Westgiebel der Petersdorfer Kirche wird saniert

Andreas Wetzel

Petersdorf (MOZ) Der Westgiebel der Petersdorfer Kirche ist eingerüstet: Die überwiegend aus Feldsteinen errichtete Mauer muss dringend saniert werden. Efeu hat die Mauer nicht nur oberflächlich überwuchert, sondern ist tief in die Wand eingedrungen.

Überall Efeu: Bis hinauf zum Backsteingiebel findet Oliver Orbens dicke Triebe, die die Mauer beschädigt haben.beschäftigt.
© MOZ

"Architektentrost", so werden Rankpflanzen wie Efeu oder Knöterich auch schon mal spöttisch genannt, weil sie selbst große Fassaden schnell begrünen können. In Petersdorf hat der Efeu aber nicht irgendwelche Architektenfehler gnädig zugedeckt, sondern im Gegenteil über viele Jahre großen Schaden angerichtet.

"Das ist Gift fürs Mauerwerk", sagt Jan Schlingelhof und versucht, ein ganzes Bündel von Trieben mitsamt der umgebenden Feldsteine von der Giebelwand wegzureißen. Polternd fallen gleich mehrere dicken Steine zu Boden. Schlingelhof und sein Kollege Oliver Orbens von der Müncheberger Baugesellschaft haben den Auftrag, das schadhafte Mauerwerk von Grund auf zu sanieren.

Das geht offenkundig nicht ohne den Abriss einzelner Elemente wie der an den Ecken des Westgiebels angesetzten und angeschrägten Stützmauern aus Feldsteinen. Die haben kaum noch Kontakt zum übrigen Baukörper, sondern stehen fast wie eine Säule für sich allein.

Zwischen den Stützmauern und der Giebelwand klafft eine Lücke, in die Oliver Orbens seine Hand hineinschieben könnte. Ohne Werkzeug bekäme er die dicken Efeutriebe, die die Bauteile langsam, aber stetig voneinander gelöst haben, aber nicht beseitigt.

"Wir nehmen für den Neuaufbau wieder dieselben Feldsteine, nachdem wir sie gereinigt haben", sagt Orbens. Auch in der Kirchenmauer sieht er einzelne Steine, die ausgetascht werden müssen, ebenso wie weiter oben im Dachgiebel, der aus roten Backsteinen besteht. "Da müssen sicher auch einige schadhafte Steine raus", ergänzt Jan Schlingelhof", ansonsten werde frisch verfugt. Alles in der Hoffnung, dass es jetzt nicht gleich zu kalt wird. Das würde die Baustelle erst einmal lahm legen.

Die Kirche in Petersdorf, das heute zu Jacobsdorf gehört, hat eine lange Geschichte hinter sich: Errichtet wurde der rechteckige Feldsteinbau, so steht es auf einer Informationstafel, in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Als der Dreißigjährige Krieg zu Ende war, gut 400 Jahre später, bauten die Petersdorfer das beschädigte Gotteshaus wieder auf - diesmal gleich im barocken Baustil. Der wird heute noch deutlich in der schönen Kanzel, auf denen die vier Evangelisten zu sehen sind. Das Tafelbild aus der Spätrenaissance zeigt Jesus mit seinen Jüngern beim Abendmahl.

Das alles wollen Kirchengemeinde und Kirchenkreis auch künftigen Generationen erhalten. Sie teilen sich deshalb die Baukosten von 55 000 Euro, wie Pfarrer Andreas Althausen erläutert. Aus dem Denkmalschutzetat des Landkreises kommen 1500 Euro.

Märkische Onlinezeitung vom 14. Oktober 2015

   Zur Artikelübersicht