Langen

Sanierung der Kirche vor dem Abschluss

220 Jahre nach Gründung des Fördervereins ist die Sanierung der Langener Kirche fast abgeschlossen. Zuletzt hatte der Vereins die Restaurierung der Apsis begonnen. Auch diese Arbeiten sind fast beendet.

Die Restaurierung des Apsis ist fast abgeschlossen: Pfarrerin Rose Möllhoff-Mylius und Friedrich Weber, Vorsitzender des Fördervereins.
Quelle: Frauke Herweg

Langen. Friedrich Weber ist sichtlich bewegt. „Ich bin überwältigt, dass wir es geschafft haben, die Kirche in diesen Zustand zu versetzen“, sagt der Vorsitzende des Fördervereins Stüler-Kirche Langen. 20 Jahre nach Gründung des Vereins ist die Sanierung des Gotteshauses nahezu abgeschlossen. Nur einige kleinere Malerarbeiten stehen noch aus.

Als letztes Großprojekt hatte der Verein die Restaurierung der Apsis in Angriff genommen. Das Gesims, das durch eingedrungenes Wasser stark beschädigt worden war, ist neu gezogen. Eine junge Potsdamer Restauratorin hat Putz und Anstrich so bearbeitet, dass die dreifarbigen Bänder und ein Rosenmuster wieder zu erkennen sind. Die Apsis, so Weber, dürfte jetzt so aussehen, wie sie bei der Einweihung der Kirche 1855 ausgesehen hat.

Ein Spruchband soll noch aufgetragen werden

Lediglich ein Spruchband fehlt noch. Lange war seine Schrift unter Farbe versteckt gewesen. Auf einem alten Foto hatte Weber jedoch Teile des Spruches entziffern können. Gemeinsam mit anderen recherchierte er, dass an der halbkreisförmigen Wand die Liedzeile „Jesus Christus gestern heute und derselbe auch in Ewigkeit“ gestanden haben muss. In den kommenden Wochen soll die Zeile dort aufgetragen werden.

In den 20 Jahren seines Bestehens hat der Förderverein Stüler-Kirche etwa 500 000 Euro für die Sanierung des Gotteshauses ausgegeben. Der Verein ließ die Eingangstüren reparieren, die Turmuhren originalgetreu wiederherstellen, den Innenraum restaurieren und – ganz wichtig – das Dach sanieren. Möglich wurde das Großprojekt durch Spender wie die der Hamburger Hermann-Reemtsma-Stiftung. Die Stiftung, die Kirchensanierungen in Nord- und Ostdeutschland mitfinanziert, gab 80 000 Euro für den Kirchenstuhl. Andere Unterstützer leisteten daraufhin auch finanzielle Hilfe – Geld kam aus dem Staatskirchenvertrag, vom Landkreis und von der Gemeinde. Eine ehemalige Langenerin, die sich dem Ort noch sehr verbunden fühlte, unterstützte das Projekt ebenfalls großzügig.

Wildschweinfest in 21. Auflage

Der Verein veranstaltet seit seinem Bestehen jährlich ein Wildschweinfest – am vergangenen Sonnabend zum 21. Mal. Mehrere tausend Euro konnte der Verein mit jedem der aufwändig organisierten Feste einspielen. „Eine kleine Barschaft, die wir in unsere Kirche steckten“, sagt Weber. Dass es ihm und seinen Mitstreitern gelingen würde, die Sanierung so weit voranzutreiben, hätte sich der Architekt vor 20 Jahren nie vorstellen können. „Man muss“, sagt er, „einfach nur anfangen“.

Von Frauke Herweg

Märkische Allgemeine vom 10. September 2017

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