Hohennauen

Kirchensanierung in Etappen

Im Sommer soll die erste Etappe bei der Sanierung der Dorfkirche Hohennauen abgeschlossen werden. Wenn alles nach Plan läuft, geht es ohne Pause weiter. Nach Turm und Dach sind Mauerwerk und Fassade an der Reihe. Die Förderanträge für die Finanzierung sind schon gestellt.

Mitten im Sanierungsprozess: Die Kirche Hohennauen.
Quelle: Norbert Stein

Hohennauen. Die Dorfkirche Hohennauen ist seit Monaten eine große Baustelle. Das Gotteshaus wird saniert. Möglichst mit dem traditionellen Hohennauener Sommerfest im Juni zusammen möchte die Kirchengemeinde und der Förderverein zum Erhalt der Dorfkirche die Fertigstellung des ersten Bauabschnitts feiern. Das Ziel nannte Monika Pickenhahn, die Vorsitzende des Fördervereins, beim Neujahrstreffen des Heimat- und Dorfentwicklungsvereins Hohennauen.

Rund 500 000 Euro investieren die Kirchengemeinde und der Förderverein mit Hilfe einer 75prozentigen Leader-Förderung in den ersten Bauabschnitt. Die notwendigen 125 000 Euro Eigenanteile bringen sie gemeinsam mit dem Konsistorium auf.

Gebaut wird seit dem April des vergangenen Jahres. Die Arbeiten am Kirchturm aus dem 12. Jahrhundert sind bereits abgeschlossen. Das Mauerwerk wurde ausgebessert, die hölzerne Dachkonstruktion weitgehend erneuert und das Dach mit neuen Ziegeln eingedeckt. 1200 Ziegel wurden dafür extra nach alten Maßen gebrannt. Sie sichern dem Turm seinen Charme und tragen dem Denkmalschutz Rechnung. Anfang Oktober wurde ein neues Kreuz auf den Turm gesetzt. Finanziert wurde die Turmkugel aus zusätzlichen Spenden. Viele Menschen und Unternehmen haben Geld gegeben und so die neue Bekrönung ermöglicht.

Anfang Oktober wurde ein neues Kreuz auf den Turm gesetzt.
Quelle: Norbert Stein

Auch die Sanierung des Kirchenschiffs gehört zum ersten Bauabschnitt. Daran wird gegenwärtig gearbeitet, sofern die Witterung es erlaubt. Die Schäden am Dachstuhl seien wesentlich größer als vor der Abdeckung angenommen, sagt Pfarrerin Dorothea Klimmt. Viele Balken und Latten müssten ausgetauscht werden, um die Tragfähigkeit der Dachkonstruktion zu sichern. Ist die Arbeit verrichtet, wird das Dach mit neuen Ziegeln eingedeckt.

Seit Beginn der Bauarbeiten kann die Kirche genutzt werden für Gottesdienste, Hochzeiten, Beerdigungen und andere Veranstaltungen. Das Kircheninventar wurde zum Schutz vor Staub und weiteren baubedingten Einflüssen mit einer Eindeckung gesichert. „Der Altar und weitere Einrichtungen sind eingehaust“, erklärt die Pfarrerin. Das Kircheninnere mache derzeit einen sehr ungewohnten Eindruck.

Es mache Sinn und spare Kosten, wenn man den für den ersten Bauabschnitt aufwendig eingehüllten Innenraum und das um die Kirche stehende Baugerüst nach Abschluss der Arbeiten weiter nutzen könnte für die Sanierung des Mauerwerks der Kirche und die Erneuerung der Fassade, meint Dorothea Klimmt. Das wäre der 2. Bauabschnitt.

Der Förderverein hat sich durchgerungen, auch dafür Fördermittel zu beantragen bei der LAG Havelland.Die Kirchengemeinde hat der Antragsstellung zugestimmt. Voraussichtlich schon Mitte Februar wird die LAG-Arbeitsgruppe zu dem Antrag 2. Bauabschnitt Sanierung Kirche Hohennauen entscheiden. „Wir hoffen auf eine Bewilligung, auch wenn damit noch einmal viel Arbeit auf den Förderverein und der Kirchengemeinde zukommt“, sagte Monika Pickenhahn beim Neujahrstreffen des Heimat- und Dorfentwicklungsvereins. Förderverein und Kirchengemeinde müssten abermals den zur Förderung notwendige finanziellen Eigenanteil absichern. Daran werde intensiv gearbeitet, sagt die Pfarrerin. Die Gesamtkosten für den zweiten Bauabschnitt würden rund 200 000 Euro betragen, von denen dann bei einer erfolgreichen Fördermittelbewilligung 25 Prozent als Eigenmittel aufzubringen wären.

Alles wäre aber auch damit noch nicht geschafft. Die Deckensanierung und Auffrischung des Kircheninneren erfordern einen dritten Bauabschnitt. Wann dieser realisiert werden kann ist unklar, zumal in der Kirchspiel Hohennauen auch andere Gotteshäuser, wie in Witzke und Wolsier, einer Sanierung bedürfen.

Von Norbert Stein

Märkische Allgemeine vom 29. Januar 2018

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