Zum 300. Geburtstag gibt es was auf's Dach

Im Jubiläumsjahr der Langennaundorfer Kirche ist die lang ersehnte Sanierung gestartet

LANGENNAUNDORF Rund 75 000 Euro sind veranschlagt, um die Langennaundorfer Kirche (Dorfkirche des Monats Oktober 2013) in einem ersten Bauabschnitt mit einem neuen Dach zu bestücken und kleinere Arbeiten an der Fassade auszuführen. Das ist der Grundstein dafür, dass irgendwann auch im Inneren des Hauses Hand angelegt werden kann.

Die Dacharbeiten an der Langennaundorfer Kirche schreiten schnell voran. Allerdings hat es Jahre gedauert, bis damit begonnen werden konnte. Es fehlte an den Finanzen.
Foto: dmu1

"Wir freuen uns sehr, dass wir endlich die finanziellen Mittel zusammenhaben, um mit der Sanierung der Kirche zu beginnen", sagt Gunter Heyde vom Gemeindekirchenrat des Dorfes. Nachvollziehbarer wird dieser Satz, wenn man weiß, dass die Langennaundorfer seit 2008 daran gearbeitet haben, die Finanzierung auf die Beine zu stellen. Zunächst erfolglos. "Immer wieder aufs Neue Fördermittel beantragen, das macht so viel Arbeit. Und dann nur Absagen. Ich hatte echt die Lust verloren", gesteht der Langennaundorfer.

Glücklicher Umstand

Bis ein glücklicher Umstand den Stein ins Rollen brachte. "Von einem Privatmann ging bei der Deutschen Stiftung Denkmalschutz eine zweckgebundene Spende in Höhe von 10 000 Euro für die Langennaundorfer Kirche ein", weiß Frank Stiehler vom kirchlichen Bauamt. "Das ist toll, wenn sowas passiert."

Zur Privatspende legte die Stiftung den gleichen Betrag noch mal drauf. Auch Landeskirche, Kirchenkreis, untere Denkmalschutzbehörde und letztlich die Kirchengemeinde selbst sind finanziell mit im Boot und bringen gemeinsam eine Summe zusammen, die für einen ersten Bauabschnitt, bei dem Dach und in kleineren Teilen die Fassade des Kirchenschiffs Berücksichtigung finden, reicht.

Seit Tagen wird emsig gebaut. Das alte Dach ist abgenommen. Die Betondachsteine haben ausgedient. Sie werden, nachdem die Hölzer des Dachstuhls saniert und die neue Lattung aufgebracht ist, von Biberschwänzen abgelöst, "wie es sich für die Kirche gehört", sagt Heyde. Zu den weiteren Vorhaben zählen Maurerarbeiten am Giebel, am Ortgang und am Gesims, das Anbringen von Regenrinnen und Fallrohren sowie das Erneuern des Blitzschutzes, zählt der den Bau betreuende Architekt Martin Berger aus Cottbus auf.

An der Fassade des Kirchenschiffes schließen sich kleinere Arbeiten an. Frank Stiehler spricht vom Sichern der Befunde und einiger Putzflächen. Nur einige wenige Bereiche sollen direkt neu geputzt werden. Außerdem sollen die Fenster und die Eingangstür aufgearbeitet werden, ergänzt Martin Berger. Und ganz zum Schluss wolle man das zur Kirche hin ansteigende Gelände geringfügig absenken und rundherum ein Traufpflaster legen, um die Wände vor Feuchtigkeit zu schützen.

Bis voraussichtlich Ende September soll gebaut werden. "Zum Denkmaltag können wir die Kirche, die ihren 300. Geburtstag feiert, deshalb nicht wie geplant öffnen", berichtet Gunter Heyde und schiebt gleich nach: "Aber stattdessen werden wir dann im Oktober, wenn der 1. Bauabschnitt abgeschlossen ist, einen festlichen Gottesdienst feiern - zu Ehren des Kirchenjubiläums und aus Dankbarkeit, dass die Sanierung der Kirche endlich begonnen hat."

Weitere Sanierung offen

Heyde weiß, dass Gottedienstbesucher und viele andere Bürger wohl ein Gedanke eint: Hoffentlich gehen die Sanierungsarbeiten in absehbarer Zeit auch weiter! Denn Fakt ist, dass speziell im Inneren des Gotteshauses noch viel zu tun bleibt. Augenmerk liegt dabei auf den Malereien, dem Nachzeichnen des Tonnengewölbes, der Erneuerung des wackelnden Gestühls, der Reparatur der Orgel, dem Ausbessern des Fußbodens sowie dem farblichen Gestalten der Wände. Keine Ideen, die den Langennaundorfern erst jüngst eingefallen wären, sondern die von Beginn an im Zusammenhang mit der Sanierung der Kirche aufgelistet wurden und seit Jahren auf ihre Realisierung warten.

"Man muss einen langen Atem haben", weiß der Kirchbauverantwortliche Frank Stiehler. Fördergeld für derartige Vorhaben sei schon seit Jahren rar.

Sylvia Kunze

Lausitzer Rundschau vom 20. August 2015

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