Was uns bewegt — der Vorstand berichtet

Im Großen und Ganzen: unsere Finanzen

Wer auf unserer Mitgliederversammlung war, hat sicherlich das Blatt mit den Vereinszahlen 2002 und der Jahresplanung für 2003 mitgenommen. Nachdem nun Dreiviertel des Finanzjahres verstrichen sind, ist es Zeit für einen Zwischenbericht zum Stand der Dinge.

Wir freuen uns über einen Mitgliederzuwachs, der nicht nur die Bedeutung des Förderkreises stärkt, sondern auch unser planbares Einkommen aus Mitgliedsbeiträgen erhöht. Hier liegen wir bereits jetzt leicht über dem Budget. Das Heft "Offene Kirchen" 2003 ist sehr gut aufgenommen worden; der geplante Verkaufsumsatz wird sicherlich erreicht, der geplante Anzeigenumsatz ist überschritten. Dagegen haben wir weit weniger Einnahmen aus Veranstaltungen als geplant, da wir keine Eintrittsgelder erhoben, sondern statt dessen um Spenden gebeten haben. Der größte Posten in unserer Einnahmerechnung sind dann auch die Spenden. Leider ist es bis jetzt nicht gelungen, im gleichen Maße wie im vergangenen Jahr Spenden aus der Wirtschaft zu gewinnen. Die wirtschaftliche Großlage macht sich doch – trotz allen guten Willens – bemerkbar.

Wir haben daher überlegt, wie wir diesen Spendenausfall kompensieren können, und bieten erstmals Ansichts-Faltkarten an. Als Pilotprojekt haben wir zunächst 1000 Karten mit vier unterschiedlichen Motiven brandenburgischer Taufengel drucken lassen, die wir als Satz für 5,- EUR zuzüglich Porto anbieten. Sollten alle 250 Sätze verkauft werden, wäre das ein Gewinn von 500,- EUR. Ein kleiner Betrag, aber eine Ermutigung, im nächsten Jahr eine größere Auflage mit anderen Motiven herauszubringen.

Im Sommer sind die Unterstützungen durch Arbeitsamt und Robert-Bosch-Stiftung ausgelaufen, was eine große Herausforderung für die Zukunft des Förderkreises ist. Seit 1. 9. ist Bernd Janowski nun als Geschäftsführer auf der Gehaltsliste des Vereins. Dies bedeutet für uns die Fortsetzung einer erfolgreichen Zusammenarbeit, vor allem aber einen Fortbestand der engen persönlichen Kontakte des Vereins zu Institutionen, Behörden und lokalen Förderkreisen. Diese Kontakte bilden den Kern unserer Arbeit.

Auch unter den engeren finanziellen Bedingungen der Zukunft wollen wir mit Ihrer Hilfe die Aktionen fortführen, die Sinn und Zweck unseres Vereins ausmachen und für die Sie sich als Mitglieder engagieren: neben der allgemeinen Beratung, der Lobbyarbeit und ad-hoc-Finanzhilfen für Kirchen in Not wollen wir das Programm "Startkapital" fortsetzen – zunächst allerdings mit einer geringeren Anzahl von Preisen. Dabei halten wir uns aber die Möglichkeit offen, Sonderleistungen separat zu prämiieren, falls es die Finanzlage erlaubt.

Auf der Ausgabenseite haben wir in der Verwaltung erheblich eingespart, liegen aber mit vielen anderen Ausgaben, die direkt den Kirchenprojekten zugute kommen, zur Zeit noch über dem Plan. Wegen der erwähnten Einnahmeausfälle hatten wir ursprünglich für dieses Jahr ein Ergebnisdefizit eingeplant. Wir sind aber zuversichtlich, dass dieses Defizit geringer ausfallen wird, so dass wir mit verbesserter finanzieller Substanz in das Jahr 2004 gehen können. Diese Substanz muss erhalten bleiben, damit feste Verpflichtungen, wie Mieten oder Gehälter, auch garantiert werden können. Bis jetzt haben wir ca. 42.500 EUR direkt für Kirchenprojekte (inkl. Preise) auszahlen können, davon 17.500 EUR aus Mitteln des FAK, 12.500 EUR aus von uns eingeworbenen Mitteln des Landes und – letztmalig – 12.500 EUR aus Mitteln der Robert-Bosch-Stiftung. Damit übersteigt die Summe der direkten Aufwendungen für Kirchen bei weitem die der bisher eingenommenen Spenden und Bußgelder. Ohne Ihre, der Mitglieder und Freunde, Spenden wäre die Unterstützung so vieler Kirchenprojekte aber nicht möglich gewesen, weshalb unser Dank auch besonders an Sie geht.

Nach dem Fortfall der staatlichen Förderprogramme "Kultur in den neuen Bundesländern" und "Dach und Fach" werden Privatinitiative und privates Engagement noch wichtiger als bisher sein. Wir hoffen daher auch für das nächste Jahr auf einen weiter wachsenden Mitgliederkreis und Ihre Unterstützung für die Ziele Ihres Förderkreises.

Hans Krag,
Schatzmeister

 
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Geschäftsführer bestellt

Sowohl für den Förderkreis Alte Kirchen wie auch für Bernd Janowski ist der 1. September 2003 eine wichtige Marke: Seitdem ist Bernd Janowski als vom FAK angestellter hauptamtlicher Geschäftsführer tätig. Seine bewährte engagierte, für den Förderkreis unverzichtbare Arbeit wird nach Auslaufen der Finanzierung durch das Arbeitsamt und den Berliner Senat nun vom FAK selbst getragen.

Eine Satzungsänderung, die dem Vorstand die Möglichkeit der Bestellung eines Geschäftsführers einräumt, war auf der Jahres-Mitgliederversammlung 2002 beschlossen worden. Die Mitgliederversammlung im April diesen Jahres ermutigte den Vorstand nochmals zu diesem Schritt.

Wir können unserem neu ernannten Geschäftsführer kein solches Gehalt zahlen, wie es anderswo für Geschäftsführer üblich und vereinbart ist. Um so mehr viel gute Wünsche für die kommenden Jahre, Bernd Janowski!

 
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Auch 2004 wieder Startkapital

Lokale Initiativen sind heute stärker gefragt denn je

Auch für das Jahr 2004 schreibt der FAK seinen Förderpreis "Startkapital für Kirchen-Fördervereine" aus.

In den vergangenen zwei Jahren haben sich fast 80 Vereine und Initiativen um die Anschubfinanzierung ihrer Arbeit beworben; 21 erhielten eine finanzielle Unterstützung, bei vielen anderen leistete der Förderkreis Alte Kirchen beratende und logistische Unterstützung.

In einer Zeit, da öffentliche Mittel zur Unterstützung denkmalpflegerischer Maßnahmen an Dorfkirchen weiter abgebaut werden, ist das ehrenamtliche Engagement stärker gefragt denn je. Nur durch das Zusammenwirken von Kirchengemeinden, staatlichen und kommunalen Institutionen und engagierten Bürgern wird es auch in Zukunft möglich sein, vom Verfall bedrohte sakrale Gebäude zu erhalten, instand zu setzen und sinnvoll zu nutzen.

Wir haben uns deshalb entschlossen, auch nach dem Auslaufen der finanziellen Unterstützung durch die Robert-Bosch-Stiftung und das Land Brandenburg die Gründung lokaler Initiativen zu fördern. Für 2004 sind fünf mal 2.500 Euro an Preisgeldern vorgesehen, die wir aus eigenen Mitteln aufbringen werden. Zugleich bemühen wir uns, Partner zur Kofinanzierung des Projektes zu gewinnen.

 
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Neu: Faltpostkarten des FAK

Brandenburger Engel fliegen in die Welt

Vier Taufengel aus Brandenburger Dorfkirchen wurden vom Förderkreis Alte Kirchen ausgewählt, um als Faltkarten Grüße in alle Welt zu senden. Sie sollen auch das Anliegen des Förderkreises weitertragen und unterstützen.
 
Taufengel aus der Dorfkirche von Gottberg (Ruppiner Land)
 
Taufengel aus der Dorfkirche von Markee (Havelland)
 
Taufengel aus der Dorfkirche von Dobberzin (Uckermark) Taufengel aus der Dorfkirche von Wismar (Uckermark)
Die farbigen Faltkarten passen in jeden Standardbriefumschlag, sind innen neutral und können immer, vom Motiv her auch zu Weihnachten, versandt werden. Die Serie kostet 5,- Euro zuzüglich 1,- Euro für Porto. Die Adresse für die Zahlung ist auf der Banderole vermerkt. Bestellungen bitte an das Büro des FAK.
 
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24. April 2004: Frühjahrsexkursion

Künftig Bustouren? Ihre Meinung ist gefragt

Für langfristig Planende wollen wir schon jetzt den Termin unserer Frühjahrsexkursion bekannt geben:

Am Samstag, dem 24. April 2004, führt uns eine Besichtigungs-Tour in die Region zwischen Strausberg und Müncheberg. Wir bekommen Informationen über die Sicherung und den teilweisen Wiederaufbau der Kirchenruinen von Hirschfelde und Wesendahl, woran örtliche Fördervereine einen wesentlichen Anteil haben.

Nach dem Mittagessen besichtigen wir die Dorfkirchen von Prädikow, Zinndorf und Hennickendorf mit zum Teil bedeutender Ausstattung. So befindet sich in Hennickendorf ein Kanzelaltar des neumärkischen Bildschnitzers Hattenkerell; der Altar stand ursprünglich in der Dorfkirche von Küstrinchen (Uckermark).

Eine gesonderte Einladung geht Ihnen rechtzeitig zu. Auch über weitere Fahrten und Veranstaltungen werden Sie in der nächsten Ausgabe von "Alte Kirchen" informiert.

Die Fahrt am 24. April findet wie bisher mit Privat-PKW statt, was durch die stark gestiegene Teilnehmerzahl in der letzten Zeit langsam an organisatorische Grenzen stößt. Seit längerem überlegen wir deshalb, auch Exkursionen mit dem Bus anzubieten, wozu allerdings ein Teilnehmerbeitrag zu entrichten wäre. Natürlich würde uns Ihre Meinung zur zukünftigen Planung derartiger Touren interessieren.

 
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"Offene Kirchen 2004" wird vorbereitet

Wer kann im kommenden April beim Vertrieb behilflich sein?

Noch sind die Aufgaben des Jahres 2003 nicht erledigt, da beschäftigen uns schon die von 2004: Am Heft "Offene Kirchen 2004" wird schon sehr konkret gearbeitet. Rechtzeitig zu Ostern soll es aus der Druckerei kommen und dann möglichst zügig ausgeliefert werden.

Dafür brauchen wir Hilfe.

Von den "Offenen Kirchen" wurden 2003 über 9000 Exemplare an rund 450 Gemeinden, Buchhandlungen und andere Vertriebsstellen in Berlin und Brandenburg ausgeliefert. Die Gesamtauflage betrug 11.000 Stück. Wenn Sie wollen, können Sie ja mal rechnen: Jedes Heft wiegt 260 Gramm. Welche Menge war da insgesamt zu bewegen?

2004 könnte es noch einiges mehr werden - 12.000 Hefte womöglich. Diese Menge aber können die wenigen Autofahrer im Vorstand nicht mehr allein bewältigen. Und per Post wollen wir unsere Lieferungen nur im Ausnahmefall verschicken.

Welcher Autofahrer kann also im April in der Nähe seines Wohnbereichs ein paar Stunden oder auch einen halben Samstag für den Förderkreis Alte Kirchen unterwegs sein und diese Hefte mit ausliefern?

Wenn Sie mitmachen könnten, würde das so funktionieren: Ich bringe die Hefte vorgepackt mit fünf bis zehn (oder mehr?) fertig ausgefüllten Lieferscheinen aus Berlin (bzw. in Berlin) zu Ihnen nach Hause. Sie liefern die Hefte dann weiter an die entsprechenden Buchhandlungen oder Gemeinden Ihres Wohnbezirkes. Von einigen Lieferadressen sind gleichzeitig zwar auch noch einige Hefte von 2003 mitzubringen. Ansonsten aber haben Sie mit Abrechnungen gar nichts zu tun. Das wird von mir im Herbst erledigt.

Sie müssen übrigens nicht völlig umsonst für uns tätig sein. Das Benzin für die gefahrenen Kilometer können wir Ihnen vergüten, mehr leider nicht.

Haben Sie Fragen? Dann rufen Sie mich an - Telefon: (0 30) 3 75 22 44. Das können Sie übrigens zu jeder Tages- oder Nachtzeit tun. Wenn ich unterwegs bin, kann mein Anrufbeantworter Ihre Frage festhalten. Ich rufe zurück. Oder schreiben Sie mir eine e-mail (Alte-Kirchen@Kraft-mail.de).

Wenn – sagen wir – 20 Mitglieder oder Förderer des Förderkreises Alte Kirchen in der beschriebenen Weise mit anpacken, wäre die Aktion gut zu bewältigen.

Ich freue mich auf Ihren Anruf.

Arnulf Kraft

 
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Katastrophen und Kontraste

Eindrücke von der Herbstexkursion des Förderkreises

Teilnehmer der Herbstexkursion 2003 
Teilnehmer der Herbstexkursion vor der Kirche von NiederjesarGroßbildansicht

Unsere Exkursionen führen ja immer - in räumlicher Bewegung - von Berlin in die Mark hinaus, und in zeitlicher in die Geschichte zurück. Auch diesmal sahen wir wieder mittelalterliche und barocke Kirchen, aber vor allem wurden uns die Katastrophen des 20. Jahrhunderts, Erster und Zweiter Weltkrieg, vor Augen geführt und in Erinnerung gebracht. Wir sahen drei 1945 zerstörte Kirchen und einen eindrucksvollen Bau russischer Kriegsgefangener des Ersten Weltkriegs. Und wenn diese einzigartige Baracke, aus Rundhölzern und Bohlen gefügt und von den Gefangenen mit Schnitzwerk und Malereien versehen, nicht im Programm gewesen wäre und nicht auf ihre eigene Weise an Krieg gemahnt hätte, dann wären wohl als Grundthema wieder die "Versäumnisse der DDR" angeschlagen worden.

Es war diesmal etwas anders als sonst, wo wir Stadtbewohner uns an archaischen Dorf- und Landschaftsbildern trunken machen. Anders auch durch die Wege zwischen den einzelnen Objekten, wo zwar auch alte Chausseen in die Dörfer hinab führten, dazwischen aber moderne Zubringer und Umgehungsstraßen zu benutzen waren. Eines dieser frischen Asphaltbänder im braunen Herbstacker wies zur Baustelle der Frankfurter Chipfabrik. Wir bewegten uns am Rande einer großen Stadt, die sich selbst auch bewegt; sogar die malerische Hügellandschaft um Klingethal wurde uns als alter Braunkohlentagebau erklärt.

 Kirchenruine von Lichtenberg
Kirchenruine von LichtenbergGroßbildansicht
Kirchenruine von Lossow
Kirchenruine von LossowGroßbildansicht
Kirchenruine von Lossow
Kirche von NiederjesarGroßbildansicht
Fotos (außer Kirche Niederjesar): Gunter Pröhl

Alles wies mehr aufs 20. Jahrhundert und die Gegenwart und die machtvollen Veränderungen und Umbrüche. Darin die Menschen in ihrem Bemühen, mitzuhalten und zugleich festzuhalten, z. B.: Lossow und Lichtenberg, zwei Ruinen, die gar nicht wiederaufgebaut werden sollen, sondern nur gesichert und bewahrt.

In Lichtenberg ist man dabei schon recht weit, und so wie unsere Gastgeber berichteten, scheinen ihnen die vielen Arbeitseinsätze eher Freude gemacht zu haben. (Angemerkt sei, dass die Instandsetzungsarbeiten handwerklich sehr gut gemacht aussahen.)

In Lossow steht man noch am Beginn und ist entsprechend unsicherer. Spürbar ist die Befürchtung, man komme zu spät, jetzt da mit "Dach und Fach" das wichtigste Förderprogramm fortzufallen droht. Aber die Lossower haben uns nicht nur gut bewirtet, sie verfolgen auch realistische Ziele. Ihr barocker Bau ist unbedingt erhaltenswürdig, sie werden es schaffen.

Die Heilandskapelle in der Heimkehrersiedlung: Im ersten Weltkrieg von russischen Kriegsgefangenen erbaut. Nach 1919 entstand hier eine Siedlung für deutsche Flüchtlinge aus dem Osten; was ja alles ganz arm und schwierig begann. Hübsche Einfamilienhäuser in guter Lage wurden erst später daraus. Man übernahm die Holzkirche als Gemeindekirche und - alles blieb erhalten: geschnitzte Bänke und Liedertafeln, Ornamente, der Ofen, einfach alles. Es ist nicht gerade "Kunst", was die namenlosen Häftlinge hier schufen, vielleicht kann man von nachgeahmter Kunst sprechen, auf jeden Fall handelt es sich um ein wunderbares Denkmal für den Behauptungswillen, den Menschen in schwerer Situation zeigen. Allein über den Altar mit seiner Kopie von Leonardos Abendmahl wüsste ich noch lange zu erzählen, nur fehlt hier der Raum.

Unbedingt gesagt werden muss aber noch, dass uns ein Förderverein empfing, der liebevoll und ideenreich für dieses Bauwerk arbeitet und mit einer Heftreihe die Geschichte seiner Siedlung sehr gut aufarbeitet. Unbedingt hinfahren!

Das gilt auch für die Kirche in Wulkow bei Booßen, die hier aus Platzmangel nicht beschrieben werden kann.

Zum Grundthema der Exkursion gehört aber Niederjesar: Auch Kriegsruine, 1997-2002 aber modern zum Gemeindezentrum ausgebaut. Pfarrer Müller und Herr Pröhl vom Förderverein sind glücklich mit dem Bau, dessen Fertigstellung auch mal auf der Kippe stand, und glücklich kann auch der Besucher sein über die spannungsvolle moderne Raumlösung.

Waren wir mit Niederjesar nach den Ruinen, den Mahnungen an die Katastrophen versöhnt, wurden die Spannungen, welche die Landschaft hier prägen, aufgelöst? Eher wohl nicht. Damit ist nichts Kritisches zum Konzept von Niederjesar gesagt. Das Gemeindezentrum wird leisten, was es leisten soll. Die Ruinen aber (auch wenn sie ins schöne Dorf nicht recht passen mögen) haben ihre eigene herbe Aussage, die man nicht missen möchte.

Thomas Raschke

 
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FAK-PROJEKTE AKTUELL

Groß Fredenwalde: Turmreparatur beginnt

  Groß Fredenwalde
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Im Zusammenhang mit der Streichung des "Dach und Fach"-Programms durch Kulturstaatsministerin Weiss im Juli hat der FAK zu Spenden für die Dorfkirche von Groß Fredenwalde (Landkreis Uckermark) aufgerufen. Hauptproblem des imposanten Feldsteinbaus ist der im 18. Jahrhundert ergänzte hölzerne Dachturm, der bereits 1960 auf ein Geschoss reduziert werden musste. Jetzt hat der Hausschwamm wiederum Teile der Holzkonstruktion so stark geschädigt, dass der Turm einzustürzen drohte. Durch den Einzug von Stahlträgern konnte in diesem Jahr eine erste Sicherung vorgenommen werden, an der sich auch der FAK finanziell beteiligte. Für das Jahr 2004 ist ein größerer Bauabschnitt zur Reparatur des Kirchturmes geplant. Nach Wegfall der Mittel von "Dach und Fach" ist die Finanzierung jedoch noch offen. Der Spendenaufruf des Förderkreises Alte Kirchen erbrachte bis jetzt ca. 3.000 Euro, wofür wir uns recht herzlich bedanken möchten.

 

Weselitz: Noch vor kurzem akut bedroht

  Weselitz
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Nachdem die Kirchengemeinde erste Schritte zur Sicherung der bedrohten Dorfkirche von Weselitz im Landkreis Uckermark eingeleitet hatte, fand im Sommer dieses Jahres nach langer Zeit der Nichtnutzung ein erstes Benefizkonzert statt.

Die Reste der Ausstattung des mittelalterlichen Feldsteinbaus stammen einheitlich aus dem Jahr 1860 und sind im neugotischen Stil erhalten. Erhalten ist u. a. eine Orgel von Johann Simon Buchholz, die – wenn auch zur Zeit nicht spielbar – für die Region von erheblicher kunsthistorischer Bedeutung ist. Bisher konnten der Turm gesichert und das Dach des Kirchenschiffes mit einer Noteindeckung versehen werden. Der FAK beteiligt sich jetzt gemeinsam mit dem Landkreis Uckermark finanziell an einer Notsicherung des Daches im Chorbereich. Planungen des Architekturbüros Picht aus Prenzlau liegen bereits vor.

 

Blindow: Soforthilfe soll Anschub sein

  Blindow
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Als der Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg im vergangenen Jahr mit dem Brandenburgischen Denkmalpflegepreis ausgezeichnet wurde, stellte er 4.000 Euro aus der Preissumme für die Schwammsanierung in der schwer geschädigten Dorfkirche von Blindow (nördlich von Prenzlau) zur Verfügung.

Mit dieser Maßnahme sollte die Voraussetzung für eine größere Maßnahme im Rahmen des "Dach und Fach"-Programms geschaffen werden. Bis Jahresende wird die Sanierung des Dachstuhls inklusive der Dachneudeckung abgeschlossen sein.

Um den Ausfall beantragter Fördermittel zur Kofinanzierung der "Dach und Fach"-Mittel zu kompensieren, stellte der FAK jetzt weitere 3.000 Euro zur Verfügung. Ab 2004 ist die schrittweise Sanierung des Innenraums als kirchliches und weltliches Gemeindezentrum geplant.

 

Malchow: Einsturz verhindert

  Malchow
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Um den Einsturz der seit über 20 Jahren gesperrten Dorfkirche von Malchow (bei Prenzlau) zu verhindern, sind erste Sicherungsmaßnahmen eingeleitet worden. Durch eine ABM wurden das Umfeld beräumt, Reste des Inventars ausgelagert sowie mit Hilfe der Denkmalpflege GmbH Prenzlau Notabsteifungen der Zwischendecke und des Dachstuhls gestellt. Der FAK beteiligte sich mit 5.000 Euro.

 

 

 

Melzow: Orgel wird restauriert

  Malchow
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Die Restaurierung der Orgel in der Dorfkirche Melzow (Landkreis Uckermark) hat begonnen. Bisher war angenommen worden, dass es sich um ein Instrument der Firma Gesell aus dem Jahre 1875 handelt. Bei den Arbeiten wurde eine Inschrift am Orgelgehäuse entdeckt, die auf die Buchholz-Nachfolgerfirma "Lang und Dinse" und das Jahr 1859 hinweist. Die Gesamtkosten der Reparatur belaufen sich auf mindestens 32.000 Euro, die durch den Förderverein "Freunde der Melzower Kirche" e. V. aufgebracht werden. Der FAK hatte den Verein 2003 mit einem Startkapital in Höhe von 2.500 Euro bedacht; unser Benefizkonzert in Mühlenbeck erbrachte weitere 800 Euro, eine Spende der Initiative "Dorfkirchensommer" in Höhe von 500 Euro konnte vermittelt werden. Weitere Spenden sind nötig, wenn wie geplant im nächsten Sommer die Einweihung der Orgel im Rahmen der "Melzower Sommerkonzerte 2004" stattfinden soll.

 

Strehlow: Holzschutz als erster Schritt

  Strehlow
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Unter der Überschrift "SED demontiert Kirchen" berichtete die Westberliner Tageszeitung DER TAG am 17. Juli 1949 über "Kirchenzerstörungen in Brandenburg". In dem Artikel wird auch die Dorfkirche von Strehlow bei Prenzlau erwähnt und tatsächlich hatte der Bürgermeister des Ortes das in den letzten Kriegstagen beschädigte Gotteshaus zur Gewinnung von Baumaterialien für Neusiedlerhäuser freigegeben.

Bis zum heutigen Tag ist es nicht gelungen, wenigstens die Mauerkrone zu sichern. Die wenigen verbliebenen Christen im Dorf gehen zum Gottesdienst in das nur einen guten Kilometer entfernte Potzlow; eine eigene Kirche braucht man eigentlich nicht mehr. Trotzdem haben sich jetzt Kirchengemeinde, Kommune und der Verein Kinder- und Jugendzentrum Strehlow e.V. gemeinsam an einen Tisch gesetzt, um nach Möglichkeiten zu suchen, die Kirche, einen mittelalterlichen Feldsteinbau, zu sichern. Erste und dringendste Maßnahme dazu muss die Festigung der hölzernen Turmkonstruktion sein, die seit Jahren auf das Schiff zu stürzen droht und außerdem Besucher des Friedhofes stark gefährdet.

Der FAK hat ca. 2.500 Euro für ein Holzschutz- und statisches Gutachten zur Verfügung gestellt und wird die Bemühungen zur Sicherung der Strehlower Kirche auch weiterhin begleiten.

 

Küstrinchen: Wieder Leben in der Kirche

  Küstrinchen
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Auf Initiative des FAK und mit tatkräftiger Unterstützung des örtlichen Fördervereins konnte im letzten Jahr das Dach der vom Einsturz bedrohten Dorfkirche von Küstrinchen (bei Lychen) saniert werden.

Aus Mangel an Eigenmitteln und da beantragte Fördermittel nicht genehmigt wurden, konnte in diesem Jahr kein zweiter Bauabschnitt in Angriff genommen werden. Zudem stellte sich heraus, dass u. a. durch stärkere Schädigung des Dachstuhls mit Hausschwamm die Kosten für die Instandsetzungsarbeiten erheblich höher waren als ursprünglich geplant. Der Förderkreis, der bereits im vergangenen Jahr für die Rettung des Kirchengebäudes ca. 15.000 Euro breitgestellt hatte, stellt jetzt noch einmal 5.000 Euro zur Begleichung der Baukosten zur Verfügung. Die Stiftung Maßwerk, auf unsere Initiative bereits im vergangenen Jahr beteiligt, gibt weitere 5.000 Euro. Damit soll die Voraussetzung für weiterführende Arbeiten an der Dorfkirche von Küstrinchen geschaffen werden.

In diesem Jahr fanden zum Osterfest der erste Gottesdienst nach nahezu 30 Jahren sowie im Sommer neben anderen Veranstaltungen eine gut angenommene Theateraufführung mit dem "Atelier Startbrett" aus Berlin statt.

 

Saaringen: Einladung zum Basar

  Saaringen
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Seit 1997 ein Abrissantrag für die Dorfkirche von Saaringen (Landkreis Potsdam-Mittelmark) vorlag, unterstützte der Förderkreis Alte Kirchen die Bemühungen um die Erhaltung und Instandsetzung des Gotteshauses.

Bereits im Jahr 2000 war unter der Regie des Fördervereins Saaringer Dorfkirche e.V., der die Kirche in sein Eigentum übernommen hatte, die Sanierung der Außenhaut weitgehend abgeschlossen. In den letzten Monaten konnten erhebliche Fortschritte bei der Restaurierung des Innenraumes erzielt werden: Der Ziegelfußboden im Kirchenschiff wurde neu verlegt, an Stelle des Betonbodens im Altarbereich wurde ein Podest aus Backstein neu aufgemauert, die Eingangstür wurde neu gestrichen und der Kanzelaltar, der vor sechs Jahren die marode Zwischendecke vor dem Einsturz bewahrte, konnte repariert werden.

An der letzteren Maßnahme beteiligte sich der Förderkreis Alte Kirchen mit 1.000 Euro.

Die Arbeiten werden im kommenden Jahr unter anderem mit der Restaurierung der hölzernen Taufe aus dem späten 18. Jahrhundert fortgesetzt. Der Förderkreis Alte Kirchen ist mit Bernd Janowski weiterhin im Vorstand des Saaringer Vereins vertreten.

Am 7. Dezember findet in Saaringen ab 14 Uhr ein kleiner Adventsbasar statt, dessen Erlös der weiteren Restaurierung zugute kommen soll.

 
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Denkmalpflegepreis an "Freundeskreis Schlösser und Gärten der Mark"

Auch das Gemeinschaftswerk der Grünberger Kirchensanierung geehrt

Auf einer festlichen Veranstaltung im Krongut Potsdam-Bornstedt wurde am 11. September durch Brandenburgs Kulturministerin Prof. Dr. Johanna Wanka der Brandenburgische Denkmalpflegepreis 2003 verliehen.

Nachdem im vergangenen Jahr der Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg ausgezeichnet worden war, ging der Brandenburgische Denkmalpflegepreis 2003 in Höhe von 5.000 Euro nun an den "Freundeskreis Schlösser und Gärten der Mark". Gewürdigt wurde mit diesem Preis der unermüdliche Einsatz des Freundeskreises zur Erhaltung brandenburgischer Schlösser und Adelssitze.

Neben zahlreichen Benefizveranstaltungen und Fotoausstellungen gab der Freundeskreis unter dem Vorsitz von Dr. Sibylle Badstübner-Gröger in den elf Jahren seines Bestehens bereits 64 Schlössermonografien heraus und leistete damit einen erheblichen Beitrag zur historischen und kunstgeschichtlichen Forschung sowie zur Bewahrung und Instandsetzung wertvoller Denkmale der brandenburgischen Geschichte.

Einen weiteren Preis in Höhe von 4.000 Euro erhielten das Planungsbüro ALV (Architekten Bettina und Martin Krassuski), die Denkmalpflege GmbH Prenzlau und als Projektsteuerer das Diakonische Werk Angermünde für die Rettung und denkmalgerechte Sanierung der Gutsherrenkirche in Grünberg (Uckermark). Alle Preisträger verfügen über umfangreiche Erfahrungen bei der Sanierung von Baudenkmalen.

Die Entscheidung ist um so erfreulicher, als sie sichtbar macht, wie viele Beteiligte nötig sind, um ein gefährdetes Denkmal wieder zum Leben zu erwecken. Axel Kempert, Leiter der Unteren Denkmalschutzbehörde des Landkreises Uckermark, der die Instandsetzung der Grünberger Kirche für die Preisverleihung vorgeschlagen hatte, ist allerdings der Meinung, dass eigentlich auch Wieland Geipel, der für die Restaurierung des Innenraumes verantwortlich zeichnete, hätte erwähnt werden müssen.

 Dorfkirche Grünberg Dorfkirche Grünberg
 Großbildansicht Großbildansicht
Die Rettung der Dorfkirche Grünberg gelang durch beispielhaftes Zusammenwirken aller Beteiligten, deren Leistungen bei der denkmalgerechten Sanierung mit einem Preis gewürdigt wurden. Heute ist das einzigartige Kirchlein, das einst dem Verfall preisgegeben war, wieder in seiner ganzen Schönheit zu bewundern.

Die Dorfkirche von Grünberg ist ein kleiner verputzter Feldsteinbau von 1792/93 auf ovalem Grundriss, der von einem achteckigen Dachturm mit barocker Haube bekrönt wird. Der stimmige Innenraum mit einer von vier Holzsäulen getragenen Putzdecke, der Westempore, Patronatsloge, Kanzel und Sandsteintaufe ist in einer Fassung des späten 19. Jahrhunderts erhalten.

Jahrelang war das ungewöhnliche Kirchlein in Verfall; eine Kirchengemeinde ist in dem winzigen uckermärkischen Dorf kaum noch vorhanden. Im Jahre 2000 gelang es, durch Gelder aus dem "Dach und Fach"-Programm, Eigenmittel der Kirchengemeinde und die Unterstützung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, eine umfassende Sanierung der Grünberger Kirche in Angriff zu nehmen, die von der statischen Sicherung bis zur Neudeckung des Turmaufsatzes mit Holzschindeln reichte.

Hilfreich war die Einbindung einer Vergabe-ABM, die durch Uwe Thürnagel vom Diakonischen Werk Angermünde vorbereitet und begleitet wurde.

Eine Anerkennung erhielt unter anderen Jürgen Wackermann für sein Engagement bei der Wiederbelebung der Ziegelei Glindow als produzierendes technisches Denkmal. Nachdem die Glindower Ziegelei GmbH im vergangenen Jahr bereits mit einer Goldmedaille der Leipziger Denkmal-Messe ausgezeichnet worden war, ist dies eine weitere Würdigung ihrer Arbeit.

Der Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg möchte auf diesem Wege allen Preisträgern recht herzlich gratulieren und ihnen weiterhin Erfolg bei der gemeinsamen Arbeit zum Erhalt der brandenburgischen Denkmal- und Kulturlandschaft wünschen.

Text und Fotos: Bernd Janowski

 
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Einst hatte Anna Tausende Gäste

Anna Selbdritt Alt Krüssow 
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IN AKUTER NOT
 
Unter dieser Rubrik bitten wir diesmal um
 
Ihre Spende für die Kirche Alt Krüssow
 
Der einst bedeutenden Wallfahrtskirche droht der Verfall

Die heilige Anna – Mutter der Maria und damit Großmutter Jesu – war eine der beliebtesten Schutzheiligen des späten Mittelalters. Von ihrer Fürbitte erhoffte man sich die Linderung unter anderem von Gebrechen und Gliederschmerzen.

Ein wundertätiges Annenbild soll sich auch in der Alt Krüssower Kirche befunden haben, so dass das kleine Dorf in der Nähe von Pritzwalk neben Wilsnack und Heiligengrabe zum dritten bedeutenden Wallfahrtsort in der Prignitz wurde.

Von den Pilgerströmen vergangener Zeiten kündet noch heute die Wallfahrtskirche von Alt Krüssow, ein eindrucksvoller spätgotischer Saalbau mit einem nördlichen Kapellenanbau. Begonnen wurde der Bau vermutlich in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts als Feldsteinkirche. Eine überlieferte Inschrift wies auf den Havelberger Bischof Johann von Schlabrendorf (1501 – 1520) als Stifter hin. In seiner Amtszeit begann vermutlich die zweite Bauphase in der erheblich kostspieligeren Backsteintechnik, die sich stilistisch an der kurz zuvor errichteten Wallfahrtskapelle in Heiligengrabe orientierte.

Der ehemalige Hauptaltar, der in prächtiger Darstellung Szenen aus dem Leben der heiligen Anna zeigt, befindet sich heute in der Stadtpfarrkirche von Pritzwalk. Erhalten blieb in der Seitenkapelle ein weiterer Schnitzaltar, der ebenfalls eine Annendarstellung zum Mittelpunkt hat. Eine in der Nordwand befindliche Nische mit Wandmalereien war wohl ein Nachbau des "Heiligen Grabes".

Trotz seiner schlichten Ausmalung vom Ende des 19. Jahrhunderts bietet der gewölbte Kirchenraum noch heute einen imposanten Anblick, jedoch durch massive Bauschäden getrübt. Durch zerbrochene Fensterscheiben pfeift der Wind, an vielen Stellen bröckelt der Putz. – Für die kleine Gemeinde ist das Kirchengebäude viel zu groß, mit der Bauunterhaltung ist man überfordert, was in der Vergangenheit wohl auch zu Resignation geführt hat.

Im August trafen sich in der Nordkapelle etwa dreißig Interessierte aus Alt Krüssow und Umgebung, um zu beraten, wie der Verfall des Gebäudes aufgehalten werden kann. Etwa die Hälfte der Anwesenden gründete an diesem Abend den Förderverein Wallfahrtskirche Alt Krüssow. Als wichtigstes Ziel nennt die Satzung "die Rettung des historischen Gebäudes vor dem Verfall zum Zwecke einer dauerhaften Nutzung".

Wichtig ist vor allem eine genaue Bauaufnahme, um erste Schritte zur Sicherung und Instandsetzung festlegen zu können. Verein und Kirchengemeinde werden einen langen Atem brauchen, bis alle Schäden beseitigt sind. Vielleicht können jedoch die Besucher, die bereits recht zahlreich nach Wilsnack und Heiligengrabe kommen, künftig auch einen Abstecher nach Alt Krüssow machen und die alten Pilgerwege in der Prignitz neu entdecken.

Bernd Janowski

 
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Vom Mut zum Weitermachen trotz aller Hindernisse und Querschläge

Uckermärkische Fördervereine berieten auf ihrem dritten Treffen

"Es gibt hier mehr Kultur, als die mangelhafte Kanalisation vermuten lässt." - Das hatte Joseph Roth 1926 zwar über seine Heimat Galizien gesagt, aber das Zitat löste beim Treffen der uckermärkischen Fördervereine in Gollmitz größte Heiterkeit aus. Bernd Janowski, Geschäftsführer des Förderkreises Alte Kirchen Berlin-Brandenburg, wählte dieses Zitat nicht von ungefähr, denn irgendwie trifft es zu auf das Kulturbewusstsein der Menschen in diesem dünnbesiedelten Landkreis. So gibt es hier heute allein 30 Kirchen-Fördervereine – als man sich vor zwei Jahren erstmals zwecks sinnvoller Zusammenarbeit traf, waren es gerade mal 18.

Eingeladen hatten zu diesem Gespräch der FAK und Jürgen von Chamier vom Förderkreis Gollmitzer Wehrkirche. "Die Uckermark hat eine Vielzahl kultureller Einzelaktivitäten zu bieten, sie verfügt über einen hohen Denkmalbestand, was neben der reizvollen Landschaft auch zu ihrer Attraktivität beiträgt", betonte Bernd Janowski. Kultur gehöre neben einer funktionierenden Wirtschaft zu den Grundbedürfnissen der Menschen in der Region und sei genauso förderungswürdig. "Natürlich leugnet niemand die riesigen finanziellen Probleme der öffentlichen Hand auf allen Ebenen. Es ist jedoch ein falscher Weg, wenn als einer der ersten Streichposten immer und überall der zumeist ohnehin bescheidene Kulturhaushalt herhalten muss." Bernd Janowski wies darauf hin, dass Brandenburg das Bundesland mit den geringsten Ausgaben im Bereich Kultur, speziell auch für die Denkmalpflege ist. Im Gegensatz zu vielen anderen Landkreisen in Brandenburg mit gar keinem Denkmalpflegefonds gibt es im Landkreis Uckermark allerdings wenigstens 150.000 Euro im Jahr.

"Diese Summe wird auch nicht angetastet", versprach Landrat Klemens Schmitz in Gollmitz, und: "Die Tendenz der Aufstockung dieser Mittel soll fortgesetzt werden." Sagte er.

Klemens Schmitz hatte u. a. auch die Einrichtung einer Bürgerstiftung der Uckermärkischen Sparkasse für Kultur und Denkmalpflege ins Feld führen können, was auf dem Treffen sehr begrüßt wurde, dies aber mit der Maßgabe, dass im Beirat neben dem Landrat und den Bürgermeistern der großen Städte auch Vertreter der Bürgerinitiativen mitwirken, wenn der Name Bürgerstiftung Programm sein soll. Und: "Die Stiftung darf nicht zur Finanzierung der Pflichtaufgaben des Kreises und der Kommunen herhalten", unterstrich Bernd Janowski.

Sorgen wurden benannt. Mit der Streichung der Programme "Dach und Fach" und "Kultur in den neuen Bundesländern" ist vielen engagierten Initiativen buchstäblich der Boden unter den Füßen weggezogen worden. Nur zur Förderung national bedeutsamer Denkmale sollen den neuen Bundesländern noch sechs Millionen Euro jährlich zur Verfügung stehen. Der Förderkreis Alte Kirchen hatte dagegen protestiert und aus dem entsprechenden Ministerium die lakonische Antwort erhalten, "dass eine flächendeckende Förderung in den neuen Bundesländern inzwischen nicht mehr vorrangig gesehen wird".

Sachgebietsleiter Axel Kempert von der Unteren Denkmalschutzbehörde konnte nachweisen, dass die bisherigen Fördermittel in den vergangenen Jahren Grundlage für 23fache Multiplikation durch Kofinanzierung waren. Gibt es Hoffnung auf neue Alternativen? Lohnt es überhaupt noch, irgendwelche Anträge auf Fördermittel zu stellen? Axel Kempert: Auf jeden Fall weiterhin begründete Anträge stellen. Sie belegen die Dringlichkeit und machen zumindest Druck.

Jürgen von Chamier, Vorsitzender des gastgebenden Gollmitzer Fördervereins, regte an, der Förderkreis Alte Kirchen solle mit einer Dokumentation der Erfolge aller bisher geförderten Initiativen diesem Druck noch Nachdruck verleihen.

Angesichts der immer geringer fließenden Mittel ist die enge Zusammenarbeit aller am gleichen Strang ziehenden Initiativen umso wichtiger, was ja auch der Sinn der seit drei Jahren regelmäßigen Treffen der uckermärkischen Fördervereine ist. Aber darüber hinaus ist auch die Kommunikation mit allen im Bereich Kultur agierenden Kräften wichtig. Bernd Janowski riet von der Schaffung weiterer Dachverbände ab, die immer auch die Gefahr der Bürokratisierung und Komplizierung in sich bergen. Der Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg sehe es als eine seiner wichtigsten Aufgaben an und habe es schon vielfach praktizieren können, solche Kontakte zu vermitteln. Eine ganz umfassende Möglichkeit biete vor allem das Internet, das auch eine Liste der brandenburgischen Kirchen-Fördervereine anbietet.

Die Teilnehmer der Beratung äußerten die Erwartung, dass der Förderkreis Alte Kirchen im kommenden Jahr wieder eine Fachtagung mit aktueller Thematik organisiert. Und dazu versprach Landrat Schmitz für 2004 eine vom Kreis einberufene Konferenz, die all diese Probleme aufgreifen und zugleich das Engagement der vielen ehrenamtlich Tätigen würdigen soll.

Dass heute all denen, die sich für die Bewahrung kultureller Werte ehrenamtlich einsetzen und die viel Kraft und Zeit dafür investieren, das Leben oft schwer gemacht wird, wurde auch in dieser Beratung deutlich. Da sind nicht nur die immer spärlicheren Fördermittel, da gibt es auch bürokratische Hemmnisse und gelegentliche Kompetenzstreitigkeiten zwischen Gebäudeeigentümern und Fördervereinen. Um so erfrischender der Diskussionsbeitrag aus Vierraden, wo man offensichtlich beweisen kann, dass es trotz mancher Probleme dennoch vorangeht. Der dortige Freundesverein lud für das nächste Treffen in seine Gemeinde ein.

Wir sind gespannt auf die vierte Zusammenkunft.

Eva Gonda

 
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Blick auf tausend Jahre Taufe

Ausstellungsprojekt der Evangelischen Kirche der Kirchenprovinz Sachsen / Brandenburgische Taufengel gefragt

Memlebener Taufengel 
DER MEMLEBENER TAUFENGEL, vermutlich ein barockes Werk, ist stark restaurierungsbedürftig
Foto: Carola Holdt

Die Evangelische Kirche der Kirchenprovinz Sachsen verfügt über ein reiches kulturelles Erbe, für dessen Bewahrung sie eintritt und das sie wieder stärker einer breiten Öffentlichkeit ins Bewusstsein rufen möchte. Sie hat deshalb bereits 2001 und 2002 die Ausstellung "Goldschmiedekunst des Mittelalters" unter der Schirmherrschaft des Bundestagspräsidenten Wolfgang Thierse präsentiert. Die Ausstellung zeigte kostbare liturgische Gerätschaften – z.B. Kelche und Patenen –, die durch ihren Gebrauch in den Gemeinden der Kirchenprovinz Sachsen bewahrt wurden. Sie wurde in drei Städten der Landeskirche gezeigt und allein in Magdeburg binnen sechs Wochen von über 15.000 Besuchern begeistert aufgenommen. Von Juni bis August 2004 wird sie im National Museum of Western Art in Tokio zu sehen sein.

An diesen Erfolg wird die Landeskirche anknüpfen. Zur Zeit laufen die Planungen und Vorbereitungen für eine Ausstellung "Tausend Jahre Taufe in Mitteldeutschland", die zeitlich parallel zur Exposition "1200 Jahre Magdeburg" (2005) bzw. "Heiliges Römisches Reich" (2006) im Kulturhistorischen Museum Magdeburg gezeigt werden soll. Im Dom zu Magdeburg werden Taufgeräte zu sehen sein, die die lange Tradition der christlichen Taufe in Mitteldeutschland dokumentieren. Dazu gehören romanische wie gotische Taufsteine und Bronzefünten, Taufständer von der Renaissance bis ins 21. Jahrhundert sowie schwebende und kniende barocke Taufengel aus der gesamten Landeskirche. Weiterhin werden Taufschalen aus Silber, Messing und Zinn sowie kulturhistorisch interessante Gegenstände gezeigt werden, z.B. Täuflingsbekleidung, Tauf- und Patenbriefe, Taufglocken und -kerzen, Taufregister oder Darstellungen der Taufhandlung. Es stehen künstlerische und kunsthandwerkliche Arbeiten von großer Vielfalt und hohem Rang zur Verfügung, darunter auch geistesgeschichtlich beachtenswerte Stücke, wie die Taufschalen, über denen Friedrich Nietzsche oder Heinrich Heine die Taufe empfingen.

Das theologisch, kunsthistorisch und sozialgeschichtlich interessante Thema der Taufe ist sowohl für die aktuelle wissenschaftliche Forschung attraktiv, als auch für eine breite Öffentlichkeit. Das Thema war in der geplanten Form noch niemals zuvor Gegenstand einer eigenen Präsentation. Schon jetzt darf daher mit einer erheblichen überregionalen Wahrnehmung und Bedeutung gerechnet werden. Für den Ausstellungsbeirat konnten bereits viele namhafte Wissenschaftler und Fachleute gewonnen werden. Unter ihnen sind Prof. Dr. Dr. h.c. Arnold Angenendt (Münster), Dr. Dr. h.c. Renate Kroos (München), Prof. Dr. Christian Grethlein (Münster), Prof. Dr. Benedikt Kranemann (Erfurt), Prof. Dr. Jan-Hendrik Olbertz (Kultusminister des Landes Sachsen-Anhalt) und Prof. Dr. Ing. Helmut Reihlen (Kurator des Domstiftes Brandenburg).

Faszinierend wie das Thema Taufe selbst ist die Beschäftigung mit Taufengeln. Diese waren ein weit verbreitetes Phänomen des 17. und 18. Jahrhunderts, wurden aber von der Kunstgeschichte bisher eher stiefmütterlich behandelt (siehe dazu auch: Beate Schroedter, Taufengel in der Uckermark, in: Offene Kirchen 2001, 38-41). Hier wird ein Schwerpunkt der jetzt geplanten Taufausstellung liegen. Zur Zeit erfolgt eine Bestandsaufnahme aller in der Landeskirche vorhandenen Taufengel. Hilfreich waren und sind dabei die Hinweise aus den provinzsächsischen Kirchengemeinden selbst. Viele der so wiedergefundenen Taufengel befinden sich in einem bedauernswerten Zustand. Mit Hilfe von Spenden sollen sie eigens zur Ausstellung restauriert werden, um nach ihrer Präsentation im Hohen Chor des Magdeburger Domes wieder in ihren angestammten Gemeinden zur Taufe genutzt zu werden.

Deshalb die Bitte: Wer brandenburgische Taufengel kennt, die sich auf provinz-sächsischem Gebiet befinden (dazu gehören der Landkreis Elbe-Elster sowie die südlichen Teile der Landkreise Teltow-Fläming und Potsdam-Mittelmark), sich selbst eines restaurierungsbedürftigen Taufengels annehmen möchte oder auch weitere Informationen zum Ausstellungsprojekt wünscht, der wende sich bitte an das Konsistorium der Kirchenprovinz Sachsen, Dezernat Bauplanung/Taufausstellung, Frau. Dr. Seyderhelm / Frau Neuß, Tel.: (03 91) 5346-569, Fax: (03 91) 5346-555, e-mail: neuss@ekkps.de.

Clemens Bley

 
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Entdeckungsreisen in der Kirche mit sachkundigen Begleitern

Erster Fortbildungskurs für ehrenamtliche Kirchenführer abgeschlossen

Wie können wir unsere Kirchengebäude öffnen und das Angebot an Kirchenführungen vergrößern? Darüber berieten Kirchenführerinnen und Vertreterinnen von Ortsgemeinden und der Tourismusbranche im September in Neuruppin.

Mit diesem Workshop endete zugleich die einjährige Fortbildung zur ehrenamtlichen Kirchenführerin / zum ehrenamtlichen Kirchenführer, die von der Arbeitsstelle für Evangelische Erwachsenenbildung im Landkreis Ostprignitz-Ruppin in Zusammenarbeit mit der Evangelischen Arbeitsgemeinschaft für Erwachsenenbildung in Berlin-Brandenburg durchgeführt wurde.

Das Angebot einer solchen Ausbildung richtet sich an Menschen, die Lust haben, sich mit "heiligen" Räumen, ihrer Geschichte und ihrer Ausstrahlung intensiver zu beschäftigen, die verschiedene Weisen von Kirchenführungen kennen lernen und ausprobieren wollen und die sich vorstellen können, unterschiedliche Besuchergruppen auf ihrer Entdeckungsreise durch die Kirche pädagogisch zu begleiten. Sie sollten Freude daran haben, in einer Gruppe ein Jahr lang an diesem vielseitigen, aber auch persönlichen Thema zu arbeiten und miteinander Ideen und Fähigkeiten zu entwickeln.

In dem nunmehr abgeschlossenen ersten Fortbildungskurs lernten die Teilnehmenden in 120 Stunden, ihren Kirchenraum als Erlebnisraum wahrzunehmen und als Bedeutungsraum zu verstehen, ihn also zu durchschreiten, mit Klängen zu erforschen, zu beleuchten, historisch und strukturell zu analysieren, ihn für besondere Gelegenheiten zu gestalten. Sie wurden bekannt gemacht mit verschiedenen Typen von Kirchenführungen: den herkömmlichen kunsthistorischen oder heimatgeschichtlichen, den religionskundlichen und den spirituellen Kirchenführungen, die den Raum als Ausdruck und Möglichkeit religiöser Erfahrung erlebbar und verstehbar machen wollen. Sie versuchten, authentische Worte zu finden für die theologische Bedeutung der Kirchengebäude und dessen, was sich an Kunstschätzen und Gebrauchsgegenständen in ihnen befindet. Sie übten, unterschiedliche Besuchergruppen auf eine Entdeckungsreise durch die Kirchengebäude mitzunehmen. Sie versuchten, Klarheit zu finden über die eigene Rolle als Kirchenführerin und die Möglichkeiten ehrenamtlichen Engagements in diesem Bereich. Hinter allem die Leitfrage: Wie kann ich so führen, dass ich dem besonderen Charakter dieser Kirche, den Teilnehmenden an der Führung mit ihren Erwartungen und mir selbst als Führerin gerecht werde?

Begleitet wurde dieser Kurs von der Kunsthistorikerin Dr. Irmtraud Thierse, dem Kirchenpädagogen und –gestalter Christian Radeke und dem Theologen Dr. Wolfgang Wesenberg. Informationen, Experimente und Übungen wechselten an den Seminarsamstagen einander ab.

Am Ende des Lehrganges haben sich kleine Teams gebildet, die versuchen, ihre kirchenpädagogischen Projekte zu verfolgen: Kirchenbegehungen mit Schulklassen oder Konfirmandengruppen, Radtouren mit Kirchenführungen, literarische Führungen auf den Spuren Fontanes, thematische Führungen zum Gesundheitswesen und zur Fürsorge im Mittelalter beispielsweise in der Neuruppiner Siechenhauskapelle.

Alle diese Ideen bewegen sich im Feld zwischen Tourismus und Gemeindearbeit. Sie verdienen und benötigen die Unterstützung von Ortsgemeinden und Kommunen. Christliche Gemeinden erleben schon jetzt, dass mehr Menschen die Kirchengebäude begehen als an Gottesdiensten teilnehmen. Die Kommunen beginnen zu verstehen, dass die Kirchen zu den Schätzen im Ort gehören, die den Kontakt zur Geschichte herstellen und Identität, Heimat schaffen.

In Vertiefungsveranstaltungen haben die Teilnehmenden Gelegenheit, in Kontakt miteinander zu bleiben, sich zu beraten und fachliche Anregungen zu bekommen.

Der nächste Kurs dieser Art beginnt im Januar 2004 in der Uckermark.

Dr. Wolfgang Wesenberg

Nächster Kurs ab Januar 2004

Der zweite Kurs wird in der Uckermark stattfinden, zentrale Veranstaltungen voraussichtlich in Angermünde.

Kursorganisation:

10. - 11. Januar 1. Baustein: Eröffnungswochenende
7. oder 14. Februar 2. Baustein
12. – 14. März  3. Baustein: Seminarwochenende
23./24. April 4. Baustein: Studientag in Berlin: Strategien im Umgang mit überkommenen Kirchengebäuden
8. Mai 5. Baustein
12. Juni 6. Baustein
21. August 7. Baustein
18. September 8. Baustein
16. Oktober 9. Baustein
13. November10. Baustein
4. Dezember11. Baustein
15. – 16. Januar 2005Abschlusskolloquium

Teilnehmerzahl: maximal 20 Personen

Kursleitung: Christian Radeke, Brandenburg; Dr. Irmtraud Thierse, Berlin, Dr. Wolfgang Wesenberg und Gäste

Teilnahmebeitrag: 200 Euro (Ehrenamtlich Mitarbeitende können bei den Kirchengemeinden oder beim Kirchenkreis Zuschüsse beantragen).

Auskunft u. Anmeldung in der Geschäftsstelle der Evangelischen Arbeitsgemeinschaft für Erwachsenenbildung Berlin- Brandenburg, Burghof 5, 14776 Brandenburg/ Havel, Tel.: (0 33 81) 2 50 27 21; Fax: (0 33 81) 2 50 27 13; e-mail: Wesenberg@t-online.de

 
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Was Grüfte zu erzählen haben

Die Toten von Gollmitz und ihr trauriges Schicksal
Mit historischen Grabgewölben ist behutsam umzugehen

Dorfkirche Gollmitz - Gruft 
DORFKIRCHE GOLLMITZ, Blick in die Gruft nach der Instandsetzung
Foto: B. Wittkopp
Großbildansicht

Die Öffnung eines historischen Grabgewölbes ist immer ein besonderes Ereignis. Man dringt in einen Ort der Totenruhe ein, den es aus Pietät wie aus totenrechtlichen Gründen zu respektieren gilt. Diese wurden in der Gollmitzer Gruft bereits mehrmals verletzt. Der Kreisdenkmalpfleger Hinrichs fertigte 1956 erstmalig einen Bericht anlässlich eines gewaltsamen Aufbruchs der Gruft an der Nordseite der Kirche an. Schon seinerzeit waren drei Särge aufgebrochen, fünf unversehrt und zwei Mumien sichtbar. 1999 besuchte W.T. von Oertzen die 1956 vermauerte Gruft seiner Vorfahren. Ihm gelangen durch eine kleine Öffnung Fotos, die wenigstens sieben Särge zeigten. Sie waren übereinander gestapelt, zum Teil beschädigt und Textilien und Gebeine daraus hervor gezerrt worden.

Das Gewölbe, um 1700 eingerichtet und 1815 letztmalig belegt, ist aus dem Umbau einer alten Sakristei hervorgegangen. Bei Grüften mit mumifizierenden Eigenschaften sind meist Luftöffnungen vorhanden, die sich auch feststellen ließen. Im Zuge der im Sommer 2003 erfolgten Instandsetzung konnte der Bestand erfasst werden.

Das Gewölbe enthält einen Einsatzsarg und sieben Holzsärge mit Metallbeschlägen, aber ohne Wappenschilder oder Gedenktafeln. Zeitlich gehören die Särge dem 18. Jahrhundert an. Fünf Särge sind wie 1956 noch fest verschlossen. Die Inhalte aus drei geöffneten Särgen sind zum Teil verloren. Die verstreuten menschlichen Gebeine und Trachtreste lassen auf drei gestörte Individuen schließen.

Die Identifikation der Toten gestaltet sich aufgrund der hohen Anzahl verschlossener Särge schwierig. Eine erste Auflistung derer, die in dem Grabgewölbe zu vermuten sind, lieferte W.T. von Oertzen. Relativ gesichert erscheint die Identifikation des Gründerehepaars. Als Erbauer der Gruft gilt H. E. von Oertzen (1670?-1730). Dessen Frau starb schon im Jahre 1700 und wurde noch vor ihm in der Gruft beigesetzt. Eine Mumie in Uniform wurde bereits 1956 als die des Soldaten H. E. von Oertzen (gest. im Oktober 1756) angesprochen, was jedoch über eine militärhistorische Einordnung der Uniform abgesichert werden muss. Ein Ähre im Sarg der Mumie deutet eventuell auf eine Beisetzung im Spätsommer oder Herbst hin. Nicht zweifelsfrei lässt sich leider auch der Sarg der Gräfin von Callenberg (geb. von Oertzen, gest. 1815) identifizieren, die als eine besondere Förderin der Gollmitzer Kirche gilt. Im Bestand befindet sich nämlich kein Sarg, der eindeutige stilistische Merkmale des frühen 19. Jahrhunderts aufweist. Schwarze Schuhreste mit Seidenschleifen und ein Steckfrisuren-Kamm deuten aber auf einen geplünderten Frauensarg aus dem frühen 19. Jahrhundert hin.

Die Gollmitzer Kirche verlor im Laufe der Zeit fast ihre gesamte Ausstattung, aber wie durch einen Zufall blieben die Särge im Gewölbe erhalten. Bis zu 300 Jahre alt, sind sie überraschend gut erhalten. Fontane erwähnte in vielen Kirchen noch begehbare Grüfte und beschrieb teils sogar Mumien und ihre Kleider. Hygienische Verordnungen, Plünderungen oder andere, oft nicht zu rekonstruierende Gründe führten dazu, dass sie bis auf wenige Beispiele heute verloren sind. Metall- und Holzsärge wurden auf den Friedhöfen vergraben und damit dem Zerfall preisgegeben. In anderen Fällen wurden Gewölbe mit Sand verfüllt, was dieselben nachteiligen Auswirkungen hat. Und dieses kann leider auch heute noch passieren, obwohl es keineswegs dem Willen der Beigesetzten entspricht.

Welches kulturelle Erbe überliefern uns aber Grüfte, wenn die Särge die Zeiten überdauert haben?

Bis vor kurzem wurde noch nie eine solche Adelsgruft wissenschaftlich untersucht. Erst 1999 und 2002 ermöglichten das Kirchliche Bauamt und die jeweiligen Landesdenkmalämter umfangreichere interdisziplinäre Forschungen in der Parochialkirche Berlin und im Brandenburger Dom. Die Särge, kunsthistorisch und handwerklich beachtungsvoll, beinhalten meist eine wertvolle Ausstattung mit zum Teil aus fernen Ländern importiertem Polstermaterial und Textilien. Einzigartige Kleidungsstücke des 18./19. Jahrhunderts sind erhalten. Beigaben geben uns Einblick in den damaligen Volksglauben. Botanische Analysen zeigen, dass sogar Pflanzen importiert bzw. in Gewächshäusern gezogen wurden, um sie den Toten beizugeben, und dass noch vieles zur Einführung nicht heimischer Pflanzen daraus abzulesen ist. Die Kombination der genealogischen und anthropologischen Daten mit allen aus den Sarginhalten erhältlichen Angaben und die Datierung des Sarges kann darüber hinaus über die Identität der Toten Aufschluss geben, auch wenn keine Kennzeichnung der Särge vorliegt.

Kirchen, die noch ein solches Beispiel frühneuzeitlicher Bestattungskultur besitzen - sei sie unberührt, geplündert oder im Zerfall begriffen - , ist unbedingt zu raten, dieses Kulturerbe für unsere Nachkommen zu bewahren und zu pflegen.

Blandine Wittkopp

Informationen zur Gollmitzer Wehrkirche

Bilder:  
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Denkmalwacht will aufwändigen Schäden vorbeugen

Bus für Inspektionen am Bau 
NICHT DIE FEUERWEHR lockt hier Schaulustige an, wenn auch dieses Spezialmobil durchaus etwas mit einem "Rettungswagen" gemein hat. Ein niederländisches Inspektorenteam samt Fahrzeug, das mit allen notwendigen Hilfsmitteln und Einrichtungen für Inspektionen am Bau ausgerüstet ist, stand Interessierten auf einer Exkursion am Vormittag des 30. Oktober in den Landkreis Barnim für Fragen und Antworten zur Verfügung. Neben soliden Grundkenntnissen in den wichtigsten Bauhauptgewerken müssen die Inspektoren weiterhin über eine hohe physische Belastbarkeit und Körperbeherrschung verfügen. Dies sind die Gründe, warum gerade junge Frauen und Männer für diesen Job in Frage kommen; es ist zugleich eine Chance, die Jugend für den Erhalt des baulichen Erbes zu gewinnen.

Foto: Akerboom

Unter dem Motto "Denkmale laden ein – zum Denken, zum Beten, zum Genießen, zum Staunen, zum Wohnen..... und zum Handeln" wurde am 30. Oktober 2003 der Verein "Denkmalwacht Brandenburg und Berlin" durch engagierte Bürgerinnen und Bürger ins Leben gerufen. Die Gründungsveranstaltung fand im Berliner Dom statt.

Der Verein will der Tatsache Rechnung tragen, dass aufgrund mangelnder Bauüberwachung und –pflege jährlich enorme finanzielle Summen aufgewendet werden müssen, um Schäden an Bauwerken zu beheben. Dabei wird das Ausmaß der anfangs kleinen, unscheinbaren und nicht erkannten Schäden von Jahr zu Jahr größer und endet oftmals in einer kostspieligen und aufwendigen Sanierung oder Teilrekonstruktion. Umso wichtiger ist daher die Entwicklung einer langfristigen, nachhaltigen Strategie zur besseren, kostensparenden Erhaltung von Denkmalen, denkmalwürdigen und nicht unter Schutz gestellten Bauten und anderen Bauwerken aller Art. Es geht insbesondere um Vermeidung bzw. rechtzeitige Erkennung und Behandlung eintretender Schäden vor allem nach dem Einsatz öffentlicher Mittel für Instandsetzungs- und Sicherungsarbeiten.

Bei Fahrzeugen und anderen technischen Einrichtungen ist die regelmäßige Durchführung der TÜV-Inspektion alltäglich, weil damit die Sicherheit gewährleistet wird und Schwachstellen rechtzeitig erkannt werden.

Bei Bauwerken kann und sollte dies auch sinngemäß durchgeführt werden, um Schäden zu vermeiden bzw. frühzeitig zu erkennen. Dieses sollte durch regelmäßige jährliche Begutachtungen, Wartung und Pflege und gegebenenfalls durch sofortige Kleinstreparaturen leichter Schäden geschehen. Der Eigentümer erhält dann einen Begutachtungsbericht, in dem alle wesentlichen Bauteile seines Objektes hinsichtlich Zustand und Schädigung aufgeführt sind. Die Ausführung umfangreicher Arbeiten wird bei Notwendigkeit empfohlen. Er erhält somit in kürzester Zeit einen vollständigen Überblick über den aktuellen Zustand seines Objektes und kann gegebenenfalls die nächsten notwendigen Schritte einleiten. Eines garantieren ihm die Begutachtung und Kleinstreparaturen: Wind und Wasser bleiben draußen.

In den Niederlanden existiert bereits seit mehr als 30 Jahren die Stiftung "Monumentenwacht" mit ihren Unterstiftungen in den einzelnen Provinzen. Mehr als 16.000 Einzelobjekte werden durch sie betreut. Auch im flämischen Teil Belgiens, in England und Dänemark wird nunmehr nach diesem Vorbild gearbeitet.

Bei der Gründung der Denkmalwacht Brandenburg und Berlin stand die Monumentenwacht NL, Noord-Brabant, vertreten durch Jacques Akerboom (Vorstandsmitglied der Monumentenwacht NL), hilfreich zur Seite.

Die Denkmalwacht Brandenburg und Berlin versteht sich als Partner aller für den Bereich Denkmalschutz und Kulturguterhaltung zuständigen Behörden, Institutionen und Vereine. Sie wird, ebenso wie die Monumentenwacht NL das Bindeglied zwischen privaten und öffentlichen Eigentümern und Behörden auf der einen, Architekten, Ingenieuren und Handwerkern auf der anderen Seite werden. Neben der Begutachtung und Pflege von Bauwerken wird ein weiterer Arbeitsschwerpunkt der Denkmalwacht darin bestehen, die Berufsbildungsarbeit auf dem Gebiet des nachhaltigen Kulturgutschutzes sowie die Entwicklung eines Bewusstseins für das architektonische und archäologische Erbe in allen Bevölkerungsschichten zu fördern.

Alexander Möbius

Für weitere Informationen und Kontakt:

Dr. Joachim Tost, Tel.: 0171-64 37 470
Michael Strecker, Tel.: 0179-14 84 573
Alexander Möbius, Tel.: 0173-23 30 485

 
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DIE BÜCHERSEITE

Sehenswertes links und rechts der Oder

Für viele ist die Landschaft links und rechts der Oder noch immer ein Buch mit sieben Siegeln. Dagegen hält ein anderes Buch:

"Entdeckungen links und rechts der Oder - Reise– und Erlebnisführer beiderseits der deutsch-polnischen Grenze" von Kathrin Wolff, Dierk Heerwagen und Ray Kröner. Von der Neißemündung bei Ratzdorf bis zur Mündung der Oder ins Stettiner Haff geht die Entdeckungsreise zu historischen Orten, einzigartigen Bauten, Klöstern und Kirchen, zu Museen und technischen Denkmalen, aber auch zu weitgehend unversehrten Naturschönheiten der Oderregion, der Flußauenlandschaft des unteren Odertals oder des Warthebruchs. Abstecher in die Umgebung bieten weitere lohnende Ziele. Geschichte und Geschichten werden erzählt, illustriert durch rund hundert Farb– und Schwarz-Weiß-Bilder.

Neben dem Lesevergnügen will das Büchlein vor allem ein kompetenter Reiseführer für Urlaub und Tagesausflüge sein. Natur-, Geschichts– und Kulturinteressierte finden hier konkrete Anregungen. Karten und ein umfassender Informationsteil helfen bei der Reiseplanung: Der Leser findet Übernachtungs– und Informationsmöglichkeiten vor Ort, Hinweise auf Museen und andere Sehenswürdigkeiten bis hin zu Tipps für sportliche Aktivitäten vom Angeln übers Reiten bis zum Wandern und Wassersport.

hendrik Bäßler Verlag, 160 Seiten, 11,90 Euro
ISBN 3-930388-29-4

 

Gottesboten mit eigenen Geschichten

Die "Menge der himmlischen Heerscharen" aus der Weihnachtsgeschichte scheint komplett versammelt in den Brandenburger Dorfkirchen. Die Engel tragen Taufschalen und Marterwerkzeuge, Musikinstrumente, Lilienstab und Fackel; sie schweben herab, knien andächtig, blicken pausbäckig von Altar oder Kanzel. Und alle haben ihre eigene Geschichte.

Antje Leschonski (Herausgeber) hat einige dieser Geschichten zusammengetragen in dem Büchlein "Episoden mit Engeln". Da ist der verwundete Engel aus der kriegsversehrten Dorfkirche von Gusow, inzwischen in seinem Bestand gesichert, aber in seinem geschundenen Zustand erhalten. Da ist der gestürzte Taufengel von Trechwitz, der vor zwei Jahren wegen des gerissenen Seils zu Boden fiel und inzwischen sachkundig repariert ist. Gemalte Engel umrahmen eine Familienchronik. Ein kleiner Barockengel wartet in der Dorfkirche Rühstädt darauf, nach der Restaurierung wieder seinen Platz an der Orgel einzunehmen. Zu den wunderschönen Farbaufnahmen lesen wir Besinnliches und Heiteres, Nachdenkliches und Wissenswertes aus der Feder verschiedener Autoren. - Etwas Hübsches für den Gabentisch.

Wichern-Verlag, 63 Seiten, 9,80 Euro
ISBN 3-88981-151-5

 

Matthias Gretzschel: Orgeln in Mecklenburg-Vorpommern. Für die Zukunft gerettet

Diese aktuelle Publikation konzentriert sich auf die 36 Orgeln, die seit dem Jahr 2000 mit Mitteln der ZEIT-Stiftung, der Reemtsma-Stiftung, der Evangelischen Landeskirchen und der Landesregierung restauriert worden sind. Viele praktische Informationen runden die Beschreibungen der einzelnen Orgeln ab.

Verlag Hamburger Abendblatt, 143 Seiten, 12,50 Euro
ISBN 3-921305-26-8

 

Ernst Badstübner / Uwe Albrecht (Hg.): Backsteinarchitektur in Mitteleuropa

Vom 11. Jahrhundert, aus dem die in Hildesheim verwendeten Dachziegel stammen, bis ins 20. Jahrhundert, in dem Fritz Höger mit seinen markanten öffentlichen Bauten hervortritt, reichen die in diesem Band versammelten Beispiele für Backsteinarchitektur - vom Baltikum bis nach Niederbayern. Die 23 Aufsätze gehen auf das vom Greifswalder Caspar-David-Friedrich-Institut gemeinsam mit den Kunsthistorikern der Universität Kiel veranstaltete Kolloquium zurück.

Lukas Verlag, 389 Seiten, 36,- Euro

 

Alle hier genannten Bücher sind auch über die FAK-Geschäftsstelle erhältlich (Versandkosten 2 Euro):c/o Bernd Janowski, Kastanienallee 69, 10119 Berlin, Tel./Fax: (0 30) 4 49 30 51, BerJnwsk@aol.com oder BerJnwsk@aol.com

 
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Wir begrüßen neue Mitglieder

Seit Dezember 2002 konnten wir als neue Mitglieder des Förderkreises Alte Kirchen Berlin-Brandenburg begrüßen:

Susanne Biener, Berlin-Wilmersdorf; Heidemarie Bochnig, Berlin-Pankow; Pfr. Rainer Borrmann, Großziethen; Wolfgang Caspar, Berlin-Hohenschönhausen; Helga Czaplinski, Berlin-Köpenick; Christa Ditzen, Berlin-Mitte; Ingrid Donhardt, Berlin-Frohnau; Jürgen Elmen, Berlin-Spandau; Rolf Endebrock, Köln; Ilse Funke, Wuppertal-Elberfeld; Manuela Gander, Berlin-Rudow; Pfr. i.R. Fritz-Joachim Gändrich, Schulzendorf; Gisela Gläser, Berlin-Hohenschönhausen; Manfred Goyke, Berlin-Wedding; Ute Gröndahl, Berlin-Lichterfelde; Klaus Günther, Berlin-Dahlem; Wolfram Günther, Berlin-Friedrichshain; Pfr. Joachim Heinrich, Berlin-Altglienicke; Dr. Christine Hoh-Slodczyk, Berlin-Charlottenburg; Kara Huber, Berlin-Zehlendorf; Klaus-Dieter Hülsenbeck, Berlin-Zehlendorf; Evamarie Ihnow, Berlin-Steglitz; Dagmar Jaekel-Röger, Berlin-Zehlendorf; Gerd-Guido Jothe, Berlin-Neukölln; Superintendent i.R. Klaus-Heinrich Kanstein, Berlin-Reinickendorf; Ortwin Knuth, Berlin-Hermsdorf; Dipl.-Ing. Wolfgang Krawczynski, Berlin-Nikolassee; Christine Kuhnert, Berlin-Charlottenburg; Dr. med. Hans-Joachim Kündiger, Berlin-Niederschönhausen; "Faszination Sakralbau" – Sabine Küster, Berlin-Friedrichshain; Juergen Kurz, Falkensee; Ulrich Lampe, Potsdam; Dr. Harribert Neh, Berlin-Lankwitz; Johannes Nowinski, Berlin-Charlottenburg; Prof. Rainer Oefelein, Kremmen; Lisa Reinitz, Knittlingen; Birgit Schmidt, Kaltenborn; Marianne Schöne, Ahrensdorf; Rosemarie Schularick, Berlin-Charlottenburg; Steffi Sefzik, Rangsdorf; Marlies Stiller, Berlin-Nikolassee; Ursula Uhlig, Berlin-Köpenick; WOF! - Planungsgemeinschaft GBR – Jörg Wappler, Berlin-Prenzlauer Berg; Otto Warnk, Oranienburg; Manfred Wenzel, Berlin-Wedding; Clemens Witkowski, Berlin.

Als korporative Mitglieder traten dem FAK bei:

Förderverein Alte Kirchen der Luckauer Niederlausitz, Langengrassau; Förderkreis Dorfkirche Liepe e.V. – Karin Többe-Welberg, Liepe; Förderverein Dorfkirche Kuhz e.V. – Kerstin Ullrich, Boitzenburger Land; Förderverein Dorfkirche Ladeburg e.V. – Stefan Loose, Ladeburg; Förderverein Kirche in Pinnow – Frank Bergmann, Borgsdorf; Förderverein Kirche Neu Zittau e.V. – Bernhard Borchert, Neu Zittau; Förderverein Rosenwinkel e.V. – Elke Krebs-Köppe, Berlin; Förderverein Wallfahrtskirche – Uwe Dummer, Alt Krüssow; Freundeskreis Dorfkirche Schönfließ - Pfarrer Gottfried Rieger, Schildow; Kirchenverein Goldbeck e.V. i.G. – Gerhard Richter, Goldbeck; Verein zum Wiederaufbau und zur Förderung der Dorfkirche Treplin e.V., Treplin; Restaurierungswerkstatt Karina Kinzelt, Peitz; Verlag Schnell & Steiner – Sabine Scheffler, Berlin.

 
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