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Erfahrungsberichte |
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1 - Schönwalde - Ein Bericht von Hanns-Eckard Sternberg |
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Kurzbericht über das 3. Schönwalder Musikfest am 12. und 13. September 2008 In Schönwaldes Pfarrscheune fand am 12. und 13. September 2008 das 3. Schönwalder Musikfest statt, dass im Rahmen des Projektes „Kunst und Kultur in brandenburgischen Dorfkirchen“ des Fördervereins Alte Kirche Berlin-Brandenburg e.V. mit Mitteln aus dem Fonds Neue Länder von Kulturstiftung des Bundes unterstützt wurde. Am 12. September begann die Veranstaltung mit einer Lesung unter dem Motto „Poesie & Musik in der Pfarrscheune“. Sechs Schönwalder Autorinnen und Autoren lasen aus ihren Werken. Begleitet wurden sie durch Hans-Georg Strehlow, der ebenfalls mit eigenen Kompositionen für die musikalische Umrahmung des Abends sorgte. Am 13 September begann um 15 Uhr das Hauptereignis - das 3. Schönwalder Musikfest - unter dem Motto „Wir von hier musizieren für Euch“. Dabei waren: In halbstündiger Folge traten die einzelnen Interpreten bei gutem Publikumsbesuch aber leider etwas sehr kühlen Temperaturen auf. Das Musikfest war ein voller Erfolg. Viele Beteiligte freuen sich schon auf das nächste Jahr, wenn es wieder mit Künstlern aus der Region heißt: „Wir von hier musizieren für Euch“.
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3 - Prenden - Ein Bericht von Sabine Voerster, Fördervereins Dorfkirche Prenden 1611 e. V., 8. November 2008 |
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Prenden, heute Ortsteil der Gemeinde Wandlitz im Landkreis Barnim, liegt nur etwa 40 km von Berlin entfernt. Die Kirche ist das älteste Bauwerk, im 16./17. Jahrhundert auf den Fundamenten eines Vorgängerbaues errichtet. Nach fachmännischer Feststellung von erheblichen Bauschäden, begannen 1998 umfangreiche Sanierungsarbeiten, die den Abbau und Wiederaufbau des äußeren Fachwerkturms und des Dachstuhls einschließlich Dachdeckung notwendig machten. Im weiteren Verlauf wurde der Dachstuhl des Kirchenschiffs erneuert und eingedeckt, die Kirchenfenster wiederhergestellt, Außenputz und teilweise Innenputz angebracht sowie Farbanstriche ausgeführt. Nach Abschluss der Sanierungsmaßnahmen im Jahre 2002, die dank des Zusammenwirkens aller Beteiligten sowie durch die erfolgreiche Beschaffung der finanziellen Mittel möglich wurden, erstrahlt die Prendener Dorfkirche wieder in altem Glanz. Die konstruktive Zusammenarbeit von Anfang an zwischen den Architekten, der Oberen und Unteren Denkmalpflege, dem Denkmalbeauftragten der Evangelischen Kirche, dem Kirchengemeinderat und dem Förderverein Dorfkirche Prenden 1611 e.V. erweist sich bis heute als äußerst effektiv und nützlich. Mit dem GKR wurde ein schriftlicher Nutzungsvertrag vereinbart, der das harmonische Miteinander der Kirchennutzung regelt. Termine für die ein Mal im Monat stattfindenden Gottesdienste und für die Veranstaltungen des Fördervereins werden gemeinsam abgestimmt. Zur Vereinsgeschichte: Unser Verein hat sich im Jahre 1998 gegründet und feiert in diesem Jahr sein zehnjähriges Bestehen. Sieben Gründungsmitglieder - der Pfarrer im Ruhestand, der Ortsteilbürgermeister, ein Mitglied aus dem Gemeindekirchenrat, ein Schriftsteller/Übersetzer und drei Bildende Künstler und Künstlerinnen (alle ortsansässig). Die Kirche im Dorf lassen war unser Anliegen. Kirchenraum als Kunstraum - als Raum für Kommunikation und Begegnung, in einem Ort, wo die Infrastruktur für die ca. 450 Bewohner erheblich beeinträchtigt war. (Verkaufstelle: geschlossen, Gaststätte: geschlossen, Kita: geschlossen, Artzpraxis: geschlossen.) Bei aller „Geschlossenheit“ war die Idee zur „Offenen Kirche“ ein Lichtblick am Horizont. Während der Sanierung war die Kirche nicht benutzbar, so hatte der Förderverein die Idee, in Absprache mit der Kirchengemeinde, den Gemeinderaum im alten Pfarrhaus kostenlos zu nutzen. Im Gegenzug wurde dieser renoviert, gemalert und ausgestaltet. Denkmal Kunst Kultur - ist die Leitlinie unseres Vereins. Am Denkmal wurde noch gebaut und Kultur zog gleichzeitig mit dem „Erzählcafe“ ins Pfarrhaus von Prenden ein. Ältere Einwohner berichteten aus ihrer Jugendzeit und brachten Fotos mit, der Ortschronist las aus der Chronik, in Erinnerung an alte Bräuche wurden mit Kindern des Ortes Eier bemalt und Stiepruten gebunden, ein Filmdokument aus den 50er Jahren zeigte Geschichte in bewegten Bildern - ach wie haste dir verändert ... u.a.m. während der Bauzeit - jeden Monat eine Veranstaltung - im Dialog der Generationen - bei Kaffee und Gebäck im Gemeinderaum. Eine gute Gelegenheit, neue Mitglieder für den Verein zu werben und sich näher kennen zu lernen. Dann war es soweit, die Prendener Kirchenglocken läuteten nach zwei Jahren Bauzeit wieder. Die Älteste im Dorf erholte sich langsam. Kulturveranstaltungen, wie Erzählcafe, Lesungen, Konzerte, Darstellendes Spiel, Puppentheater, Märchentage fanden nun in der Kirche statt. Parallel dazu wurde im Kirchenraum Kunst präsentiert, wie Malerei, Plastik, Grafik, Textil, Photographie. Bei der Vermittlung von Bildenden Künstlerinnen und Künstlern wird die Besonderheit des Ausstellungsraumes, nämlich die Balance zwischen sakralem Kirchenraum und den auszustellenden Kunstwerken als interessante Herausforderung gesehen. Dazu wurde von einem ortsansässigen Künstler und Mitglied im Verein ein denkmalgerechtes Hängesystem entwickelt. Des Weiteren lässt die variable Bestuhlung verschiedene Gestaltungsvarianten zum Standort von Kunstwerken zu. Alle Stühle tragen eine Zahl, die auf die jeweiligen Spender und Spenderinnen verweist. Somit konnten neben den noch vorhandenen 6 Kirchenbänken 80 Sitzgelegenheiten geschaffen werden. Die Resonanz der kulturellen Angebote ist positiv und nachhaltig. Besucher kommen aus der näheren und weiteren Region, aus Berlin, Brandenburg und darüber hinaus. Zur Beibehaltung des erreichten Niveaus ist eine kontinuierliche und professionelle Öffentlichkeits- und Pressearbeit sowie eine Versicherung der Kunstwerke u.a.m. Voraussetzung. Mit der Realisierung des Heizungseinbaues in die Dorfkirche durch den Förderverein wurde eine ganzjährige Nutzung des Kirchenraumes möglich. Zur Weihnachtszeit im Jahre 2005 wurde die Heizung aufgrund der Aktivitäten des Vereins (20.000,00 Euro - Spendengelder und Fördermittel) in Betrieb genommen. Heute können wir mit gutem Gefühl sagen, das Denkmal Dorfkirche Prenden hat sich zu einem kulturtouristischen Standort in unserer Region entwickelt. Was macht die Besonderheit der Prendener Kirche aus? Es ist die stimmige Atmosphäre, so gibt es immer eine Blumendekoration, entsprechend der Jahreszeit und des Anlasses, es leuchten die Kerzen des restaurierten Kronleuchters, die Veranstaltungsbetreuer nehmen sich Zeit für Auskünfte und weisen auf entsprechende Informationsmaterialien hin. Der Kirchturm ist begehbar und die Ausstellung zur Orts- und Kirchengeschichte veranlasst zum Verweilen. Im Ambiente der alten Holzkonstruktion ist das dörfliche Leben in einer Familienchronik dargestellt, dazu Schulgeschichte, Fotos aus den 20er Jahren, der Hochzeit des Luftkurortes Prenden, außerdem sind historische Ausstattungsgegenstände der Kirche, wie die mechanische Einzeigeruhr, das historische Zifferblatt, die alte Turmbekrönung u.a. zu besichtigen. Dank der Förderung durch die Kulturstiftung des Bundes konnte diese Ausstellung erweitert werden. Die Erstellung eines Faltblattes ist in Vorbereitung. In den Sommermonaten sind im Rahmen des Brandenburgischen Dorfkirchensommers die Dorfkirche sowie der Rastplatz im Pfarrgarten für Besucher, Radfahrer und Spaziergänger an den Wochenenden geöffnet. Denkmal Kunst Kultur - Dorfkirche Prenden ist ein Beitrag zur Entwicklung des Kulturtourismus in Barnim. 10 Jahre Vereinstätigkeit. Der erste Generationswechsel ist erfolgt. Bisher haben alle ehrenamtlich gearbeitet. Wir sind auf der Suche nach neuen Möglichkeiten. Dazu gehören Vernetzungen mit Vereinen aus der Region, z.B. der Förderverein Naturpark Barnim e.V., der Tourismusverein Naturpark Barnim e.V., das internationale Brassens Festival, die Barnimer Märchenwoche, Musikschulen öffnen Kirchen und die Vernetzung mit Barnimer Künstlerinnen und Künstler in Zusammenarbeit mit dem Infopunkt Kunst im Barnim, dem Brandenburger Verein Bildender Künstlerinnen und Künstler (BVBK). Vor einigen Jahren las ich in einem Grußwort von Präses Manfred Sorg, dem Vorsitzenden der Evangelischen Kirche der Union, bis diese im Februar 2003 in die Union der Evangelischen Kirchen (UEK) aufging. Zitat: „Kirchenräume als Kunsträume. Fügt man nur ein kleines „t“ ein, werden aus Kunsträumen Kunst-träume, und es tut sich das weite Feld der Phantasie und Kreativität auf, das für die Wahrnehmung von Kunst wie für die Wahrnehmung von Religion so konstitutiv ist.“ Im Jahre 2005 erhielt der Förderverein Dorfkirche Prenden 1611 e.V. den Barnimer Kulturpreis von Bündnis 90 die Grünen für sein Wirken.
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4 - Erzähltheater Berlin - Ein Bericht von Sabine Steglich, August 2009 |
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Märchenzeit - Zeitraum Dem Interesse und dem Engagement von Frau Dr. Doris Steinike, die sich sowohl in der Gemeinde Grünau als auch für den Förderverein in Dahmsdorf stark einsetzt sowie dem außerordentlichen Interesse von Herrn Meyer-Rath ist es zu danken, dass die Veranstaltung in der Dahmsdorfer Dorfkirche stattfinden konnte. Werbung und Organisation für diesen Tag waren mit ehrenamtlichem großem Aufwand verbunden. Es fehlte - außer wärmeren Temperaturen - an diesem Tage nichts. Es war sowohl für kleine kulinarische Stärkungen gesorgt worden, die musikalische Seite wurde bedacht, für Kinderbetreuung während des zweiten Erzählteils wurde liebevoll gesorgt. Der Innenraum der Kirche war mit vielfältigen Blumen geschmückt - passend zu französischen Märchen in den Farben der Landesflagge: blau, weiß, rot. Ca. 100 Zuhörer - Kinder und Erwachsene - hatten sich eingefunden, um einer eher ungewohnten Kunst zu lauschen. Die Märchenstoffe schienen zu fesseln. So mischten sich auch die Zuhörer und sowohl Kinder als auch Erwachsene nahmen beide Teile der Veranstaltung in Anspruch. Allein die mehr als kühlen Temperaturen an diesem regnerischen Tag zwangen alle Beteiligten nach mehr als 2 Stunden, den Erzählabend zu beenden. Es wäre der Kirche zu wünschen, dass sie bald wieder vollständig saniert wird und ich hoffe, dass die Spenden dieses Tages einen weiteren kleinen Baustein darstellen. Der Förderverein Dahmsdorf e.V. wurde vor einigen Jahren gegründet, um Fördermittel einzuwerben, um Veranstaltungen durchzuführen und so etwas kulturelles Leben ins Dorf zu bringen. Der Ort Dahmsdorf gehört zu Reichenwalde, liegt nicht weit entfernt von Storkow. Etwa 130 Einwohner, im Sommer kommen dann noch 200-400 zeitweilige Bewohner vom Campingplatz und der Bungalowsiedlung hinzu. Die Kirche stammt aus dem 13. Jahrhundert und bedarf dringend der Sanierung. Die Kirche verfügt über eine große Besonderheit, sie liegt in einem Dünenkörper, in einem natürlichen Schutz. Der Dünenkörper ist ein Teil einer km-Iangen Dünenlandschaft. In der Kirche finden zwischen Pfingsten und Erntedank Gottesdienste statt. Die Kirche gehört zum Pfarrbezirk Reichenwalde, Pfarrer ist S. Tiepner.
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5 - Oppelhain - Ein Bericht von Joachim Posselt, 21. Dezember 2008 |
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Die Oppelhainer Kirche ganz im Zeichen von Kunst und Kultur 2008 Am 30. März 2008 versetzte der Musizierkreis "Laudate" aus unserem Nachbarort Friedersdorf alle Gäste zu einem Festgottesdienst in eine wunderbare Atmosphäre mit frühlingshaften Melodien. Unsere kleine Oppelhainer Kirche war sehr gut gefüllt. Am 12. Mai 2008 war der erste Höhepunkt unseres Dorfes - der Mühlenmarkt. In unserer Kirche wurden Bilder ausgestellt durch den Maler Herrn Tosch aus der Nachbargemeinde Sorno. Diese Ausstellung wurde von den Besuchern sehr gut angenommen. Am 3. Oktober 2008 (2. Mühlenmarkt) wurde unsere Kirche wieder zum Ausstellungsort für einen Künstler, Herrn Lewandowski, aus der Region. Zu sehen waren wunderbare Aquarelle mit Landschaftsmotiven aus unserer Umgebung, mit Pinselstrichen gekonnt festgehaltene Impressionen aus der Natur zu verschiedenen Jahreszeiten. Zahlreiche Besucher erfreuten sich an diesen wunderbaren Bildern und kamen mit dem Künstler in interessante Gespräche. Am 5. Oktober 2008 öffnete die Oppelhainer Kirche wieder die Pforte zu einem Konzert. Zu hören waren "Gospel and Friends" aus Senftenberg, unter der Leitung von Herrn Apelt. Die kleine Kirche war bis auf den allerletzten Platz gefüllt, und die Zuhörer waren begeistert von den mitreißenden Melodien, die sehr abwechslungsreich dargeboten wurden. Zum Schluss waren die Konzertbesucher an der Reihe mitzusingen, was trotz der fremdländischen Worte sehr gut ging. Ein schöner Abschluss war das Kaffeetrinken in der Gaststätte "Otto" in Oppelhain mit selbstgebackenen Kuchen durch die Kirchengemeinde. Am 12. Oktober 2008 - eine Woche später strömten wieder Konzertbesucher in die Kirche. Im Rahmen des Projektes "Musikschulen öffnen Kirchen" begrüßte Kulturamtsleiter Andreas Pöschl zu diesem Konzert in der Kirchengemeinde Oppelhain. Die Musikschüler brachten ein sehr anspruchsvolles Programm mit Stücken aus verschiedenen Jahrhunderten zu Gehör: von spanischen Gitarrenklängen, modernen Stücken für Akkordeon und romantischer Klaviermusik bis zu Bearbeitungen für Bass-, Subbass- und Großbassflöten sowie Bläserensembles war in diesem abwechslungsreichen Programm alles vertreten. Auch an diesem Nachmittag gab es noch Kaffee und Kuchen im Anschluss an das Konzert, zu dem die Landfrauen und die Kirchengemeinde zu Oppelhain in das Dorfgemeinschaftshaus einluden.
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2007 gedachten wir des 230. Geburtstages von Fouquè und wir organisierten wechselnde Ausstellungen von Künstlern und Hobbykünstlern im Alten Gärtnerhaus in Nennhausen, so z.B. die Ausstellung „Nixen und mehr“ des Grafikers Klaus Prase, eine Fotoausstellung von V. Braun „Zu Hause entdeckt“ und die Ausstellung „Sternstunden der Engel“ von Margarita Budini und Ingrid Greubel. 2008/09 nutzten wir erstmals als Veranstaltungsort unsere Dorfkirchen. Die Förderung durch den Förderkreis Alte Kirchen Berlin – Brandenburg e.V. hat uns die Möglichkeit eröffnet, unsere Kulturarbeit in die Dorfkirchen zu tragen und damit immer neue Personenkreise anzusprechen. Den Weg, den er uns mit dieser Maßnahme geöffnet hat, wollen wir gern weiter gehen, obwohl wir wissen, dass die Finanzierbarkeit auf dem eingeschlagenen Niveau kritisch sein wird. Mit einem Imbissangebot (selbst gebackener Kuchen, Schnittchen, Kaffee, Bowle, usw.) vor und nach dem Konzert kommen wir mit den Besuchern ins Gespräch, erhalten oft kleine Spenden und hoffen, dass eine weitere Veranstaltung finanziert werden kann. Das Echo auf unsere angebotenen Veranstaltungen in den einzelnen Orten konnte unterschiedlicher kaum ausfallen. Von Desinteresse bis Begeisterung waren alle Nuancen dabei. Besucher aus Nachbargemeinden konnten wir trotz umfangreicher Werbung kaum anlocken. Dem gegenüber steht, dass Interessierte aus Rathenow und Berlin jede unserer Veranstaltung besucht haben. Unser Resümee: In Orten, wo sich bereits Leute in kultureller Tätigkeit treffen, geht man den Weg zu einer Veranstaltung in der Kirche leichter. Bis aber die Erkenntnis gereift ist, dass man sich um die Erhaltung der Kirche mitten im Dorf selbst kümmern muss, sollte man staatlicherseits den Kirchen mit Hilfe und Förderung zur Seite stehen. Das Verständnis für den kulturhistorischen Schatz mitten in ihrem Dorf muss wachsen können.
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8 - Riedebeck - Ein Bericht von Annegret Gehrmann, Förderkreis Alte Kirchen der Luckauer Niederlausitz e.V., 4. November 2008 |
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9 - Tempelberg - Ein Bericht von Kerstin Hellmich, 15. Dezember 2008 |
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Brandenburg hat eine spezifische Geschichte, romantische Dorfkirchen, eine Landschaft, die ursprünglich ist. Lange Zeit sind diese Kleinodien verborgen geblieben. Endlich haben sich Möglichkeiten ergeben, daß engagierte Menschen diese verborgenen Schätze anderen nahe bringen können. In dem kleinen Ort Tempelberg, am östlichen Rand Brandenburgs gelegen, hat der Förderkreis Tempelberger Kirche e.V. seit 2 Jahren sich zur Aufgabe gestellt, die Besonderheiten seiner Kirche und des Ortes anderen nahe zu bringen. Im Jahr 2008 wurde der 2. Tempelberger Kirchensommer durchgeführt. Es ist ein Anliegen der Mitglieder unseres Vereins Kunst und Kultur in unsere, im 13.Jh. von den Tempelrittern erbaute Kirche zu bringen. Die Erfahrung hat uns bestätigt, daß ein großes Interesse an der Geschichte der alten Dorfkirchen besteht - insbesondere an dieser, die mit der Geschichte der Tempelritter und Michael Kohlhaas verbunden ist. Lange Jahre wurde die Kirche selten besucht, da die Anzahl der Gläubigen in unserer Region ständig zurück gegangen ist. Durch die Belebung mit Kunst und Kultur in Verbindung mit den kirchlichen Ritualen ist es gelungen, in den letzten beiden Jahren ca. 1000 Besucher in unserer Kirche zu den Veranstaltungen zu begrüßen. Maßgeblich hat dazu die Förderung der Kulturstiftung des Bundes mit dem Projekt "Kunst und Kultur in brandenburgischen Dorfkirchen" beigetragen. Durch diese Förderung sahen wir uns in diesem Jahr in die Lage versetzt, die Gruppe "Harry´s Freilach" mit einem Klezmerkonzert in unserer Kirche auftreten zu lassen. An einem wunderschönen Sommertag (26.7.2008) fand dieses Konzert statt. Diese Gruppe lockte Gäste aus Berlin, Karlsruhe, Frankfurt/Oder, Fürstenwalde in unsere Kirche, um sich gemeinsam mit Einheimischen diesen Kunstgenuß hinzugeben. Es waren wohl 5 Zugaben, die die Künstler zusätzlich geben mußten. Dieses Konzert war unvergeßlich - einmal diese besondere Musik, der herrliche Sommertag, die besondere Stimmung unserer Kirche und angenehme Gespräche bei einem Glas Wein in der herrlichen Landschaft, in die die Kirche eingebettet ist, zur Pause und nach dem Konzert. Es haben uns durch diese besondere Musik Menschen besucht, die noch nie in unserer Kirche waren und angeregt durch diesen Besuch auch zu anderen Veranstaltungen gern unsere Gäste geworden sind. Wir bedanken uns, für diese wunderbare Möglichkeit, in unserer Kirche etwas besonderes zu bieten.
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10 - Hermersdorf - Ein Bericht von Martin Schulze, Förderverein Dorf und Kirche Hermersdorf e.V., 10. November 2008 |
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Fotoausstellung “Leben in Hermersdorf” vom 23. Mai bis zum 21. Juni 2008 Der Förderverein Dorf und Kirche Hermersdorf e. V. verfolgt als ein wesentliches Ziel die Förderung und Bereicherung des dörflichen Lebens. Die Nutzung der Dorfkirche stand dafür von Beginn an im Fokus dieser Arbeit. Seit 2003 konnten wir einmal pro Jahr eine Ausstellung in der Kirche präsentieren, die mit ihren unterschiedlichen Inhalten immer in einem direkten Bezug mit dem Dorf und seiner Bevölkerung stand. In diesem Jahr entwickelten wir die Idee einer Fotoausstellung. Der Gedanke war zunächst, einen Wettbewerb ins Leben zu rufen. Über einen Aufruf wollten wir um eine möglichst große Beteiligung in der Bevölkerung werben. Doch bald sagten wir uns in der Vorbereitung des Projektes, dass es uns eigentlich mehr um die Beteiligung an sich ging, als um eine Prämierung besonders wertvoller Exponate. Die Erfahrungen aus den bisherigen Ausstellungen lehrten uns, dass eine möglichst hohe Beteiligung zur Förderung der Identität der Bewohner mit ihrem Dorf beitragen kann. Anfang Februar 2008 veröffentlichten wir also einen Aufruf mit dem Titel "Leben in Hermersdor“, in dem das Vorhaben als solches, der Abgabetermin, die Ausstellungsdauer und eine Mindestgröße der Fotos mitgeteilt wurden. Nach Ablauf der Abgabefrist konnten wir ein, nach unseren Maßstäben zufriedenes Ergebnis feststellen. Elf Einzelpersonen und zwei Familien stellten ihre Aufnahmen zur Verfugung. Bei der Auswahl der Fotos verfolgten wir lediglich die Absicht, dass alle, die dem Aufruf gefolgt sind, mit mindestens einem Foto in der Ausstellung vertreten sein sollten. Insgesamt wurden 34 Fotos, davon zwei in schwarz/weiß in den Größen A4 und A3 ausgewählt. Die Vernissage am 24. Mai 08 wurde nicht zuletzt mit Hilfe eines Bläserquartetts der Musikschule Strausberg zu einer sehr festlichen Veranstaltung. Unserer Einladung folgten ca. vierzig Besucher. In den folgenden vier Wochen war die Ausstellung jeweils an den Wochenenden von 15 bis 17 Uhr. immer in Anwesenheit einer ehrenamtlichen Helferin bzw. eines Helfers, geöffnet. Die Resonanz der Schau entsprach unseren Erwartungen, im ausliegenden Gästebuch erhielten wir Danksagungen und Anregungen gleichermaßen. Mit dieser Ausstellung konnten wir wieder einen kleinen kulturellen Höhepunkt in Hermersdorf schaffen. Für unser Dorf, welches ein wenig abseits der touristischen Zentren, wie Buckow oder Neuhardenberg liegt und für die alte Dorfkirche, die zeitweise wieder etwas mehr Beachtung und Aufmerksamkeit erhielt. Eine weitere Anerkennung unserer Arbeit erhielten wir mit dem Angebot der Stadt Müncheberg, die Fotoausstellung noch einmal im Rathaus von August bis Anfang November diesen Jahres zu präsentieren.
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11 - Neutrebbin - Ein Bericht von Erdmute Rudolph, 7. November 2008 |
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Zu dem Wettbewerb "Kunst und Kultur in Brandenburgischen Dortkirchen" 2008-2009 wurde vor etwa einem Jahr aufgerufen. Wir waren sofort interessiert und ließen uns von Herrn Meyer-Rath informieren. Unsere Bewerbung um eine Förderung für Informationsaufsteller im Kirchenraum ist erfolgreich gewesen. Wir haben uns sehr gefreut, dass uns die Sachkosten für sechs Aufsteller erstattet wurden. Das war gewiss auch eine Auszeichnung für das Thema, mit dem wir die Erstbenutzung initiiert haben. Die Fotoausstellung heißt "Junge Menschen" und wurde unter der Maßgabe "Schüler fotografieren Schüler" in der Region ausgeschrieben. Das Thema war uns wichtig, weil in unseren kleinen Dörfern nur noch wenige Kinder leben. Das Ergebnis aus vier Schulen war erfreulich. Die Anzahl der Aufsteller, die ein Bauschlosser aus der Region angefertigt hat, reichte schon fast nicht aus, die Fotos der Schüler ab der siebenten Klassen wirksam zu präsentieren. Die Jury hatte für die Prämierung der besten Arbeiten strenge Maßstäbe angelegt. Ein deutliches Urteil über das Gelingen der Präsentation zitieren wir aus der Lokalpresse Märkische Oderzeitung, die nach der Eröffnung mit einem Jugendgottesdienst in der voll besetzten Kirche folgendes schrieb: „Schüler zeigen in der Kunersdorfer Kirche seit gestern Fotos aus ihrem Leben. Es sind Schnappschüsse ihres Alltags - voller Glück.“ Für die weitere Nutzung sind bereits neue Ideen in Vorbereitung. Für die erreichte Förderung sind wir als Gemeindekirchenrat dem Förderkreis Alte Kirchen sehr dankbar.
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13 - Neuglobsow - Ein Bericht von Adelheid Scheffler, 21. Februar 2009 |
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Die denkmalgeschützte Kirche Neuglobsow steht im Zentrum des Dorfes. Als “Offene Kirche” ist sie von Mai bis Oktober jeden Jahres Anziehungspunkt für tausende Besucher: Einwohner und vor allem Gäste des staatlich anerkannten Erholungsortes am Stechlinsee. Sie alle besichtigen die Kirche, besuchen die Gottesdienste und Kulturveranstaltungen oder nutzten das Haus zur stillen Einkehr. 2007 wurde eine fotoausstellung der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg gezeigt, die das bewegte Leben des bekannten Naturschützers, Pazifisten und Christen Kurt Kretschmann vorstellte. Durch die Förderung von 500 Euro im Rahmen des Projekts “Kunst und Kultur in brandenburgischen Dorfkirchen” wurde uns 2008 ermöglicht, eine angemessene, professionelle Beleuchtung im Ausstellungsraum zu installieren. 2008 zog eine Informationsausstellung (Wanderausstellung) mehrerer Bürgerinitiativen zum geplanten “Bombodrom” der Bundeswehr un der NATO viele Mensche an und fand öffentliches Interesse. Insgesamt haben sich 928 Bürger durch diese Ausstellung spontan anregen lassen, durch Leistung ihrer Unterschrift in den ausgelegten Listen gegen das Vorhaben auszusprechen. Auch nach Abbau der Wanderausstellung haben Karikaturen zum Thema noch lange die Kirchenbesucher angesprochen. Für die Saison 2009 wird eine Fotoausstellung vorbereitet, die unter dem Arbeitstitel “Blick zurück ohne Zorn” an die ehemalige DDR und den Fall der Mauer erinnert. |
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14 - Dannenwalde - Ein Bericht von Dorothea Körner, Dannenwalder Förderkreis Kultur und KIrche am Wege e.V., 20. November 2008 |
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16 - Vichel - Ein Bericht von Claudia Pirch-Masloch und Peter Masloch, Förderverein Vicheler Dorfkirche e.V., 17. Februar 2009 |
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17 - Kroppen - Ein Bericht von Hans Dietzel, Kirchbauverein der Kirche zu Kroppen e.V., 27. Juli 2009 |
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Die beiden im Rahmen dieses Projektes geförderten Veranstaltungen (Tango y Musette/ Sefardische Lieder und Musik der spanischen Renaissance) waren ein voller Erfolg. Ohne Förderung waren derart niveauvolle Veranstaltungen im Rahmen der Arbeit unseres Kirchbauvereins kaum zu bewältigen. Sie fügten sich zudem thematisch recht gut in die anderen bisher durchgeführten Veranstaltungen ein. (Theateraufführungen, Auftritte von Chören und Orchestern) Sefardische Lieder und Musik der spanischen Renaissance am 26.07.2009 in der Kroppener Barockkirche Tango und Musette in der Kroppener Barockkirche am 26.06.2009
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18 - Caputh - Ein Bericht von Marion Trumbull, Förderverein Caputher Musiken e.V., 6. Dezember 2008 |
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19 - Meßdunk - Ein Bericht von Joachim Köhler, JUSTkultur e.V., Januar 2009 |
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Der Verein Die Kirche Die Idee Die Veranstaltungen 2008 Fazit und Ausblick
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25 - Prignitzdörfer Netzow, Söllenthin und Vehlin - Ein Bericht von Anne Graf, Christina Tast und Sabine Schönfeld, Januar 2009 |
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Die drei kleinen Feldsteinkirchen der Prignitzdörfer Vehlin, Söllenthin und Netzow bilden nicht nur die geografische Mitte eines jeden Dorfes, sie werden auch zunehmend wieder Mittelpunkt der Dorfgemeinschaft. Gemeinsam agieren hier ehrenamtlich tätige Akteure der örtlichen Dorfvereine mit den Mitgliedern der Kirchengemeinden, stets um die Erhaltung und Nutzung der Dorfkirchen bemüht. Mit Hilfe des Projektes „Kunst und Kultur in brandenburgischen Dorfkirchen“ war es nun möglich, das bisherige Engagement weiter zu unterstützen, fortzuführen und die Dorfkirchen wieder zu einem Ort der Kultur und Kommunikation in der Mitte des Dorfes werden zu lassen. Anliegen des Projektes „DorfMitte“ war und ist es, sowohl die künstlerische und kulturelle Nutzung der Dorfkirchen zu beleben, als auch kulturelle Bildung in der ländlichen Region zu vermitteln. Die drei Konzepte zur Kunst- und Kulturvermittlung richteten sich daher insbesondere an die Kinder und Jugendlichen der Dörfer. Jeder der drei Dorfkirchen wurde ein thematischer Schwerpunkt zugeordnet: Jeweils ein Mentor vermittelte die Idee/Konzeption und begleitete die künstlerische Arbeit der Kinder. Die Konzeption, Durchführung und Bewertung erstreckte sich über die Jahre 2008 und 2009. Dorfkirche Vehlin: KinderKangKirche Mentorin: Ringela Riemke, Musikerin (Vehlin/Berlin) 22. März 2008 April 2008 Frühling bis August 08 Sommer 2008 Im Rahmen des Projektes KinderKlangKirche haben sich im Frühjahr und Sommer 2008 sechs Vehliner Kinder unter Anleitung der Musikerin Ringela Riemke intensiv mit Klängen, Rhythmen und auch instrumentalen Musikstücken beschäftigt. Dabei haben sie ein vielfältiges Programm erarbeitet, das in einem Konzert am 9. August 2008 in der Vehliner Kirche dem Publikum präsentiert wurde. An mehreren Wochenenden im Frühjahr 2008 wurde zunächst gemeinsam geeignetes, klingendes Material gesucht und damit experimentiert. Außerdem wurden Musikstücke herausgesucht, die einzelne Kinder auf ihren Instrumenten (Akkordeon, Blockflöte, Geige, Trommel) beherrschen, um diese in das Programm mit einzubauen. In der ersten Augustwoche hat die Gruppe dann täglich intensiv an dem Konzertprogramm gearbeitet. Neben den genannten Instrumenten wurden Alltagsgegenstände zum Musizieren verwendet, z.B. Töpfe, Schüsseln, Becher, Bohnen, Erbsen, Alufolie, Kartons, Sandpapier, Hammer, Nägel. Dazu kamen Instrumente aus anderen Kulturen, wie die Bohnenrassel und die Oceantrommel der Lacotaindianer. Als Werbung für ihr Konzert, gestalteten die Kinder individuelle Plakate für die umliegenden Dörfer. Mit Trommelsolo und Gesang wurden diese Plakate von ihnen ausgehängt und so wurde bereits im Vorfeld für Aufmerksamkeit gesorgt. Alle Kinder waren von den vielfältigen Anregungen zum Herstellen von Klängen und gemeinsamen Musizieren begeistert und zeigten viel Einsatz bei der Umsetzung des Projektes. Auch die Zuhörer waren von dem Konzert sehr begeistert, was sie mit kräftigem Applaus und viel Lob bei der anschließenden Kaffeetafel deutlich machten.
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28 - Herzfelde - Ein Bericht von Lutz Böning und Gabi Förder-Hoff, Juli 2008 |
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„Wer sind Wir - Wir sind Wer“ ist ein Projekt von und mit Jugendlichen, das gemeinsam vom Förderverein für Kirchenmusik in der evang. Kirchengemeinde Herzfelde und dem Kreisjugendwart des Kirchenkreises Templin/Gransee initiiert wurde. Unterstützt wird es von der Bundeskulturstiftung, dem Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg e.V. und dem Landesjugendring. Schirmherr der Auftaktveranstaltung dieses Projektes ist der Bundestagsabgeordnete Pfarrer Steffen Reiche, der aus diesem Anlass am 6.7.2008 in der Dorfkirche mit einer Andacht und Predigt in das Projekt einführen wird. Das Projekt besteht aus mehreren Teilprojekten: Jugendliche geben mit den Mitteln des Comics, des Graffiti und der Rockmusik Einblicke in unterschiedlichste zeitgenössische Jugendkulturen, von denen sie sich angesprochen fühlen. Das tun sie zum einen dadurch, dass sie diese selbst anwenden, und zum anderen, indem sie verschiedene jugendkulturelle Ausdrucksformen mit künstlerischen Mitteln noch einmal reflektieren. Was verstehen wir im 21. Jahrhundert unter dem Begriff Jugendkultur? Warum ist das Thema so interessant? Jugendkultur ist Ausdruck der Auseinandersetzung mit dem „Jetzt“ und der Vorstellung von einem „Morgen“. In den jeweiligen jugendkulturellen Welten kommt der Wunsch der Teilnahme junger Menschen an der kreativen Gestaltung ihrer Gesellschaft und ihrer nächsten Umwelt zur Sprache. Jugendkultur ist Ausdruck eines wachsenden Verständnisses von sich selbst und den eigenen Wünschen. Jugendkultur ist das Wechselspiel zwischen Traum und Wirklichkeit. Jugendkultur entsteht da, wo in der Orientierungsphase der Jugendlichen bestehende Werte überprüft, beurteilt und die Suche nach eigenen und gemeinsamen kulturellen Werten einer jeden Generation beginnt. Jugendkultur ist dabei nicht zwangläufig Gegenkultur und schon gar nicht selbstredend destruktiv, auch wenn es in Verbindung z.B. mit rechtsextremistischen Strömungen auch solche Tendenzen gibt. Jugendkultur ist im Kern lebensbejahend, weil es sich um Aktion und wie hier um Kreativität handelt. Das gilt auch, wenn sie als Spiegel gesellschaftlicher Problemlagen die Dinge, die schlecht laufen, aus der Sicht der Jugendlichen aufgreift. Jugendliche probieren sich aus und testen ihre Grenzen. Jugendliche kommunizieren mit diesen Mitteln, sie stellen Vergleiche untereinander an, und sie sprechen von sich selbst. Jugendliche zeigen im Rahmen dieses Projektes, dass für sie Gegensätze, wie sie in der Welt der Erwachsenen zwischen urbaner und der Kultur ländlicher Regionen gesehen werden, in dieser Form nicht existent sind. Ihre Kultur ist grenzüberschreitend und global ausgerichtet. Welch hohe Anforderung an die eigene Einordnung und Verortung! Die Kreisjugendarbeit und der Förderverein für Kirchenmusik in der evangelischen Kirchengemeinde Herzfelde sehen es als große Chance, Kinder an der Schwelle zu Jugendlichen und Jugendliche an der Schwelle zum Erwachsenwerden jeweils dort abzuholen, wo sie stehen. Dabei dienen die erarbeiteten Produkte als Medium für eine generationsübergreifende Verständigung. Viele parallele Lebenskonzepte und Einflüsse treffen aufeinander. Die der mitwirkenden Kinder und Jugendlichen sind nicht einheitlich, die der Erwachsenen, die die Jugendlichen kirchennah und kirchenungebunden zu diesem Projekt eingeladen haben, auch nicht. Ausdrucksmittel wie Rockmusik, Comic, Sprayen, Parkur, Rap und Breakdance, bieten Möglichkeiten öffentlich wirksam zu agieren. Caries (Charaktere - die eigenen oder die der anderen) können in Szene gesetzt werden. Es kann ihnen eine aussagekräftige Geschichte zu Grunde gelegt werden. Der experimentelle Umgang mit Farben und Formen ist in diesem Projekt erlaubt (im Gegensatz zum immer noch häufig illegalem Graffiti). Jugendkulturelle Ausdrucksformen halten daher auch her als Symbol für die "aktive Eroberung der Welt". Hier spielen Abenteuer, Risiko, Wettbewerb eine Rolle. Jugendliche messen sich, probieren sich aus, schöpfen eigene und gemeinsame Werte und wachsen zu jungen Erwachsenen heran. Die neuen jugendkulturellen Ausdrucksmittel, zumeist aus urbanen Kontexten heraus entstanden, sind deshalb auch zeitgemäße Formen der Bewegung, die dem Grundbedürfnis von Kindern und Jugendlichen nach Aktivität, Aggression aber auch Ausgleich jeweils auf ihre Weise gerecht werden. Früher standen Kinder und Jugendliche auf dem Dorfanger, um gesehen zu werden und prügelten sich auch mal, heute geht es auch immer um den Anschluss an die Welt und dies mit Mitteln im WeItmaßstab - ähnlich wie bei der Weltmusik. Was hat offene Jugendarbeit in dieser Form mit dem Auftrag der Kirche in unserer heutigen Gesellschaft zu tun, mögen Sie sich als Besucher fragen? Warum interessieren wir uns als Kirche für die Formen globaler Jugendkultur, wie Sie in den vorgestellten Arbeiten, der Musik selbst aber auch als Reflexion durch die Jugendlichen präsentiert werden? Wir meinen, sehr viel! Kinder und Jugendliche sind für uns als Kirche, die wir einen aktiven Beitrag dazu leisten wollen, die Gesellschaft von Morgen mitzugestalten unser wertvollstes Gut. Wir sind interessiert zu erfahren, wie sie denken und fühlen, wie sie die Einflüsse, denen sie ausgesetzt sind für sich nutzen und umsetzen, und welche Einflüsse das sind. Kurzum: Mit welchen Lebenskonzepten setzen heranwachsende Kinder und Jugendliche sich heute auseinander? Umgekehrt so meinen wir, haben auch wir als Kirche den Jugendlichen etwas zu bieten! Als kirchliche Gemeinschaft und auch individuell als Christen haben wir Grundüberzeugungen, Strategien und Konzepte, die geeignet scheinen, den Prozess der Entwicklung vom "Ich" zum "Wir" auf gute Weise zu unterstützen.
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