Kirche in Gadow

Sanierung würde 600 000 Euro kosten

Seit Jahren engagieren sich viele Gadower für den Erhalt ihrer Kirche. Nun stellt die Kirchgemeinde einen Förderantrag für die Außenhüllensanierng. Eigenmittel hat sie auch durch viele Konzerte gesammelt.

Beim Orgelkonzert mit Friedrich Drese vom Orgelmuseum Malchow kamen 210 Euro Spenden für die Kirche zusammen.
Quelle: Privat
 
Über 40 Besucher lauschten dem Orgelspiel.
Quelle: Privat

Gadow Es war einmal mehr ein Ohrenschmaus, den die Besucher der mittlerweile 6. Orgelkonzerts in der Gadower Kirche am Sonntagnachmittag zu hören bekamen. Gute eine Stunde spielte der Leiter des Malchower Orgelmuseums, Friedrich Drese, auf dem Instrument, das er vor fünf Jahren selbst mit restauriert hatte. Es ertönten unter anderem Stücke Dieterich Buxtehude und Robert Schumann. Über 40 Zuhörer waren gekommen.

„Bei vielen Stücken haben wir auch mitgesungen“, berichtet Renate Schüler. Sie ist Vorsitzende des Fördervereins zum Erhalt der Dorfkirche in Gadow. Das Konzert diente nicht zuletzt einmal mehr den Sanierungsvorhaben des Vereins und der Kirchgemeinde „Dosse Brausebach“. Gut 210 Euro Spenden, die sich die Gadower mit dem Organisten geteilt haben, waren am Sonntag zusammengekommen. Sie sollen der Sanierung der Außenhülle der Kirche zugute kommen. Darüber hinaus konnten Einnahmen durch den Verkauf von Kaffee und Kuchen nach dem Konzert erzielt werden.

Vorhaben kostet 600 000 Euro

„Gut 20 000 Euro hat de Kirchgemeinde dafür schon zusammen“, informiert Renate Schüler. Das sei freilich ein kleiner Teil dessen, der für die Sanierung notwendig wäre. Rund 600 000 Euro würde die Außenhüllensanierung einhergehend mit der Umgestaltung des Umfeldes der Kirche kosten. Das hatte das Architekturbüro Kannenberg aus Wittstock ausgerechnet. „Das Büro unterstützt uns bei der Stellung eines Förderantrags“, sagt Renate Schüler.



15 Jahre Engagement für die Kirche

Seit 15 Jahren setzen sich die Gadower, allen voran die Kirchgemeinde „Dosse Brausebach“ und der Förderverein, für den Erhalt ihrer Dorfkirche ein.
Seit 2004 gibt es regelmäßige Konzerte und Kulturveranstaltungen. Seit 2013, seitdem die Kirche über eine neue Orgel verfügt, finden auch Konzerte auf dem Instrument statt. Unter anderem dadurch konnten schon 20 000 Euro für die Sanierung angespart werden.
Nach Schätzung des Architekturbüros Kannenberg würde die Außenhüllensanierung und die Umgestaltung des Umfelds der Kirche rund 600 000 Euro kosten. Ein Förderantrag an das europäische Programm „Verbindung zwischen Aktionen zur Entwicklung der ländlichen Wirtschaft“ (Leader) wird bis Ende des Monats gestellt.


Ein Konzept, dass beim Verein „Regionalentwicklung Ostprignitz-Ruppin“ als Grundlage für den Antrag auf Fördermittel aus dem Maßnahmenprogramm „Verbindung zwischen Aktionen zur Entwicklung der ländlichen Wirtschaft“ (Leader) eingereicht worden war, sei positiv bewertet worden. Nun habe die Gemeinde bis Ende des Monats Zeit, den Antrag einzureichen.

„Die Realisierung ist für 2019 geplant“, heißt es in der Formulierung des Architekturbüros. Neben der Außenhüllenanierung soll die Kirche noch einen barrierefreien Zugang erhalten, wie Renate Schüler sagt. Zudem solle der Kirchengarten umgestaltet und durch eine Streuobstwiese ergänzt werden. „Wenn das alles durch ist, dann können wir zufrieden sein“, so die Fördervereinsvorsitzende. Bis dahin werde weiter gesammelt und gespart.

Von Christian Bark

Märkische Allgemeine vom 22. Juni 2018

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