Hohennauen

Förderkreis treibt Sanierung der Kirche voran

Der Förderkreis zum Erhalt der Kirche in Hohennauen hat die notwendigen Spenden beschafft, damit das Gotteshaus saniert werden kann. Im Oktober sind die Arbeiten am Turm abgeschlossen worden. Jetzt ist das Dach des Kirchenschiffs dran. Wenn alles gut läuft, können die Arbeiten im nächsten Sommer fertig sein.

Der Turm der Hohennauener Kirche ist schon fertig saniert, jetzt ist das Kirchenschiff an der Reihe.
Quelle: Bernd Geske
 
Monika Pickenhahn (links), die Vorsitzende des Förderkreises für die Hohennauener Kirche, und ihre Stellvertreterin Christina Berse.
Quelle: Stein, Norbert
 
Im Oktober hat der Kirchturm ein neues Kreuz bekommen.
Quelle: Wolfram Schwelgin

Hohennauen. Goldglänzend leuchtet das neue Kreuz auf dem Turm der Hohennauener Kirche. Weithin in alle Himmelsrichtungen strahlend, kündet es davon, dass die lang ersehnte Sanierung des Gotteshauses nun schon weit voran gekommen ist. Der Turm als erster Teilabschnitt der Arbeiten, die im April begonnen haben, ist im Oktober fertig geworden. Der Schwerpunkt ist jetzt das Kirchenschiff. Wenn es gut läuft, ist im Sommer alles erledigt.

„Der Kirchturm ist eine absolute Besonderheit“, erklärt Monika Pickenhahn, die Vorsitzende des Förderkreises zum Erhalt der Hohennauener Kirche. Er sei bereits im 12. Jahrhundert gebaut worden und habe zunächst lange Zeit als Wehrturm gedient. Das sei an den heute noch vorhandenen Schießscharten gut zu erkennen, so etwas habe keine Kirche sonst noch weit und breit. Sumpfland sei früher in ganzen Umgebung gewesen, teilt Monika Pickenhahn mit. Den einzigen Übergang habe es an dieser Stelle gegeben. Das wiederum hätten die adligen Herrschaften zur Erhebung von Wegzoll genutzt, darum sei an diesem Ort ein Wehrturm errichtet worden. Die einst daneben gebaute Kirche war zunächst aus Holz. Als sie abbrannte, wurde ein steinernes Kirchenschiff errichtet, das 1720 fertig geworden ist.

1200 Ziegel seien in der Fassade des Kirchturms jetzt ausgetauscht worden, berichtet Monika Pickenhahn. Man habe sie extra für diesen Zweck nach den alten Maßen neu gebrannt. Die hölzerne Dachkonstruktion habe zum großen Teil erneuert werden müssen, auch das Dach wurde neu gedeckt. Als „Highlight“ bezeichnet sie das neue vergoldete Kreuz auf der Spitze des Turms, das im Oktober aufgesetzt worden ist. Es sei genauso groß wie das alte, schmiedeeiserne Eisenkreuz, das sich vorher dort befand. Mit einer extra Spendenaktion sei Geld gesammelt worden, um dieses wunderbare Stück finanzieren zu können.

Gegenwärtig läuft der zweite Teilabschnitt der Sanierungsarbeiten. Zunächst muss die Dachkonstruktion das Kirchenschiffs überarbeitet werden. Die Schäden im Holz seien wesentlich größer, als vorher abzusehen war, sagt Monika Pickenhahn. Nicht wenige Balken seien gebrochen, diverse Verbindungen nicht mehr richtig tragfähig. Ist die Dachkonstruktion fertig, werden neue Ziegel auf das Dach gelegt. Ist der Winter nicht so streng, könnten die Arbeiten im Frühsommer 2018 abgeschlossen werden.

„Das ist schon eine immense Maßnahme“, fasst Monika Pickenhahn zusammen. Sie danke sehr herzlich allen, die für das Vorhaben gespendet haben und die zu den vielen Benefizveranstaltungen zum Erhalt der Kirche gekommen seien. Rund 100 Veranstaltungen seien bislang organisiert worden und auch künftig – nachdem die jetzt laufende Sanierung der Kirche abgeschlossen sei – solle es weitere Veranstaltungen in der Kirche geben. Man sollte wissen: Gemessen an den 220 Sitzplätzen, ist die Kirche in Hohennauen die zweitgrößte im Kreis Havelland, betont Monika Pickenhahn. Im Laufe des Jahres 2016 seien insgesamt rund 6000 Besucher bei den Veranstaltungen des Förderkreises in der Kirche gewesen.

Die Bausumme für die gegenwärtige Sanierung liegt bei stattlichen 500 000 Euro. Gefördert wird das Vorhaben zu 75 Prozent aus dem Leader-Programm. An Eigenmitteln sind 125 000 Euro aufzubringen, die sich die Kirchengemeinde, das Konsistorium und der Förderkreis teilen. Der Förderkreis zum Erhalt der Kirche ist im Jahr 2009 gegründet worden, er hat gegenwärtig 17 Mitglieder. „Das ist die erste grundlegende Sanierung der Kirche seit sehr langer Zeit“, teilt Monika Pickenhahn mit. Vermutlich seit dem 19. Jahrhundert. „Unsere Vorfahren haben das alles hier aufgebaut und man kann erkennen, wie sie früher gelebt haben. Es wäre unendlich traurig gewesen, wenn es nicht gelungen wäre, die Kirche zu erhalten.“

Die Mitglieder des Fördervereins wissen schon jetzt, dass irgendwann in der Zukunft ein 2. Bauabschnitt angesagt ist, bei dem Mauerwerk und Fassade des Kirchenschiffs saniert werden. Das ist momentan zwar noch Zukunftsmusik, aber deshalb ist der Förderverein immer weiter auf der Suche nach Spendern. Von den alten Dachziegeln des Turms sind ein paar Exemplare zurück gelegt worden, um sie den Spendern von größeren Summen als kleines Dankeschön überreichen zu können.

Förderkreis Kirche Hohennauen, IBAN: DE42 1609 1994 0001 0840 20

Von Bernd Geske

Märkische Allgemeine vom 20. Dezember 2017

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