Erfahrungsberichte


1 - Schönwalde - Ein Bericht von Hanns-Eckard Sternberg

Kurzbericht über das 3. Schönwalder Musikfest am 12. und 13. September 2008

In Schönwaldes Pfarrscheune fand am 12. und 13. September 2008 das 3. Schönwalder Musikfest statt, dass im Rahmen des Projektes „Kunst und Kultur in brandenburgischen Dorfkirchen“ des Fördervereins Alte Kirche Berlin-Brandenburg e.V. mit Mitteln aus dem Fonds Neue Länder von Kulturstiftung des Bundes unterstützt wurde.

Am 12. September begann die Veranstaltung mit einer Lesung unter dem Motto „Poesie & Musik in der Pfarrscheune“. Sechs Schönwalder Autorinnen und Autoren lasen aus ihren Werken. Begleitet wurden sie durch Hans-Georg Strehlow, der ebenfalls mit eigenen Kompositionen für die musikalische Umrahmung des Abends sorgte.

Am 13 September begann um 15 Uhr das Hauptereignis - das 3. Schönwalder Musikfest - unter dem Motto „Wir von hier musizieren für Euch“.

Dabei waren:
Die Kinder der Kita „Traumland“ aus Schönwalde
Liedermacher Michael Günther
Der Kirchenchor
Der Flötenkreis der Kirchengemeinde
Der gemischte Chor Schönwalde
Eric Buttkereit am Klavier
Mike & the young-sters
Der Swingchor „Tea-cream-singers“
Die Pankepiraten
Der Männerchor aus Schönwalde
Der Schönwalder Nachtwächter mit seinem Lied zur guten Nacht

In halbstündiger Folge traten die einzelnen Interpreten bei gutem Publikumsbesuch aber leider etwas sehr kühlen Temperaturen auf.

Das Musikfest war ein voller Erfolg. Viele Beteiligte freuen sich schon auf das nächste Jahr, wenn es wieder mit Künstlern aus der Region heißt: „Wir von hier musizieren für Euch“.

 


2 - Niederfinow - Ein Bericht von Ute Postler, 22. Oktober 2008

„Die Schrift“ – Ausstellung in der Kirche Niederfinow 2008

Die Kirche als einen Kunst-Raum der Mitte und Ort der Begegnung und des Verbindens von Menschen, Ideen und Visionen zu nutzen, ist der Grundgedanke für das Kunstprojekt in der Kirche Niederfinow.

„Die Schrift“ hieß die diesjährige Ausstellung, in der sich acht bildende Künstlerinnen und Künstler aus den Bereichen Plastik, Malerei, Grafik und Fotografie mit ihren Werken in der Kirche präsentierten.

Die künstlerische Umsetzung war frei: es wurde sowohl in christlichen als auch persönlichen und gesellschaftskritischen Bereichen zum Thema gearbeitet.

Pfarrer Radtke hielt während der Ausstellung zwei Gottesdienste zum Thema „Die Heilige Schrift“.

Am letzten Ausstellungstag trat ein Bariton aus Dresden auf, der eine auf die Kunstwerke und den Kirchenraum bezogene experimentelle Gesangsvorstellung gab.

Eröffnung und Finissage waren gleichzeitig auch Anlass für die Leute des Ortes und der Umgebung, mal wieder fröhlich zusammen zu kommen. Dafür hatten die Dorffrauen sehr guten Kuchen gebacken und die Kirchenälteste Helga Wittstock die Kaffeeküche organisiert.

Während der Öffnungszeiten war jeweils einer der Künstlerinnen und Künstler in der Kirche anwesend. Das kam sehr gut an. Nahezu mit allen Besuchern, die viele Fragen stellten und persönliche Gedanken äußerten, wurde gesprochen. Auch für die Künstler selber waren die Gespräche und Reaktionen sehr interessant und bereichernd.

Zur feierlichen Eröffnung mit Cellomusik waren knapp 200 Menschen in die Kirche gekommen.

An den Wochenenden danach sahen 164 Besucher die Exposition. Zur Finissage kamen noch einmal etwa 70 Menschen.

Wenn man weiß, wie wenig ausgeprägt die derzeitige Kultur-Landschaft in unseren Dörfern hier ist, kann man sich um so mehr darüber freuen.

Nachfragen ergaben, dass etwa die Hälfte der Besucher aus dem Ort und der Umgebung kamen. Ein Viertel waren Touristen und ein weiteres Viertel angereiste Kunstinteressenten.

Kirchenälteste und Pfarrer zeigten sich offen für das Experiment, moderne, anspruchsvolle Kunst und Kultur im Kirchenraum zu zeigen. Mit auch rechnerisch positivem Resultat: Kommen sonst durchschnittlich vier bis acht Gemeindemitglieder zum Gottesdienst in die Kirche, kamen zu den zwei Gottesdiensten während der Ausstellungszeit insgesamt fünfundvierzig Besucher.

Die beteiligten Künstlerinnen und Künstler nutzten sehr engagiert das Angebot des Kirchenraumes als sehr schönem Ausstellungsort. Sie brachten sich mit ihrem künstlerischem Können phantasievoll ein – in Achtung vor der Geschichte und der Ausstrahlung des Ortes. Dies zu erfahren, war für mich und viele andere Menschen eine große Freude.

Das Angebot von Kunst und Kultur brachte eine positive Energie in den Ort.

Im September fanden in unserer Gemeinde Wahlen zur Gemeindevertretung statt.

Eine Wählergruppe, die sich zur Wahl stellte, erwähnte im ersten Satz ihres Wahlprogramms u.a. die Ausstellung in der Kirche.

Hier in den Dörfern gibt es viel Unsicherheit durch das Wegbrechen der alten Strukturen, die hohe Arbeitslosigkeit, den steten Einwohnerrückgang usw.

Doch es wird auch nach Alternativen gesucht. So haben z.B. jetzt einige Bürger des Ortes angedacht, einen Kulturkreis oder Verein zu gründen.

Hier noch einige Gedanken zur Verfahrensweise der Förderung:

Die Förderung durch den Förderkreis Alte Kirchen und die Kulturstiftung des Bundes gilt für zwei Jahre. Dadurch kann eine beabsichtigte Kontinuität gefestigt werden.

Die Höhe der finanziellen Förderung bedingt, dass nach Co-Finanzierungen gesucht werden muss. Im ersten Jahr sind dafür aber die Antragsfristen überwiegend abgelaufen.

Wenn man eine gute Arbeit machen möchte, kann es dadurch schwierig werden.

Ein Vorschlag: es könnte vielleicht sinnvoller sein, im ersten Jahr eine größere Anzahl von Projekten mit einer höheren Finanzierung zu fördern, dann zu sehen, wie die Projekte sich entwickeln und im zweiten Jahr – je nach Bedarf, Umfang, Qualität, Nachhaltigkeit usw. – weniger Projekte bedarfsgerechter bzw. mit etwas mehr Mitteln auszustatten.

Eine Erfahrung, die ich immer wieder im Kunst- und Kulturbereich mache, ist, dass künstlerische und kulturelle Arbeit meist nicht oder nur ungern finanziell vergütet wird. Es gibt oft die Erwartungshaltung, dass diese Arbeiten generell in den Bereich Ehrenamt fallen.

Ein Vorschlag: die gesellschaftliche Bedeutung künstlerisch-kultureller Arbeit in breiterer Öffentlichkeit, auch im Förderkreis, positiv alternativ zu diskutieren und in die Vergabehaltung mit einfließen zu lassen.

Als Projektleiterin in diesem Ausstellungsprojekt machte ich auch die Erfahrung, dass es wichtig ist, zwischen Ehrenamt und Sponsoring zu unterscheiden.

Ein Beispiel: einen hohen Kostenanteil machen z.B. die Fahrtkosten aus – ehrenamtlich fahre ich zu Kopierläden, Bürgermeistern, klebe Plakate, stelle Kontakte her usw. – doch die Fahrtkosten selbst zu tragen wäre Eigensponsoring.

Ein Vorschlag: die Fahrtkosten mit in die zu fördernden Posten aufzunehmen.

Die Förderung durch den Förderkreis Alte Kirchen hat hier ein sehr gutes Projekt ermöglicht.

Sie hat Mut gemacht und Eigeninitiativen gestärkt.

Im nächsten Jahr wird es ein zweites Ausstellungsprojekt geben. Die Vorbereitungen haben schon begonnen.

 

Blick in die Kirche kurz vor Eröffnung der Ausstellung in Niederfinow am 19. Juli 2008
Foto: Ute Poster

Mit dem "Scrabble", einem Teil der Installation der Eberswalder Bildhauerin Gudrun Sailer, spielen Kinder zur Eröffnung.
Foto: Bernhild Ott

Blick in den Eingangsbereich mit einer Plastik von Gudrun Sailer (Bildhauerin, Eberswalde) und Bildern von Tatsuhiko Yokoo (Maler, Metzdorf)
Foto: Ute Postler

Finissage am 24. August 2008 mit einem experimentellen Gesangskonzert des Baritons Rainhart Gröschel aus Dresden; im Hintergrund ein Bild von Christine Hielscher (Malerin, Gersdorf)
Foto: Linde Postler

Kinder beim Lesen vor der Wort-Grafik-Installation von Christiane Wartenberg (Grafikerin, Ortwig-Loose)
Foto: Ute Postler


3 - Prenden - Ein Bericht von Sabine Voerster, Fördervereins Dorfkirche Prenden 1611 e. V., 8. November 2008

Prenden, heute Ortsteil der Gemeinde Wandlitz im Landkreis Barnim, liegt nur etwa 40 km von Berlin entfernt. Die Kirche ist das älteste Bauwerk, im 16./17. Jahrhundert auf den Fundamenten eines Vorgängerbaues errichtet.

Nach fachmännischer Feststellung von erheblichen Bauschäden, begannen 1998 umfangreiche Sanierungsarbeiten, die den Abbau und Wiederaufbau des äußeren Fachwerkturms und des Dachstuhls einschließlich Dachdeckung notwendig machten. Im weiteren Verlauf wurde der Dachstuhl des Kirchenschiffs erneuert und eingedeckt, die Kirchenfenster wiederhergestellt, Außenputz und teilweise Innenputz angebracht sowie Farbanstriche ausgeführt. Nach Abschluss der Sanierungsmaßnahmen im Jahre 2002, die dank des Zusammenwirkens aller Beteiligten sowie durch die erfolgreiche Beschaffung der finanziellen Mittel möglich wurden, erstrahlt die Prendener Dorfkirche wieder in altem Glanz. Die konstruktive Zusammenarbeit von Anfang an zwischen den Architekten, der Oberen und Unteren Denkmalpflege, dem Denkmalbeauftragten der Evangelischen Kirche, dem Kirchengemeinderat und dem Förderverein Dorfkirche Prenden 1611 e.V. erweist sich bis heute als äußerst effektiv und nützlich. Mit dem GKR wurde ein schriftlicher Nutzungsvertrag vereinbart, der das harmonische Miteinander der Kirchennutzung regelt. Termine für die ein Mal im Monat stattfindenden Gottesdienste und für die Veranstaltungen des Fördervereins werden gemeinsam abgestimmt.

Zur Vereinsgeschichte: Unser Verein hat sich im Jahre 1998 gegründet und feiert in diesem Jahr sein zehnjähriges Bestehen. Sieben Gründungsmitglieder - der Pfarrer im Ruhestand, der Ortsteilbürgermeister, ein Mitglied aus dem Gemeindekirchenrat, ein Schriftsteller/Übersetzer und drei Bildende Künstler und Künstlerinnen (alle ortsansässig).

Die Kirche im Dorf lassen war unser Anliegen. Kirchenraum als Kunstraum - als Raum für Kommunikation und Begegnung, in einem Ort, wo die Infrastruktur für die ca. 450 Bewohner erheblich beeinträchtigt war. (Verkaufstelle: geschlossen, Gaststätte: geschlossen, Kita: geschlossen, Artzpraxis: geschlossen.) Bei aller „Geschlossenheit“ war die Idee zur „Offenen Kirche“ ein Lichtblick am Horizont. Während der Sanierung war die Kirche nicht benutzbar, so hatte der Förderverein die Idee, in Absprache mit der Kirchengemeinde, den Gemeinderaum im alten Pfarrhaus kostenlos zu nutzen. Im Gegenzug wurde dieser renoviert, gemalert und ausgestaltet.

Denkmal Kunst Kultur - ist die Leitlinie unseres Vereins. Am Denkmal wurde noch gebaut und Kultur zog gleichzeitig mit dem „Erzählcafe“ ins Pfarrhaus von Prenden ein. Ältere Einwohner berichteten aus ihrer Jugendzeit und brachten Fotos mit, der Ortschronist las aus der Chronik, in Erinnerung an alte Bräuche wurden mit Kindern des Ortes Eier bemalt und Stiepruten gebunden, ein Filmdokument aus den 50er Jahren zeigte Geschichte in bewegten Bildern - ach wie haste dir verändert ... u.a.m. während der Bauzeit - jeden Monat eine Veranstaltung - im Dialog der Generationen - bei Kaffee und Gebäck im Gemeinderaum. Eine gute Gelegenheit, neue Mitglieder für den Verein zu werben und sich näher kennen zu lernen.

Dann war es soweit, die Prendener Kirchenglocken läuteten nach zwei Jahren Bauzeit wieder. Die Älteste im Dorf erholte sich langsam.

Kulturveranstaltungen, wie Erzählcafe, Lesungen, Konzerte, Darstellendes Spiel, Puppentheater, Märchentage fanden nun in der Kirche statt. Parallel dazu wurde im Kirchenraum Kunst präsentiert, wie Malerei, Plastik, Grafik, Textil, Photographie. Bei der Vermittlung von Bildenden Künstlerinnen und Künstlern wird die Besonderheit des Ausstellungsraumes, nämlich die Balance zwischen sakralem Kirchenraum und den auszustellenden Kunstwerken als interessante Herausforderung gesehen. Dazu wurde von einem ortsansässigen Künstler und Mitglied im Verein ein denkmalgerechtes Hängesystem entwickelt. Des Weiteren lässt die variable Bestuhlung verschiedene Gestaltungsvarianten zum Standort von Kunstwerken zu. Alle Stühle tragen eine Zahl, die auf die jeweiligen Spender und Spenderinnen verweist. Somit konnten neben den noch vorhandenen 6 Kirchenbänken 80 Sitzgelegenheiten geschaffen werden.

Die Resonanz der kulturellen Angebote ist positiv und nachhaltig. Besucher kommen aus der näheren und weiteren Region, aus Berlin, Brandenburg und darüber hinaus. Zur Beibehaltung des erreichten Niveaus ist eine kontinuierliche und professionelle Öffentlichkeits- und Pressearbeit sowie eine Versicherung der Kunstwerke u.a.m. Voraussetzung. Mit der Realisierung des Heizungseinbaues in die Dorfkirche durch den Förderverein wurde eine ganzjährige Nutzung des Kirchenraumes möglich. Zur Weihnachtszeit im Jahre 2005 wurde die Heizung aufgrund der Aktivitäten des Vereins (20.000,00 Euro - Spendengelder und Fördermittel) in Betrieb genommen.

Heute können wir mit gutem Gefühl sagen, das Denkmal Dorfkirche Prenden hat sich zu einem kulturtouristischen Standort in unserer Region entwickelt.

Was macht die Besonderheit der Prendener Kirche aus?

Es ist die stimmige Atmosphäre, so gibt es immer eine Blumendekoration, entsprechend der Jahreszeit und des Anlasses, es leuchten die Kerzen des restaurierten Kronleuchters, die Veranstaltungsbetreuer nehmen sich Zeit für Auskünfte und weisen auf entsprechende Informationsmaterialien hin. Der Kirchturm ist begehbar und die Ausstellung zur Orts- und Kirchengeschichte veranlasst zum Verweilen. Im Ambiente der alten Holzkonstruktion ist das dörfliche Leben in einer Familienchronik dargestellt, dazu Schulgeschichte, Fotos aus den 20er Jahren, der Hochzeit des Luftkurortes Prenden, außerdem sind historische Ausstattungsgegenstände der Kirche, wie die mechanische Einzeigeruhr, das historische Zifferblatt, die alte Turmbekrönung u.a. zu besichtigen. Dank der Förderung durch die Kulturstiftung des Bundes konnte diese Ausstellung erweitert werden. Die Erstellung eines Faltblattes ist in Vorbereitung. In den Sommermonaten sind im Rahmen des Brandenburgischen Dorfkirchensommers die Dorfkirche sowie der Rastplatz im Pfarrgarten für Besucher, Radfahrer und Spaziergänger an den Wochenenden geöffnet.

Denkmal Kunst Kultur - Dorfkirche Prenden ist ein Beitrag zur Entwicklung des Kulturtourismus in Barnim.

10 Jahre Vereinstätigkeit. Der erste Generationswechsel ist erfolgt. Bisher haben alle ehrenamtlich gearbeitet. Wir sind auf der Suche nach neuen Möglichkeiten. Dazu gehören Vernetzungen mit Vereinen aus der Region, z.B. der Förderverein Naturpark Barnim e.V., der Tourismusverein Naturpark Barnim e.V., das internationale Brassens Festival, die Barnimer Märchenwoche, Musikschulen öffnen Kirchen und die Vernetzung mit Barnimer Künstlerinnen und Künstler in Zusammenarbeit mit dem Infopunkt Kunst im Barnim, dem Brandenburger Verein Bildender Künstlerinnen und Künstler (BVBK).

Vor einigen Jahren las ich in einem Grußwort von Präses Manfred Sorg, dem Vorsitzenden der Evangelischen Kirche der Union, bis diese im Februar 2003 in die Union der Evangelischen Kirchen (UEK) aufging. Zitat: „Kirchenräume als Kunsträume. Fügt man nur ein kleines „t“ ein, werden aus Kunsträumen Kunst-träume, und es tut sich das weite Feld der Phantasie und Kreativität auf, das für die Wahrnehmung von Kunst wie für die Wahrnehmung von Religion so konstitutiv ist.“

Im Jahre 2005 erhielt der Förderverein Dorfkirche Prenden 1611 e.V. den Barnimer Kulturpreis von Bündnis 90 die Grünen für sein Wirken.

 


4 - Erzähltheater Berlin - Ein Bericht von Sabine Steglich, August 2009

Märchen durch Zeit und Welt - Zeitraum 2008/2009

Zum Ersten und vor allem möchte ich mich für bei Ihnen bedanken, dass ich an diesem Projekt teilnehmen durfte.

Ich bin sehr froh, dass ich über den Zeitraum von zwei Jahren einem weiteren Publikumskreis die Kunst des Erzahlens wieder etwas naher bringen konnte.

In diesem Projekt verlagerte sich der Schwerpunkt auf die Verbreitung von vielfältigen Märchenstoffen

aus der ganzen Welt.

Im Anfang war beobachten, dass sich niemand so recht unter "Erzählen" etwas vorstellen konnte. Umso schöner und bemerkenswerter war zu sehen, wie das Interesse und die Freude auf und an diesen Veranstaltungen wuchsen.

Es sei noch einmal kurz erinnert, was mich dazu bewog: (aus dem Antrag: Märchen bieten einem breiten Publikumskreis gemeinsame Berührungspunkte und kann als Bindeglied für Generationen verstanden werden. Die Strukturen sind so angelegt, dass die Vorgänge bereits Kindern verständlich sind und sie bieten Erwachsenen eine Fülle von Inhalten an, die auch sie ansprechen. Volksmärchen sind ja ursprünglich aus Erzahlungen von Erwachsenen entstanden, in denen sich Lebensbedingungen widerspiegeln, verbunden mit Kummer und Freude, Wünschen und Traumen sowie Zukunftsentwürfen. Sie sind meist frei von der Mode der einzelnen Zeiten und darum auch zeitlos und in vielem noch gültig. Sie gehen auf elementare Dinge ein, der Auseinandersetzung mit Krankheit und Tod, Armut, dem Wunsch nach Gerechtigkeit, der Bitte um Hilfe und dem Wunder des Geholfenwerdens und sie sind oft auch voller Witz und Humor.)

Dieses Ziel, einem breitem Publikumskreis gemeinsame Berührungspunkte zu bieten - das ist meiner Meinung nach gelungen.

Anfänglich plante ich, spielerische Vorstellungen und reine Erzählveranstaltungen ausgewogen zu mischen. Aber es war schnell zu spüren, dass die reinen Erzählveranstaltungen einen breiteren Publikums - und Interessenkreis ansprachen. So konnte ich flexibel reagieren und konzentrierte mich auf eine thematisierte Veranstaltungsreihe innerhalb des Erzählens von Märchen.

Besonders berührt bin ich von Engagement der Projektleitung, der Gemeinde und ihren vielfältigen Anliegen, unterschiedlichste Situationen und Anliegen zu unterstützen. Ich bin mehr als überzeugt, dass die an den jeweiligen Tagen eingesammelten Spenden ausschließlich ihren ursprünglichen Zwecken zugeführt werden.

Durch dieses Projekt ist es gelungen, sich einer eher doch unbekannten Kunstform zu öffnen.

Auf recht unkompliziertem Wege fanden so Möglichkeiten des persönlichen Kennenlernens und Erfahrungsaustausch statt.

Es gibt nicht eine Veranstaltung, die ich missen möchte.

Sofern es mir als freiberufliche Künstlerin möglich ist, bin ich jederzeit bereit, als Erzahlerin die Gemeinde zu unterstützen.

 

Sabine Steglich

Märchenzeit - Zeitraum

Dem Interesse und dem Engagement von Frau Dr. Doris Steinike, die sich sowohl in der Gemeinde Grünau als auch für den Förderverein in Dahmsdorf stark einsetzt sowie dem außerordentlichen Interesse von Herrn Meyer-Rath ist es zu danken, dass die Veranstaltung in der Dahmsdorfer Dorfkirche stattfinden konnte.

Werbung und Organisation für diesen Tag waren mit ehrenamtlichem großem Aufwand verbunden. Es fehlte - außer wärmeren Temperaturen - an diesem Tage nichts. Es war sowohl für kleine kulinarische Stärkungen gesorgt worden, die musikalische Seite wurde bedacht, für Kinderbetreuung während des zweiten Erzählteils wurde liebevoll gesorgt. Der Innenraum der Kirche war mit vielfältigen Blumen geschmückt - passend zu französischen Märchen in den Farben der Landesflagge: blau, weiß, rot.

Ca. 100 Zuhörer - Kinder und Erwachsene - hatten sich eingefunden, um einer eher ungewohnten Kunst zu lauschen. Die Märchenstoffe schienen zu fesseln. So mischten sich auch die Zuhörer und sowohl Kinder als auch Erwachsene nahmen beide Teile der Veranstaltung in Anspruch. Allein die mehr als kühlen Temperaturen an diesem regnerischen Tag zwangen alle Beteiligten nach mehr als 2 Stunden, den Erzählabend zu beenden.

Es wäre der Kirche zu wünschen, dass sie bald wieder vollständig saniert wird und ich hoffe, dass die Spenden dieses Tages einen weiteren kleinen Baustein darstellen.

Der Förderverein Dahmsdorf e.V. wurde vor einigen Jahren gegründet, um Fördermittel einzuwerben, um Veranstaltungen durchzuführen und so etwas kulturelles Leben ins Dorf zu bringen.

Der Ort Dahmsdorf gehört zu Reichenwalde, liegt nicht weit entfernt von Storkow. Etwa 130 Einwohner, im Sommer kommen dann noch 200-400 zeitweilige Bewohner vom Campingplatz und der Bungalowsiedlung hinzu.

Die Kirche stammt aus dem 13. Jahrhundert und bedarf dringend der Sanierung. Die Kirche verfügt über eine große Besonderheit, sie liegt in einem Dünenkörper, in einem natürlichen Schutz. Der

Dünenkörper ist ein Teil einer km-Iangen Dünenlandschaft. In der Kirche finden zwischen Pfingsten und Erntedank Gottesdienste statt. Die Kirche gehört zum Pfarrbezirk Reichenwalde, Pfarrer ist S. Tiepner.

 


5 - Oppelhain - Ein Bericht von Joachim Posselt, 21. Dezember 2008

Die Oppelhainer Kirche ganz im Zeichen von Kunst und Kultur 2008

Am 30. März 2008 versetzte der Musizierkreis "Laudate" aus unserem Nachbarort Friedersdorf alle Gäste zu einem Festgottesdienst in eine wunderbare Atmosphäre mit frühlingshaften Melodien. Unsere kleine Oppelhainer Kirche war sehr gut gefüllt.

Am 12. Mai 2008 war der erste Höhepunkt unseres Dorfes - der Mühlenmarkt. In unserer Kirche wurden Bilder ausgestellt durch den Maler Herrn Tosch aus der Nachbargemeinde Sorno. Diese Ausstellung wurde von den Besuchern sehr gut angenommen.

Am 3. Oktober 2008 (2. Mühlenmarkt) wurde unsere Kirche wieder zum Ausstellungsort für einen Künstler, Herrn Lewandowski, aus der Region. Zu sehen waren wunderbare Aquarelle mit Landschaftsmotiven aus unserer Umgebung, mit Pinselstrichen gekonnt festgehaltene Impressionen aus der Natur zu verschiedenen Jahreszeiten. Zahlreiche Besucher erfreuten sich an diesen wunderbaren Bildern und kamen mit dem Künstler in interessante Gespräche.

Am 5. Oktober 2008 öffnete die Oppelhainer Kirche wieder die Pforte zu einem Konzert. Zu hören waren "Gospel and Friends" aus Senftenberg, unter der Leitung von Herrn Apelt. Die kleine Kirche war bis auf den allerletzten Platz gefüllt, und die Zuhörer waren begeistert von den mitreißenden Melodien, die sehr abwechslungsreich dargeboten wurden. Zum Schluss waren die Konzertbesucher an der Reihe mitzusingen, was trotz der fremdländischen Worte sehr gut ging. Ein schöner Abschluss war das Kaffeetrinken in der Gaststätte "Otto" in Oppelhain mit selbstgebackenen Kuchen durch die Kirchengemeinde.

Am 12. Oktober 2008 - eine Woche später strömten wieder Konzertbesucher in die Kirche. Im Rahmen des Projektes "Musikschulen öffnen Kirchen" begrüßte Kulturamtsleiter Andreas Pöschl zu diesem Konzert in der Kirchengemeinde Oppelhain. Die Musikschüler brachten ein sehr anspruchsvolles Programm mit Stücken aus verschiedenen Jahrhunderten zu Gehör: von spanischen Gitarrenklängen, modernen Stücken für Akkordeon und romantischer Klaviermusik bis zu Bearbeitungen für Bass-, Subbass- und Großbassflöten sowie Bläserensembles war in diesem abwechslungsreichen Programm alles vertreten. Auch an diesem Nachmittag gab es noch Kaffee und Kuchen im Anschluss an das Konzert, zu dem die Landfrauen und die Kirchengemeinde zu Oppelhain in das Dorfgemeinschaftshaus einluden.

 


7 - Nennhausen - Ein Bericht von Erika Schönwald, Januar 2010

Mit einer Förderung von 1.500 Euro durch die Kulturstiftung des Bundes und den Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg e.V. organisierten wir als Kulturverein Nennhausen e.V. in Zusammenarbeit mit der Pfarrerin der Reformationsgemeinde Westhavelland, Frau Zieme, in den vergangenen zwei Jahren 2008 und 2009 neun Veranstaltungen in unseren Dorfkirchen.

Trotz der unterschiedlichen Thematik und Darstellung (Konzert, Lesung, Tanz, Theater) sind alle Darbietungen als ein Ganzes zu sehen.

Inhaltlich sollte die Veranstaltungsreihe den musikalischen Einfluss des romantischen Dichters Friedrich Baron de la Motte Fouquè, der 30 Jahre im Schloss Nennhausen wirkte und 50 Jahre im Havelland zu Hause war, den Zuhörern bekannt machen. In der Zeit der Romantik war Nennhausen ein literarischer Musenhof. Fouquè war in jenen Jahren in aller Munde – der meist gelesene Autor, wie Nachforschungen belegen. Mit seiner „Undine“ erlangte er Weltruhm. Mit seinen über 200 Werken und seinen Veröffentlichungen in allen Almanachen und Taschenbüchern war er ein gefragter Autor. Leute mit Rang und Namen trafen sich in den Berliner Salons, so auch die Fouquès, und viele reisten im Sommer zu Fouquè nach Nennhausen, um im ausgedehnten Park des alten Briest, des Schwiegervaters, zu fachsimpeln, wie z.B. E.T.A. Hoffmann, Joseph von Eichendorf, Adalbert von Chamisso, Per Daniel Atterbom, Wilhelm von Humboldt, der Schriftsteller und Komponist Carl Borromäus von Miltitz, der Maler Philipp Veit und viele andere, die damals noch zu Fuß, zu Pferd oder mit der Kutsche anreisten. Mit einer Ausstellung im Alten Gärtnerhaus in Nennhausen, die 2002 im Jahr der Romantik mit Förderung von Kulturland Brandenburg e.V. vom Kreismuseum Rathenow erarbeitet wurde, lassen wir die Zeit um 1800 Revue passieren. Seit unserer Gründung im Jahr 2003 bemühen wir uns, Nennhausen als literarisches Kleinod mit dem romantischen Dichter Friedrich Baron de la Motte Fouquè touristisch bekannt zu machen. Neben der o.g. Dauerausstellung setzten wir uns jährlich Schwerpunkte, z.B. 2003 Aufbau einer Ausstellung über unseren Dichter und 2004 Soiree im Park Nennhausen, Thema: E.T.A. Hoffmann begegnet den Fouquès in ihrem Schlosspark. Diese Veranstaltung wurde von Kulturland Brandenburg e.V. begleitet und von Frau Prof. Dr. Johanna Wanka eröffnet.

Zur 700-Jahr-Feier von Nennhausen hat der Kulturverein den großen Festumzug gestaltet.

2005 ging es um die Aufführung des Oratoriums „Die Frauen am Grabe des Heilands“, das Fouquè geschrieben und Carl Borromäus von Miltitz seinerzeit vertont hatte. Der Domkantor von Meißen studierte das Werk ein. Wir organisierten die Aufführung im Brandenburger Dom.

2006 war Nennhausen ein Außenstandort der LAGA Rathenow. Besucher führten wir durch die Ausstellung in unserem Gärtnerhaus, durch den Park, durch die Nennhausener Kirche und durch die Ausstellung „Stillgelegt“, die von Studenten erarbeitet wurde und auf das Problem unserer Dorfkirchen aufmerksam machen wollte.

 

Berliner Streichquartett

Die Autorin Dorothea Minkeis liest aus ihrem Buch "Elisabeth, Königin von Preußen” über deren Beziehung zu den Fouques und den Rochows. Dazu Harfenmusik mit Julia Becker

2007 gedachten wir des 230. Geburtstages von Fouquè und wir organisierten wechselnde Ausstellungen von Künstlern und Hobbykünstlern im Alten Gärtnerhaus in Nennhausen, so z.B. die Ausstellung „Nixen und mehr“ des Grafikers Klaus Prase, eine Fotoausstellung von V. Braun „Zu Hause entdeckt“ und die Ausstellung „Sternstunden der Engel“ von Margarita Budini und Ingrid Greubel.

2008/09 nutzten wir erstmals als Veranstaltungsort unsere Dorfkirchen. Die Förderung durch den Förderkreis Alte Kirchen Berlin – Brandenburg e.V. hat uns die Möglichkeit eröffnet, unsere Kulturarbeit in die Dorfkirchen zu tragen und damit immer neue Personenkreise anzusprechen. Den Weg, den er uns mit dieser Maßnahme geöffnet hat, wollen wir gern weiter gehen, obwohl wir wissen, dass die Finanzierbarkeit auf dem eingeschlagenen Niveau kritisch sein wird. Mit einem Imbissangebot (selbst gebackener Kuchen, Schnittchen, Kaffee, Bowle, usw.) vor und nach dem Konzert kommen wir mit den Besuchern ins Gespräch, erhalten oft kleine Spenden und hoffen, dass eine weitere Veranstaltung finanziert werden kann. Das Echo auf unsere angebotenen Veranstaltungen in den einzelnen Orten konnte unterschiedlicher kaum ausfallen. Von Desinteresse bis Begeisterung waren alle Nuancen dabei. Besucher aus Nachbargemeinden konnten wir trotz umfangreicher Werbung kaum anlocken. Dem gegenüber steht, dass Interessierte aus Rathenow und Berlin jede unserer Veranstaltung besucht haben. Unser Resümee: In Orten, wo sich bereits Leute in kultureller Tätigkeit treffen, geht man den Weg zu einer Veranstaltung in der Kirche leichter. Bis aber die Erkenntnis gereift ist, dass man sich um die Erhaltung der Kirche mitten im Dorf selbst kümmern muss, sollte man staatlicherseits den Kirchen mit Hilfe und Förderung zur Seite stehen. Das Verständnis für den kulturhistorischen Schatz mitten in ihrem Dorf muss wachsen können.

 


8 - Riedebeck - Ein Bericht von Annegret Gehrmann, Förderkreis Alte Kirchen der Luckauer Niederlausitz e.V., 4. November 2008

Die Veranstaltung in Riedebeck war der Konzerthöhepunkt bei den diesjährigen Kirchenmusiken der Region, und es gab unter den teilweise neugierigen, jedoch skeptischen Zuhörern keinen, den die Musiker nicht in ihren Bann gezogen und begeistert hätten. Das Konzert hatte ein Niveau, mit dem man getrost in allen Kulturzentren der Welt gastieren kann, und die hohe internationale Wertschätzung der Musiker zeigt sich ja auch in ihren Engagements auf allen Kontinenten. Dabei verstanden es alle Drei, ihr Anliegen nicht nur musikalisch, sondern auch verbal überzeugend zu vermitteln - die Erinnerung an das friedliche Miteinander dreier Kulturen und Religionen im Europa des Mittelalters. Es war erklärtes Ziel unseres Förderkreises, diese Botschaft gerade in die ländliche Region des Landes zu tragen, und mit Hilfe dieser hochkarätigen und dabei überaus sympathischen Musiker ist dies auch gelungen. Schön wäre es, wenn man in der nächsten Saison daran anknüpfen könnte, zumal die mittelalterliche Musik in den Konzerten noch deutlich unterrepräsentiert ist und sich auch hier erst Hörgewohnheiten herausbilden müssen. Leider wird das mit den begrenzten finanziellen Möglichkeiten kaum möglich sein, denn solche Konzerte tragen sich weder durch Spenden noch durch Eintrittsgelder.

Enttäuschenderweise litt die überregionale Bekanntmachung des Konzerts unter dem „frühen" Termin, denn noch in der Woche vorher war es auf der entsprechenden Internetseite zum Kulturwettbewerb im Gegensatz zu wesentlich späteren Veranstaltungen nicht eingetragen. Dabei lagen alle wichtigen Informationen seit dem Bewerbungsschreiben Anfang Januar vor. Auch das Filmteam war nicht mit den aktuellen Terminen ausgerüstet und erfuhr so spät von der Veranstaltung, dass es bedauernd absagen musste. Gerade aufgrund der hohen Qualität des Konzertes und seiner inhaltlichen Botschaft wäre aber ein filmischer Eindruck angemessen und lohnend gewesen.

Insgesamt sind wir dankbar, daß dieses Konzert durch die Zusammenarbeit des Förderkreises Berlin-Brandenburg mit der Bundeskulturstiftung möglich wurde. Falls es hier eine Fortsetzung gibt, lassen sich die organisatorischen Probleme für die Zukunft sicher besser regeln. Auch sollten dann von Anfang an die finanziellen Modalitäten eindeutig geklärt sein und nicht im Nachgang verändert werden.

Kulturarbeit auf dem Land braucht einen langen Atem, Wunder kann man hier nicht erwarten. Aber es lohnt durchaus, sich in Konkurrenz zu Blasmusik und Bierzeltkultur zu begeben -gerade um zu zeigen, dass es noch weitaus mehr gibt. Hier ist jeder Förder-Euro gut angelegt, der zur Horizonterweiterung beiträgt.

 

“Musik aus drei Richtungen” in Riedebeck am 1. Juni 2008
Judi Kadar, Farhan Sabbagh und Klaus Sonnemann


9 - Tempelberg - Ein Bericht von Kerstin Hellmich, 15. Dezember 2008

Brandenburg hat eine spezifische Geschichte, romantische Dorfkirchen, eine Landschaft, die ursprünglich ist.

Lange Zeit sind diese Kleinodien verborgen geblieben. Endlich haben sich Möglichkeiten ergeben, daß engagierte Menschen diese verborgenen Schätze anderen nahe bringen können.

In dem kleinen Ort Tempelberg, am östlichen Rand Brandenburgs gelegen, hat der Förderkreis Tempelberger Kirche e.V. seit 2 Jahren sich zur Aufgabe gestellt, die Besonderheiten seiner Kirche und des Ortes anderen nahe zu bringen.

Im Jahr 2008 wurde der 2. Tempelberger Kirchensommer durchgeführt.

Es ist ein Anliegen der Mitglieder unseres Vereins Kunst und Kultur in unsere, im 13.Jh. von den Tempelrittern erbaute Kirche zu bringen.

Die Erfahrung hat uns bestätigt, daß ein großes Interesse an der Geschichte der alten Dorfkirchen besteht - insbesondere an dieser, die mit der Geschichte der Tempelritter und Michael Kohlhaas verbunden ist.

Lange Jahre wurde die Kirche selten besucht, da die Anzahl der Gläubigen in unserer Region ständig zurück gegangen ist. Durch die Belebung mit Kunst und Kultur in Verbindung mit den kirchlichen Ritualen ist es gelungen, in den letzten beiden Jahren ca. 1000 Besucher in unserer Kirche zu den Veranstaltungen zu begrüßen.

Maßgeblich hat dazu die Förderung der Kulturstiftung des Bundes mit dem Projekt "Kunst und Kultur in brandenburgischen Dorfkirchen" beigetragen.

Durch diese Förderung sahen wir uns in diesem Jahr in die Lage versetzt, die Gruppe "Harry´s Freilach" mit einem Klezmerkonzert in unserer Kirche auftreten zu lassen.

An einem wunderschönen Sommertag (26.7.2008) fand dieses Konzert statt. Diese Gruppe lockte Gäste aus Berlin, Karlsruhe, Frankfurt/Oder, Fürstenwalde in unsere Kirche, um sich gemeinsam mit Einheimischen diesen Kunstgenuß hinzugeben. Es waren wohl 5 Zugaben, die die Künstler zusätzlich geben mußten.

Dieses Konzert war unvergeßlich - einmal diese besondere Musik, der herrliche Sommertag, die besondere Stimmung unserer Kirche und angenehme Gespräche bei einem Glas Wein in der herrlichen Landschaft, in die die Kirche eingebettet ist, zur Pause und nach dem Konzert.

Es haben uns durch diese besondere Musik Menschen besucht, die noch nie in unserer Kirche waren und angeregt durch diesen Besuch auch zu anderen Veranstaltungen gern unsere Gäste geworden sind.

Wir bedanken uns, für diese wunderbare Möglichkeit, in unserer Kirche etwas besonderes zu bieten.

 


10 - Hermersdorf - Ein Bericht von Martin Schulze, Förderverein Dorf und Kirche Hermersdorf e.V., 10. November 2008

Fotoausstellung “Leben in Hermersdorf” vom 23. Mai bis zum 21. Juni 2008

Der Förderverein Dorf und Kirche Hermersdorf e. V. verfolgt als ein wesentliches Ziel die Förderung und Bereicherung des dörflichen Lebens. Die Nutzung der Dorfkirche stand dafür von Beginn an im Fokus dieser Arbeit. Seit 2003 konnten wir einmal pro Jahr eine Ausstellung in der Kirche präsentieren, die mit ihren unterschiedlichen Inhalten immer in einem direkten Bezug mit dem Dorf und seiner Bevölkerung stand.

In diesem Jahr entwickelten wir die Idee einer Fotoausstellung. Der Gedanke war zunächst, einen Wettbewerb ins Leben zu rufen. Über einen Aufruf wollten wir um eine möglichst große Beteiligung in der Bevölkerung werben. Doch bald sagten wir uns in der Vorbereitung des Projektes, dass es uns eigentlich mehr um die Beteiligung an sich ging, als um eine Prämierung besonders wertvoller Exponate. Die Erfahrungen aus den bisherigen Ausstellungen lehrten uns, dass eine möglichst hohe Beteiligung zur Förderung der Identität der Bewohner mit ihrem Dorf beitragen kann.

Anfang Februar 2008 veröffentlichten wir also einen Aufruf mit dem Titel "Leben in Hermersdor“, in dem das Vorhaben als solches, der Abgabetermin, die Ausstellungsdauer und eine Mindestgröße der Fotos mitgeteilt wurden.

Nach Ablauf der Abgabefrist konnten wir ein, nach unseren Maßstäben zufriedenes Ergebnis feststellen. Elf Einzelpersonen und zwei Familien stellten ihre Aufnahmen zur Verfugung. Bei der Auswahl der Fotos verfolgten wir lediglich die Absicht, dass alle, die dem Aufruf gefolgt sind, mit mindestens einem Foto in der Ausstellung vertreten sein sollten. Insgesamt wurden 34 Fotos, davon zwei in schwarz/weiß in den Größen A4 und A3 ausgewählt.

Die Vernissage am 24. Mai 08 wurde nicht zuletzt mit Hilfe eines Bläserquartetts der Musikschule Strausberg zu einer sehr festlichen Veranstaltung. Unserer Einladung folgten ca. vierzig Besucher.

In den folgenden vier Wochen war die Ausstellung jeweils an den Wochenenden von 15 bis 17 Uhr. immer in Anwesenheit einer ehrenamtlichen Helferin bzw. eines Helfers, geöffnet. Die Resonanz der Schau entsprach unseren Erwartungen, im ausliegenden Gästebuch erhielten wir Danksagungen und Anregungen gleichermaßen.

Mit dieser Ausstellung konnten wir wieder einen kleinen kulturellen Höhepunkt in Hermersdorf schaffen. Für unser Dorf, welches ein wenig abseits der touristischen Zentren, wie Buckow oder Neuhardenberg liegt und für die alte Dorfkirche, die zeitweise wieder etwas mehr Beachtung und Aufmerksamkeit erhielt.

Eine weitere Anerkennung unserer Arbeit erhielten wir mit dem Angebot der Stadt Müncheberg, die Fotoausstellung noch einmal im Rathaus von August bis Anfang November diesen Jahres zu präsentieren.

 


11 - Neutrebbin - Ein Bericht von Erdmute Rudolph, 7. November 2008

Zu dem Wettbewerb "Kunst und Kultur in Brandenburgischen Dortkirchen" 2008-2009 wurde vor etwa einem Jahr aufgerufen.

Wir waren sofort interessiert und ließen uns von Herrn Meyer-Rath informieren.
Unser Dorf ist zwar sehr klein, aber für Kunst und Kultur wurden in der Gemeinde
schon immer gern die Kirchentüren geöffnet.

Unsere Bewerbung um eine Förderung für Informationsaufsteller im Kirchenraum ist erfolgreich gewesen. Wir haben uns sehr gefreut, dass uns die Sachkosten für sechs Aufsteller erstattet wurden.

Das war gewiss auch eine Auszeichnung für das Thema, mit dem wir die Erstbenutzung initiiert haben.

Die Fotoausstellung heißt "Junge Menschen" und wurde unter der Maßgabe "Schüler fotografieren Schüler" in der Region ausgeschrieben.

Das Thema war uns wichtig, weil in unseren kleinen Dörfern nur noch wenige Kinder leben.

Das Ergebnis aus vier Schulen war erfreulich. Die Anzahl der Aufsteller, die ein Bauschlosser aus der Region angefertigt hat, reichte schon fast nicht aus, die Fotos der Schüler ab der siebenten Klassen wirksam zu präsentieren.

Die Jury hatte für die Prämierung der besten Arbeiten strenge Maßstäbe angelegt.

Ein deutliches Urteil über das Gelingen der Präsentation zitieren wir aus der Lokalpresse Märkische Oderzeitung, die nach der Eröffnung mit einem Jugendgottesdienst in der voll besetzten Kirche folgendes schrieb:

„Schüler zeigen in der Kunersdorfer Kirche seit gestern Fotos aus ihrem Leben. Es sind Schnappschüsse ihres Alltags - voller Glück.“

Für die weitere Nutzung sind bereits neue Ideen in Vorbereitung. Für die erreichte Förderung sind wir als Gemeindekirchenrat dem Förderkreis Alte Kirchen sehr dankbar.

 


12 - Dahmsdorf - Ein Bericht von Rita Schwarz, 24. September 2008

Kinderkino, Kunstausstellung und Konzert”

Am Sonntag, dem 14.09.2008, dem Tag des offenen Denkmals, wurde der erste Teil unseres Projektes realisiert. Für 2008 standen uns 500,00 €  für Sachkosten für das Projekt „ Kinderkino und Kunstausstellung“ zur Verfügung. Dieses Geld verwendeten wir für die Anschaffung eines Beamers und den Kauf von Staffeleien.

Die Kunstausstellung der Müncheberger Hobby – Malerin Ute Moritz wurde um 14.00 Uhr eröffnet. Den Nachmittag nutzten doch eine Reihe von Gästen, um die Kirche und die Bilder zu besichtigen (geschätzte Besucherzahl: 50-60, in so einem kleinen Dorf wie Dahmsdorf  ganz ansehnlich). Die Bilder wurden gut aufgenommen. Die Ausstellung bleibt noch einige Wochen in der Kirche und bereits jetzt konnte ich einigen Urlaubern, die immer wieder durch unser Dorf wandern und den Wunsch haben, die Kirche zu besichtigen, die Kirche mit Ihrer Ausstellung zeigen.

Gleichzeitig lief oben auf der Empore für die Kinder der Film „Amy und die Wildgänse“.

Auch bei den Kindern kam dieses Programm an.

Besonders freuen wir uns über die Nachhaltigkeit. Schon bei der nächsten Veranstaltung, dem Erntedankfest am 12.10.2008, wollen wir wieder für die Kinder einen Film anbieten. Die nächste Ausstellung für das Frühjahr 2009 ist auch schon geplant. Diese Förderung ist also ein Anstoß auch für kommende Sachen. Unser Vereinsleben und die Region wurden bereichert.

Wir bedanken uns nochmals für die Berücksichtigung unseres Projekts und freuen uns bereits auf das Konzert im nächsten Jahr, das den 2. Teil der Förderung darstellt.

 

Kunstausstellung der Hobbymalerin Ute Moritz in Dahmsdorf am 14. Septeber 2008


13 - Neuglobsow - Ein Bericht von Adelheid Scheffler, 21. Februar 2009

Die denkmalgeschützte Kirche Neuglobsow steht im Zentrum des Dorfes. Als “Offene Kirche” ist sie von Mai bis Oktober jeden Jahres Anziehungspunkt für tausende Besucher: Einwohner und vor allem Gäste des staatlich anerkannten Erholungsortes am Stechlinsee. Sie alle besichtigen die Kirche, besuchen die Gottesdienste und Kulturveranstaltungen oder nutzten das Haus zur stillen Einkehr.
Erst sporadisch, seit 2007 jährlich, zeigt die Kirchengemeinde im Vorraum der Kirche auch anspruchsvolle, öffentliche Ausstellungen. Dabei ist es das Anliegen, nicht “nur” reine Kunst zu zeigen, sondern die Ausstellungen sollten sollten möglichst auch einen gesellschaftlichen Bezug aufweisen.
Die große Zahl der Besucher, Pressemeldungen und viele Eitragungen im jeweiligen Gästebuch beweisen: dies ist bisher gut gelungen!

2007 wurde eine fotoausstellung der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg gezeigt, die das bewegte Leben des bekannten Naturschützers, Pazifisten und Christen Kurt Kretschmann vorstellte.

Durch die Förderung von 500 Euro im Rahmen des Projekts “Kunst und Kultur in brandenburgischen Dorfkirchen” wurde uns 2008 ermöglicht, eine angemessene, professionelle Beleuchtung im Ausstellungsraum zu installieren.

2008 zog eine Informationsausstellung (Wanderausstellung) mehrerer Bürgerinitiativen zum geplanten “Bombodrom” der Bundeswehr un der NATO viele Mensche an und fand öffentliches Interesse. Insgesamt haben sich 928 Bürger durch diese Ausstellung spontan anregen lassen, durch Leistung ihrer Unterschrift in den ausgelegten Listen gegen das Vorhaben auszusprechen. Auch nach Abbau der Wanderausstellung haben Karikaturen zum Thema noch lange die Kirchenbesucher angesprochen.

Für die Saison 2009 wird eine Fotoausstellung vorbereitet, die unter dem Arbeitstitel “Blick zurück ohne Zorn” an die ehemalige DDR und den Fall der Mauer erinnert.
Der bekannte Fotograf Jürgen Graetz wird die eindrucksvollsten Bilder seiner Buchpublikation “Fotografien” zu einer Ausstellung für unsere Kirche gestalten und von Mai bis Oktober öffentlich ausstellen.


14 - Dannenwalde - Ein Bericht von Dorothea Körner, Dannenwalder Förderkreis Kultur und KIrche am Wege e.V., 20. November 2008

Das uns in diesem Jahr auf Grund des Wettbewerbs "Kunst und Kultur in brandenburgischen Dorfkirchen" Fördermittel für das Pfingstkonzert in der Dannenwalder Kirche (11.5.), das Schülerkonzert mit dem Granseer Gymnasialchor und der Gitarrengruppe der Zehdenicker Musikschule (24.5.) sowie die musikalische Umrahmung der Ausstellungseröffnung "Renate Kade-Walter" (26.4.) zur Verfügung standen, hat uns mit Zuversicht in das Sommerhalbjahr gehen lassen. Dafür möchte ich mich noch einmal herzlich bedanken. Im Folgenden sei ein kleiner Abriss unserer Arbeit gegeben.

Im Jahr 2008 jährte sich die Wiedereinweihung der Dannenwalder Kirche zum zehnten Mal. Das war der Anlass für ein gelungenes Fest mit Nachmittagsgottesdienst am Pfingstsonntag, Kaffeetrinken im Schlosshof und anschließendem Klarinettenkonzert (Hans Hartmann und Steffen Schreiner). Mitglieder des Vereins und Frauen aus dem Dorf hatten Kuchen gebacken und schenkten Kaffee aus. Die Nachkommen der Familie Waldow waren aus ganz Deutschland angereist. Das warme Frühlingswetter spielte auch zur Eröffnung unserer ersten Ausstellung mit. Die Berliner Keramikerin und Bildhauerin Renate Kade-Walter, die ihren Zweitwohnsitz im nahen Barsdorf hat, schmückte den Altarraum mit gebrannten Skulpturen und das Kirchenrund mit großformatigen Collagen. Die jugendliche Sechzigjährige war von der Schönheit ihrer Präsentation selbst überrascht. Da am gleichen Tag die Saison des Barfußpfades von Dannenwalde eröffnet wurde und Mitglieder des dortigen Vereins sich an der Ausstellungseröffnung musikalisch beteiligten ("Schilfrohrbläser'), war viel Volks unterwegs.

Wieder haben wir vier Ausstellungen gezeigt und festlich eröffnet, denen jeweils eine weitere Veranstaltung zugeordnet war. Mit moderner algerischer Malerei konnten wir auch in diesem Jahr eine uns fremde Kultur vorstellen. Dank des deutsch-algerischen Kulturvereins YEDD e.V. und des großen Einsatzes seiner Vorsitzenden, Christine Belakhdar, bzw. deren gesamter deutsch-algerischer Familie kam eine repräsentative Ausstellung zustande, die die Eigenständigkeit algerischer Künstler seit der Mitte des 20. Jahrhunderts zeigte, auf der Suche nach Verschmelzung eigener ornamentaler Traditionen mit der abstrakten westlichen Moderne. An der Eröffnung nahm ein Künstler aus Algerien teil, der ein Kompendium aller wichtigen algerischen Maler erstellt hatte und mitbrachte. In einer weiteren Veranstaltung las der nach Hamburg emigrierte Schriftsteller Hamid Skif aus seinem jüngsten Roman. Als er einige seiner französisch geschriebenen Gedichte vortrug, erlebten wir die Klangschönheit, den Witz und die Expressivität seiner Lyrik.

Ganz anders präsentierten sich zwei Absolventen bzw. Meisterschüler der Universität der Künste Berlin. Wer eine konventionelle Ausstellung erwartet hatte, wurde enttäuscht. Wo waren die beeindruckenden Bilder und Skulpturen, die ich im Atelier von Dietmar Kohler gesehen hatte? Zusammen mit Lise Chevalier hatte er ein Konzept erarbeitet, in dem er sich weitgehend zurücknahm, um den Innenraum selbst wirken zu lassen. Kryptische Zeichen, die in der Kirche angebracht waren, gedankliche Bezüge zwischen Natur, Architektur und Theologie, die er sinnfällig machen wollte, eine Annäherung an Religiöses über gefaltete Hände einer alten Holzplastik - es war ein ungewohnter, bei Lise Chevalier sehr sinnlicher Umgang mit christlicher Ikonographie. Eindrucksvoll die Eröffnung mit einem farbigen Saxophonisten und der Performance einer Pariser Opernsängerin.

Die letzte Ausstellung schließlich zeigte künstlerische Porträts von Männern und Frauen, die aus der Schuldenfalle nicht mehr herausfanden und die Hilfe von Beratungsstellen des Diakonischen Werks in Anspruch genommen hatten. Viele von ihnen hatten etwas zu ihrer Vorgeschichte und ihrer augenblicklichen Situation gesagt, was auf kleinen Texttafeln nachzulesen war. Bei der Eröffnung schilderte der Fotograf Mathias Richter, wie er diese Menschen erlebt hatte. Zwei Mitarbeiterinnen des Märkischen Sozialvereins e.V. aus Fürstenberg sprachen über die Arbeit in den Beratungsstellen, die die sozialen Verwerfungen in unserer Gesellschaft spiegelt.

Mit dem Konzert des Strittmatter-Gymnasiums Gransee und der Gitarrengruppe der Kreismusikschule Oberhavel fanden Jugendliche aus den Städten und Dörfern der näheren und weiteren Umgebung sowie deren Eltern ihren Weg in die Dannenwalder Kirche. Vermutlich empfanden auch die Schüler, dass die von ihnen gesungenen Gospels und Spirituals im kirchlichen Raum ihre Heimat haben. Das Erlebnis, in einer so schönen Kirche aufzutreten, betonte auch die Dresdner Gruppe "ziganimo", die mit hinreißendem Temperament Zigeuner-, Klezmer- und Neapolitanische Musik, aber auch eigene Kompositionen vortrug.

Den Abschluß bildete schließlich eine Vorstellung des dokumentartheaters berlin, das sein Stück "OST-Arbeiter" in gekürzter Fassung, aber bereichert durch viele gesungene ukrainische Lieder dem kirchlichen Raum angepasst hatte. Die bewegende Darstellung des Ensembles, das nach der Vorstellung für Gespräche zur Verfugung stand, fand leider nicht den gewünschten Zulauf. Zwanzig Zuschauer erlebten die Vorstellung.

Damit komme ich zu den Besucherzahlen. Außerhalb der Veranstaltungen besichtigten 1.400 Personen Kirche und Ausstellungen, dazu kommen 400 Teilnehmer der Veranstaltungen. Bei insgesamt zehn Veranstaltungen liegt der Durchschnittsbesuch damit bei 40 Personen. Das ist durchaus erfreulich. Es zeigte sich jedoch, dass vor allem in Kooperation mit anderen Vereinen ("Fuß e.V.", "YEDD Deutsch-algerische Kultur e.V.") größere Besucherzahlen zu erreichen sind. Von uns allein getragene Veranstaltungen - sie mögen noch so qualitätvoll sein - fanden wesentlich weniger Resonanz. Zu wünschen wäre auch, dass die Dannenwalder Bevölkerung etwas mehr Interesse zeigte. Bei den relativ hohen Kosten, die mit Konzerten, Lesungen, Theateraufführungen verbunden sind, fragen wir uns immer wieder, inwieweit über die Ausstellungen hinausgehende Veranstaltungen sinnvoll sind.

Finanziell sind wir 2008 ohne gravierende Sorgen durch die Saison gekommen. Ganz entscheidend waren Gelder aus dem vom Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg e. V. ausgeschriebenen Wettbewerb "Kunst und Kultur in brandenburgischen Dorfkirchen". Auch die großzügige Unterstützung durch die Dr. Hildegard Hansche Stiftung, die ständige Förderung durch Kreis und Gemeinde, finanzielle Hilfe von Sponsoren aus der Umgebung und privaten Spendern trugen zum Gelingen dieses Jahresprogrammes bei. Aus dem diesjährigen Überschuss können wir sogar ein dringend benötigtes Schränkchen zur Aufbewahrung von Rahmen, Passepartouts u.ä. erwerben.

Wir gedenken in diesen Tagen mit großer Dankbarkeit Herrn Dr. Heinz Hoffmanns, der den Dannenwalder Förderkreis 1994 ins Leben rief und ihm bis 2006 vorstand. In diesen zwölf Jahren gelang es ihm, eine tote, zugenagelte Kirche durch künstlerische Aktionen, Ausstellungen, Konzerte, Vorträge usw. zu neuern Leben zu erwecken. Er starb am 30. Oktober diesen Jahres und wurde am 7. November auf dem Friedhof der Französischen Domgemeinde in Berlin beigesetzt.

Danken möchte ich auch allen Mitstreitern in diesem Jahr. Zunächst Frau Hildegard Hoffmann, die mir immer mit Rat und Tat, vor allem bei der Buchführung, zur Seite stand, sowie den Vorstandsmitgliedern Herrn Burkhard Voigt und Frau Karin Behrendt für selbstverständliche, freundschaftliche Zusammenarbeit. Ebenso den Pfarrern Günther Schobert und Christian Albroscheit. Ganz besonderer Dank gilt dem Ortsbürgermeister, Rüdiger Ungewiß, der sich für Kirche und Verein nach Kräften engagierte. Herr Georg Neumüll, der sich für Führungen durch den Ort zur Verfugung stellte, sowie Frau Garschke und Frau Lorenz, die über die Aufsicht in der Kirche hinaus für Pflege und Sauberkeit der Anlage sorgten, waren wichtige Mitarbeiter im Ort. Allen Künstlern, die mit viel Einsatz ihre Ausstellungen vorbereitet und gestaltet haben bzw. gern in Dannenwalde aufgetreten sind, sei herzlich gedankt sowie allen Vermittlern von Ausstellungen und Ideen. Nicht zuletzt haben auch Frau Petra Kummert mit dem allseits gelobten Flyer sowie Herr Markus Breitschuh mit der Ergänzung und Pflege unserer vorzüglichen Web-Site zum Erfolg des Jahres beigetragen. Schließlich sei noch einmal betont, dass ohne die konstruktive Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen anderer Vereine - Frau Glaser (Öko-Solar e. V.), dem Ehepaar Herzog-Schlagk (Fuß e.V.) und Christine Belakhdar (YEDD e.V.) - in der Dannenwalder Kirche kein Leben herrschte.

 

Renate Kade-Walter, Keramikobjekt
Ausstellung in Dannenwalde vom 27. April bis zum 8. Juni 2008

Algerische Malerei in der Gegenwart
Brahim Merdoukh, Zohra Sellal
Ausstellung vom 15. Juni bis zum 20. Juli 2008

Mathias Richter
Zwischen Mut und Verzweiflung. Es geht weiter
Fotoausstellung vom 15. Juni bis zum 20. Juli 2008

“Dannenawlde erkunden”, Gemeinschaftsarbeit
Dietmar Kohler und Lise Chevalier
Ausstellung vom 27. Juli bis zum 31. August 2008


16 - Vichel - Ein Bericht von Claudia Pirch-Masloch und Peter Masloch, Förderverein Vicheler Dorfkirche e.V., 17. Februar 2009

Projekttitel: Kirchenagentur Ruppiner Land

Ausführender: Förderverein Vicheler Dorfkirche e.V.

Projektziel: Stärkung der künstlerischen und kulturellen Nutzung der brandenburgischen Dorfkirchen.

Ist-Zustand:
Es finden in vielen Kirchen Veranstaltungen statt, aber:
- trotz guter Angebote gibt es oft zu wenig Publikum,
- die Werbung ist oft nicht ausreichend,
- es findet keine Koordination der Termine zwischen den Dörfern statt,
- es existiert eher Konkurrenz als gemeinsames Agieren.
Aus der Analyse dieser Situation entstand die Projektidee, eine dauerhaft installierte regionale Schnittstelle für die Vernetzung künstlerischer und kultureller Aktivitäten in den Kirchen sowie den Kirchengemeinden im Ruppiner Land zu schaffen.
Wenn Fördervereine, Kirchengemeinden, Pfarrer, Kulturschaffende vor Ort, Künstler sich zusammenschließen und gemeinsam die „Kulturregion Ruppiner Land“ nach außen tragen, würde eine verbesserte Wahrnehmung in der Öffentlichkeit und damit eine gesteigerte Auslastung und Lebensfähigkeit der Gemeinden und damit der Kirchen erreicht.

Bisher Erreichtes:
Der Förderverein Vicheler Dorfkirche hat 1.500 Euro für einen Projektzeitraum von 2 Jahren
erhalten.
In 2008 wurden 2 Veranstaltungen („Tulipanes negros“, Konzert für Cello und Klarinette, „Theater in der Kirche“ mit „Der Diener zweier Herren“) durchgeführt. Außerdem wurde viel Zeit und Engagement in die Wiederingebrauchnahme der Vicheler Dorfkirche nach erfolgreicher Schwammsanierung gesteckt. Dadurch ist der Bekanntheitsgrad des Vereins stark angestiegen – eine wichtige Voraussetzung, um Ansprechpartner für andere Vereine und Kirchengemeinden zu sein.

Zur Zeit finden Vorgespräche mit dem Förderverein für regionale Entwicklung e.V., Potsdam und der damit verbundenen Initiative „Brandenburg vernetzt“, der Kirchengemeinde, dem Amt Temnitz und weiteren Initiativen/Vereinen/Gewerbetreibenden statt, um eine gemeinsame Internetplattform aufzubauen. Förderungssatz 100%, Förderzeitraum 5/10 Jahre.

Bezug:
Landesentwicklungsplan Berlin-Brandenburg (LEP B-B), Punkt 3 Kulturlandschaft, 3.2 (G) „Kulturlandschaften sollen auf regionaler Ebene identifiziert und Leitbilder zu ihrer Weiterentwicklung formuliert werden. Durch eine regionale Vernetzung kulturlandschaftsrelevanter Steuerungsansätze und unter Einbeziehung bürgerschaftlichen Engagements sollen Strategien und Entwicklungskonzepte für die kulturlandschaftlichen Handlungsräume erarbeitet und umgesetzt werden.“
Hier soll u.a. das Selbst-/Verständnis von Kultur auf einer handlungsübergreifenden Ebene zwischen demokratischen Gremien, Verwaltung, Kirche, Ehrenamt und Privatwirtschaft aufgebaut werden.

Aussichten:
Der ursprüngliche Plan, im Frühjahr 2009 mit einem öffentlichkeitswirksamen „Kirchen-
Kultur-Wochenende“ zu starten,an dem in verschiedenen Kirchen Ausstellungen, Musikvorführungen etc. stattfinden sollten, wurde vorerst zeitlich nach hinten verschoben. Es hat sich als sinnvoll erwiesen, behutsam andere Institutionen mit in die Idee einzubinden, um Konkurrenzdenken, Neid, das Gefühl „etwas aufgestülpt zu bekommen“, niedrig zu halten.
Es wird weiter an der Bestandsaufnahme gearbeitet, welche offenen Kirchen, interessierte Kirchenvereine, Kirchengemeinden und Pfarrer es gibt. Auf welches Material kann zugegriffen werden wie Gemeindebriefe, vorhandene websites und Wegeführung für Wanderer und Radfahrer. Welche Veranstaltungen können mit einfließen, wie kirchliche Dienste und Feste, Kunst- und Kulturveranstaltungen, Führungen und Exkursionen und Dorffeste.

 

Vichel feiert am 4. Oktober 2008 den Abschluss der Schwammsanierung der Kirche und die urkundliche Ersterwähnung des Dorfes vor 530 Jahren

180 Besucher nehmen am Dankegottesdienst teil

Ein Höhepunkt des Festes ist die Aufführung von Theater in der Kirche e.V. mit dem Stück “Diener zweier Herren” von von Carlo Goldoni in einer Bearbeitung von Heidi Walier


17 - Kroppen - Ein Bericht von Hans Dietzel, Kirchbauverein der Kirche zu Kroppen e.V., 27. Juli 2009

Die beiden im Rahmen dieses Projektes geförderten Veranstaltungen (Tango y Musette/ Sefardische Lieder und Musik der spanischen Renaissance) waren ein voller Erfolg. Ohne Förderung waren derart niveauvolle Veranstaltungen im Rahmen der Arbeit unseres Kirchbauvereins kaum zu bewältigen. Sie fügten sich zudem thematisch recht gut in die anderen bisher durchgeführten Veranstaltungen ein. (Theateraufführungen, Auftritte von Chören und Orchestern)
Dieses Projekt hat maßgeblich dazu beigetragen, Menschen in die Kirche zu holen, die bisher noch
nie eine Kirche von innen gesehen hatten. Ihnen wurde zunehmend bewusst, dass die Kirche nicht nur ein Haus Gottes ist, sondern auch ein Ort kultureller Kommunikation sein kann.
Dabei ist uns die von der Evangelischen Kirche Berlin- Brandenburg-schlesische Oberlausitz
herausgegebene Broschüre "Kirchen- Häuser Gottes für die Menschen", eine große Hilfe, denn darin wird der Rahmen öffentlicher Nutzungen recht weit gesteckt.
Eine zunehmende öffentliche Nutzung ist f
ür viele Kirchen Existenz sichernd, wird dies doch bei entscheidenden staatlichen Förderprogrammen zur Voraussetzung gemacht und werden Gelder akquiriert, die dann als Eigenmittel bei notwendigen Sanierungsmaßnahmen eingesetzt werden können. Die Förderung durch die Kulturstiftung des Bundes hat uns neben dem finanziellen Aspekt auch geholfen, neue Wege bei der öffentlichen Nutzung unserer Kirche zu gehen. Deshalb wäre eine nachhaltige Förderung unserer Arbeit sehr wünschenswert.

Sefardische Lieder und Musik der spanischen Renaissance am 26.07.2009 in der Kroppener Barockkirche
In der von etwa 90 Besuchern frequentierten Kirche boten die beiden Berliner Künstlerinnen Sabine Loredo Silva (Gesang) und Nohra Pabon Forero (keltische Harfe) ein interessantes und zugleich wunderschönes Programm, das durch einige keltische Gesänge ergänzt wurde. Vervollständigt wurde dies auch durch entsprechende Erläuterungen zum geschichtlichen Hintergrund der betreffenden Epoche auf der iberischen Halbinsel.
Vor dem Ende der Reconquista 1492 war dies eine Zeit, in der Christen, Juden und Moslems einträchtig und friedlich beisammen lebten sowie Kunst und Kultur eine Blütezeit erreichten. Der Hinweis auf bestimmte notwendige Schlussfolgerungen aus dieser Epoche für die Gegenwart war deshalb brandaktuell.
Besonders gut kamen bei den Zuhörern die sefardischen Valkslieder an. Diese dankten am Ende des Programms den Künstlerinnen mit lebhaftem Beifall und forderten sie zu Zugaben heraus.

Tango und Musette in der Kroppener Barockkirche am 26.06.2009
In der mit 120 Besuchern gut gefüllten Kroppener Barockkirche bot die Akkordeonsolistin Bettina Born ein fast zweistündiges ausgezeichnetes Programm zum Auftakt des 37. Kroppener Dorf- und Parkfestes.
Es war eine musikalische Reise von Buenos Aires nach Paris, zu der die Solistin das Publikum einlud. Sie präsentierte das Akkordeon als Soloinstrument mit Kompositionen argentinischer Tangomeister und eigenen Kompositionen im Stil der französischen Musette, gespielt melancholisch sinnlich oder leidenschaftlich rasant.
Eigene Kompositionen mischten sich mit Kompositionen von Astor Piazzola, Carlos Gardel, Julian Plaza, Horacio Salgan und Mariano Mores - eine musikalische Reise vom Tango Argentino zum Musette. Die Künstlerin überraschte auch gesanglich bei einigen Stücken durch ihre recht angenehme Stimme.
Es waren Geschichten, vom Leben geschrieben. Die Musikerin führte sehr anschaulich durch das
Programm und vermittelte dabei noch viele interessante Details und Hintergründe zur Musik. Das Publikum dankte durch lang anhaltenden Beifall und forderte die Künstlerin zu Zugaben heraus.
Dieses Programm bewies wieder einmal, dass kein Widerspruch zwischen der Kirche als Gottes Haus und einer Stätte von Kultur und Kommunikation existiert. Dies brachten nach dem Konzert auch viele dankbare Besucher zum Ausdruck.

 


18 - Caputh - Ein Bericht von Marion Trumbull, Förderverein Caputher Musiken e.V., 6. Dezember 2008

Da die Caputher Musiken für ihre Veranstaltungen stets wohl gelittene Nutzer der evangeischen Kirche und auch schon des alten Gemeindehauses waren, wollten wir für das neu entstehende Gemeindehaus der evangelischen Kirchengemeinde gerne unseren Beitrag leisten. Alleine, als von öffentlicher Förderung abhängiger Veranstalter, ist schwer zusätzliches Geld aufzubringen. Da kam der Aufruf des Fördervereins Alte Kirchen für den Wettbewerb wie der Retter in der Not!

Wir freuen uns sehr, dass wir mit unserem Konzept für ein Benefizkonzert in unserer schönen Kirche bei der Jury ein offenes Ohr gefunden haben und damit mit Hilfe des Preisgeldes die Honorare der Künstler bestritten werden konnten. Alle weitere Organisation der Veranstaltung wurde dann von unseren Vereinsmitgliedern ehrenamtlich erbracht (Handzettel und Plakate für Konzert erstellen, Konzertankündigungen an lokale und überregionale Medien weiterleiten, Einstellung der Ankündigung auf der Internetseite der Caputher Musiken, persönliche Einladung per Rundmail, Podeste aufstellen für Erweiterung des Altarraumes zur Bühne, Beleuchtung, ...).

Das Benefizkonzert zu Gunsten des neuen evangelischen Gemeindehauses in Caputh hat am 27. September 2008 wie angekündigt stattgefunden. Im Mittelpunkt des Programms stand Hildegard von Bingen mit ihren Liedern und Ausschnitten aus dem Mysterienspiel Ordo Virtutum. Dargestellt wurde dies vom Ensemble Comedia Nova - Gabriele Bultman, auf verschiedensten Instrumenten und mit ausdrucksstarkem Gesang, und untermalt von Daniele Ruzzier (Schauspiel, Tanz).

Durch die Kälte in der Kirche und unterstrichen durch die spärliche Beleuchtung mit unzähligen Kerzen fühlte sich sicher mancher Besucher noch stärker in das finstere Mittelalter versetzt. Ein unvergessliches Schauspiel, dem ca. 70 Besucher beiwohnten. Am Ende der Veranstaltung bot das Gemeindekirchenratsmitglied Jürgen Scheidereiter allen Besuchern des Konzertes die Möglichkeit den Rohbau des neuen Gemeindehauses zu besichtigen.

Die Türsammlung erbrachte 401,50 Euro, die Herrn Scheidereiter sogleich übergeben wurden und die für die Innenausstattung des neuen Gemeindehauses verwendet werden sollten.

Am ersten Advent fand nun die festliche Einweihung des neuen Gemeindehauses im Beisein von Bischof Wolfgang Huber statt. Wir freuen uns, dass auch Herr Meyer-Rath vom Förderkreis Alte Kirchen e.V. dieser Veranstaltung beiwohnte und die Freude über das schöne, helle freundliche Gemeindehaus miterleben konnte.

Die Unterstützung des Förderkreises Alte Kirchen e. V. wird in den kommenden Tagen auf den (von den Christenlehrekindern gestalteten) Tafeln mit den Förderem des Neubaus aufgenommen.

Wir danken dem Förderkreis Alte Kirchen e.V. für die Unterstützung unseres Benefizkonzertes im Rahmen des Projektes "Kunst und Kultur in brandenburgischen Dorfkirchen".

 

festliche Einweihung des neuen Gemeindehauses

im Beisein von Bischof Wolfgang Huber in Caputh


19 - Meßdunk - Ein Bericht von Joachim Köhler, JUSTkultur e.V., Januar 2009

Der Verein
Der Verein JUSTkultur wurde im März 1994 unter dem Namen JUST gegründet und hatte als Zielsetzung Jugend- und Sozialarbeit, woraus sich auch das Kürzel des Vereins zusammensetzt, in Verbindung mit Kultur zu schaffen. Die Absicht der Gründer des Vereins war es, in einem ländlichen Umfeld für die dortige Jugend ein Angebot zu schaffen, wie es in dieser Form im Landkreis nicht gab. Nachdem in den ersten Jahren einige soziale Projekte durchgeführt wurden, verschob sich die Vereinsarbeit aber mehr und mehr auf die kulturelle Ebene, was nicht zuletzt auch an der Veränderung der Mitgliederstruktur lag, so dass wir im Juli 2000 den Vereinsnamen in JUSTkultur veränderten.
Erklärtes Ziel der Vereinsarbeit war es nunmehr, ein breites Spektrum an kulturellen Angeboten zu schaffen, um die Kirche als Anziehungspunkt für viele und verschiedene Menschen attraktiv zu machen.

Die Kirche
Ort allen Wirkens ist die Kirche in Meßdunk, die nach Jahrzehnten des Verfalls durch den „Förderkreis Alte Kirchen“ nach der Wende zwischen 1990 und 1993 instand gesetzt wurde. Umfangreiche Arbeiten wie das Decken des Daches, das Installieren einer neuen Elektrik sowie einer elektrischen Heizung ermöglichten es, über eine Nutzung nachzudenken.
Ihren Zauber als Stätte für Begegnung und Besinnung entfaltet sie in mehrfacher Weise und fördert die Gemeinschaft derjenigen, die sich zu einer Veranstaltung zusammengefunden haben.
Als erstes fällt die außergewöhnlich reizvolle Atmosphäre der kleinen Kirche auf, die in ihren Ausmaßen eher an eine Kapelle erinnert, umgeben von der Idylle eines „Sackdorfes“, in dem es keinen Durchgangsverkehr gibt und nicht mehr als 40 Einwohner leben.
Anziehend und als Ort der Begegnung ist die Meßdunker Kirche dann durch ihren Innenraum, der jedem, der sie betritt, die innere Freiheit lässt, sie für sich zu entdecken. Unabhängig wie sein Verhältnis zur (Amts-) Kirche ist, oder ob er sich überhaupt mit einen Glauben oder einer Religion verbunden fühlt. Oder um es im Sinne des literarischen Kabarettisten Hanns Dieter Hüsch zu halten, „dass auch der Gestrauchelte sein Halleluja darin finden kann“. Denn durch das Fehlen der Kirchenbänke, durch die Position der Kanzel an der Seite ist der Raum nicht determiniert als „Kirche“, auch wenn dies dennoch erkennbar ist und bleibt, sondern bietet zunächst ein Podium fürs Ankommen und Bleiben. Davon werden auch die Veranstaltungen getragen, ganz gleich ob es ein temperamentvolles Konzert mit überschwänglichen und lauten Tönen ist, oder ob man einer Lesung mit zarten Nuancen lauscht, die von Fröschequaken oder Vogelgezwitscher unüberhörbar verziert werden, die von der Natur rings um die Kirche her rühren. Denn sie steht auf „sumpfigen Wiesen“, was der aus dem Flämischen stammende Name „moesduenk“ von 1375 bedeutet, gegeben von holländischen Siedlern, die sich 1150 dort niederließen.
Diese sie umgebene Wiese war als Rahmen für unsere Abende von besonderer Bedeutung, im Lichte eines Lagerfeuers mit Blick auf den Sternenhimmel das Erlebte nachschwingen lassen, oder als Lagerstätte für zeltende Besucher, die es nicht eilig hatten, der Idylle zu entfliehen.
Die Kehrseite dieser Idylle sei aber auch nicht verschwiegen, dass nämlich durch ihre abseitige Lage es vielen schwer fällt, sich aufzuraffen und zu uns zu kommen.
Der Weg als ein Ziel scheint da nicht reizvoll, sondern mehr ein Hindernis zu sein, wenn nicht eine lukrativ wirkende Veranstaltung winkt. Dafür bedarf es aber bei aller zauberhaften Atmosphäre eben auch finanzieller Mittel in einer Höhe, die oft das Limit unserer Möglichkeiten erreichen oder überschreiten.

Die Idee
Davon ausgehend, dass wir in gewisser Weise alte Traditionen aufgreifen, in denen sich seit jeher Menschen an einem besonderen Ort versammeln, um mit verschiedenen kulturellen Formen wie Musik, Tanz, des gesprochenen Wortes und der Darstellung von tiefen menschlichen Bedürfnissen und Werten Ausdruck zu verleihen, haben wir zwei Grundgedanken im Hinterkopf: Einmal den Aspekt der Realisierbarkeit, den wir bei der Programmgestaltung im Auge haben müssen, um eine Balance zwischen unseren Möglichkeiten und den Erwartungen der Besucher zu erreichen. Zum Zweiten wollen wir nicht nur ein Genre bedienen, sondern durch ein vielfältiges, generationsübergreifendes Angebot, ein wichtiger Magnet in der Gunst der Besucher werden.
Dies ist in den nunmehr 14 Jahren des Vereinsbestehens der Fall gewesen, wie ein Blick in unsere Historie zeigt, mit wechselvollen Erfahrungen allerdings bezüglich der Besucherzahl und des Altersdurchschnitts. War zu Beginn die Zuhörerschaft dominiert von Jüngeren in einem Altersbereich zwischen 18 und 35 Jahren, so sind es mittlerweile mehr Senioren, die zu unseren Veranstaltungen kommen.
Um wieder jüngere Besucher zu uns zu locken, müssen wir deshalb neben einem vielfältigen Programm ein breites Angebot machen und Formen finden, die einen Ausflug in die Idylle nach Meßdunk deutlich werden lassen.
Sei es, dass die Kirche als Treffpunkt auch unabhängig von „Events“ zu privaten Feiern angeboten wird, oder indem wir Feste anbieten, die einen Rahmen für eine Veranstaltung geben, in ihrer Form frei wirken und mehr das Zusammensein und die Geselligkeit in den Vordergrund rücken, wie beispielsweise einen Brunch oder einen Nachmittag für Kinder mit Kakao, Limonade, Kaffee und Kuchen, und die in quasi „zweiter Linie“ erst verbunden mit Kultur sind.
Die Kirche Meßdunk als Ziel für einen Ausflug und Treffpunkt mit Freunden oder der Möglichkeit neuer Bekanntschaften.

Die Veranstaltungen 2008
Die Veranstaltungen begannen in diesem Jahr zum ersten Mal nicht an Ostern, da Ostern kurz nach Frühlingsanfang sehr zeitig im Jahr lag, sondern mit einer Doppelveranstaltung erst am 13. April. Am Nachmittag gab es eine Geschichte für Kinder ab 3 Jahren und am frühen Abend ein Konzert für die Erwachsenen. War der Besuch nachmittags bei angenehmem Wetter noch zufrieden stellend, kamen zum Konzert nur zwei Zuschauer, was für uns sehr ernüchternd war.
Im Laufe des Jahres besserte sich allerdings der Besuch erheblich. Das galt bei den durch die Kulturstiftung des Bundes geförderten Abenden im Mai und im September, aber auch für die Lesung im Juni und den Mittelalterabend im August. Die Besucherzahlen lagen zwischen 25 und 60 Besuchern. Allerdings war die Anzahl der Veranstaltungen geringer als in der ursprünglichen Planung vorgesehen, was an Absagen der Künstler lag.

Fazit und Ausblick
Das zu Ende gehende Jahr war insgesamt ermutigend für den Verein. Sehr wichtig war durch die erhaltene Förderung die Möglichkeit einer weitreichenden Planung im Vorhinein.
Diese finanzielle Unterstützung ermöglicht es uns auch jetzt, Bands bzw. Künstler zu engagieren, ohne über Einnahmen aus Eintritten spekulieren zu müssen. Daneben wird es aber auch Abende geben, die durch Kooperationspartner finanziell abgesichert sind, wie die alljährliche Lesung aus der Reihe „Lesung in Gärten“ des Brandenburger Theaters und ein Projekt mit der neu gegründeten „Freien Musikschule Brandenburg“ im Sommer 2009.
Sechs Termine sind im nächsten Jahr bereits fest vorgesehen, dazu werden weitere kommen, die aber noch der Absprache und Bestätigung bedürfen.

 


22 - Belzig - Ein Bericht von Sabine Hofter

„Erkundungen in der Hauslosigkeit“

Photo-Workshop für Asylbewerber mit anschließender Ausstellung in der Bricciuskirche.

Asylbewerber erkunden ihren neuen Wohnort mit der Fotokamera.

Asylbewerber leben mit der Hauslosigkeit, sie haben ihre meist engmaschigen Familienbande verlassen, um in der Fremde für sie zu sorgen (oder ihnen zu entkommen). Der Ankunft in Deutschland gehen meist immense kollektive Anstrengungen voraus. Unter erschwerten Bedingungen müssen diese Anstrengungen kompensiert werden. Der Status des Asylbewerbers ist nicht dazu angetan, den Ansprüchen zu genügen. Es entsteht eine Zeit, die man vermutlich aus seinem Leben streichen möchte. Der Workshop betrifft die visuelle Auseinandersetzung mit diesem Schwebezustand.

Im ersten Treffen gebe ich eine pictogramm-basierte Einführung in die Benutzung von 5 einfachen Digitalkameras. Die Kameras werden mit dem Auftrag verteilt, bis zum nächsten Treffen Fotos der nächsten Umgebung zu machen, innerhalb eines Radius von 100 m um ihr Bett. Als Anregung dienen die Vorgaben: Mindestens ein Raum, ein Detail und eine Aufnahme von Menschen sollen enthalten sein.

Blitz ist tabu.

Im zweiten Treffen werden die Ergebnisse gesichtet und, soweit es sprachlich möglich ist, besprochen. Eine Vorauswahl für die Ausstellung wird getroffen.

Im zweiten Intervall ziehen die Teilnehmer wieder mit den Kameras los, diesmal im Radius von 2 km um ihr Bett. Es soll mindestens einmal Architektur, ein Detail, und ein Mensch enthalten sein. Außerdem sollen sie mindestens einen Ort aufsuchen, an dem sie noch nicht vorher waren.

Blitz ist wieder tabu.

Im dritten – längsten – Treffen stellen wir die Ausstellung zusammen.

Falls jemand sehr interessiert ist, führe ich ihn in die Bildbearbeitung ein, und er kann helfen per gimp (ein freeware-Bildbearbeitungsprogramm) die Bilder für die Vergrößerung vorzubreiten.

4. Treffen: Aufhängen und Beschriften der Fotos als Ausstellung in der Marienkirche bzw. in der Bricchiuskirche. Die Abzüge gehen auf Wunsch in den Besitz der Autoren über.

 

Foto: Bakr Hadji Hamo

Foto: Mohammed Dilier Amin


24 - Bölzke - Ein Bericht von Susanne Gloger, Januar 2009

Die Drei Bölzker B”

Im Jahr 2008 konnten zwei der eingereichten drei Projekte, zwei Bs in Bölzke den Bewohnern übergeben werden.

Hat die Bölzker Bücherzelle anfangs noch für Irritation gesorgt, weil man sich nicht so recht vorstellen konnte, wozu jetzt eine Telefonzelle im Dorf aufgestellt wird, so wurde sie rasch in den dörflichen Alltag aufgenommen. Schon bei der feierlichen Eröffnung fanden viele Bücher neue Leser. Presse- und Radioberichte taten das Übrige, so dass auch Interessierte von weither nach Bölzke kamen. Die Bölzker sind stolz auf die Bücherzelle, und an langen Sommerabenden konnte man schmökernde junge Menschen unter den mächtigen Linden sehen, die die Bücherzelle beschatten. Mittels Zetteln wurden Anregungen und Vorschläge hinterlegt, so dass von einer gelungenen Kommunikationsebene zwischen den Nutzern zu sprechen ist.

Das zweite B, die Bölzker Bilderwand, ist ebenfalls als in die Zukunft führendes Projekt angelegt. Die vergrößerten historischen Bilder werden im Gemeindesaal aufgehängt und sorgen für rege Diskussionen bei den Betrachtern. Anlässlich der Adventsfeier wurde der Vorschlag gemacht, einen Gesprächs- oder Erzählkreis bei Kaffee und Kuchen einzurichten. Selbst die neuen Bölzker sind sehr daran interessiert, wie es einmal in Bölzke zugegangen ist. Die Bilder erzählen von Festen und Umzügen, aber auch von den selbstverständlich vorhandenen gewesenen Einrichtungen, wie Kindergarten, Fußballplatz, Konsum und Gaststätte. Ein besonderes Bild ländlicher Beständigkeit zeigt einen jungen Mann vor der Kirche sitzend, auf dem gleichen Platz, von dem der alte Herr nun die Besucher grüßt, die sich die Bölzker Bs anschauen möchten.

Der Bölzker Backofen, das dritte B, wird im Laufe des Jahres 2009 an der Kirche errichtet.

 

Bücherzelle in Bölzke


25 - Prignitzdörfer Netzow, Söllenthin und Vehlin - Ein Bericht von Anne Graf, Christina Tast und Sabine Schönfeld,  Januar 2009

Die drei kleinen Feldsteinkirchen der Prignitzdörfer Vehlin, Söllenthin und Netzow bilden nicht nur die geografische Mitte eines jeden Dorfes, sie werden auch zunehmend wieder Mittelpunkt der Dorfgemeinschaft. Gemeinsam agieren hier ehrenamtlich tätige Akteure der örtlichen Dorfvereine mit den Mitgliedern der Kirchengemeinden, stets um die Erhaltung und Nutzung der Dorfkirchen bemüht. Mit Hilfe des Projektes „Kunst und Kultur in brandenburgischen Dorfkirchen“ war es nun möglich, das bisherige Engagement weiter zu unterstützen, fortzuführen und die Dorfkirchen wieder zu einem Ort der Kultur und Kommunikation in der Mitte des Dorfes werden zu lassen.

Anliegen des Projektes „DorfMitte“ war und ist es, sowohl die künstlerische und kulturelle Nutzung der Dorfkirchen zu beleben, als auch kulturelle Bildung in der ländlichen Region zu vermitteln. Die drei Konzepte zur Kunst- und Kulturvermittlung richteten sich daher insbesondere an die Kinder und Jugendlichen der Dörfer.

Jeder der drei Dorfkirchen wurde ein thematischer Schwerpunkt zugeordnet:
Vehlin: Musik/Theater
Söllenthin: Kunst
Netzow: Film/Foto

Jeweils ein Mentor vermittelte die Idee/Konzeption und begleitete die künstlerische Arbeit der Kinder. Die Konzeption, Durchführung und Bewertung erstreckte sich über die Jahre 2008 und 2009.

Dorfkirche Vehlin: KinderKangKirche

Mentorin: Ringela Riemke, Musikerin (Vehlin/Berlin)

22. März 2008
Eröffnungskonzert (Violine: Steffen Tast, Cello: Ringela Riemke, Flöte: Werner Tast) und Feier zur fünfzehnjährigen Wiedereröffnung der Kirche seit der umfangreichen Sanierung 1993/94

April 2008
Aufführung des Marionettentheaters „Petruschka“ von Strawinski mit dem Prignitzer „Marion-Etten-Theater“

Frühling bis August 08
„KinderKlangKirche“ Musikworkshop
- Kinder aus Vehlin
- Kennenlernen der Baugeschichte der Kirche
- Entdecken der Klänge der Kirche (Materialien wie Feldsteine, Holz, Lehm usw.)
- Improvisieren und Aufführen kleiner Musikstücke
- inderKonzert
- Vorstellen der Ergebnisse der Musikworkshops

Sommer 2008
filmische Dokumentation der „KinderKlangKirche“

Im Rahmen des Projektes KinderKlangKirche haben sich im Frühjahr und Sommer 2008 sechs Vehliner Kinder unter Anleitung der Musikerin Ringela Riemke intensiv mit Klängen, Rhythmen und auch instrumentalen Musikstücken beschäftigt. Dabei haben sie ein vielfältiges Programm erarbeitet, das in einem Konzert am 9. August 2008 in der Vehliner Kirche dem Publikum präsentiert wurde.

An mehreren Wochenenden im Frühjahr 2008 wurde zunächst gemeinsam geeignetes, klingendes Material gesucht und damit experimentiert. Außerdem wurden Musikstücke herausgesucht, die einzelne Kinder auf ihren Instrumenten (Akkordeon, Blockflöte, Geige, Trommel) beherrschen, um diese in das Programm mit einzubauen.

In der ersten Augustwoche hat die Gruppe dann täglich intensiv an dem Konzertprogramm gearbeitet.
Das Konzert setzte sich aus folgenden Einzelstücken zusammen:
- Vehliner Regenzauber mit Gewitter
- Volkslieder auf der Blockflöte mit Cellobegleitung
- Walzer auf der Geige mit Keyboardbegleitung
- Trommelsolo
- Akkordeon mit rhythmischer Begleitung
- Wind (vom lauen Lüftchen bis zum Sturm) mit Pollo-Eisenbahn
- Küchenmusik und Küchen-RAP

Neben den genannten Instrumenten wurden Alltagsgegenstände zum Musizieren verwendet, z.B. Töpfe, Schüsseln, Becher, Bohnen, Erbsen, Alufolie, Kartons, Sandpapier, Hammer, Nägel. Dazu kamen Instrumente aus anderen Kulturen, wie die Bohnenrassel und die Oceantrommel der Lacotaindianer.

Als Werbung für ihr Konzert, gestalteten die Kinder individuelle Plakate für die umliegenden Dörfer. Mit Trommelsolo und Gesang wurden diese Plakate von ihnen ausgehängt und so wurde bereits im Vorfeld für Aufmerksamkeit gesorgt.

Alle Kinder waren von den vielfältigen Anregungen zum Herstellen von Klängen und gemeinsamen Musizieren begeistert und zeigten viel Einsatz bei der Umsetzung des Projektes. Auch die Zuhörer waren von dem Konzert sehr begeistert, was sie mit kräftigem Applaus und viel Lob bei der anschließenden Kaffeetafel deutlich machten.

 

Dorfkirche Söllenthin am Pilgerweg: KinderKunstKirche

Mentorin: Valeria Sass, Bildhauerin
Teilnehmer: ca. fünfzehn Kinder und Jugendliche aus den drei Prignitzdörfern
Ort: „Alte Schule“ Söllenthin

Kunstworkshop in Zusammenarbeit mit der Jugendkunstwerkstatt des „Festland“ e.V. im Februar 20009

Valeria Sass, als Mentorin des Projektes, entwickelte gemeinsam mit den Kindern und Vertretern der Kirchengemeinde eine Herangehensweise an die Thematik: Pilgerweg und Kunst in den Kirchen. So stand zu Beginn des Workshops eine Entdeckungstour zu den Kirchen Vehlin, Söllenthin und Netzow. Die Mentorin hatte die Kinder bereits intensiv vorbereitet. Ausgestattet mit Fotoapparat und Skizzen- und Notizblock, konnten die Kinder ihre Entdeckungen in den Dorfkirchen festhalten. Die Kirchenbesichtigungstour wurde von vielen Eltern und Großeltern begleitet. Auch hier beschäftigten sich die Kinder mit der Baugeschichte und Architektur der Feldsteinkirchen und entdeckten bisher wenig beachtete Details (z.B. Bemalungen der Decke und Wände, die Gestaltung der Portale und Fensteröffnungen, Nischen und Kirchtürme, Altar und Dachformen usw). Einzelne Details wurden skizziert, Vergleiche zwischen den Kirchen angestellt, Gemeinsamkeiten und Unterschiede herausgearbeitet.

In der zweiten Workshopphase wurden die entstandenen Skizzen ausgewertet. Dabei kristallisierten sich drei Themen heraus:
- „Ausgeglichenheit -Balance“
- „Verbundenheit“
- Zusammengehörigkeit“

Entwürfe und erste Materialversuche entstanden. Es wurde gewerkelt, gesägt, gemalt und diskutiert. Unterstützt von der Mentorin, setzen die Kinder ihre Ideen mit den von ihnen gewählten Materialien um. Die jüngeren Projektteilnehmer gestalteten kleine Pilgerzeichen. Schließlich fertigten alle Kinder eigene Plakate und Einladungen für ihre Ausstellung am darauf folgenden Wochenende an.

Ausstellung/Präsentation

Zur Ausstellungseröffnung der „KinderKunstKirche“ konnten ca. 35 Besucher, unter ihnen auch der Pfarrer der Gemeinde und die Religionslehrerin der Kinder, begrüßt werden. Es entwickelten sich lebhafte Diskussionen zwischen den Kindern, der Künstlerin und den Besuchern. Im Anschluss wurden alle Gäste zur gemeinsamen Kaffeetafel eingeladen. Viele Besucher nutzten die Gelegenheit, angeregt durch ihre Kinder und Enkel, die Kirche zu besichtigen und nach vielen Jahren wieder aufmerksamer im Dorf wahrzunehmen.

Dorfkirche Netzow: KinderFilmKirche

Mentor: Ralf Weißleder, Videokünstler, Fotograf
Teilnehmer: acht Kinder und Jugendliche aus den drei Prignitzdärfern
Ort: „FestSpielHaus“ Klein Leppin

Video-Workcamp im August 2009

Die ursprünglich geplante Projektidee, die Dreharbeiten zum Film „Das weiße Band“ in Netzow fotografisch und filmisch zu begleiten und die damit einhergehenden Sanierungsarbeiten an der Dorfkirche zu dokumentieren, konnte in dieser Form leider nicht durchgeführt werden.

Während der Dreharbeiten zum Film waren keine Gäste zugelassen. Daher wurde das Konzept inhaltlich leicht verändert. Die drei Dorfkirchen sollten im Fokus der filmischen und fotografischen Entdeckung durch Kinder und Jugendliche stehen. Unter Anleitung und Begleitung des Videokünstlers und Fotografen Ralf Weißleder (Hamburg) machten sich die Workshopteilnehmer zunächst mit der Technik/Videokamera vertraut und starteten erste Filmversuche.

Das Schärfen der Wahrnehmung für die eigene Umgebung und Heimat zu fördern, war wesentlicher Bestandteil der Projektarbeit. Die Methodik erprobte das Entdecken, Beobachten und Betrachten mit Hilfe von Filmsequenzen, Momentaufnahmen und Fotos. Erstes Ziel des viertägigen Workcamp war es, die drei Feldsteinkirchen auf einer Fahrradtour zu erkunden. Bei allen Dorfkirchen wurden der Kirchturm bestiegen, die neue Perspektive auf das Dorf festgehalten, nistende Vögel bestaunt, die Glocken, der Dachstuhl, die Orgel, die Kanzel und der Altar untersucht. Die Filmergebnisse wurden im Anschluss besprochen und ausgewertet. Mit Unterstützung des Mentors entstanden schließlich erfrischende Videobeiträge, die die Kirchen aus der Perspektive und Wahrnehmung der Kinder und Jugendlichen reflektieren.

Präsentation im Oktober 2009

Zur Präsentation der Kinder-Filmbeiträge wurde im Oktober eingeladen. Angelehnt an ein Filmfestival wurden Filmpreise vom Publikum unter anderem für das beste Video vergeben. Auch hier zeigten sich die Besucher begeistert von den Ergebnissen der Kinder und Jugendlichen.

Schließlich gab es für alle Interessierten die Möglichkeit, den Film „Das weiße Band“, mit Netzow als Drehort, in einer Vorpremiere im Kino Perleberg zu erleben.

 

KinderKunstKirche, Auseinandersetzung mit der Dorfkirche

KinderKunstKirche, Plakate

KinderFilmKirche, Kirchenentdeckungstour


27 - Lindenhagen - Ein Bericht von Pfarrerin Ulrike Miege, 10. August 2008

Wie bitte - Lehm in der Kirche? Und welcher Sinn steckt dahinter?” So oder ähnlich waren die Reaktionen, seit wir in der Kirchengemeinde das erste Mal von unserem Projekt “Durchblicke und Weitsichten - ein Stampflehmprojekt” gesprochen haben.

Zugegeben - in der Theorie hörte sich die Vorstellung - auch für uns als Kirchengemeinde schon abenteuerlich an, für manche sogar unmöglich. Wie wird wohl der Innenraum der Kirche wirken, wenn drei Stampflehmelemente in Kubusform auf dem Weg zum Altar quasi “im Weg stehen”? Und wie kann man sich das vorstellen, dass der Altar auf den ersten Blick nicht sichtbar ist, weil er durch eine 220 cm hohe Mauer mit einem 80 Grad Winkel verdeckt wird - und nur zu erreichen ist, in dem man um die Mauer herumgeht?

Seit Projektbeginn sind mittlerweile drei Monate vergangen - und das Ergebnis - so kann ich wohl sagen - hat uns alle überrascht. Selbst die skeptischen Stimmen, die warnend vor einer Verunstaltung der Kirche warnten, haben Ihre Meinung geändert. In der Praxis stellen wir nun fest, dass die verschiedenen Elemente sich in das Gesamtbild des Innenraums eingefügen, als ob sie dazugehören - und damit hat einfach kein Mensch gerechnet. “Die farbliche Übereinstimmung der Stampflehmelemente mit den Farben des Innenraums der Kirche ist beeindruckend”, meinte ein Dorfbewohner. “Und die Altarwand wirkt ja gleichsam als Raumteiler”, ergänzt eine Besucherin. Jetzt haben wir einen kleinen Raum in der großen Kirche - für Veranstaltungen mit einer geringen Besucherzahl wie z.B. das regelmäßige Taizé-Singen haben wir ihn schon genutzt.

Als Kirchengemeinde haben wir uns auf dieses ungewöhnliche Projekt eingelassen, weil wir uns mit dem Thema “Dorf und Kirche” beschäftigen. Wie wichtig ist die Kirche für das Dorf, wenn die Kirchenmitglieder immer geringer werden? Ob wir am Ende des Projektes den “Durchblick und die Weitsicht” bei dieser Frage haben, bleibt zunächst noch abzuwarten. Mit Sicherheit haben wir aber auf jeden Fall die Kirche im Dorf wieder neu ins Gespräch gebracht.

weitere Informationen

 

Stampflehmaktion in Lindenhagen am 26. Juni 2008


28 - Herzfelde - Ein Bericht von Lutz Böning und Gabi Förder-Hoff, Juli 2008

„Wer sind Wir - Wir sind Wer“

ist ein Projekt von und mit Jugendlichen, das gemeinsam vom Förderverein für Kirchenmusik in der evang. Kirchengemeinde Herzfelde und dem Kreisjugendwart des Kirchenkreises Templin/Gransee initiiert wurde. Unterstützt wird es von der Bundeskulturstiftung, dem Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg e.V. und dem Landesjugendring. Schirmherr der Auftaktveranstaltung dieses Projektes ist der Bundestagsabgeordnete Pfarrer Steffen Reiche, der aus diesem Anlass am 6.7.2008 in der Dorfkirche mit einer Andacht und Predigt in das Projekt einführen wird.

Das Projekt besteht aus mehreren Teilprojekten: Jugendliche geben mit den Mitteln des Comics, des Graffiti und der Rockmusik Einblicke in unterschiedlichste zeitgenössische Jugendkulturen, von denen sie sich angesprochen fühlen. Das tun sie zum einen dadurch, dass sie diese selbst anwenden, und zum anderen, indem sie verschiedene jugendkulturelle Ausdrucksformen mit künstlerischen Mitteln noch einmal reflektieren.

Was verstehen wir im 21. Jahrhundert unter dem Begriff Jugendkultur? Warum ist das Thema so interessant? Jugendkultur ist Ausdruck der Auseinandersetzung mit dem „Jetzt“ und der Vorstellung von einem „Morgen“. In den jeweiligen jugendkulturellen Welten kommt der Wunsch der Teilnahme junger Menschen an der kreativen Gestaltung ihrer Gesellschaft und ihrer nächsten Umwelt zur Sprache. Jugendkultur ist Ausdruck eines wachsenden Verständnisses von sich selbst und den eigenen Wünschen. Jugendkultur ist das Wechselspiel zwischen Traum und Wirklichkeit. Jugendkultur entsteht da, wo in der Orientierungsphase der Jugendlichen bestehende Werte überprüft, beurteilt und die Suche nach eigenen und gemeinsamen kulturellen Werten einer jeden Generation beginnt. Jugendkultur ist dabei nicht zwangläufig Gegenkultur und schon gar nicht selbstredend destruktiv, auch wenn es in Verbindung z.B. mit rechtsextremistischen Strömungen auch solche Tendenzen gibt. Jugendkultur ist im Kern lebensbejahend, weil es sich um Aktion und wie hier um Kreativität handelt. Das gilt auch, wenn sie als Spiegel gesellschaftlicher Problemlagen die Dinge, die schlecht laufen, aus der Sicht der Jugendlichen aufgreift.

Jugendliche probieren sich aus und testen ihre Grenzen. Jugendliche kommunizieren mit diesen Mitteln, sie stellen Vergleiche untereinander an, und sie sprechen von sich selbst. Jugendliche zeigen im Rahmen dieses Projektes, dass für sie Gegensätze, wie sie in der Welt der Erwachsenen zwischen urbaner und der Kultur ländlicher Regionen gesehen werden, in dieser Form nicht existent sind. Ihre Kultur ist grenzüberschreitend und global ausgerichtet. Welch hohe Anforderung an die eigene Einordnung und Verortung!

Die Kreisjugendarbeit und der Förderverein für Kirchenmusik in der evangelischen Kirchengemeinde Herzfelde sehen es als große Chance, Kinder an der Schwelle zu Jugendlichen und Jugendliche an der Schwelle zum Erwachsenwerden jeweils dort abzuholen, wo sie stehen. Dabei dienen die erarbeiteten Produkte als Medium für eine generationsübergreifende Verständigung. Viele parallele Lebenskonzepte und Einflüsse treffen aufeinander. Die der mitwirkenden Kinder und Jugendlichen sind nicht einheitlich, die der Erwachsenen, die die Jugendlichen kirchennah und kirchenungebunden zu diesem Projekt eingeladen haben, auch nicht. Ausdrucksmittel wie Rockmusik, Comic, Sprayen, Parkur, Rap und Breakdance, bieten Möglichkeiten öffentlich wirksam zu agieren. Caries (Charaktere - die eigenen oder die der anderen) können in Szene gesetzt werden. Es kann ihnen eine aussagekräftige Geschichte zu Grunde gelegt werden. Der experimentelle Umgang mit Farben und Formen ist in diesem Projekt erlaubt (im Gegensatz zum immer noch häufig illegalem Graffiti).

Jugendkulturelle Ausdrucksformen halten daher auch her als Symbol für die "aktive Eroberung der Welt". Hier spielen Abenteuer, Risiko, Wettbewerb eine Rolle. Jugendliche messen sich, probieren sich aus, schöpfen eigene und gemeinsame Werte und wachsen zu jungen Erwachsenen heran.

Die neuen jugendkulturellen Ausdrucksmittel, zumeist aus urbanen Kontexten heraus entstanden, sind deshalb auch zeitgemäße Formen der Bewegung, die dem Grundbedürfnis von Kindern und Jugendlichen nach Aktivität, Aggression aber auch Ausgleich jeweils auf ihre Weise gerecht werden. Früher standen Kinder und Jugendliche auf dem Dorfanger, um gesehen zu werden und prügelten sich auch mal, heute geht es auch immer um den Anschluss an die Welt und dies mit Mitteln im WeItmaßstab - ähnlich wie bei der Weltmusik.

Was hat offene Jugendarbeit in dieser Form mit dem Auftrag der Kirche in unserer heutigen Gesellschaft zu tun, mögen Sie sich als Besucher fragen? Warum interessieren wir uns als Kirche für die Formen globaler Jugendkultur, wie Sie in den vorgestellten Arbeiten, der Musik selbst aber auch als Reflexion durch die Jugendlichen präsentiert werden? Wir meinen, sehr viel! Kinder und Jugendliche sind für uns als Kirche, die wir einen aktiven Beitrag dazu leisten wollen, die Gesellschaft von Morgen mitzugestalten unser wertvollstes Gut. Wir sind interessiert zu erfahren, wie sie denken und fühlen, wie sie die Einflüsse, denen sie ausgesetzt sind für sich nutzen und umsetzen, und welche Einflüsse das sind. Kurzum: Mit welchen Lebenskonzepten setzen heranwachsende Kinder und Jugendliche sich heute auseinander? Umgekehrt so meinen wir, haben auch wir als Kirche den Jugendlichen etwas zu bieten! Als kirchliche Gemeinschaft und auch individuell als Christen haben wir Grundüberzeugungen, Strategien und Konzepte, die geeignet scheinen, den Prozess der Entwicklung vom "Ich" zum "Wir" auf gute Weise zu unterstützen.

 


29 - Theater in der Kirche e.V. - Ein Bericht von Erika Hommel, Januar 2009

Der Verein Theater in der Kirche e.V. hat sich bei seiner Gründung im Jahr 2003 die Pflege des kulturellen Lebens in dörflichen Gemeinschaften zur Aufgabe gemacht. Sein Name steht programmatisch für den Erhalt dörflicher Kirchengebäude als kulturelle Begegnungsstätte.
So gastiert die Regisseurin Heidi Walier bereits im sechsten Jahr mit ihren Schauspielern für den Verein in brandenburgischen Kirchen. Präsentiert wird jedes Jahr ein Klassiker der Theaterliteratur in Bearbeitung von Heidi Walier. Eintrittsgelder werden nicht erhoben, dafür wird am Schluss der Vorstellung um Spenden gebeten.
Die bisherigen Tourneen konnten nur dank großzügiger privater Spenden durchgeführt werden. Die Unterstützung durch den Förderkreis Alte Kirchen aus Mitteln der Kulturstiftung des Bundes im Rahmen des Projektes Kunst und Kultur in brandenburgischen Kirchen ermöglichte es dem Verein im Jahr 2008, für seine Aufführung von Diener zweier Herren von Carlo Goldoni drei zusätzliche Spielorte in sein Programm mit aufzunehmen.
Bei der Vorstellung am 30. August in der Stüler-Kirche in Reitwein herrschte glücklicherweise gutes Wetter und so lebte die Aufführung dort vor allem durch das besondere Ambiente unter freiem Himmel. Unter den ca. 125 Zuschauern genossen offensichtlich auch Vertreter der lokalen Presse das Stück in dieser besonderen Atmosphäre, wie später den Pressestimmen (Märkischer Markt, Märkische Oderzeitung) zu entnehmen war.
Am 20. September wurde in der Kirche in Hermersdorf, einem sehr kleinen hübsch gelegenen Dorf mit nur wenig Einwohnern gespielt. Offensichtlich hatte der engagierte Förderverein Dorf und Kirche Hermersdorf e.V., der mit wenig Mitteln und viel persönlichem Einsatz um den Erhalt der Kirche kämpft, in seiner Umgebung mit Erfolg die Werbetrommel gerührt. So füllte sich der 1952/1954 wieder aufgebaute Felssteinbau aus dem 13. Jahrhundert zu unserem Erstaunen rechtzeitig zu Spielbeginn mit ca. 60 Menschen! Das Ensemble und das Publikum hatten ihren Spaß, vor allem die zahlreichen Kinder "spielten" förmlich mit und ließen sich am Ende Autogramme von den Schauspielern geben.
Die Kirche in Wust wird durch den Verein KulturWust mit wenig Mitteln und viel Fantasie am Leben erhalten. Etwa 44 Zuschauer fanden sich am 10. Oktober dort ein, um unsere Aufführung anzusehen. Außerdem war Frau Claudia Schmidt, die Kulturreferentin von "Antenne Brandenburg", gekommen, um sich über die Arbeit unseres Vereins zu informieren. Ihr Interview mit Heidi Walier sowie ihre kommentierten Aufzeichnungen aus dem Stück wurden am 22.10.2008 in der Sendung "Kreuz und Quer in Brandenburg" im Radio gesendet.
Insgesamt wurden Spenden in Höhe von 1160 Euro eingenommen, das Geld kommt in vollem Umfang der Kulturarbeit und dem Erhalt der bespielten Kirchen zugute.
Wir danken dem Förderkreis Alte Kirchen und der Kulturstiftung des Bundes für die Unterstützung in 2008 und freuen uns auf die Fortsetzung des Projekts in 2009 mit den geplanten Veranstaltungen in Fretzdorf und Gollmitz.

 

Theater in der Kirche e.V.
Premiere in Gosen am 16. August 2008
Foto: Hanns-Peter Ermert

Szene aus “Diener zweier Herren” von Carlo Goldoni
in einer Bearbeitung von Heidi Walier
Foto: Hanns-Peter Ermert


30 - Mixdorf - Ein Bericht von Monika Klauschke, Friedrich-Bödecker-Kreis im Land Brandenburg e.V., 22. Juli 2008

Ausstellung „Poetische Wanderungen“  in der Dorfkirche Mixdorf vom 4. Juni. bis  4. Juli 2008

Der Friedrich-Bödecker-Kreis Land Brandenburg e.V. beteiligte sich am Wettbewerb des Förderkreises Alte Kirchen Berlin-Brandenburg e.V. zur „Stärkung der künstlerischen und kulturellen Nutzung der brandenburgischen Dorfkirchen“ - und wurde ausgewählt!

Hauptanliegen unseres Vereins ist es, Kinder und Jugendliche an Kunst und Literatur heranzuführen. Mit Projekten, wie Lesungen, Begegnungen mit Autoren und Illustratoren, Workshops und Ausstellungen, versuchen wir, zum Lesen zu verführen.

Dank der Entscheidung des Förderkreises wurde es uns möglich, in 2 Brandenburger Dorfkirchen unsere Ausstellung „Poetische Wanderungen“ zu präsentieren.

Vom 04.07.2008 bis zum 04.08.2008 fand die erste in der Dorfkirche in Mixdorf statt.

Zu sehen waren „Wortkunstwerke“ der Prignitzer Lyrikerin Ursula Kramm-Konowalow, in wunderbare Bilder gefasst von der in der Schweiz lebenden Malerin Johanna Wieruszewska-Kurek Einige der Gedichte wurden von Ola Ciercierzynska ins Polnische übersetzt.

Die Lyrikerin und die Übersetzerin gaben während der Vernissage eine Kostprobe ihrer poetischen Sprache und fanden damit beim Publikum sehr großen Anklang.

Geplant waren von den Mitteln, die uns zur Verfügung standen, 2 Veranstaltungen mit Frau Kramm-Konowalow. Da das Interesse beim örtlichen Kirchenverein und der Grundschule der Nachbarstadt Müllrose jedoch so groß war, kam die Dichterin zu zusätzlichen Lesungen in die Dorfkirche.

Zu Gast waren Kinder der Mixdorfer Kita, 2 Klassen der Grundschule, 2 Seniorengruppen aus der Kirchengemeinde und aus Frankfurt (Oder). Außerdem fanden der Religions- und der Konfirmandenunterricht mit Frau Kramm-Konowalow statt, die eigens dafür aus der Prignitz anreiste. – Ein Riesenerfolg also, mit dem niemand gerechnet hatte.

All das wäre aber nicht möglich gewesen ohne das großartige Engagement des Kirchenvorstandes in Mixdorf! So wurden Staffeleien und Hängevorrichtungen für die Präsentation der Bilder gebaut, Kontakte geknüpft, für die „Gaumenfreuden“ zur Vernissage gesorgt.

Bei so viel Zuspruch durch die Bevölkerung entsteht natürlich der Wunsch nach mehr Zusammenarbeit mit dem Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg e.V. – Ideen gibt es bereits...

 

Ausstellung “Poetische Wanderungen” in Mixdorf
vom 4. Juni bis 7. Juli 2008