Neues Dach für die Dorfkirche

Matthias Henke

Marienthal (MZV) Ein neues Dach, das wünscht sich die evangelische Kirchengemeinde für die Marienthaler Kirche. Hinter dem Projekt stehen jedoch noch einige Fragezeichen. Neben finanziellen Aspekten, die noch zu klären sind, bereiten jedoch Auflagen der Unteren Denkmalbehörde Kopfzerbrechen.

Die Marienthaler Kirche: Ihr Dach ist in die Jahre gekommen und bietet zudem ein uneinheitliches Bild.
© MZV

Bislang bietet das Kirchendach ein uneinheitliches Bild: sogenannte Biberschwänze auf dem Hauptgebäude, Betonziegel auf dem Anbau. Letztere seien vermutlich zu DDR-Zeiten auf das Dach gebracht worden, sagt Pfarrer Christian Albroscheit. Der Großteil der Kirche sei dagegen 1995 eingedeckt worden. Die Ziegel, die Pfarrer Mario Lucchesi, seinerzeit organisiert habe, seien jedoch bereits damals gebraucht gewesen. Höchste Zeit also für eine Erneuerung, finden die Marienthaler Christen, zumal viele Privatleute im Dorf und der unmittelbaren Nachbarschaft der Kirche bereits die Dächer ihrer Häuser erneuert haben. "Da wollten wir nicht nachstehen", so Albroscheit.

Der Pfarrer geht von Gesamtkosten in Höhe von 60000 Euro für Planung und Bauausführung aus. Die kleine Gemeinde Tornow-Marienthal müsse das Geld jedoch nicht alleine aufbringen Förderanträge bei der Landeskirche und dem Kirchenkreis seien gestellt worden. Auf die Bewilligung müsse jedoch noch gewartet werden. Verlaufe auf dieser Ebene alles wie geplant, könne womöglich im kommenden Jahr das Vorhaben über die Bühne gehen.

Allerdings habe die Untere Denkmalbehörde Auflagen erteilt, "die wir so nicht akzeptieren können", wie Albroscheit es formulierte. Dass die Betonziegel weichen müssen, stehe nicht zur Diskussion. Doch eine Auflage sei etwa gewesen, dass die vorhandenen Biberschwänze gereinigt und wiederverwendet werden sollen. Dies ist den Marienthalern jedoch zu aufwendig und würde das Projekt womöglich verteuern, zumal die Ziegel bereits einmal wiederverwendet worden seien, wie Albroscheit betonte. "Dagegen haben wir Widerspruch eingelegt. Eine Entscheidung der Behörde dazu steht aber noch aus", so der Pfarrer weiter, der sich vorstellen kann, das Projekt nicht weiterzuverfolgen, wenn die Behörde auf ihrer Forderung beharrt.

Märkische Onlinezeitung vom 10. Dezember 2015

   Zur Artikelübersicht