Berge

Kirchturm vor der Sanierung

Der Turm der Dorfkirche Peter und Paul im Nauener Ortsteil Berge soll bis zum Jahresende saniert werden. Denn die äußere Fachwerkkonstruktion, die eingemauert ist, weist teils gravierende Schäden auf. Rund 400 000 Euro kostet das Vorhaben.

Pfarrer Thomas Tutzschke (r.) und Rainer Ramin vom Förderverein der Dorfkirche freuen sich, dass es jetzt bald losgeht mit den Arbeiten.
Quelle: Andreas Kaatz

Berge Demnächst wird der Turm der Berger Kirche eingerüstet, so dass die Hüllensanierung beginnen kann. „Wir freuen uns, dass es jetzt losgeht, aber wir wissen auch, dass es eine Menge Arbeit ist“, sagt Pfarrer Thomas Tutzschke. „Wir warten jetzt stündlich auf die Baugenehmigung.“

Notwendig ist die Sanierung unter anderem, weil das Fachwerk des Turmes starke Schäden aufweist. Wobei es bei der Berger Kirche eine Besonderheit gibt: Der Turm besteht aus einer doppelten Fachwerkkonstruktion. Das äußere Fachwerk ist eingemauert und somit „unsichtbar“. Zu sehen ist nur die innere Konstruktion. An dieser muss zwar auch einiges gemacht werden, die gravierendsten Schäden gibt es jedoch an der äußeren Konstruktion. Dort hat teilweise sogar der echte Hausschwamm seine Spuren hinterlassen.

Außenfassade wird geöffnet

Somit soll jetzt die Fassade geöffnet und das eingemauerte Fachwerk abschnittsweise entfernt werden. Die dadurch entstandenen Hohlräume werden dann nach der Schwammsanierung ausgemauert. Darüber hinaus wird im Inneren ein Teil der Holzkonstruktion erneuert. Zudem liegt das Augenmerk auf den Deckenbalken in den einzelnen Turmebenen. Deren Köpfe sind „gesundzuschneiden“ und zu sanieren wie es im Erläuterungsbericht zur Hüllensanierung heißt.

Darüber hinaus wird die Schiefereindeckung des Daches abgenommen und die Schiefer – wenn möglich – erneut verwendet. Letztlich soll alles wieder so aussehen wir vorher. „Zu den vorbereitenden Arbeiten gehörte auch, dass die Balkens freigelegt wurden. Selbst ein Artenschutzgutachten wurde angefertigt“, sagt Pfarrer Tutzschke. „Außerdem sollen in der Laterne (turmartiger Aufsatz – d.Red.) verkohlte Teile ausgewechselt werden. Dies rührt noch von einem Blitzeinschlag her.“

Gutachten liegt vor

Vor vier Jahren war ein Gutachten angefertigt worden. Im Ergebnis hatte die Gemeinde erstmals 2016 beantragt, in den Staatskirchenvertrag aufgenommen zu werden. Im zweiten Anlauf klappte dies dann auch. Ansonsten hätte man sich die Hüllensanierung nicht leisten können. 210 000 Euro der insgesamt 400 000 Euro kommen aus diesem Topf. Weitere Gelder steuern die Landeskirche, der Kirchenkreis, die Deutsche Stiftung Denkmalschutz und die Stiftung zur Bewahrung kirchlicher Baudenkmäler bei.

Rund 70 000 Euro sind Eigenmittel. Dabei spielt der 2008 gegründete Förderverein mit seinen 40 Mitgliedern eine große Rolle. Mehrere Benefizveranstaltungen organisiert er im Jahr. „Es ist eine Menge los. Wir haben nicht die großen Spenden, aber dafür viele“, sagt Rainer Ramin vom Verein. Am 24. Juni spielt zum Johannisfest in der Kirche wieder eine Band.

Später soll das Kirchenschiff folgen

Thomas Tutzschke hofft, dass die Arbeiten am Turm bis Jahresende abgeschlossen werden können. Wann es dann mit der Sanierung des Kirchenschiffes weitergehen kann, ist noch offen. Das hängt wieder am Geld. So ist unter anderem die Trockenlegung geplant, Mauerwerksrisse sind zu beseitigen und das Dach muss neu eingedeckt werden.

In der Vergangenheit musste immer wieder etwas getan werden, um das Gotteshaus in Berge zu erhalten. Beispielsweise erhielt der Turm 1945 in den letzten Kriegstagen sechs Treffer, die Schäden wurden 1952 beseitigt. 1973 schlug der Blitz ein, es kam zu einem Brand. Erst vier Jahre später konnten die Schäden weitestgehend behoben werden.

Von Andreas Kaatz

Märkische Allgemeine vom 22. Juni 2018

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