß Lindower Kirche. Oben erkennt man den Turm, in dem die Glocke hängt. Diese darf derzeit nicht geläutet werden.
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Nur wenn man darauf achtet, so wird es einem beim Rundgang in Groß Lindow auffallen, dass da etwas fehlt: "Die Glocke darf nicht mehr geläutet werden", sagte Gudrun Grunow von der Kirchengemeinde. Die Bauexperten hatten festgestellt, dass das Mauerwerk des Glockenturms morsch sei. Daher wurde die Anlage aus Sicherheitsgründen gesperrt.

Über eine Sanierung werde nun zwischen der Kirchengemeinde und der Landeskirche verhandelt. Diese habe, so berichtete Gudrun Grunow weiter, ein Architekturbüro in Wismar, das bereits oft für Landeskirche tätig war, mit ersten Aufgaben beauftragt. Am Dienstag waren Vertreter des Architekturbüros sowie Gutachter aus Beeskow im Schlaubetal, um sich den Bau anzuschauen.

Beraten wird derzeit über die Frage, ob eine Stabilisierung des Mauerwerks möglich sei oder ob der Turm abgerissen und neu aufgemauert werden müsse. Abhängig von dieser Entscheidung sei auch die Höhe der Kosten.

Die Entscheidung soll in den nächsten Tagen fallen, "wir wollen unseren Antrag auf finanzielle Unterstützung bis zum 30. Juni bei der Landeskirche einreichen", kündigte sie an. Denn nur bei Einhaltung dieser Frist, könne man bei der Ausschüttung im nächsten Jahr bedacht werden.

Die Groß Lindower Kirchengemeinde müsse sich dabei darauf einstellen, dass sie wahrscheinlich mindestens 50 Prozent der Baukosten tragen werde. Dazu wolle man zu gegebener Zeit Spendensammlungen starten. Angaben zu den möglichen Baukosten wollte Gudrun Grunow nicht machen.

Man könne bei der Sanierung des Glockenturms nicht auf Angebote freiwilliger Helfer zurückgreifen, denn es handelt sich zum einen um ein denkmalgeschütztes Gotteshaus und zum anderen müsse die Schlaubetaler Kirchengemeinde, wenn sie denn Gelder bei der Landeskirche einwerben wolle, auf ausgewiesene Fachbetriebe zurückgreifen.

Ein anderes Bauprojekt konnte jetzt abgeschlossen werden. Rings um die Kirche wurden 35 Stahlpfähle aufgestellt, die die Autos auf Distanz halten. Früher hätten Pkw-Fahrer ihre Wagen so dicht an dem Gotteshaus geparkt, dass einige Fußgänger Schwierigkeiten hatten, den Eingang zu erreichen. "Die Metallstäbe hat uns die Firma Heckmann aus Eisenhüttenstadt kostenlos überlassen", bedankte sich Gudrun Grunow. Besonders Geschäftsführer Eberhard Kirsch habe sich für dieses Projekt eingesetzt. Dieter Schwagerick, Mitarbeiter dieses Betriebes, habe unter anderem die Standpunkte für die Stahlstäbe bei dem Gotteshaus ausgemessen, "er war sehr an dem Vorhaben beteiligt", bedankte sie sich.

Um mögliche Missverständnisse vorzubeugen betonte Gudrun Grunow, dass die parkenden Autos nicht die Ursache für den schwachen Zustand des Glockenturms seien.

Wenn im nächsten Jahr mit der Sanierung des Mauerwerks des Turms begonnen werden könne, dann müsse in einem ersten Arbeitsschritt die Glocke herabgehoben werden. Früher läuteten in Groß Lindow sogar zwei Glocken, eine musste man allerdings im Krieg abgeben. Der Traum in der Ortschaft ist, dass man vielleicht durch eine Schenkung eine zweite Glocke erhalten könne.

Märkische Onlinezeitung vom 18. Juni 2015

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