Altarbilder leuchten wieder

Annika Bischof

Tauche (MOZ) Die Sanierung der Kirche in Tauche ist abgeschlossen. Eigentlich sollte nur das Dach samt Gebälk erneuert werden, doch durch die glückliche Aneinanderreihung von Zufällen, war am Ende viel mehr möglich. So auch die Restauration des Kanzelaltars.

Geduld und Fingerspitzengefühl sind gefragt: Der Künstler Rostyslav Voronko kümmert sich um die Restaurierung des Altars.
© MOZ/Jörn Tornow

Pfarrer Kai-Uwe Folgner-Buchheister ist zufrieden, die Kirche in Tauche ist zum geplanten Feiergottesdienst am Sonntag fertig. "Rund ein Jahr haben die Baumaßnahmen gedauert", berichtet er. Ursprünglich begann alles mit dem Plan, das Dach sanieren, doch dann waren auf einmal noch Gelder übrig und es fanden sich zusätzlich Sponsoren für weitere Projekte.

So zum Beispiel die große Glocke. "Diese hatte ihre Laufzeit bereits überschritten", erzählt der Taucher Pfarrer. Im Gespräch mit einem Glockenbauer wurde dies deutlich, der eine Neuanschaffung empfahl. "Die dafür fälligen 5000 bis 10 000Euro hätten wir jedoch nicht bezahlen können", hält Kai-Uwe Folgner-Buchheister fest. Doch der Bruder des Zimmerers, der zu diesem Zeitpunkt an der Taucher Kirche arbeitete, hatte Kontakte zum Maria-Laach-Kloster, wo er von einer Glocke wusste, die dort nicht mehr gebraucht wurde. Dank einer großzügigen Spende der Zimmererbrüder konnte die reduzierte Glocke im Wert von rund 4500Euro für die Gemeinde erworben werden. "Die Hälfte wurde durch Spenden unsererseits finanziert", erzählt Kai-Uwe Folgner-Buchheister.

Seit vergangenem Herbst erklingen nun wieder in Tauche die Glocken, die anders als zuvor, elektrisch betrieben werden. Damit verbunden gab es eine Neuerung, die für manch Dorfbewohner etwas gewöhnungsbedürftig war "Mit Ausnahme am Wochenende läuten die Glocken dreimal täglich um 7, 12 und 18Uhr", berichtet der Pfarrer. Das frühe Geläut wird sonnabends und sonntags ausgelassen.

Vom Glück gekrönt war zudem die Erneuerung der Fassade. Aufgrund eines vorherigen Wasserschadens ließen sich Gelder von der Versicherung akquirieren. Zuvor beteiligten sich zehn Helfer aus dem Dorf daran, den alten Putz zu entfernen. "Ohne die Hilfe der Ehrenamtler hätten wir das alles nicht geschafft", lobt Kai-Uwe Folgner-Buchheister.

Besonders freut ihn, dass auch die Restaurierung des Kanzelaltars weitergehen kann. Überschüssige Mittel von der Landesdenkmalbehörde machen es möglich, dass der Künstler Rostyslav Voronko seine 2010 begonnene Arbeit am Altar fortsetzen kann. Detailgetreu arbeitet er die Bilder mit Ölfarben auf, die jahrelang unter einer dicken Farbschicht verdeckt geblieben waren. "In den 1980er-Jahren hatte man sowohl den Altar als auch die Empore gestrichen", berichtet Rostyslav Voronko. Schrittweise legte er Bilder von biblischen wie auch lokalen Persönlichkeiten frei. Dabei kam ans Licht, dass der Altar aus verschiedenen Fragmenten besteht. Die Altarwand beispielsweise stammt ursprünglich aus der Kossenblatter Kirche. Bis 1736 hat sie dort gestanden. Andere Einzelteile aus Holz zeigen das Abendmahl, dass ebenfalls im Zusammenhang mit dem Altar steht. "Vermutlich hat man diese als Baumaterial anderswo eingesetzt", mutmaßt der Künstler.

Bis zum Festgottesdienst am Sonntag um 14Uhr wird der Kanzelaltar jedoch noch nicht komplett fertig sein. "Das dauert noch bis Ende des Jahres", schätzt Rostyslav Voronko. Dennoch sind Interessierte eingeladen, die Kirche zu besichtigen und den Worten von Frank Schürer-Behrmann, dem Superintendenten des Kirchenkreis Oderland-Spree, zu lauschen. Er wird erstmals in der Gemeinde Tauche zu Gast sein.

Märkische Onlinezeitung vom 07. Juli 2015

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