Informationen und Erfahrungen
Einladung zur dritten Fachtagung Ende September in Müncheberg

Bereits zum dritten Male lädt der Förderkreis Alte Kirchen gemeinsam mit der Landesagentur für Struktur und Arbeit (LASA) Brandenburg GmbH zu einer Fachtagung ein. Unter dem bereits bekannten Motto ,,Lasst die Kirche im Dorf - Initiativen für Brandenburgische Kirchen" wird die diesjährige Veranstaltung am 29. und 30. September in der Stadtpfarrkirche St. Marien in Müncheberg stattfinden.

Ein thematischer Schwerpunkt wird wiederum die - inzwischen vielerorts erfolgreich praktizierte - Verknüpfung von Arbeitsförderung und Kirchensanierung sein. Als Beispiel dient u.a. die Dorfkirche in Frankenfelde, die auf einer Exkursion besichtigt wird. Weitere Initiativen berichten über ihre Arbeit und ihre Erfahrungen. Außerdem finden auf dieser Tagung verstärkt Belange der Denkmalpflege Beachtung. Mit dem Tagungsprogramm sind Kirchengemeinden, Fördervereine und Initiativen, aber auch Arbeitsfördergesellschaften angesprochen. Wie zuvor sollen der Austausch und das Gespräch zwischen den Teilnehmern nicht zu kurz kommen.

Wir haben uns bemüht, die Tagungskosten möglichst niedrig zu halten, und hoffen wiederum auf eine rege Beteiligung. Das Tagungsprogramm dürfte Sie schon per gesonderter Post erreicht haben. Unter Telefon (0 30) 4 49 30 51 können Sie es jedoch auch in unserer Geschäftsstelle abfordern.

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Haben Dorfkirchen eine Chance?
Die neue Wanderausstellung des Förderkreises Alte Kirchen

Dorfkirche von  Fretzdorf
Die Dorfkirche von Fretzdorf ist eine von über vierzig besuchten in der Umgebung von Neuruppin

Wenn die neue Wanderausstellung des FAK "Chancen für Dorfkirchen?" sich diesmal auf nur eine Region bezieht, so ist sie doch gleichermaßen symptomatisch für andere Bereiche. Wir bereisten in der Umgebung Neuruppins vierzig Dorfkirchen, sprachen mit vielen Leuten und schauten nach dem baulichen Zustand, der kirchlichen und nichtkirchlichen Nutzung, nach den real absehbaren Chancen also. Für das ganze Land Brandenburg ist ein solcher Überblick niemals zu gewinnen, wir haben ihn nun für einen Kartenausschnitt, und er dürfte ähnlich wohl auch in anderen Regionen zu finden sein.

Die Kirche von Kerzlin
Kirche von Kerzlin

Zum baulichen Zustand: Es gibt fünf ungenutzte bzw. fast ungenutzte und baulich bedrohte Kirchen, etwa die Hälfte der Bauwerke zeigt mehr oder weniger dringenden lnstandsetzungsbedarf. Es ist schwer, hier Rubriken zu schaffen und Maßstäbe aufzustellen. Es hat aber auch fast jeder zweite Bau in den letzten Jahren größere Bauarbeiten erfahren, und allein im letzten halben Jahr konnten vier Maßnahmen abgeschlossen werden: Storbeck, Dabergotz, Wildberg und Rägelin. Was sich in der Ausstellung nicht gut zeigen lässt, aber ebenso wichtig ist, sind Engagement und Nutzung. In der Kyritz-Ruppiner Heide nehmen die Protestwanderungen gegen das Bombodrom seit acht Jahren ihren Ausgangspunkt in den verschiedenen Dorfkirchen. Es gibt vier Fördervereine und etliche weitere Initiativen. Und es gibt natürlich lebendige Kirchengemeinden, die sorgfältig Stück für Stück an ihren Gotteshäusern arbeiten.

Chancen für Dorfkirchen – Fragezeichen. Es gibt hoffnungslos erscheinende Fälle, wenn aber die Leistungen der vergangenen zehn Jahre noch ein weiteres Jahrzehnt durchgehalten werden können, sollte der 1990 festgestellte Nachholbedarf abgearbeitet sein. Dabei geht es nicht allein um Fördermittel. Deutlich ist, dass das Engagement in den Dörfern in den letzten Jahren gewachsen ist. Natürlich hilft die Initiative in einem Dorf nichts im Nachbardorf, aber eine positive Grundrichtung scheint fast überall vorhanden.

Die Ausstellung war in der Neuruppiner Klosterkirche in Anwesenheit zahlreicher Gäste festlich eröffnet worden und steht nun auf Anforderung auch für andere Orte zur Verfügung.

Thomas Rascke

 

Unsere Ausstellung kommt zu Ihnen
Die Stüler-Kirche von Langen (bei Fehrbellin)
Kirche von Langen

Ab sofort können Interessenten die FAK-Wanderausstellung "Chancen für Dorfkirchen?" bei uns anfordern, um sie für einen zu vereinbarenden Zeitraum in der eigenen Kirche oder in kommunalen Einrichtungen anzubieten.

Anfragen über unsere Geschäftsstelle
c/o Bernd Janowski,
Kastanienallee 69,
10119 Berlin,
Telefon und Fax: (0 30) 4 49 30 51;
e-mail: Alte.Kirchen@t-online.de



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Prominente Gäste am Stand des FAK

In diesem Jahr war die Stadt Frankfurt (Oder)Gastgeberin für den alljährlich stattfindenden Brandenburg-Tag. An zahlreichen Ständen, die über die gesamte Innenstadt verteilt waren, stellten sich Institutionen, Verbände und Organisationen den ca. 250 000 Besuchern vor. Erstmalig war auch der Förderkreis Alte Kirchen mit einem Informationsstand im Rahmen der Präsentation des Verbandes "pro agro" vertreten. In vielen interessanten Gesprächen konnten wir die Tätigkeit unseres Vereins vorstellen und über aktuelle Projekte informieren. Zu den Besuchern am Stand gehörten auch der brandenburgische Ministerpräsident Manfred Stolpe sowie die Minister Jörg Schönbohm und Steffen Reiche.

Unsere Wanderausstellung "Chancen für Dorfkirchen?" konnte in der Frankfurter Friedenskirche besichtigt werden.

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Keine weitere Kirche verlieren
Stiftung Denkmalschutz: Öffentliche Nutzung statt Aufgabe

Vor dem Verlust weiterer Kirchengebäude in Ostdeutschland warnt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz. Der Vorstandsvorsitzende der Stiftung, Gottfried Kiesow, weist in einem Beitrag für die Zeitschrift "monumente" ausdrücklich auf diese Gefahr hin.

Weil bei jeder Steuerreform die Einnahmen durch Kirchensteuern zurückgingen, würden die Aufwendungen der Kirchen zum Erhalt ihrer Gebäude immer geringer. Auch die Zusammenlegung von Pfarrstellen und Gemeinden führe dazu, dass Kirchengebäude nicht mehr genutzt werden.

Gottfried Kiesow setzt sich in diesem Beitrag nachdrücklich für eine angemessene Umnutzung oder Mischnutzung ein und verweist u. a. auf die Verwendung der Jüterboger Mönchskirche als Stadtbibliothek. Da Außen- und Innenarchitektur sowie ein großer Teil der Ausstattung erhalten blieben, könne der Bau jederzeit wieder zu einer Gottesdienststätte werden.

Je stärker die gesamte Gesellschaft zur Unterhaltung der historischen Kirchen beitragen müsse, um so häufiger seien Gemeinden gezwungen, eine öffentliche Nutzung zuzulassen, betont Gottfried Kiesow. Dabei müssen es nicht immer nur Orgelkonzerte sein, sondern auch weltliche Musikveranstaltungen, Diskussionen oder Kunstausstellungen.

Wenn der Prozess des Kirchenzerfalls oder Abbruchs im Osten schon vor 50 Jahren begann, so drohe doch auch in den alten Bundesländern in Zukunft die Aufgabe kirchlicher Bauwerke.

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Ein berühmter alter und ein zu rühmender junger Friedersdorfer
Lohnender Besuch in einer Gemeinde am Rand des Oderbruchs

"Schlüssel bei Familie Dresel" - an diesen Hinweis im FAK-Programmheft "Offene Kirchen 2000" erinnerte ich mich, als ich an einem Wochenende an der Friedersdorfer Kirche bei Seelow vorbeikam. Und natürlich fällt einem dann noch mehr ein: der alte Marwitz, der getreue, ungehorsame General Friedrichs II., und seine vielzitierte Grabinschrift.

Ich vertraute auf den Hinweis im FAK-Programmheft und auf das Schild an der Kirchenpforte und klingelte zur besten Sonntagsnachmittags-Kaffeezeit bei Dresels. Ein junger Mann öffnete und sagte einfach: "Ich komme."

Mit einem Blick in die Kirche und einem auf die berühmte Grabtafel wäre ich schon zufrieden gewesen. Überrascht aber wurde ich durch eine fundierte Führung durch die Geschichte der Kirche und die Familiengeschichte derer von Marwitz.

Der Feldsteinbau aus dem 13. Jahrhundert war im Dreißigjährigen Krieg z. T. zerstört und später wieder hergestellt worden. 1682 kam das Gut an die Familie v. d. Marwitz, in deren Besitz es bis 1945 blieb. Hans-Georg v. d. Marwitz baute die Kirche 1702 um und gab ihr und vor allem dem Turm die heutige Gestalt. Er ließ auch Chor, Stühle und Patronatsloge errichten. 1945 wurde die Apsis durch eine Fliegerbombe zerstört. Die Gemeinde zog eine Mauer in die Kirche ein, das Kirchenschiff und die Orgel wurden bis zur Sperrung des Gebäudes wegen Baufälligkeit noch bis 1959 genutzt.

Schon zu DDR-Zeiten konnte durch die Initiative der Gemeindeglieder und des Kirchenkreises in ehrenamtlicher Arbeit das Dach neu gedeckt werden. Seit 1991 wurden der Kirchturm saniert, die Apsis und die Sakristei aufgemauert, Dach, Fußboden, Türen und Fenster entstanden neu.

Stolz sind die Friedersdorfer vor allem auf den restaurierten Gedenkstein für Johann Friedrich Adolph von der Marwitz. Dieser General ging in die Geschichte ein, weil er sich dem preußischen Grundgesetz des absoluten Gehorsams widersetzte. Er hatte von seinem König angeordnete Plünderungen als für einen preußischen Offizier ehrenrührig verweigert und sich demonstrativ zurückgezogen.

Aber nicht nur von diesem alten Friedersdorfer soll hier die Rede sein, sondern vor allem auch von einem ganz jungen: Thomas Dresel. Er war erst 17 und noch Lehrling, als er bereits mit großer Sachkenntnis und ansteckender Begeisterung die Besucher durch die Kirche und zu den Grabstätten der Adelsfamilie im Vorhof führte. Heute ist er 26, Vater eines Kindes, arbeitet als Maler und Lackierer in Frankfurt (Oder) und seine Liebe zur Heimatgeschichte ist ungebrochen. Sein umfangreiches Wissen hat er sich im Selbststudium angeeignet und ist jederzeit bereit, es an andere Interessierte weiterzugeben. So sind seine "freien" Wochenenden, aber auch manche Abendstunde reichlich ausgefüllt. An den Wochentagen übernimmt seine Mutter die Kirchenführungen. Längst wurden auch Kontakte zu Reiseunternehmen geknüpft, sehr oft stehen Busse vor der Kirchentür. Mit Thomas Dresel - seine Verdienste wurden schon einmal mit einem Empfang beim Bundespräsidenten gewürdigt - hat Friedersdorf einen Schatz, wie man ihn allen Gemeinden wünschen möchte, die ihre Kirchenpforten für Besucher offen halten.

Eva Gonda

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Einladungen am Straßenrand

Des öfteren begegnen wir jetzt unserem Offene-Kirche-Schild; der FAK hat davon bisher 140 Exemplare an ca. 90 Kirchen verteilt.

Es gibt drei ,,Kategorien" offener Kirchen:
1. jene mit festen, aber begrenzten Öffnungszeiten
2. ständig geöffnete
3. jene, wo ein Schlüssel zu erhalten ist.

Genau genommen aber sind die Verhältnisse an jeder Kirche etwas anders. Wir hatten bei der Planung stark darauf gesetzt, dass die Besucher auch ein Gesprächsangebot erhalten sollten. ,,Mit Personal besetzte" Kirchen sind natürlich aufwändig und lohnen sich eher in Berlinnähe und an großen Durchfahrtsstraßen. Obwohl, auch dafür gibt es keine Regel, wie in Kienbaum (Märkisch Oderland) zu erleben. Hier hält Familie Kothe das Gotteshaus an Wochenenden für Besucher offen, und Tochter Rebekka vermag kundige Kirchenführungen abzuhalten. Ebenso gute Erfahrungen konnten wir in Friedersdorf, ebenfalls Märkisch Oderland, machen (s. unser Beitrag "Zu Rühmendes und Berühmtes in Friedersdorf"). Im Gegensatz zu Friedersdorf ist Kienbaum übrigens in unserem Programmheft gar nicht aufgeführt, so wie etliche weitere Kirchen.

Im Spätherbst wollen wir die Erfahrungen auswerten. Schon jetzt melden sich immer wieder interessierte Gemeinden. Auch aus Mecklenburg-Vorpommern haben sich zwei Initiativen an uns gewandt, denen unser Projekt als Anregung dient.

Thomas Raschke

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Gemeinnütziges Wirken hoch gehrt

Bundesverdienstkreuz I. Klasse für Angus Fowler

Wie der hessische Ministerpräsident mitteilte, hat Bundespräsident Johannes Rau Angus Fowler das Bundesverdienstkreuz I. Klasse verliehen. Angus Fowler ist langjähriges Vorstandsmitglied des Marburger Förderkreises Alte Kirchen, Vorsitzender des Förderkreises Alte Kirchen Berlin-Brandenburg sowie Vorstandsmitglied der europäischen Verbände Europa Nostra und ECOVAST (European Council for the Village and Small Town).

Jean Chanel erhielt Ehrenbrief des Landes Hessen

In einer Feierstunde in Marburg erhielt Jaen Chanel den Ehrenbrief des Landes Hessen. Jean Chanel, der vier Jahrzehnte an der Universität Marburg als Lektor für Französisch gelehrt hat, ist Gründer und langjähriges Vorstandsmitglied des Marburger Förderkreises Alte Kirchen und Ehrenmitglied des FAK Berlin-Brandenburg. Seit über 25 Jahren setzte er sich für die Rettung abrissbedrohter oberhessischer Dorfkirchen ein.

Randbemerkung

Mit fremden Augen sieht man besser?

Dass hohe Auszeichnungen für engagiertes Wirken zur Bewahrung deutscher Kulturschätze gerade an nicht aus Deutschland stammende Mitbürger vergeben wurden, sollte nachdenklich machen. Wie kommt es, dass Außenstehende, Fremde, Ausländer den Wert und die Schönheit historischer Bauten eher erkennen als Einheimische? Ist das nur eine Frage der Bildung? Oder liegt es daran, dass Entscheidungs– und Würdenträger deutscher Landgemeinden ihnen anvertraute historische Bausubstanz als pure Verfügungsmasse betrachten? Sind sie inzwischen derart abgestumpft, dass sie den Abriss einer Kirche wie den einer Garage beschließen können?

Jean Chanel, dem gebürtigen Franzosen, wurden zum Beispiel "Dank und Anerkennung für Verdienste um die Gemeinschaft" vor allem dafür ausgesprochen, dass er sich jahrzehntelang gegen den Abriss hessischer Dorfkirchen eingesetzt hat. Es bleibt eine Schmach für die betreffenden Gemeinden, dass sie ihre zum Teil über tausend Jahre alten Kirchen dem Verfall preisgaben und dass es des Engagements von Nicht-Deutschen wie Angus Fowler und Jaen Chanel bedurfte, um deutsche Kulturdenkmale zu bewahren.

An einer Berliner Hauswand stand einmal der Spruch "Ausländer, lasst uns nicht mit den Deutschen allein!" Das hätte auch an mancher Dorfkirche stehen können...

Diethart Kerbs

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Glaubwürdiger Partner und Vermittler
Namhafte Gratulanten zum Jubiläum des Förderkreises Alte Kirchen

Allzu feierlich sollte es gar nicht werden, unser Treffen zum zehnjährigen Jubiläum, zu dem ca. siebzig Mitglieder und Freunde in den Berliner Dom kamen. Es hatte dann aber einige bewegende Momente.

Zu Beginn sprach unser verehrtes Mitglied Frau Prof. Dr. Gerlinde Strohmaier über die Gotthardkirche in Brandenburg als geschichtliches Dokument. Ganz besonderes Interesse fanden ihre Ausführungen über die nachreformatorischen Epitaphe dort, zeigen sie doch eindrucksvoll und lebendig die vorreformatorischen Glaubensinhalte im 16. und 17. Jahrhundert noch waren.

In seinem Grußwort sprach Superintendent Roland Kühne, Kirchenkreis Oderbruch, über die Gebäudesituation in seinem Kirchenkreis und ließ dabei auch einige anerkennend-freundliche Worte über den Förderkreis einfließen. Seit der damalige Kirchenkreis Seelow 1995 auf die Not seiner Kirchenbauten aufmerksam gemacht hatte, bestehen hier ja recht gute Verbindungen. In Seelow hatte man auf umfangreiche Hilfe des Staates gehofft - was so nicht eintrat. Von Erfolgen konnte Roland Kühne bei der Sicherung und Gestaltung der Kirchenruinen berichten. Eine wichtige Rolle spielen im Kirchenkreis die Fördervereine. Die Dorfkirche Marxdorf wurde zehn Tage später eingeweiht

Die Festgesellschaft zog dann vom Hörsaal der Theologischen Fakultät in die Räume des Kunstdienstes um, wo die Möglichkeit zum freieren Austausch gegeben war. Hier ergriff nun der Landeskonservator Prof. Dr. Detlef Karg das Wort. Eindrücklich machte er sich zum Fürsprecher der Denkmale, die danach primär durch sich selbst, durch ihr Dasein und nicht nur durch ihre Nutzung ihren großen Wert rechtfertigen. Diese Überzeugung hat die Mitglieder des Förderkreises ja auch zusammengeführt. Gerade deshalb wirkte es ermutigend, die Ziele der Denkmalpflege so klar dargestellt zu bekommen. Prof. Karg bezog sich wiederholt auf das in seiner Substanz gerettete, aber nun kommerziell genutzte Kirchengebäude von Milow, was ja in vielem nur ein Kompromiss ist. Der Redner aber konnte überzeugend darstellen, dass die Hauptsache, nämlich der Erhalt des Denkmals, erreicht sei.

In größerer Zahl angereist waren die Mitglieder des Fördervereins Wulkow, für den dessen Vorsitzende Petra Schulz sprach und zum 10. Geburtstag eine Walnuss-Torte überreichte. Beide Glückwünsche zusammengenommen, Landeskonservator und Dorfkircheninitiative, machen vielleicht das Eigentliche des Förderkreises aus: Wenn es uns gelingen mag, beiden Seiten und in beide Richtungen glaubwürdiger Partner und Vermittler zu sein, wichtig für Landesbehörde und soziale Initiative, dann sollte unser Verein seinen Zielen am Besten dienen können.

Thomas Raschke

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In akuter Not

Innenraum der Teetzer Kirche
Blick zum Altar

Wie schon in vorangegangenen Ausgaben stellen wir Kirchen vor, die dringend Hilfe brauchen.

Heute erbitten wir

Ihre Spende für Teetz

Spenden-Konto des FAK:
5199767005
bei Berliner Volksbank,
BLZ 100 900 00, Stichwort: Teetz
Eine Spendenbescheinigung wird zugestellt.


 

Unterstützenswerte Bürger-Initiative - Förderverein startete mit viel Mut

Im Rahmen des von Friedrich August Stüler geleiteten Kirchenbauprogramms des preußischen Königs Friedrich Wilhelm IV. wurde die heutige Teetzer Kirche 1859/60 im neugotischen Stil errichtet. Sie ersetzte einen um 1700 fertiggestellten Fachwerkbau. Der Neubau war von der Teetzer Kirchengemeinde beantragt worden, weil der Kirchenraum auch die Kolonisten des Nachbardorfes Lellichow aufnehmen musste und der Fachwerkbau einzustürzen drohte.

Unter dem Bauführer Louis Albert Eduard Sigismund von Schaewen wurde von regionalen Handwerkern in knapp anderthalb Jahren ein imposanter Ziegelbau mit quadratischem Westturm errichtet. 1861 konnte die Orgel des Wittstocker Orgelbaumeisters Lütkemüller eingeweiht werden. Der figürliche Schmuck von Altar, Kanzel und Chorschranke stammt aus der Werkstatt des Potsdamer Bildhauers Koch. Wichtigstes Stück der lnnenausstattung ist der aus dem frühen 16. Jahrhundert stammende Schnitzaltar mit seiner der Cranach-Schule zugeschriebenen Predella-Malerei. Der Altar ist in den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts restauriert und in die Kirche des benachbarten Dorfes Königsberg gebracht worden, um ihn vor Beschädigungen zu schützen

Choranbau der Teetzer Kirche
Einsturzgefährdet ist der halbrunde Choranbau

Die Kirche ist heute vom Verfall bedroht. Schiefereindeckung und Dachstuhl sind stark beschädigt. Der halbrunde Choranbau ist einsturzgefährdet. Der Turm, den Blitzschlag und Brand in den 70er Jahren bereits stark in Mitleidenschaft gezogen hatten, und der Glockenstuhl sind verwittert.

1999 gründeten Teetzer Bürger einen Förderverein Dorfkirche Teetz e. V., um zusammen mit der evangelischen Kirchengemeinde den weiteren Verfall aufzuhalten und die Sanierung in Angriff zu nehmen. Die Kosten für die notwendigste Sicherung der Bausubstanz als ersten Schritt sind von Fachleuten mit rund 100.000 DM veranschlagt worden. Kirchengemeinde und Förderverein lassen sich von der Überlegung leiten, dass es jetzt noch nicht zu spät ist, den Kirchenbau zu retten, dass aber alles längere Warten dazu führen würde, dass man in Teetz in absehbarer Zeit mitten im Dorf mit einer Ruine leben müsste.

Noch in diesem Jahr soll mit den vom Förderverein aufgebrachten Mitteln aus Spenden und Mitgliedsbeiträgen der Choranbau denkmalgerecht saniert werden. Mit Fördergeldern und weiteren Spenden will man die nächsten Sanierungsabschnitte in Angriff nehmen.

Dieter Kliche

Vormerken: Teetzer Orgel macht in Berlin klingende Werbung

Seit dem Dezember 1999 steht die aus Teetz stammende, 1861 von Johann Heinrich Lütkemüller erbaute Orgel in der Berliner Nikolaikirche. Den Teetzern ist es durchaus etwas wehmütig ums Herz, dass "ihre" Orgel, die mit dem eigenen Kirchenbau so eng verbunden ist, sich nun an fremdem Ort befindet. Doch das Instrument, von der Orgelbaufirma Schuke restauriert, kann dort für das kaum bekannte Prignitz-Dorf und seine vom Verfall bedrohte Kirche Botschafterin sein, kann Werbung für ihren Herkunftsort machen.

Zusammen mit der Stiftung Stadtmuseum Berlin veranstalten die evangelische Kirchengemeinde und der Förderverein Dorfkirche Teetz e. V. am Sonnabend, 2. Dezember, 17 Uhr, in der Berliner Nikolaikirche ein Orgelkonzert, das Professor Heinemann (Hochschule der Künste Berlin) gestalten wird. Der Erlös des Benefizkonzertes dient der Erhaltung der Teetzer Kirche. Mitglieder und Freunde sind zu diesem vorweihnachtlichen Konzert schon jetzt herzlich eingeladen

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Doppelkirche und doppelter Boden
Wir besuchten ungewöhnliche Baudenkmale in der Niederlausitz

Bereits zum zweiten Mal organisierte der FAK im Juni eine gemeinsame Exkursion mit dem Freundeskreis Schlösser und Gärten der Mark Brandenburg und dem Kunstdienst der Evangelischen Kirche. In diesem Jahr waren Schlösser und Kirchen in der bis 1815 zu Sachsen gehörenden Niederlausitz das Ziel. Schon drei Wochen vor dem Termin mussten Interessenten abgewiesen werden, da die 80 Plätze des gemieteten Reisebusses restlos belegt waren.

Gleich zu Beginn stand mit der Deutsch-Wendischen Doppelkirche in Vetschau eine architektonische Besonderheit auf dem Programm. Die nebeneinander gelegenen Kirchenräume, einst von der deutschen Stadtbevölkerung und den wendischen Bewohnern der umliegenden Dörfer genutzt, sind im Osten durch eine gemeinsame Sakristei verbunden - ein in dieser Form vielleicht einmaliges Ensemble. Im wendischen Kirchsaal fand der letzte Gottesdienst 1976 statt, danach diente der Raum u.a. als Lagerhalle. 1995 wurde hier nach Jahrzehnten der erste Gottesdienst in wendischer Sprache gefeiert. Ein Förderverein veranstaltet regelmäßig Konzerte und Ausstellungen. Die Besucher konnten sich über die geplanten umfangreichen Sanierungsarbeiten informieren.

Die reizvolle Gutskapelle des Dorfes Reuden, 1729 als Zentralbau in den Formen des sächsischen Barock errichtet, befand sich noch vor wenigen Jahren im Verfall. Pfarrerin Martina Schmidt schilderte, wie auch hier inzwischen durch die Gründung eines Vereins die Voraussetzungen zur Sanierung geschaffen wurden. Die laufenden Arbeiten an der Kirche, deren Äußeres bereits in neuer Schönheit erstanden ist, erläuterte unser Mitglied Architekt Uwe Burckhardt an Hand umfangreichen Materials. Auch mit der Restaurierung des aus der Bauzeit stammenden wertvollen Kanzelaltars, der zur Zeit unseres Besuches leider noch eingehaust war, ist inzwischen begonnen worden.

Wegen laufender Bauarbeiten konnte die aus der Mitte des 18. Jahrhunderts stammende, durch die Berliner Architekten Kayser und Großheim 1881 veränderte Schlossanlage in Altdöbern nur von aussen besichtigt werden. Entschädigung bot ein Gang durch die barocke Parkanlage.

Überraschungen bot die auf den ersten Blick unscheinbare, von dichten Bäumen umstandene Kirche des Dorfes Reddern. Im Inneren finden sich ein imposanter Kanzelaltar aus Sandstein, der laut Inschrift von ,,Steinmetz F. G. Adler/Dresden 1726" gefertigt wurde, sowie zwei ebenfalls sandsteinerne Wandepitaphe der Familie Droste. Ungewöhnlich sind auch die drei übereinander liegenden Bodenräume des Kirchengebäudes, die einst zum Trocknen von Flachs dienten und den durchaus praktischen Sinn der Erbauer in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts bezeugen. Reddern gehörte zu den Orten, die dem Lausitzer Braunkohleabbau, in diesem Falle der Grube Gräbendorf, weichen sollten. So wurden auch an der Kirche notwendige Arbeiten nicht mehr ausgeführt, der letzte Gottesdienst fand 1976 statt, das Gotteshaus musste baupolizeilich gesperrt werden. Erst im Jahre 1991, eine Devastierung des Dorfes war inzwischen abgewendet, wurden auf Initiative der zuständigen Denkmalschutzbehörden der Schwammbefall beseitigt und die Dachkonstruktion saniert. Der ehemalige Tagebau Gräbendorf wird inzwischen rekultiviert und im Rahmen der IBA Fürst-Pückler-Land soll ein Naherholungsgebiet mit künstlichen Seen und einer neu gestalteten Landschaft entstehen. Als Anlaufpunkt für die erwarteten Touristen sieht Pfarrer Meckert auch eine Zukunft für die zur Zeit nicht genutzte Kirche.

Den Abschluss der Exkursion bildete die Besichtigung des Wasserschlosses in Fürstlich Drehna. Wie bereits in Altdöbern gab Frau Dr. Sibylle Badstübner umfangreiche Informationen aus der Historie und Baugeschichte. Bei einer Besichtigung der Baustelle war es möglich, sich ein genaueres Bild von den umfangreichen Räumlichkeiten des der Brandenburgischen Schlösser GmbH gehörenden Schlosses zu machen.

Ein Spaziergang durch den in weiten Teilen wieder hergestellten Landschaftspark des 19. Jahrhunderts beendete einen ereignisreichen Tag.

Bernd Janowski

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Zu Gast bei Jesu Großmutter Anna
Exkursion zu großen und kleinen Kirchen in der Prignitz

Der Turm und der hohe Staffelgiebel der Altkrüssower Kirche schauen weit ins Prignitzer Land. Der Anreisende vermutet zu ihren Füßen eine größere Stadt. Das Dorf Altkrüssow hat 122 Einwohner und mit der großen mittelalterlichen Annen-Wallfahrtskirche ein Problem.

Den Spuren Annas, der Großmutter Jesu, folgte die Busexkursion des Unternehmens "Brandenburgische Exkursionen" mit Beteiligung von FAK-Mitgliedern. Im späten Mittelalter hatte eine große Welle der Annenverehrung ganz Europa überzogen, und so gibt es auch hierzulande etliche Darstellungen der Heiligen.

Dem Dorf Altkrüssow, das nie mehr als 180 Einwohner hatte, bescherte dies jenen überdimensionalen Kirchenbau. Ein wundertätiges Annenbild veranlasste die Errichtung einer Wallfahrtskapelle, und dann wurde auch gleich das ursprünglich als schlichte Feldstein-Dorfkirche geplante Gotteshaus in Backstein gewaltig erhöht, prächtig gewölbt und mit einem stolzen Staffelgiebel à la Heiliggrabkapelle im benachbarten Heiligengrabe versehen. Diese Baugeschichte lässt sich noch heute an dem Gebäude wie in einem aufgeschlagenen Bilderbuch nachvollziehen.

Bedeutendster Schatz ist der geschnitzte mittelalterliche Altar (ca. 1470/80) in der kleinen Kapelle, im Mittelpunkt Anna selbdritt. Hier trägt Anna die kindlichen Gestalten ihrer Tochter Maria und ihres Enkels Jesus auf den Armen, umgeben von weiteren Heiligen und Märtyrern.

Schade, dass dieser Kostbarkeit vor Ort offenbar zu wenig Geltung verschafft wird, wie auch die große, von der sehr kleinen Gemeinde nicht mehr genutzte und ungepflegte Kirche mehr Aufmerksamkeit verdiente. Hier wäre ein Förderverein, der sich um Instandhaltung und künftige Nutzung bemüht, dringend vonnöten.

Der jüngere Altkrüssower Hauptaltar (ca. 1520) steht seit 1976 als Dauerleihgabe in Pritzwalk und ist dort das wichtigste Ausstattungsstück in der ansonsten recht kahlen Hallenkirche St. Nikolaus, die in ihrer eindrucksvollen Bauweise jedoch zu den schönsten gotischen Kirchen der Prignitz gehört.

Dieser prächtige geschnitzte, im Gegensatz zu Altkrüssow farbig gefasste Altarschrein präsentiert Anna gleich mehrfach. Und dafür, dass sie in der Bibel überhaupt nicht vorkommt, weiß man dank etlicher Legenden sehr viel über ihre angebliche Familie. Hier jedenfalls sieht man sie im stattlichen Kreis zahlreicher Verwandten, auch ihre Mutter und somit Urgroßmutter Jesu ist dabei, die auf den Stamm Jesse verweist. Anna selbdritt zeigt Anna und Maria auf einer Bank sitzend, zwischen ihnen das Jesuskind.

In der kleinen, anheimelnden Dorfkirche von Guhlsdorf, der letzten Station der Exkursion, gibt es dagegen eine ganz rustikale Anna selbdritt. Sie befindet sich am Mittelpfeiler des Fachwerkbaus: Anna und Maria mit Jesuskind im Arm nebeneinander stehend, wobei Maria hier als kleines Mädchen dargestellt ist. Weitere bemerkenswerte Ausstattungsstücke sind ein eindrucksvolles spätgotisches Altarkreuz und der barocke Kanzelalter.

Auch der Ort Guhlsdorf hatte nie mehr als 150 Einwohner, heute sind es etwas 70, und für die wenigen Kirchengemeindeglieder ist selbst diese kleine Kirche mit ausgemauertem Fachwerk mehr als ausreichend. Sie ist der dritte Kirchenbau an dieser Stelle, wurde im Jahr 1712 laut Chronik "fast ganz erneuert" (oder neugebaut?) und muss Anfang des 20. Jahrhunderts nochmals umgestaltet worden sein. Zu diesem Zeitpunkt wurden auch die Fenster vergrößert, die bis dahin ganz klein direkt unter der Dachtraufe in nur einem der Gefache (jetzt zwei) saßen. Immerhin muss man den damaligen Bauverantwortlichen ein gutes Gespür für das Flair der Dorfkirche bescheinigen, die sowohl in ihrem Äußeren wie in ihrer Innengestaltung sehenswert ist. Probleme bereitet der Kirchengemeinde der Turm, der einsturzgefährdet ist. Man erhofft sich für die Restaurierung im kommenden Jahr auch eine Unterstützung durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz.

Die Exkursion war verbunden mit einer kleinen Wanderung entlang der ehemaligen Kleinbahnlinie und durch den Hoppenrader Landschaftspark, der unter Schutz steht und dessen Rekonstruktion 1992 begann.

Eva Gonda

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Junge Hände tätig fürs Gemeinwohl
Neues Programm der Robert Bosch Stiftung Stuttgart:
Freiwilligendienste in Projekten von Bürger-Initiativen werden gefördert

Ein neues Programm zur Förderung von Freiwilligendiensten in Projekten bürgerschaftlicher Initiative hat die Robert Bosch Stiftung ausgeschrieben. Sie möchte mit diesem Angebot Gedanken und Praxis freiwilliger Dienste junger Menschen verbreiten helfen. Einsatzplätze für junge Freiwillige sollen geschaffen und neue Dienste erprobt werden. Insbesondere sollen über die gesetzlich geregelten Dienste - Freiwilliges Soziales Jahr, Freiwilliges Ökologisches Jahr - hinaus jungen Menschen Chancen sozialer Erfahrung und Bewährung eröffnet werden. Für die Jahre 2000/2001 stehen eine Million DM als Zuschuss für Freiwilligenplätze zur Verfügung, die Jugendlichen einen Lern– und Gemeinschaftsdienst von zwischen sechs und zwölf Monaten ermöglichen.

Bewerben können sich Initiativgruppen und Vereine, die bereits im Stiftungsprogramm "Soziale Bürgerinitiative in den neuen Bundesländern" gefördert wurden, sowie andere Vereine, Kirchengemeinden und private Einrichtungen in den neuen Bundesländern, wenn ihre Arbeit in hohem Maße auf ehrenamtlicher Arbeit und bürgerschaftlichem Engagement beruht und sie mit Hilfe junger Freiwilliger einen praktischen Beitrag zur Schaffung eines lebendigen Gemeinwesens am Ort leisten wollen.

Die Förderung der Stiftung besteht in einem den jeweiligen Einsatzbedingungen entsprechenden Zuschuss von bis zu 70 Prozent, maximal jedoch 1 000 DM, der Gesamtkosten pro Freiwilligenmonat. Er ist als Anreiz zur Einwerbung von Komplementärmitteln von öffentlicher und privater Seite zu verstehen. Die Stiftung erwartet, dass der Antragsteller Eigenmittel bzw. geldwerte Sachleistungen in angemessenem Umfang einbringt.

Einsendeschluss für Anträge ist vorerst der 31. September 2000. Formulare und weitere Auskünfte über:

Beratungsstelle "Freiwilligendienste in Projekten bürgerschaftlicher Initiative"

c/o Diakonisches Werk der Evang.-Lutherischen Landeskirche Sachsen e.V., Herrn Harald Lüer, Obere Bergstr. 1, 01445 Radebeul, Tel.: (03 51) 8 31 51 65; Fax: (03 51) 8 31 54 00,

e-Mail: DiakonieSachsen@t-online.de

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Das Handwerkszeug des Restaurators
Ein interessantes Ausbildungsangebot / Demnächst beginnt neuer Kurs

Die denkmalgerechte Erhaltung historischer Bauwerke verlangt qualifizierte Handwerker mit Spezialwissen und entsprechenden handwerklichen Fertigkeiten. Vermittelt wird dieses Wissen durch die ÜAZ Bauwirtschaft Wriezen. In enger Zusammenarbeit mit dem Gewerbeförderzentrum der Handwerkskammer Frankfurt (Oder) bildet das Zentrum "Restauratoren im Handwerk" aus. Erst kürzlich konnten 39 Meister des Maurer– und Betonbauer-, Zimmerer-, Tischler– und Metallbauhandwerks die Urkunden in Empfang nehmen.

Der Kurs umfasst 420 Stunden theoretische und praktische Qualifizierung in der Denkmalpflege. Zur Ausbildung gehören Kunst– und Kulturgeschichte ebenso wie historische Materialkunde und Handwerkstechniken, die es ermöglichen, ein Baudenkmal originalgetreu zu sanieren.

Das ÜAZ Bauwirtschaft Wriezen, Kompetenzzentrum für Restaurierung/Stuck, ist derzeit beteiligt an der Errichtung der Musterfassade der alten Schinkelschen Bauakademie am Berliner Schlossplatz. Hier wird exakt nach den überlieferten Anweisungen Schinkels gearbeitet.

Der nächste Kurs für den "Restaurator im Handwerk" beginnt voraussichtlich am 3. Dezember 2000. Interessenten können ausführliche Informationen anfordern beim ÜAZ Bauwirtschaft Wriezen:

Tel. (03 34 56) 4 95 32,
Fax (03 34 56) 4 95 40
e-mail: ueaz-wriezen@t-online.de

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Zwei Meter Barock aus dem Katalog?
Deutsch-tschechische Initiative zur Bewahrung alter Kunstfertigkeiten

Handwerk gestern - heute - morgen / Unter diesem Titel entsteht eine Initiative, die sich zum Ziel gesetzt hat, alte Handwerkskunst zu bewahren.

Die Automatisierung vieler Arbeitsabläufe, die maschinelle, schablonisierte Fertigung haben den Charakter der Handwerke weitgehend verändert. Das hat viele Fäden zur Tradition durchtrennt, auch insofern, dass nur noch diejenigen Handwerksbetriebe konkurrenzfähig zu sein scheinen, die sich weitgehend auf die Technisierung eingelassen haben. Die kleineren Werkstätten, in denen oft der Meister allein mit nur ein, zwei Gesellen arbeitete, verschwinden. Weil sie nicht mehr genügend Aufträge haben, können sie auch nicht mehr mit gutem Gewissen Lehrlinge (nicht selten die eigenen Kinder) ausbilden. Ihre Kenntnisse und Fähigkeiten aber werden uns fehlen. Dann nämlich, wenn es darum geht, Dinge wiederherzustellen, die einst von Hand gefertigt wurden. Man kann nicht ein Rankwerkgitter restaurieren, indem man aus einem Katalog zwei Meter "à la Barock" bestellt, das passt vielleicht für ein Lego-Versailles. Man kann auch nicht Fresken einer Kirche aus dem 15. Jahrhundert wiederherstellen, indem man zum Baumarkt geht und Farbe kauft. Und schließlich: Für mich und meine Kinder (und Kindeskinder...) wünsche ich mir ein Haus, das nicht genau so auch im Saarland wie in Sachsen stehen könnte, das nicht nach einem (inter)nationalen Einheitsgrundriss hochgezogen wurde, sondern an dem auch nach vielen, vielen Jahren noch die mit gutem Grund dort angebrachte stolze Inschrift zu lesen sein wird "Erbaut im Jahre...".

Bewahren heißt also Weitergeben, aber auch Entwickeln, die Tradition in den Dienst heutiger Bedürfnisse stellen.

Wie soll das bewerkstelligt werden? Der Wissenstransfer soll zunächst zwischen Deutschland und Tschechien hinüber und herüber verlaufen, er soll nach und nach auf andere europäische Länder ausgeweitet werden. Die Initiatorinnen stellen sich zur Aufgabe, einen lebendigen Austausch mit praktischen Lernmöglichkeiten für Interessierte in die Wege zu leiten. Sie streben dafür die Kooperation mit Handwerkskammern an - Regensburg und München beispielsweise zeigten sich dem Thema aufgeschlossen und haben schon in der ersten Planungsphase mit Informationen geholfen. Wo irgend möglich, werden die ,,Lehrlinge" in die Werkstatt des Meisters geführt. In den meisten Fällen jedoch wird die Weitergabe des Wissens in der Weise stattfinden, dass ein bereits vorhandener Rahmen genutzt wird, z.B. in Schulungszentren mit entsprechender Ausstattung werden Seminare, Schulungen und Workshops abgehalten.

Der Gang der Weltgeschichte der letzten fünfzig Jahre hat es mit sich gebracht, dass in den ehemaligen sozialistischen Ländern, also auch in Tschechien, jede private unternehmerische Tätigkeit abgewürgt wurde, also auch Handwerksbetriebe verstaatlicht wurden und damit in die Mühle der staatlichen Materialzuteilung gerieten und in der Folge jedes Interesse, jede Initiative abstarb. Hier ist also das Handwerk erst wieder zu seinem eigenen Bewusstsein zu bringen. Andererseits ist nirgendwo soviel wie hier alte Bausubstanz erhalten geblieben, die zwar langsam vor sich hin verrottete und nun der aktiven Wiedereinbeziehung harrt, aber an der noch unverfälscht die alten Verfugungen, die alten Putze, die alten Formen studiert werden können. Wenn es so gerät, wie die Initiatorinnen es sich wünschen, wird es zu einem Geben und Nehmen kommen, das allen Teilen Befriedigung gibt und in die Zukunft wirkt.

Zunächst aber wünschen sich die Initiatorinnen Rat und Hinweis, Kontakte zu Menschen, die traditionelle Handwerkskenntnisse vermitteln, und zu jenen, die diese Kenntnisse erwerben möchten. Adresse: Heidi Ambros u. Karin Schmid, Cimská 19, CZ-120 00 Praha 2, Telefon und Fax: 0042 02 - 24 21 54 87, e-mail: ks.karin.schmid@gmx.net

Nach einer Projektierungsphase von etwa einem Jahr können in der zweiten Hälfte 2001, spätestens 2002 die ersten Veranstaltungen stattfinden. Parallel dazu wird eine Datenbank aufgebaut, die jedem zur Verfügung gestellt wird, vor allem aber Handwerks- und Architektenkammern und den einschlägigen Museen.

H.A.

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Bläsermusik vom Turm verkündete: Größte Hürden sind genommen
Gelungene Mischfinanzierung zur Sanierung der Marxdorfer Kirche

Mit einem festlichen Gottesdienst konnte im Juli die Kirche von Marxdorf (bei Seelow) wieder in Gebrauch genommen werden. Vorangegangen waren umfangreiche Sanierungsarbeiten. Und begonnen hatte es eigentlich damit, dass die Marxdorfer den Touristen zuliebe nur die Aussichtsplattform des Kirchturms wieder benutzbar machen wollten...

Kirche von MarxdorfDas war 1996 vordergründiger Anlass zur Gründung des Fördervereins Alte Kirche Marxdorf e.V.. Der Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg hatte damals mit Rat und Hilfe Pate gestanden. Aber während der Turmsanierung stellte sich heraus, dass auch der Dachstuhl des Kirchenschiffes marode war: Schwamm hatte sich ausgebreitet, sodass mehrere Hölzer auszuwechseln waren. Die Kette der misslichen Entdeckungen setzte sich fort: Auch die Dachdeckung mit Betonziegeln der 80er Jahre musste durch neue Ton-Biberschwanz-Ziegel ersetzt werden.

Auf den Förderverein kamen zuvor nicht geahnte Probleme zu. Unter seinem Gründungs-Vorsitzenden Karl-Peter Schmidt und seiner Nachfolgerin Ursula Schechert stieg die Mitgliederzahl auf jetzt 175. Der Verein konnte durch sehr erfolgreiche Werbearbeit 30.000 DM (davon 2.500 DM vom Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg) an Spenden für die Sanierungsarbeiten bereitstellen.

Instand gesetzt wurden der Turm mit Aussichtsplattform und Geländer sowie Dachstuhl und Dachdeckung des Kirchenschiffs. Gesamtkosten: ca. 322.000 DM, Dauer der Bauarbeiten: 1999/2000. Planung und Leitung der Maßnahmen lagen bei dem Architekten York Stuhlemmer, Berlin (Mitglied des FAK).

Möglich wurden die umfangreichen Maßnahmen vor allem durch eine ausgesprochen gelungene Mischfinanzierung aus mehreren Quellen:

Land Brandenburg (Mittel aus dem Staats-Kirchen-Vertrag):106.000 DM
Deutsche Stiftung Denkmalschutz:100.000 DM
Landeskirche Berlin-Brandenburg:36.000 DM
  
Eigenmittel: 
   Kirchengemeinde (auch mit Hilfe der Partnergemeinde):20.000 DM
   Zivilgemeinde:20.000 DM
   Förderverein:30.000 DM
   KIBA (Stiftung zur Erhaltung kirchlicher
   Baudenkmäler in Deutschland):
10.000 DM

Kirchturm von MarxdorfDie Mittel reichten leider nicht aus, um die schöne Putzverzierung aus dem 19. Jahrhundert über dem Westportal und am Turm mit Kosten von ca. 19.800 DM zu erneuern. Der Förderverein hat inzwischen weitere 16.000 DM zusammengetragen, sodass die Arbeit nun in Auftrag gegeben werden konnte.

Alles in allem eine beachtliche Leistung und beispielhafte Zusammenarbeit mehrerer Institutionen, vor allem aber des Fördervereins und der Kirchengemeinde mit dem Architekten.

Zum Festgottesdienst konnte Pfarrerin Rahel-Charlotte Mielke eine große Gemeinde begrüßen, und Superintendent Roland Kühne, der die Festpredigt hielt, ließ es sich auch nicht nehmen, beim ersten Auftritt des Posaunenchors auf der wiederhergestellten Aussichtsplattform die Trompete zu blasen. Unter den Gästen waren u.a. Vertreter der Partnergemeinde Moers (Hochstraße/Rhein-land); Angus Fowler überbrachte beim Empfang die Grüße des Förderkreises Alte Kirchen Berlin-Brandenburg.

Anschließend lud das Berolina Chorensemble Berlin-Köpenick e.V. zu einem Benefizkonzert in die Kirche. Es hatte sich bereits im Vorfeld durch Wohltätigkeitskonzerte an der Spendenaktion für die Sanierung der Kirche beteiligt.

Anerkennung verdient der Förderverein, der sich so erfolgreich für die Instandsetzung der Marxdorfer Kirche und die Finanzierung der Arbeiten eingesetzt hat. Es ist zu wünschen, dass er nun auch künftig als gesellschaftliche Institution am Ort wirken kann, um für weitere Arbeiten an der Kirche zu werben und im Interesse des gesamten Gemeinwesens die künftige Nutzung mitzugestalten.

Angus Fowler

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Unsere Buchtipps

Kloster Lehnin und seine Geschichte

Seit 1997 werden vom Berliner Lukas Verlag die "Studien zur Geschichte, Kunst und Kultur der Zisterzienser" her-ausgegeben. Als bereits 12. Band dieses ehrgeizigen und sorgfältig editierten Projektes erschien kürzlich als Druckausgabe der Dissertation von Stefan Warnatsch die "Geschichte des Klosters Lehnin 1180 –1542". Lehnin war die erste und über die Jahrhunderte - es bestand immerhin 362 Jahre - auch die erfolgreichste Niederlassung der Zisterzienser in der Mark Brandenburg. Deshalb ist es erfreulich, dass nach der Veröffentlichung von Georg SeIlo aus dem Jahr 1882 erstmalig wieder eine Gesamtdarstellung unter Berücksichtigung neuer Erkenntnisse vorliegt.

Seine Bedeutung gewann Lehnin durch seine Bestimmung als Hauskloster und Grablege sowohl der Askanier als auch später der Hohenzollern. Durch die kluge Politik des Klosters - einige seiner Äbte fungierten als Berater der brandenburgischen Markgrafen - war seine Historie immer auch eng mit den Geschicken des Landes verbunden.

Der Autor untersucht die Klostergeschichte denn auch nicht isoliert, sondern beleuchtet ausführlich die Beziehungen Lehnins zu den Landesherren und kirchlichen Würdenträgern, zum Adel und zu den Städten sowie die Stellung innerhalb des Ordens. Die erfolgreiche Wirtschaftsgeschichte des Klosters wird ebenso besprochen wie die Zusammensetzung seines Konvents. Schließlich wird auch der Baugeschichte von Kirche und Klosteranlage ein Kapitel gewidmet, das die Restaurierung von 1871-76 berücksichtigt.

Als Ergänzung zur umfangreichen Monographie ist ein Regestenband erschienen, der dem weitergehend Interessierten erstmals eine vollständige Edition des umfangreichen Urkundenbestandes - er umfasst 765 Vorgänge - bietet.

Stefan Warnatsch: Geschichte des Klosters Lehnin 1180 - 1542. (Bd.12.1.). Lukas Verlag Berlin, 2000. 610 S. DM 68,-

ISBN 3 - 93 1836-45-2

Stefan Warnatsch: Geschichte des Klosters Lehnin 1180 - 1542.Regestenverzeichnis (Bd.12.2). Lukas Verlag Berlin, 2000. 267 S. DM 48,- lSBN 3 – 93 18 36-46-0

Beide Bücher, auch einzeln, sind im Buchhandel erhältlich oder können direkt über den Verlag bezogen werden:

Lukas Verlag für Kunst- und Geistesgeschichte. Kollwitzstr 57, 10405 Berlin.
Tel. (0 30) 44 04 92 20
Fax (0 30) 4 42 81 77.

Aus Feld– und Bruchsteinen zusammengefügt

Wer interessante Kirchen in der Prignitz und im Fläming bequem zu Hause entdecken will, dem seien zwei Bücher empfohlen: "Feldsteinkirchen der Prignitz" und "Mittelalterliche Feld– und Bruchsteinkirchen des Fläming". Preis: je DM 58,-.Zu beziehen von der Buchhandlung B. Klemm, Speyerstr. 2, 15366 Neuenhagen, Tel. (0 33 42) 20 59 05; Fax: (0 33 42) 20 59 06; e-mail: kontakt@brandenburg-buch.de;

Internet: www.brandenburg-buch.de

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Ausstellungen

Museum im Turm

Über die Rekonstruktion des Kirchturms im vergangenen Jahr berichtet jetzt eine Ausstellung im Turm der Dorfkirche Berlin-Kaulsdorf. Gezeigt werden u.a. Duplikate der Dokumente, die sich jetzt in der Turmkugel befinden. Dazu kommen weitere Ausstellungsstücke wie ein historisches Uhrwerk sowie alte Gesangsbücher. Zu besichtigen ist das kleine Museum nach Gottesdiensten oder auf Anfrage.

Kirchenschätze

Kunstwerke aus sechs Jahrhunderten präsentiert zur Zeit das Finsterwalder Kreismuseum. Es sind u.a. Holzbildwerke, Andachts- und Christusbildnisse, Messbücher und liturgische Geräte vor allem aus Dorfkirchen. Kreismuseum Finsterwalde, Lange Straße 6-8, Di. 10-12 / 14-18 Uhr, Mi., Fr., So. 10-12 / 14-17 Uhr. Geöffnet bis 3. Oktober.

Bewundern und helfen

"Luckau und Dorfkirchen seiner Umgebung - bewundern und helfen". Unter diesem Titel sind noch bis Mitte Oktober im Rahmen der Landesgartenschau Fotografien von Prof. Helga Ninnemann (Tübingen) in Luckau, Am Markt 7, zu besichtigen.

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Meldungen

Gute Nachricht: Heuersdorf gerettet

Das Dorf Heuersdorf südlich von Leipzig mit seinen zwei Kirchen ist vor der "Devastierung" für den Braunkohlenabbau zunächst bewahrt. Der sächsische Verfassungsgerichtshof hat das sogenannte Heuersdorf-Gesetz, wonach die selbständige Verwaltung des Dorfes aufgehoben und das Dorf in die Stadt Regis-Breitingen eingemeindet werden sollte, als unvereinbar mit der Landesverfassung für nichtig erklärt. Die durch das Heuersdorf-Gesetz ermöglichte In-anspruchnahme der Gemeinde für den Kohlenabbau wurde als verfassungswidrig erkannt, da die zugrunde liegende Energieprognose des Gesetzgebers nicht den Anforderungen genüge.

Wir freuen uns mit den Heuersdorfern, dass ihr Dorf weiterleben kann, und hoffen, dass auch das ebenfalls vom Kohlenabbau stark bedrohte brandenburgische Dorf Horno bei Cottbus mit seiner alten Kirche und dem schönen Dorfbild vor der Zerstörung bewahrt werden kann.

Stüler-Kirche in alter Schönheit

Nach umfangreichen Sanierungsarbeiten zeigt sich die 1855 fertiggestellte Stüler-Kirche von Oderberg wieder in altem Glanz. 1,2 Millionen DM kostete die Restaurierung von Dach, Mauerwerk und Turm sowie die Wiederherstellung des Innenraums nach den Plänen von Friedrich August Stüler. Neben kirchlichen Mitteln kamen Gelder vom Land und von der kommunalen Städtebauförderung.

Patronatskirche in Erbbaupacht

Der Dorfanger von Schulzendorf bei Berlin samt Gutsschloss und Patronatskirche soll wieder hergerichtet werden. Dieses Ziel stellt sich ein von den Einwohnern gegründeter gemeinnütziger Verein. Die neugotische Backsteinkirche von 1865/66, seit Jahren nicht mehr kirchlich genutzt, soll künftig vor allem kulturellen Zwecken dienen. Die Kirchengemeinde will das Bauwerk der Kommune zu einem symbolischen Preis in Erbbaupacht überlassen.

St.-Nikolai in Luckau wird saniert

Mehr als 800 000 DM sind für die Sanierung der Luckauer St.-Nikolai-Kirche veranschlagt worden. Dringend notwendig sind vor allem Arbeiten an Dach, Tragwerken, Mauerkronen und im Innenraum. Die Gesamtkosten werden vom Bund, von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, vom Land und aus kirchlichen Mitteln finanziert.

Neue Flammenvasen für Parochialkirche

Bis zur 300-Jahr-Feier der Berliner Parochialkirche im Jahr 2003 soll der zerstörte Turm wieder aufgebaut sein. In diesem Jahr wird die Sanierung der Kirchenschiff-Fassade abgeschlossen.

Die begehbare Plattform über der Turmvorhalle soll auch wieder vier Flammenvasen zurückerhalten. Von den ursprünglich sechs Vasen hatte nur eine die Kriegszerstörung überstanden. Von ihr wurden nun drei Kopien gefertigt.

Sechstes Mosaik fertiggestellt

In Zusammenarbeit mit der Restauratorin Elisabeth Jeske konnte jetzt das sechste von ursprünglich acht Mosaikgemälden in der Kuppel des Berliner Doms wieder hergestellt werden. Neu geschaffen wurde das 39 Quadratmeter große, aus insgesamt rund 500 000 Mosaiksteinchen gebildete Werk von der toskanischen Werkstatt Ferrari & Bacci.

Bald erste Konzerte in der Frauenkirche

Der Wiederaufbau der Dresdner Frauenkirche wird noch Jahre dauern, dennoch sollen dort Ende November bis 31. Dezember die ersten Konzerte stattfinden. Kirchenschiff, Betstubengeschoss und die erste Empore werden für diese Zeit zugänglich gemacht; anschließend beginnt der Innenausbau. Sechs Jahre nach Beginn des Wiederaufbaus ist jetzt der zentrale Innenraum erstmals wieder für Besucher geöffnet worden.

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Termine

NÄCHSTE FAK-EXKURSION: Auf Raubritters Spuren
Am Sonnabend, 14. Oktober begegnen die Teilnehmer der Exkursion in den Kirchen von Kletzke und Grube in der Prignitz manchen Erinnerungen an die Raubritter Quitzow.
Besucht wird auch die gefährdete Dorfkirche von Teetz, für deren Sanierung wir in dieser Ausgabe um Spenden bitten.

Zu Burghügeln im Niederen Fläming führt eine Exkursion mit Dr. Jan Feustel am Sonnabend, 28. Oktober. Besucht werden auch die Dorfkirchen von Liepe, Borgisdorf und Merzdorf. Nähere Auskünfte und Anmeldung über Hans-J. Pohl — Brandenburgische Exkursionen, Holteistr. 11, 10245 Berlin, Tel. u. Fax: (0 30) 29 66 91 89.

Einen "ausgewanderten" Kirchturm können die Teilnehmer einer Exkursion am Sonnabend, 4. November in die Niederlausitz bestaunen: In Pritzen steht der auch durch Einsatz des FAK gerettete Kirchturm des abgebaggerten Dorfes Wolkenberg. Weitere Ziele: die Kirche in Altdöbern, Museum Senftenberg, der Park von Altdöbern und der Senftenberger See. Auskunft und Anmeldung wie oben.

In den Hohen Barnim geht es am Sonnabend, 4. November. Burgmauern und Riesendorfkirchen wie die Hechelberger Feldsteindorfkirche sind das Thema. Auskünfte und Anmeldungen über pluspunkt Weiterbildung e.V., Postfach 45 01 29, 12171 Berlin, Tel. (0, 30) 7 74 40 81, Fax: (030) 7 74 94 72

Zusammen mit der Stiftung Stadtmuseum Berlin veranstalten die evangelische Kirchengemeinde und der Förderverein Dorfkirche Teetz e. V. am Sonnabend, 2. Dezember, 17 Uhr, in der Berliner Nikolaikirche ein Orgelkonzert, das Professor Heinemann (Hochschule der Künste Berlin) gestalten wird. Der Erlös des Benefizkonzertes dient der Erhaltung der Teetzer Kirche. Mitglieder und Freunde sind zu diesem vorweihnachtlichen Konzert schon jetzt herzlich eingeladen.

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