Bralitzer Kirche bald runderneuert

Birte Förster

Bralitz (MOZ) Die Bralitzer Kirche war brüchig, Hölzer in den Wänden verfault. Nach umfangreichen Bauarbeiten in dem alten Gebäude laufen derzeit die abschließenden Feinarbeiten. Auch an der Orgel waren Arbeiten nötig. Bei einem festlichen Gottesdienst wird die erneuerte Kirche am 28. November eingeweiht.

Für neue, schöne Klänge: Orgelbauer Thomas Lüdersdorf und Andreas Voigt (von links) sind derzeit dabei, die Mechanik der Orgel wieder einzubauen. Die Orgel war stark brüchig und die Drähte nicht mehr regulierbar.
© MOZ/Birte Förster

Wer derzeit die alte Dorfkirche in Bralitz betritt, findet sich in einer riesigen Baustelle wieder. Überall verteilt liegt Baumaterial. Im unteren Teil der Kirche bringen Restauratoren wieder frische Farbe in das neugotische Kirchengebäude. "Wir schließen die Löcher in den Wänden und passen sie farbig ein, damit es nicht mehr auffällt", erklärt Restaurator Christoph Gramann.

Auch im oberen Teil wird gewerkelt. Zwei Orgelbauer bringen das alte Instrument in Schuss und sorgen dafür, dass die Klänge wieder einwandfrei sind. "Die Orgel ist von 1890. Sie war ziemlich verschlissen und brüchig", sagt Orgelbauer Andreas Voigt. Derzeit seien sie dabei, die Mechanik des Kircheninstruments wieder einzubauen. Viele Drähte verbinden im Inneren des Instruments die Tasten mit den Tonventilen - die so genannte Kegellade. Diese Drähte seien mit den Jahren gebrochen und waren somit nicht mehr regulierbar, erklärt Orgelbauer Thomas Lüdersdorf. Aber nicht alles sei erneuert worden. Die große Windlade - das Herzstück der Orgel mit Pfeifen und Ventilen - sei drin geblieben.

Vor drei Wochen haben die Arbeiten an der Orgel begonnen. Die technische Montage wird laut Andreas Voigt voraussichtlich nächste Woche abgeschlossen sein, dann folgen bis zur Fertigstellung noch die Stimm- und Intonationsarbeiten an dem Instrument.

Bereits als Pfarrer Johannes Reimer vor sechs Jahren in die Gemeinde kam, standen die Bauarbeiten an. "Es regnete durch und Wasser sickerte durch die Wände", beschreibt der Pfarrer die damalige Situation. Außerdem seien viele Holzbalken durchgefault gewesen. Da aber Geld fehlte, konnten die nötigen Erneuerungsarbeiten nicht sofort beginnen. Für die Notrettungsmaßnahmen kam das Geld laut Reimer schließlich von vielen Seiten zusammen, sodass der Verfall des Kirchengebäudes aufgehalten werden konnte.

Unter anderem aus Spendengeldern des Orgelfördervereins Insel Neuenhagen, des Kirchenkreises, der Landeskirche sowie mit Fördermitteln der Stadt Bad Freienwalde konnten die Bauarbeiten schließlich finanziert werden. Etwa 45000 Euro kosten laut Reimer die Erneuerung der Orgel und circa 122000 Euro die Arbeit am Kirchengebäude. Alte Balken im Inneren des Gebäudes seien restauriert worden, teilweise mussten komplett neue Balken oder Eisenteile zur Stabilisierung eingesetzt werden, so der Pfarrer. Mit den Arbeiten in dem Gebäude solle verhindert werden, dass Wasser durch die Wände oder das Dach ins Innere dringt.

Die Notarbeiten seien bereits abgeschlossen. "Zurzeit laufen die Schlussarbeiten", sagt Reimer. Die Restauratoren sorgten nun dafür, dass sich die neuen Balken farblich in das Innere der Kirche einfügen.

Erst seitdem die Notmaßnahmen abgeschlossen sind, tut sich auch etwas auf der oberen Etage der Kirche. "Sie waren Voraussetzung, damit die Arbeiten an der Orgel genehmigt werden", erklärt er. Ziel sei es dabei aber nicht, die Bestandteile des Instrumentes komplett auszutauschen. Aus Gründen des Denkmalschutzes werden die heilen Holzteile geputzt und wiederverwendet. "Neu sind die Prospektpfeifen", erklärt der Pfarrer. Die Besonderheit: "Jede Pfeife wurde verpatet", sagt er. Auf einer Tafel in der Kirche sollen später die Namen der Stifter stehen.

In wenigen Wochen wird der neue Klang der Orgel die Kirche wieder erfüllen. Beim Festgottesdienst am 28. November soll die Orgel wieder in den Dienst genommen werden, so der Pfarrer. Organist und Kirchenmusiker Matthias Eisenberg wird zu dem Anlass ein Konzert in der Kirche geben, die dann wie neu sein wird.

Märkische Onlinezeitung vom 05. November 2015

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