Jabel

Fachwerk der Kirche repariert

Morsches Holz wurde an vielen Stellen ausgewechselt. Möglich machten das Spendengelder und eine Förderung. Die Arbeiten werden dieser Tage abgeschlossen.

Nikolai Schimanski (vorn) und Andreas Held von der Firma Wehland verfugen die Altlutherische Kirche in Jabel.
Quelle: Björn Wagener
 
Lorenz Mayer von der Kirchengemeinde Jabel vor der Altlutherischen Kirche im Dorf.
Quelle: Björn Wagener
 
Schäden am Mauerwerk werden gleich mitbeseitigt.
Quelle: Björn Wagener

Jabel In hellem Grau strahlt jetzt das Holz des Fachwerks an der Altlutherischen Kirche in Jabel. Es wurde in den vergangenen Wochen einer Verjüngungskur unterzogen. An rund 25 Problemstellen am Gebäude konnten morsche Teilstücke durch neues Holz ersetzt werden. Dazu sei das alte Material ausgeschnitten und das neue davorgesetzt und befestigt worden, beschreibt Lorenz Mayer das Prozedere. Der ehemalige Bauingenieur begleitete das Projekt im Auftrag der Kirchengemeinde. Dieser Tage wurden die letzten Arbeiten erledigt – dazu gehörte das Verfugen der Front- und Hinterseite der Kirche. Das übernahmen Andreas Held und Nikolai Schimanski von der örtlichen Firma Wehland.

Nicht geplant und doch ermöglicht

Dabei sei diese Fachwerksanierung eigentlich gar nicht vorgesehen gewesen. Dass sie aber trotzdem zustande kam, habe an einer Spende eines neuen Mitglieds der Kirchengemeinde gelegen. „Da hatten wir plötzlich 3000 Euro.

Aber damit allein kann man ja noch nicht viel anfangen“, erzählt Lorenz Mayer. Eine Fachwerksanierung jedenfalls wäre erheblich teurer. In Absprache mit Architekten aus Wittstock habe man sich dann aber darauf geeinigt, dass es genügen würde, schadhafte Stellen auszubessern, das Holz zu schützen und das Ganze optisch aufzuwerten. Eine Werterhaltung sei in ähnlicher Weise vor rund 80 Jahren schon einmal vorgenommen worden. Die Kostenschätzung für das neue Projekt habe bei etwa 10 000 Euro gelegen. Auch das wäre also mit den 3000 Euro nicht zu stemmen gewesen.

Beziehungen halfen weiter

Doch da kam Lorenz Mayer eine Idee: „Ich habe ja gute Verbindungen zu einer Partnergemeinde in Potsdam.“ Die habe schon viel saniert und dafür Fördermittel vom Land Brandenburg und der Stiftung Preußisches Kulturerbe bekommen. Ein Freund aus Potsdam habe ihm geraten: „Wende dich doch mal dorthin, die haben vielleicht noch was.“ Bei den Arbeiten in Potsdam sei es um viel größere Summen gegangen. „Wir wollten nur 5000 Euro von jedem der beiden möglichen Geldgeber. Das zog sich dann erst mal eine Weile hin.“

Fördermittel flossen

Dann habe es vom Land geheißen: „Machen wir, wenn die Stiftung etwas gibt.“ Die Stiftung habe ebenfalls zugesagt, wenn sich das Land beteiligt. Das Ganze sei schließlich beantragt und auch bewilligt worden. „So hatten wir dann 13 000 Euro, mit denen wir die Sache angehen konnten“, sagt Lorenz Mayer. Er erstellte daraufhin das Projekt. Der intakte gemauerte Giebel blieb außen vor.

Denkmalschutz war involviert

Bei dem Vorhaben sei auch der Denkmalschutz involviert gewesen, der die graue Farbe fürs Fachwerk vorgegeben habe. Außerdem solle Mauerwerk an einer Stelle über einem Fenster auf der Rückseite des Hauses erneuert werden, weil es sich bereits vorgewölbt hat. Laut Lorenz Mayer werde daran gedacht, dass demnächst womöglich auch das an die Kirche anschließende Pfarrhaus gestrichen werden könnte – allerdings in Eigenleistung.

Von Björn Wagener

Märkische Allgemeine vom 07. Juli 2018

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