8000 Euro fehlen für die Sanierung der kleinen Orgel

Am Sonntag gibt Carola Fischer Weihnachtskonzert in Ogrosen / Gottesdienst mit Krippenspiel am Heiligabend

OGROSEN "Sie ist kaum noch bespielbar", sagt Horst Bernstein über die kleine Orgel in der Ogrosener Kirche (Dorfkirche des Monats Februar 2007). Der Altdöberner aber wird es zum Gottesdienst am Heiligabend ab 14.30 Uhr wieder versuchen.

 
Neben den Epitaphien muss auch diese Orgel dringend saniert werden. Auch Conny Schmidt liegt das alte Instrument aus dem Jahr 1873 am Herzen.
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Wunderwerk der Orgeltechnik - Theresa Huste staunt.
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Begleitet wird er von Carola Fischer. Die Mezzosopranistin vom Cottbuser Staatstheater gibt bereits am kommenden Sonntag ab 15 Uhr ihr traditionelles Weihnachtskonzert. Die Spenden werden für die Sanierung der Orgel verwendet. "8000 Euro fehlen uns dafür noch", sagt Christel Paulick von der Kirchengemeinde. Sie gehört zu den vielen Freunden dieser Kirche, die sich über das bereits jahrelange Engagement der Künstlerin freuen.

Für die beiden "Heinzelmännchen" in der Kirchengemeinde, Conny Schmidt und Theresa Huste, ist das kleine, aber königliche Instrument ein Wunderwerk. Sie entlocken nur mit Mühe den einen oder anderen Ton. Viele Jahrzehnte haben die Tastatur und nicht nur sie gezeichnet. "Die Zinnpfeifen werden wohl ersetzt werden müssen, und die hölzernen Pfeifen wohl kaum noch brauchbar sein", vermutet Christel Paulick. Verstaubt liegen sie in einem alten Holzkasten im Orgelinneren.

Ortschronistin Gerda Koppe hat monatelang zur Geschichte dieser Orgel geforscht und dabei Unterstützung von der ganzen Familie bekommen. Sie kennt sich wie keine Zweite in der Geschichte aus. "Die Orgel wurde 1873 vom Orgelbaumeister Schröter aus Sonnewalde neu gebaut, nachdem ihre Vorgängerin von 1789 schon viele Jahre nicht mehr funktioniert hatte", erzählt sie. 375 Taler habe die neue Orgel gekostet Gemeinde und Gut hätten sich das geteilt. Bis 1917 habe die Orgel ihre Aufgabe erfüllt, bis ihre Pfeifen für Kriegszwecke ausgebaut wurden. Die Ersatzpfeifen seien aus aluminiertem Zink gewesen. Die 1928 neu eingesetzten Pfeifen hätten nach dem Zweiten Weltkrieg sehr gelitten. Ein Cottbuser Orgelbauer habe sie repariert oder durch neue ersetzt. In den 1970er-Jahren sei die Orgel durch das defekte Kirchendach und viel Feuchtigkeit in Mitleidenschaft gezogen worden. Das Gut habe geholfen, die Orgel zu überdachen. Seit Jahren brauche sie nun wieder einen Orgelbauer.

H. Kuschy

Lausitzer Rundschau vom 17. Dezember 2015

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