Was uns bewegt — der Vorstand berichtet

Eine ganz persönliche Rückschau mit einem Blick in die Zukunft

Nach zehn Jahren als Vorsitzender des Förderkreises Alte Kirchen Berlin-Brandenburg tritt Angus Fowler bei der kommenden Jahreshauptversammlung nicht mehr als Vorsitzender an. Hier zieht er – in aller Kürze – eine Bilanz der vergangenen Arbeit mit Blick auf die Zukunft.

Heute ist der Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg bekannt und anerkannt. Er ist als überregionale Organisation zu einem wichtigen Ansprechpartner und Vermittler zu den lokalen Vereinen geworden, denen er beratend zur Seite steht. Schwerpunkt der Arbeit in den letzten Jahren war vor allem die Rettung vieler vom Verfall bedrohter Dorf-kirchen im Land Brandenburg und gelegentlich auch derer Ausstat-tungsstücke. Dabei unterstützte der Förderkreis viele Kirchengemeinden und Vereine durch die Vermittlung von Fördermitteln und Stiftungsgeldern, durch weitere finanzielle Hilfen und insbesondere auch durch unser "Startkapital". Mit seinen Ausstellungen, Exkursionen und Publikationen macht er auf Probleme der Kirchenerhaltung aufmerksam. Insbesondere das Jahresheft "Offene Kirchen" ist ein wichtiges Mittel für den Kirchen– und Kulturtourismus. Es besteht eine gute Zusammenarbeit mit der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg - schlesische Oberlausitz, zum Land Brandenburg und zu seinem Landesamt für Denkmalpflege. Die Arbeit des Förderkreises wurde durch mehrere Preise öffentlich gewürdigt.

Dies alles aber musste erst mit sehr viel hartem Einsatz erarbeitet und geschaffen werden. Als ich mich vor zehn Jahren nach mehreren Gesprächen mit Förderkreis-Mitgliedern und gemeinsamen Überlegungen entschloss, als Vorsitzender des Vereins zu kandidieren, befand sich der Verein in einer Krise. Nach der großen Aufbruchstimmung in den ersten Jahren nach der Gründung 1990 gab es einen Stillstand: mit nur 22 zahlenden Mitgliedern – heute sind es mehr als 350 – , ohne eine gesicherte finanzielle Grundlage und ohne Anerkennung der Gemeinnützigkeit war eine konstruktive Arbeit kaum möglich. Ein neuer Anschub war damals nötig, um dem Verein wieder Leben und Kraft zu geben.

Ich sah in dieser Aufgabe eine große Herausforderung. Die Arbeit im Osten Deutschlands erschien mir – noch dazu als einem Ausländer – auch ein Wagnis und Risiko. Dagegen halten konnte ich allerdings die Erfahrungen aus zwanzigjähriger Tätigkeit als Vorstandsmitglied des Marburger Förderkreises Alte Kirchen. Und ich dachte auch daran, dass in der früheren brandenburgischen Geschichte bereits schottische Landsleute wie die Gebrüder Keith aktiv waren.

Der Weg war nicht einfach. Routine und Ordnung mussten in die Arbeit und das Leben des Vereins gebracht werden. Neue Mitglieder, Spender und Förderer waren zu gewinnen, um eine solide finanzielle Grundlage zu schaffen. Zugleich ging es darum, schnellstens die Anerkennung der Gemeinnützigkeit zu erlangen. Viele Vorstandsmitglieder und weitere Mitarbeiter trugen mit ihrem Engagement, mit ihren Ideen und ihrer Arbeit dazu bei, die heutige gute Ausgangslage für die Zukunft zu schaffen.

Nach diesem großen Anschub und der harten Arbeit in den vergangenen zehn Jahren ist die Zeit nun reif für einen Wechsel in der Leitung des Vereins. Neue Gedanken und Ideen ermöglichen andere Ansätze, die den inzwischen veränderten Bedingungen Rechnung tragen sollten.

In diesem Sinne ist die Arbeit des Förderkreises nun weiter zu entwickeln und zu intensivieren. Wichtig ist es, weitere Mitglieder, Spender und Förderer zu gewinnen. Vor allem sollte das "Berliner Potential" noch mehr erschlossen werden, um die wichtigen Aufgaben des Vereins zu finanzieren und zu tragen. Große Bedeutung kommt ebenso der verstärkten Arbeit auf dem flachen Lande zu, um den Förderkreis und sein Wirken in allen Regionen bekannt zu machen.

Für die Bewältigung dieser neuen großen Aufgaben, vor die sich der Verein in der Zukunft gestellt sieht, bedarf es weiterer Professionalisierung. Die Erwartungen an den Förderkreis sind in den vergangenen Jahren immens gestiegen und in gleichem Maße nahm die zu leistende Arbeit zu. Sie kann künftig nur gemeistert werden, wenn es gelingt, die Aufgaben auf weitere Schultern zu verlagern.

Wichtige positive Ergebnisse bei der Instandsetzung von Kirchen konnten in der Vergangenheit mit unserer Hilfe erreicht werden. Jetzt geht es auch darum, sie langfristig und nachhaltig für die Zukunft zu sichern. Durch regelmäßige Inspektion und Wartung können auftretende Schäden schnell behoben werden und große Renovierungen künftig auf ein Minimum reduziert werden. Die Zahl der Kirchen, die nicht mehr genutzt und deshalb aufgegeben werden, wird in der Zukunft sicherlich zunehmen. Um sie als wichtige christliche Denkmäler zu erhalten, sollten beizeiten mit neuen Ideen und Strategien Modelle für ihre Erhaltung und Nutzung entwickelt werden. Dabei ist ein aufgeschlossener Blick nach außen dienlich, so zum Churches Conservation Trust in England oder zu Stichtingen Oude Kerken in den Niederlanden, wo es bereits gute Erfahrungen gibt.

Ich danke allen Vorstandsmitgliedern und Mitarbeitern für ihren Beistand in den vergangenen zehn Jahren und wünsche dem Vorstand und der neuen Leitung des Vereins viel Erfolg bei unserer segensreichen Arbeit zur Rettung und Erhaltung gefährdeter Kirchen in Brandenburg (in Zukunft vielleicht auch in Berlin?).

 
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Eine schwebende Kugel als Symbol des Neubeginns

In Strehlow begannen die Bauarbeiten / Schriftstücke aus der Turmbekrönung erzählen Geschichte

 IN LUFTIGER HÖHE schwebt die Bekrönung vom eingerüsteten Turm herab
IN LUFTIGER HÖHE schwebt die Bekrönung vom eingerüsteten Turm herab, beobachtet von vielen Schaulustigen. Die Neugier steigerte sich, als die Kugel geöffnet wurde, um die mehr als hundert Jahre alten Schriftstücke ans Tageslicht zu holen.
Arbeiten an der Strehlower Kirche

"Im Frühjahr 1903 wurde eine größere Reparatur am Kirchendach ausgeführt. Dasselbe, welches mit Schindeln gedeckt war, wurde mit Schiefer neu gedeckt. Bei der Reparatur stellte sich heraus, dass der obere Teil des Kaiserstils, auf dem die eiserne Turmspitze nebst Kugel, Fahne und Stern befestigt war, morsch war. Deshalb wurden die genannten Teile heruntergenommen und neu auf dem Kaiserstil befestigt."

Diese Beschreibung auf einem vergilbten Schriftstück bezieht sich auf die Dorfkirche von Strehlow in der Uckermark. Länger als ein Jahrhundert steckte das Papier in einer Kartusche, die nach der erwähnten Reparatur im Jahre 1903 in die Turmkugel eingebracht worden war.

Nachdem ein erster Termin im Januar aus Wettergründen hatte abgesagt werden müssen, meinte es Petrus Ende Februar mit den zahlreichen Schaulustigen, die zum offiziellen Beginn der Bauarbeiten in Strehlow erschienen waren, bedeutend besser. Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt strahlte die Sonne über der Uckermark. Und so war sogar eine Kindergruppe aus der Kita im benachbarten Potzlow erschienen, um die Abnahme der Turmbekrönung mit einem großen Kran zu verfolgen.

Gebaut wurde der hölzerne Kirchturm 1747. Diese Jahreszahl ist noch heute auf der Wetterfahne zu lesen, die von der damaligen Patronatsfamilie von Kettelhack gestiftet wurde.

Nach Kriegs- und Nachkriegsbeschädigungen und dem Kauf der Kirche durch die örtliche Agrargesellschaft im Dezember 2005 (AK berichtete) ist es nun möglich geworden, mit der Sicherung der Kirchenruine zu beginnen. Der Kirchturm soll in Einzelteilen abgetragen und später möglichst original wieder aufgebaut werden. Immerhin ist die Hälfte der dokumentierten Holzteile so gut erhalten, dass sie wiederverwendet werden können. Der erste Bauabschnitt, der neben dem Rückbau der Turmkonstruktion auch die Sicherung der Mauerkrone des Kirchenschiffes umfasst, soll im Sommer abgeschlossen sein. Generalauftragnehmer der von der Angermünder Architektin Bettina Krassuski betreuten Bauarbeiten ist die Denkmalpflege GmbH Prenzlau. Der Förderkreis Alte Kirchen beteiligt sich an den laufenden Arbeiten mit 5.000 Euro.

Nachdem die Bekrönung nun herabgeschwebt war, wuchs die Neugier. Die Kugel selbst wies zahlreiche Einschusslöcher auf und beim Öffnen fiel auch eine Karabinerkugel heraus, doch in der eingelegten Kartusche hatten sich zahlreiche Dokumente erhalten. Aus der beigelegten Ausgabe des "Templiner Kreisblatts" war zum Beispiel zu erfahren, dass sich der Kaiser zum Zeitpunkt der damaligen feierlichen Aufbringung der Bekrönung in Rom aufhielt, wo er unter anderem das Kapitol besuchte. Viel interessanter für die Strehlower dürften die zahlreichen Schriften zur Dorfgeschichte sein, die in recht gutem Zustand erhalten blieben. So fand sich unter den Dokumenten ein vollständiges Einwohnerverzeichnis von Strehlow ebenso wie ein genauer Gebäudeplan des Dorfes.

Über den Umfang der Arbeiten von 1903 heißt es weiter: "Bei der Reparatur im April u. Mai 1903 wurde der Stern vergoldet, die Fahne bronziert, die Kugel gestrichen. Ebenso wurden die hölzernen Turmwände frisch gestrichen. Die obere Spitze des Kaiserstils war morsch geworden, deshalb musste die eiserne Stange neu befestigt werden." Mitgeteilt wurden der Nachwelt auch die genauen Kosten der damaligen Instandsetzungsarbeiten, die sich auf 1.212 Mark und 85 Pfennige beliefen. Ob die beigelegten Münzen dabei schon mitgerechnet wurden, ist nicht bekannt. Auf jeden Fall dürfte es in der heutigen Zeit etwas teurer werden. Doch ein wichtiger Anfang ist, über sechzig Jahre nach dem Kriegsende, erst einmal gemacht.

Text und Fotos: Bernd Janowski

 
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Dorfkirchen – Symbole für Kontinuität in Zeiten großer Veränderungen

Traditioneller Vortragsabend im Berliner Dom mit Blickpunkt Prignitz

"Dorfkirchen der Prignitz – Gabe und Aufgabe" war das Thema des Vortrags, mit dem der Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg im Berliner Dom traditionsgemäß die Veranstaltungen im neuen Jahr eröffnete. Und der dort referierte, konnte aus einem ganzen Füllhorn praktischer Erfahrungen schöpfen: Pfarrer i. R. Gottfried Winter tat 38 Jahre lang Dienst im Kirchenkreis Perleberg-Wittenberge, war als Leiter des Bauausschusses für gut 70 Kirchengebäude zuständig. Er weiß um die Geschichte dieses reizvollen Landstrichs, kennt die jüngste Vergangenheit aus eigenen, nicht immer angenehmen Erfahrungen und ist ein kritischer Begleiter der heutigen Entwicklung.

In DDR-Zeiten war der Perleberger Kirchenkreis ein besonderes Stiefkind des Staates in punkto Erhaltung sakraler Bauten. Zwei Kirchen der Prignitz verschwanden gänzlich von der Bildfläche, Kirchtürme wurden abgerissen, mangelnde Bauerhaltung hinterließ Ruinen. So grenzte es geradezu an ein Wunder, dass in den Fünfzigerjahren in Tangendorf eine kleine Kirche neu gebaut werden konnte – eine Einmaligkeit in der Prignitz.

71 Gotteshäuser des Kirchenkreises sind über diese Zeit gerettet worden, viele konnten nach der Wende saniert werden, nicht wenige aber warten noch auf Sicherung und Restaurierung. "Wir haben einen Dienst an der Gesamtgesellschaft wahrzunehmen", sagte Gottfried Winter. "So wie auch sonst jeder Eigentümer verpflichtet ist, Kulturgut im Interesse der Nation zu bewahren, wird die Kirche der gesellschaftlichen Pflicht Rechnung tragen, ihr Erbe auch für Nichtchristen heute und in Zukunft zu pflegen." Um so mehr zu begrüßen sei das Wirken der Fördervereine vor Ort, in denen sich inzwischen auch Männer und Frauen einbringen, die in sozialistischen Zeiten keinen Bezug zur Kirche hatten. "Es lebt sich offenbar im Umfeld einer verfallenen Kirche schlecht."

Gottfried Winter beklagte die beträchtliche Zahl in jüngster Zeit verkaufter Pfarrgrundstücke. Die Kirchenbehörde habe das allzu willig genehmigt. "Durch den Verkauf von Liegenschaften – ich nenne das Verscherbeln von Tafelsilber – konnten verschuldete Kirchengemeinden ihre Baukredite bedienen, jedenfalls sofern die Verkaufserlöse vor Ort blieben. Eine ungute Entwicklung!" Damit sei in fremde Hände geraten, was mit Mühe durch die sozialistische Mangeletappe gebracht wurde, so Mitarbeiterwohnungen und auch herrliche Pfarrgärten.

Dafür aber stünden die Kirchengebäude noch und blieben hoffentlich vor Entwidmungen wegen fehlender Gemeinden oder auch vor unangemessener Fremdnutzung bewahrt. "Das Gebäude der Kirche ist ein bergender Raum, ist offener Begegnungsraum, eine Stätte, die einladen soll, eben auch jene, die vielleicht nicht in irgendwelchen konfessionellen Listen stehen." In einer Zeit, da Wertesysteme wanken oder hier und da schon eingestürzt sind oder vielleicht durch sehr fragwürdige Ersatzwerte verändert wurden, seien Orte wichtig, die sich nicht nach Mode oder Kataloganpreisung ständig wandeln, sondern Konstanten bieten. Die Dorfkirche sei als fester Bestandteil des Ortes, in dem die neue Zeit so viele Veränderungen gebracht hat, ein Punkt, an dem sich Kontinuität ablesen lasse. Das Kirchengebäude müsse Ausstrahlung haben und dürfe seine Festlichkeit und einladende Ruhe nicht verlieren.

"Wollen wir uns an den Bauten freuen, die wir noch haben, sie pflegen, zur Andacht und Stille nutzen", resümierte Gottfried Winter. "Wenn auch die 1946 abgeschafften Patronate bei der baulichen Unterhaltung fehlen und die jahrzehntelangen Vernachlässigungen nicht von heute auf morgen zu beheben sind, so dürfen doch die Restaurierungsmaßnahmen nicht aufhören."

Damit hatte der Referent zugleich das Stichwort gegeben für eine weiterführende Diskussion unter den Mitgliedern und Freunden unseres Förderkreises, denen die Erhaltung der Dorfkirchen wichtiges Anliegen ist. Leider aber blieb an diesem Abend wenig Zeit für ein ausführliches Gespräch. Der Vorstand wird sich überlegen müssen, wie er bei solchen Veranstaltungen dem Gedanken– und Erfahrungsaustausch künftig mehr Raum geben kann.

Eva Gonda

 
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Mit viel Entdeckerfreude

Mehr als 400 Brandenburger Kinder beteiligten sich am Malwettbewerb

 Kirche samt Pfarrer gemalt

Für alle, die es noch nicht wußten: Brandenburgs Kinder sind Künstler! Den Beweis liefern die Arbeiten, die in den vergangenen Wochen bei uns eintrafen und die von Ideeneichtum, Spaß am künstlerischen Gestalten und Entdeckerfreude zeugen.

Zu Beginn des Winterhalbjahrs in den Schulen hatte der Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg gemeinsam mit dem brandenburgischen Bildungsministerium einen Wettbewerb für Schüler der Schulklassen 1 bis 6 ausgeschrieben. Unter dem Motto "Unsere Kirche - ein Schatz unseres Heimatortes" waren Mädchen und Jungen aufgerufen worden, die Kirchen in ihrem Ort zu besuchen, sich vom Pfarrer oder einem Sachkundigen der Gemeinde die Kirche zeigen und erklären zu lassen und anschließend das Gehörte und Gesehene in Bild oder Wort zu Papier zu bringen.

Nach Ende der Einsendefrist für den Wettbewerb haben wir 413 Arbeiten aus 34 Schulen oder Kindergärten im ganzen Land erhalten. Die Arbeiten zirkulieren nun bei den Mitgliedern der Jury: Dr. Christiane Standke vom Ministerium für Bildung, Jugend und Sport, Markus Bräuer, Öffentlichkeitsbeauftragter der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg - schlesische Oberlausitz, Skip Fahler, freischaffender Künstler in Berlin, Thomas Raschke, Kunsterzieher in Berlin, und Architekt Alexander Möbius vom Vorstand des Förderkreises Alte Kirchen Berlin-Brandenburg.

Die Juroren haben keine leichte Aufgabe: Es macht zwar viel Freude, die Einsendungen durchzusehen, aber die Bewertung fällt sehr schwer. Es sind so viel Eifer, Ehrgeiz und Bemühen in diese Arbeiten eingeflossen, dass eigentlich jedes der kleinen Kunstwerke prämiiert werden müsste. Die Juroren werden sich mit ihren Entscheidungen also schwer tun.

Das sollen auch jene wissen, deren Arbeiten vielleicht nicht als die besten ausgewählt werden. Auch das ist Lebenserfahrung, die man erwerben muss: Man kann sich noch so viel Mühe geben, es gibt oft noch jemanden, der es besser macht. Nur nicht aufgeben! Daher sollte sich keiner als Verlierer fühlen; auch ohne Preis hat jeder profitiert, wie aus Mitteilungen der Lehrkräfte an uns und an die Presse hervorgeht. Und die Schulen konnten für ein paar Stunden die Fächer Deutsch, Kunst, Religion und Ethik vernetzen, was sonst nur selten gelingt.

Viele Kinder sind in den vergangenen Wochen zum ersten Male in einer Kirche gewesen, haben Neues gesehen und gehört und das alles mit viel Engagement in ihren Arbeiten umgesetzt. Damit wurde das Verständnis der Kinder und Eltern für ihr Kirchengebäude und die christliche Botschaft geweckt oder verstärkt, was hoffentlich in die Zukunft wirken wird.

Die Abschlussfeier mit Preisverleihung wird am Sonnabend, dem 6. Mai 2006. um 11.00 Uhr in der Marienkirche zu Bernau stattfinden. Anschließend werden sich die Mitglieder des Förderkreises Alte Kirchen Berlin-Brandenburg dort um 14.00 Uhr zur jährlichen Mitgliederversammlung zusammenfinden.

Allen Mädchen und Jungen, die sich an unserem Wettbewerb beteiligten, sagen wir jetzt schon einmal herzlichen Dank.

 
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Für spendenfreudige Philatelisten:

Derfflinger-Sonderbriefmarke

 Derfflinger auf der Briefmarke
MOZ-Foto: S. Müller

Eine originelle Idee zur Einwerbung von Spendengeldern hatte der Heimatverein Gusow-Platkow im Oderbruch. Mit einer Derfflinger-Sonderbriefmarke will er sein diesjährig größtes Projekt finanzieren helfen: die Rückführung des Derfflinger-Epitaphs aus der Komtureikirche Lietzen in die Gusower Dorfkirche, aus der es in DDR-Zeiten entfernt worden war.

Mit zahlreichen Veranstaltungen begeht der Doppelort in diesem Jahr den 400. Geburtstag von Feldmarschall Georg Derfflinger, der sich viel Ruhm im Krieg erwarb und unter dem Großen Kurfürsten Großes beim Aufbau des brandenburgischen Heeres leistete. Er verstarb fast 89-jährig auf seinem Gut in Gusow, wo er auch seine letzte Ruhe fand.

Geboren wurde er in Österreich, und eben dort wird auch die Sonderbriefmarke erscheinen, denn die österreichische Post behandelt Privatmarken wie ihre eigenen. Diese Marken können dort bei der Post eingereicht und müssen natürlich vom Auftraggeber finanziert werden.

200 Marken hat der Verein vorfinanziert und erhofft sich mit der philatelistischen Rarität einen guten Gewinn für das Epitaph-Projekt. Die Briefmarke ist für 5 Euro, zusammen mit dem Ersttagesbrief für 6,60 Euro erhältlich, zu bestellen über den Heimatverein Gusow-Platkow, August-Bebel-Straße 12, 15306 Gusow.

 
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Wo der Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg helfen und Hilfe vermitteln konnte

Gnewikow: Analyse ermöglicht Fördermittel-Antrag

Der Dorfkirche von Gnewikow im Landkreis Ostprignitz-Ruppin sieht man auf den ersten Blick die massiven Bauprobleme nicht an. Aber schon lange wurden hier keine Gottesdienste mehr gefeiert. Nun aber gibt es wieder etwas Hoffnung für die altehrwürdige Kirche.

Der Förderkreis Alte Kirchen konnte jetzt einen Bauingenieur vermitteln, der für sein Zusatzstudium der Bauwerkserhaltung ein Thema für die Masterarbeit suchte. Hagen Schmaler wird kostenfrei eine umfassende Schadensanalyse und ein Sanierungskonzept erarbeiten. Danach wird es möglich sein, Einzelschritte für eine langfristige Sanierung festzulegen.

"Das ist sehr gut für uns. Wir haben nämlich keine Mittel für ein solches Gutachten", sagt Dieter Seifert, der Vorsitzende des örtlichen Fördervereins Dorfkirche Gnewikow. Anhand dieser Analyse könne man belegen, welche Reparaturen dringend gemacht werden müssen. Und dann wäre es auch möglich, Fördermittel zu beantragen.

Im Frühjahr dieses Jahres beginnt der Bauexperte mit seiner Arbeit. Bis September soll das Gutachten fertig sein.

Als der spätgotische Saalbau am Beginn des 16. Jahrhunderts entstand, war die Technik des exakten Feldsteinbaus bereits vergessen. Das Mischmauerwerk der Gnewikower Kirche besteht aus unregelmäßigem Feldsteinmaterial und reichlich Ziegelbruch. An den Resten des barocken Außenputzes ist zu erkennen, dass durch Ritzungen eine regelmäßige Steinquaderung vorgetäuscht wurde, die es so nie gab. Auch beim mehrmaligen Umdecken des Kirchdaches war Sparsamkeit angesagt. Zwischen verschiedenen anderen Dachsteinen blieben etliche der recht großen, zugespitzten Biberschwanzziegel erhalten, die vielleicht sogar noch aus der Bauzeit stammen.

Der Innenraum wirkt ebenso bescheiden, hat dabei aber durchaus etwas Anziehendes. Aus vorreformatorischer Zeit haben sich neben der Sakramentsnische in der Nordwand des Chorraumes auch Reste der ursprünglichen ornamentalen Wandmalerei erhalten. Der zweigeschossige Altaraufbau aus dem 17. Jahrhundert zeigt Ölgemälde des Abendmahls und der Kreuzigung. Links davon steht die Kanzel mit Brüstungsbildern von Christus und den Evangelisten. Einige in der Kirche verbliebene Holzpfeifen lassen ahnen, dass auf der Westempore einst eine Orgel stand. Wann sie verschwunden ist, weiß im Dorf keiner mehr zu sagen.

Inzwischen hat der örtliche Förderverein erste Konzerte veranstaltet und hält die Kirche an den Sommerwochenenden für Touristen geöffnet. Man will das Schattendasein des Gotteshauses endlich beenden.


Gelungenes Benefizkonzert für Zernikow

Bereits im November des vergangenen Jahres fand im Apollo-Saal der Berliner Staatsoper Unter den Linden ein Benefizkonzert zugunsten des Herrenhauses und der Dorfkirche in Zernikow (Landkreis Oberhavel) statt. Ausrichter der Musikveranstaltung mit dem Kuss-Quartett waren der Freundeskreis Schlösser und Gärten der Mark sowie der Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg.

Friedrich der Große hatte das Gut Zernikow einst bei Gelegenheit seiner Thronbesteigung seinem Kämmerer und engsten Vertrauten Michael Gabriel Fredersdorff geschenkt. Der ließ auf diesem Gelände 1746 das Schloss, einen zweigeschossigen Putzbau mit Mansardenwalmdach, errichten. Fredersdorffs Witwe veranlasste 1777 die Renovierung und den Umbau der Kirche. Aus dieser Zeit stammt der größte Teil der barocken Ausstattung.

Das Benefizkonzert in Berlin erbrachte die beachtliche Summe von 4.500 Euro für Schloss und Kirche.


Alt Krüssow: Beitrag zur Rettung eines Denkmals

Schon seit langem setzt sich der Förderkreis Alte Kirchen für die Rettung und Instandsetzung der Kirche in Alt Krüssow (Landkreis Prignitz) ein. Der spätgotische Bau mit seiner beeindruckenden Ausstattung war im späten Mittelalter ein berühmter Wallfahrtsort. Heute ist das Gebäude stark gefährdet: Schäden an der Dachkonstruktion, durch Feuchtigkeit geschädigte Gewölbe, Risse in den Wänden. Das Gebäude bedarf dringend der Sanierung.

Vor kurzem erreichte uns eine Spende für die Instandsetzung der Kirche: Die Hoffnungs-Kirchengemeinde in Berlin-Neutegel hatte während des Weihnachtsbasars für die ehemalige Wallfahrtskirche die stattliche Summe von 3.400 Euro gesammelt. Auch im Namen des Alt Krüssower Fördervereins möchten wir uns dafür recht herzlich bedanken!

Fördermittelanträge für dringend notwendige Reparaturarbeiten sind für das laufende Jahr gestellt. Der Förderkreis Alte Kirchen hatte sich bereits mit einer größeren Summe an der Erstellung eines Sanierungsgutachtens beteiligt und für 2006 weitere 5.000 Euro in seinen Haushalt eingestellt. Sie sollen als Kofinanzierungsmittel dienen, wenn es in diesem Jahr zu Bauarbeiten kommt.

 
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Unser "Startkapital" als Mutmacher — hat es sich vor Ort "ausgezahlt"?

In diesem Jahr hat der Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg nun schon zum sechsten Mal ein Startkapital für Kirchenfördervereine ausgeschrieben. Mit dieser Starthilfe konnte der FAK in den vergangenen Jahren zur Gründung örtlicher Fördervereine ermutigen und vielen nicht nur mit finanziellen Mitteln den Arbeitsbeginn erleichtern. Willkommen waren auch die Beratungen vor Ort, die Vermittlung von Kontakten zu Institutionen und Behörden wie auch die Ermöglichung eines fruchtbaren Erfahrungsaustauschs mit anderen Vereinen.

Wir fragten jetzt bei einigen Gewinnern einmal nach, ob sich das Startkapital "ausgezahlt" hat.


Verein Heilstätten Hohenlychen: Lichtblicke für eine wieder auferstehende Kapelle

 Kapelle Hohenlychen

Wir waren sehr glücklich, als wir im Jahr 2004 zu den Gewinnern des vom Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg ausgeschriebenen "Startkapitals für Kirchen-Fördervereine" gehörten. Das Preisgeld in Höhe von 2.500 Euro konnten wir gut gebrauchen.

Wir steckten damals mit unserem Vorhaben Sanierung der Helenenkapelle noch in den Startlöchern und mussten in Bezug auf Fördermittel für denkmalgeschützte Bauten bald nüchtern feststellen, dass landesweit immer weniger dafür zur Verfügung steht. Um so willkommener war uns natürlich das Startkapital vom Förderkreis Alte Kirchen.

Die Kapelle gehörte einst zu der berühmten im Jahre 1902 von Prof. Dr. Gotthold Pannwitz gegründeten Hohenlychener Kinderlungenheilstätte. Im Unterschied zu den meisten Dorfkirchen hier im Land ist die Kapelle, geschichtlich gesehen, noch sehr jung. Ihre Erbauung im Jahr 1904 wurde durch eine Stiftung möglich. Der Stifter Professor Dr. Venn, zu seiner Zeit Vorstand der Ländlichen Kolonie der Volksheilstätten des Deutschen Roten Kreuzes, hatte seine persönlichen architektonischen Vorstellungen umsetzen lassen. Dabei entstand ein von vielen Stilelementen geprägtes Gebäude. Der gesamte Innenraum der Kapelle war farbenfroh ausgemalt worden. In ein ganz besonderes Licht tauchten den Raum aber die 18, in Dreiergruppen zusammengefassten Fenster des Kirchenschiffs.

In der Zeit der Besetzung des gesamten Heilstättengeländes durch das sowjetische Militär (1945-1993) wurde die Kapelle als Treibstoff- und Öllager genutzt. Dadurch wurden alle Fenster zerstört und die Inneneinrichtung vernichtet.

Nach einer ersten Bestandsaufnahme mussten wir bei der Sanierung und Erhaltung des Gebäudes Prioritäten setzen. So gesellten sich bald viele Mitstreiter zu unserem Verein, um für die 18 Fenster Spenden zu sammeln. Ein neues Fenster bedeutet eine Investition von 1.500 Euro. Das Startkapital-Preisgeld verwendeten wir für die Finanzierung dieser Fenster.

Seit 2004 organisieren wir jährlich den Hohenlychener Kultursommer in der Kapelle. So kamen viele Spenden zusammen. Durch diese Einnahmen konnten wir bis heute insgesamt neun neue Fenster einbauen lassen.

Wir sehen in dem Preisgeld neben der sehr hilfreichen finanziellen Zuwendung vor allem auch eine Anerkennung unseres Engagements für die Helenenkapelle.

Wir bedanken uns auf diesem Weg für diese Art der Förderung und wünschen dem Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg weiterhin viel Erfolg.

A. Schönfeldt
Verein Heilstätten Hohenlychen e. V.


Förderverein Dorfkirche Gadow: Wieder Leben eingezogen

 Derfflinger auf der Briefmarke
Konzerte bringen klingende Münze für die Restaurierung
Foto: M. Plagemann

Als wir bei der vorjährigen Frühjahrsexkursion auch in Gadow (Landkreis Ostprignitz-Ruppin) vorbeischauten, erlebten wir es hautnah: geschäftiges Treiben in der Kirche, die Bühne für einen Theaterabend wurde aufgebaut; das Kirchenschiff noch vielfach sanierungsbedürftig, die Apsis mit dem blumengeschmückten Altar aber schon wieder weitgehend hergerichtet. Es war also eine gute Entscheidung, als der FAK 2004 dem Förderverein Dorfkirche Gadow ein Startkapital als Anschubfinanzierung zuerkannte.

Wie ging es weiter mit diesem Gotteshaus, das jahrzehntelang nicht genutzt wurde, in das die Kirchengemeinde nun wieder eingezogen ist und das sich inzwischen auch als kulturelles Zentrum des Ortes etabliert hat? "Mit viel Arbeit und oft auch großer Freude", sagt Renate Schüler, die stellvertretende Vereinsvorsitzende. Viel Arbeit – das hieß zum Beispiel: Putz abklopfen am Turm, Abbau der Bänke auf der Empore für das Aufstellen der Rüstung, Säuberung der Fugen des Fundaments, Türen streichen und immer wieder Bauschuttbeseitigung und Ausschmücken im Kirchenschiff für Taufen, Konfirmation, Festgottesdienste, aber auch Konzerte und Theateraufführungen, deren Erlöse der Kirchensanierung zugute kommen.

Sehr willkommen sind die zweckgebundenen Zinsen aus einer vom FAK vermittelten Stiftungsspende. Sie waren mit als Eigenkapital für einen Förderantrag zur Reparatur des Dachanschlusses und zur Schwammsanierung gedacht. Inzwischen hat das brandenburgische Amt für Verbraucherschutz, Landwirtschaft und Flurneuordnung den Antrag abgelehnt.

Wie wir die Gadower kennen, werden sie sich dadurch jedoch nicht entmutigen lassen. Spenden sind aber umso willkommener. Schauen Sie auf die sehenswerte Internet-Seite, gestaltet von Gadower Jugendlichen.


Verein Biesdorf Kirche und Dorf: Der Sache aufs Dach gestiegen

 Biesdorf - Dachstuhl
Schadensanalyse
Foto: Verein

Dass die Gründung des Vereins Biesdorf Kirche und Dorf (Landkreis Märkisch Oderland) später als vorgesehen stattfand (die 725-Jahr-Feier des Ortes wurde wegen des Hochwassers um ein Jahr verschoben), war ganz offensichtlich kein schlechtes Omen: Der 2003 mit einem FAK-Startkapital ausgezeichnete Verein hat inzwischen manches auf den Weg gebracht.

Mit den anlässlich des Jubiläums geplanten Dorffesten geriet damals auch die lange Zeit kaum genutzte Dorfkirche ins Visier. Sie sollte nun wieder restauriert werden.

Der Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg hatte bei der Gründung des Biesdorfer Vereins Pate gestanden und die ersten Schritte begleitet. Den Auftakt machte eine Reihe von Ver-anstaltungen, bei denen erste Spenden für die geplanten Sanierunsgsarbeiten eingeworben werden konnten. Dass damit auch die Dorfgemeinschaft zusammenwuchs, zeigte sich nicht zuletzt in der für das 150-Seelen-Dorf bemerkenswerten Spendenbereitschaft. Als ganz verlässlicher Partner konnte übrigens die Biesdorfer Freiwillige Feuerwehr gewonnen werden.

"Im August 2005 haben wir nun mit dem ersten Bauabschnitt begonnen", erzählte uns Ursula Meister, die Vorsitzende des Vereins Biesdorf Kirche und Dorf. "Es geht um die Sanierung des Dachstuhls und der Deckenbalken sowie der Lehmstakendecke." Das gesamte Dach soll schließlich neu gedeckt werden und auch die Risse im Mauerwerk müssen beseitigt werden.

Finanziert wird der erste Bauabschnitt durch Mittel aus dem Staats-Kirchen-Vertrag, der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, der KiBA und aus Eigenmitteln, für die der FAK mit seiner Starthilfe einen Grundstein legte.

 
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Die markante Silhouette soll zurückkehren

 
IN AKUTER NOT
 
Diesmal bitten wir um
Ihre Spende für die Kirche von
 
Mellnsdorf
 
Erste Sicherungsmaßnahmen sollen den weiteren Verfall verhindern.
Dorfkirche Mellnsdorf 
 Großbildansicht

Gegenwärtig bietet die Kirche des kleinen Ortes Mellnsdorf, zwischen Jüterbog und Wittenberg an der Grenze zu Sachsen-Anhalt gelegen, einen traurigen Anblick.

Der Feldsteinbau, bestehend aus Langhaussaal, eingezogenem Chor und halbkreisförmiger Apsis, entstand zu Zeit der Besiedlung dieser Region im frühen 13. Jahrhundert. Ihre heutige Gestalt mit den von Backstein gerahmten großen Rundbogenfenstern erhielt die Kirche bei einem Umbau im Jahre 1892, angeregt von dem damals im Nachbarort Blönsdorf wirkenden Pfarrer Ferdinand August Scheele.

Damals wurde über dem Westteil des Schiffes auch ein Dachturm aus verbrettertem Fachwerk errichtet. In einem erst vor wenigen Jahren erschienen Denkmal-Inventar des Landkreises findet sich der Satz: "Die markante Turmspitze bestimmt die Silhouette des Dorfes." – Nachdem jedoch Glockengeschoss und Turmspitze wegen akuter Baufälligkeit abgenommen werden mussten und auf dem Kirchhof abgestellt wurden, fehlt dem Dorf der wesentliche Teil seiner Silhouette, fehlt ihm die Mitte. Das Dach des Kirchenschiffes wurde mit den unterschiedlichsten Materialien immer wieder notdürftig ausgebessert und erinnert an einen Flickenteppich.

Trübselig mutet auch der Blick in den Innenraum der Kirche an. Eine einfache Stützkonstruktion aus Kanthölzern und Brettern verhindert den Einsturz der mit, inzwischen abblätternden, Medaillons bemalten geraden Balkendecke. Trotzdem lässt der Raum noch viel von seiner einstigen Schönheit ahnen. Bei der oben angesprochenen Renovierung 1891/92 hatte man sich bewusst dazu entschlossen, die aus der Bauzeit stammende Altarmensa mit mittelalterlichen Ritzzeichnungen als Deckplatte in den neuen Altar einzubeziehen. Die herrliche Terrakotta-Taufe im Stil der Neurenaissance schuf eine Firma aus Berlin-Charlottenburg, die Kanzel ein Tischlermeister Unger aus dem nahen Städtchen Zahna. Abgebaut und im Nachbarort Blönsdorf eingelagert wurde die Orgel, um sie vor weiteren Schäden zu schützen.

Schon seit einigen Jahren wollen sich die Bewohner des gerade einmal 83 Einwohner zählenden Dorfes nicht mit dem Verfall ihrer Kirche abfinden. Im Sommer 2005 gründeten sie einen Förderverein. Inzwischen haben auch Kirchengemeinde und Kirchenkreis einer Instandsetzung der Mellnsdorfer Kirche zugestimmt. Bereits 2006 sollen erste Sicherungsmaßnahmen erfolgen.

In alten Kirchenbüchern ist nachzulesen, dass bereits 1583, als ein Giebel der Kirche einzufallen drohte, die Gemeinde zu arm für eine Ausbesserung war. Auch heute wird die kleine Kirchengemeinde allein diese Aufgabe nicht bewältigen können. Vielfältige Hilfe ist gefragt. Der Förderkreis Alte Kirchen hat zugesagt, sich an den notwendigen Instandsetzungsarbeiten im ersten Bauabschnitt finanziell zu beteiligen.

Text und Foto: Bernd Janowski

 

Spenden-Konto: 5199 767 005 bei der Berliner Volksbank; BLZ 100 900 00

Kennwort: Mellnsdorf

Für Spendenbescheinigungen bitte Name und Anschrift angeben.

 
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Ein Schatz steht nicht mehr im Regen

Die Kehrberger Kirche ist ein einzigartiges Kleinod der Prignitz

 Kirche Kehrberg
 
Kirche Kehrberg

Kehrberg, ein beschaulicher kleiner Ort südlich von Pritzwalk, besitzt einen Schatz: die einzig noch erhaltene dreischiffige Feldsteinkirche in der Prignitz mit Schiff, eingezogenem Chor und breit angelegtem Glockenturm, erbaut etwa im 12. Jahrhundert. Für die knapp 210 Einwohner ist sie das Wahrzeichen ihres Heimatortes, das sie sich bewahren wollen. Und damit haben sie ein Problem. Denn der gesamte Dachstuhl ist marode, geschätzte 150.000 Euro Reparaturkosten wollen erst einmal zusammengebracht werden. Seit der Gründung des Fördervereins der Kirche Kehrberg e. V. im November 2004 hat sich bereits viel getan. Im Zusammenwirken mit dem Gemeindekirchenrat und dem Kirchenkreis konnte das Dach zunächst so ausgebessert werden, dass es nicht mehr durchregnet und die Innenausstattung gefährdet.

Seit Weihnachten 2005 gibt es nun auch ein weit ins Land hinein sichtbares Zeichen für das erfolgreiche Wirken derer, die sich für den Erhalt der Kirche engagieren: die neue Bekrönung des Glockenturms. Wetterfahne und Kreuz, in Kupfer getrieben, ersetzen jetzt die alte Bekrönung, die mit ihrer Schieflage jahrzehntelang ein etwas eigenwilliges Wahrzeichen des Ortes war. Heute ist man stolz auf das neue Symbol hoch oben auf dem Turm, zeugt es doch von einer einzigartigen Aktion in dieser kleinen Gemeinde, die innerhalb weniger Tage mit einer Spendensammlung das Geld dafür zusammenbrachte. Viele Veranstaltungen, gemeinsam mit der Kirchengemeinde und der ansässigen Außenwohngruppe des Christlichen Jugenddorfs (CJD) in der Prignitz organisiert, trugen zu diesem guten Ergebnis bei und schweißten das Dorf enger zusammen.

Auch für dieses Jahr hat der Förderkreis ein vielseitiges Programm an Veranstaltungen geplant, deren Erlös dem Erhalt der alten Kirche zugute kommen wird: Konzerte, Foto– und Bilderausstellungen werden ebenfalls vorbereitet. Und natürlich gehört das Gotteshaus zu den "offenen Kirchen", was schon manchen Besucher nach Kehrberg lockte und auch willkommene Spenden in die Kasse brachte.

Die Geschichte der Kirche ist eng verbunden mit den ehemaligen Gutsherren. Eine Gedächtnistafel hinter dem Altar erinnert an den Kauf des Gutes durch die Familie von Winterfeld und die von ihr veranlasste Erneuerung der Kirche im Jahr 1697. Der Familiensitz der Winterfelds, das Wolfshagener Schloss, beherbergt heute Ausstellungen, so über die Geschichte der Glocken und Darstellungen der Apostel Petrus und Paulus als wertvolle Leihgabe des Bischöflichen Ordinariats Rottenburg am Neckar.

Die kleine Dorfkirche von Kehrberg in der Prignitz wird auch weiter von sich reden machen. Ein Besuch lohnt sich.

Text und Fotos: Volker Schulz

 
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Ein Skelettfund gibt zu denken

Ausgrabungen an der Dorfkirche von Prädikow

Ein interessanter Fund wurde kürzlich bei archäologischen Arbeiten an der Dorfkirche von Prädikow (Landkreis Märkisch-Oderland) gemacht: das Skelett einer Frau, die im Bereich des einstigen südlichen Seitenschiffes bestattet worden war. Sie trug einen goldenen Siegelríng mit der Jahreszahl 1629. Und das stellt einige bisherige Annahmen zur Geschichte des Gebäudes in Frage.

Die ehemalige dörfliche Basilika Prädikow entstand in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts, wahrscheinlich im Zusammenhang mit der Besiedlung des östlichen Barnims durch die Zisterzienser. Im Rahmen einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme der Kommune Prötzel-Prädikow wurden jetzt die Reste der Seitenschiffwände an der Südseite der Kirche freigelegt. Bislang war der Verlust der Seitenschiffwände auf die Zeit des Dreißigjährigen Krieges datiert worden – das muss nach dem jüngsten Grabfund nun noch einmal überprüft werden.

Der Förderverein "Dorfkirche Prädikow" plant, das Umfeld der Kirche zu einem parkähnlichen Erlebnisbereich umzugestalten. So soll ein Lehrpfad zur Geschichte der Kirche und des Ortes sowie zur allgemeinen Geschichte der Spätromanik entstehen. Dazu gehört auch, die Außenwandreste der Seitenschiffe zu konservieren und wieder sichtbar zu machen. Damit können dann vor dem geschichtlichen Hintergrund die entwicklungs– und kulturgeschichtlichen Zusammenhänge für die Besucher erlebbar gemacht werden.

Uwe Großkopf

 
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Alte Wandmalereien und Orgelkonzerte im Doppelklang

Förderverein bewahrt mit der Dorfkirche Zechlin einen besonderen Schatz

 Kirche Dorf Zechlin
 
Kirche Dorf Zechlin

Im Januar 2001 gründete sich der "Verein zur Erhaltung der Dorfkirche Zechlin" unter freundlicher Assistenz des Förderkreises Alte Kirchen Berlin-Brandenburg. Der Grund war einfach: Mit der unübersehbar erforderlichen Sanierung des ehrwürdigen Gebäudes aus dem Jahr 1549 würde die örtliche Kirchengemeinde überfordert sein, und die letzte Renovierung des Innenraumes lag fünf Jahrzehnte zurück.

Unerwartet rasch erreichten wir unser erstes Ziel, einen Betrag von zunächst zehntausend DM zusammenzubringen: Durch Mitgliedsbeiträge, durch Spenden im Anschluss an Konzerte und Veranstaltungen, vor allem aber durch Spenden örtlicher Gewerbetreibender und ehemaliger Dorfbewohner.

Deren Begeisterung war Ansporn, die Arbeit zu intensivieren. Dazu gehörte es, Konzerte im Rahmen des Dorfkirchensommers fest zu etablieren, insbesondere weil die Kirche über zwei Orgeln verfügt, die auch gemeinsam gespielt werden können sicher eine Seltenheit für eine brandenburgische Dorfkirche. Veranstaltungen wie Filmabende und Ausstellungen historischer Fotos und von Gemälden des Zechliner "Heimatmalers" Dahlhaus trugen dazu bei, die Kirche als Kulturort im Dorf und in der Region bekannt zu machen.

Gleichzeitig ging die Zusammenarbeit mit der Kirchengemeinde Zechliner Land, dem Kirchenkreis Wittstock–Ruppin und der Landeskirche voran: Ein Gutachten des Büros IBS, empfohlen durch das Kirchliche Bauamt, ergab Ende 2003 voraussichtliche Kosten von 66.000 € für die Sanierung. Dazu gehörten die Beseitigung von Rissen am Giebel und im Turm ebenso wie die teilweise Neueindeckung des Daches mit historischen Ziegeln, die aus dem Kloster Stift zum Heiligengrabe beschafft werden konnten, die Verstärkung der Fundamente auf der Giebelseite, schließlich die Beseitigung diverser Schäden an den tragenden Balken in Decke, Dach und Turm. Ein Finanzierungsplan 2004 sah den Einsatz von Mitteln einerseits des Landes Brandenburg aus dem Topf des Staatskirchenvertrages, andererseits Mitteln der Landeskirche, des Kirchenkreises und der Gemeinde vor; der Förderverein konnte inzwischen einen Betrag von 11.250 € zusagen.

So wurde mit einem großen Fest im Mai 2005 das Bauschild an der Kirche befestigt, bevor sie dann den Handwerkern für ein halbes Jahr überlassen wurde. Die Fertigstellung der Arbeiten war Anlass für einen Festgottesdienst am 2. Advent durch den Superintendenten des Kirchenkreises, Heinz-Joachim Lohmann.

Der Verein aber kann sich nun neue Ziele setzen: Neben der weiteren Renovierung des Innenraumes, die in diesem Jahr erfolgen soll, wird langfristig die Fassade schrittweise bearbeitet werden, ein Anliegen des Denkmalschutzes. Mittelfristig aber muss der Geschichte der Kirche dadurch Rechnung getragen werden, dass die von der Restauratorin Marlies Genßler gefundenen dreierlei Wandbemalungen im Innenraum zur Geltung kommen: Neben einem umlaufenden Fries an der Decke fand sie eine Marmorierung der Wände, vermutlich aus dem Jahre 1722, und ein Wandgemälde, dessen freigelegte Teile eine Anbetungsszene zeigen. Sie ruhen nun gut konserviert unter historischem Putz und Farbe, bis das Geld zu ihrer Freilegung und Restaurierung reicht.

Der Verein darf also seine Erfolgsgeschichte weiter schreiben.

Dr. Winfried Müller
Vorsitzender des Vereins zur Erhaltung der Dorfkirche Zechlin e. V.
Fotos: IBS

Weitere Informationen über die Kirche und die Aktivitäten des Fördervereins unter: www.zechlin-dorfkirche.de

 
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Barocker Leuchter auf großer Fahrt

Ein Mitglied unseres Förderkreises hatte ein gute Idee

Aus Gelnhausen bei Frankfurt/Main erreichte uns eine Zuschrift, die wir hier in Ausschnitten wiedergeben. Unser Mitglied Joachim Killus erzählt darin die abenteuerliche Geschichte, wie ein barocker Kronleuchter aus Hessen in die Dorfkirche von Bücknitz, einem Ortsteil von Ziesar, kam:

Dorfkirche Bücknitz 
DIE BÜCKNITZER KIRCHE wird langsam wieder komplett: Jetzt kam aus Frankfurt/M. ein barocker LeuchterGroßbildansicht

Bei einem geschäftlichen Aufenthalt in Frankfurt-Bockenheim nutzte ich die Gelegenheit zu einem Besuch der St.-Jakobs-Kirche, in der ich einst konfirmiert worden war. Ich fand die Kirche verändert und erfuhr im Kirchenbüro vom notwendig gewordenen Umbau im Zuge der Zusammenlegung mit einer anderen Kirchengemeinde. Dabei war neben den Wandleuchten aus den Fünfzigerjahren auch der Barock-Kronleuchter entfernt worden, an den ich mich noch gut erinnerte. Der stand jetzt - wie ich hörte - ungenutzt im Keller. Da fiel mir ein, dass kürzlich durch Vermittlung des Förderkreises Alte Kirchen Berlin-Brandenburg drei Glocken aus Düsseldorf den Weg nach Brandenburg gefunden hatten. Zwei kurze Telefonate mit dem FAK in Berlin und dem Kirchenbüro in Frankfurt-Bocken-heim ergaben, dass man sich bei Zustimmung durch den Kirchenvorstand vorstellen könnte, den Leuchter einer Brandenburger Gemeinde zukommen zu lassen. Und wenig später hörte ich, dass man sich in Bücknitz sehr über das Geschenk freuen würde.

Anfang Dezember konnte die Reise losgehen. Nachdem ich den Leuchter - er misst in Höhe und Umfang immerhin 1,20 Meter - gut verstaut hatte, ging es in Richtung Kassel über Braunschweig und Magdeburg nach Ziesar. Dort erwarteten mich schon eine freundliche junge Kirchenälteste (ein nettes Paradoxon) und wenig später Pfarrer Rost. Natürlich interessierte mich zunächst die Geschichte der schlichten Feldsteinkirche, die der Chronik nach aus dem 13. Jahrhundert stammt und mehrfach umgebaut worden ist. Mich erschütterte vor allem die Schilderung der Ereignisse unmittelbar am Ende des unheilvollen Krieges: Russische Soldaten trieben ihre Pferde in die Kirche, Altardecken und Teppiche dienten als "Streu", Kirchenbänke fand man im Wald verstreut, die Orgel wurde total demoliert, der sechsarmige Messingleuchter ist seitdem verschollen. Der Kirchenbau blieb zum Glück stehen, konnte aber bis jetzt nicht wieder in den ursprünglichen Stand versetzt werden. Eine Spendensammlung ermöglichte 1948 die Neuanschaffung des verschwundenen Kruzifixes, in den Siebzigerjahren wurde das Dach notdürftig repariert. Seit 1998 finden in der Kirche Sommerkonzerte statt, organisiert vom Bücknitzer Kulturförderkreis, der sich auch um die Sanierung bemüht. Eine notdürftige Instandsetzung kostet nach Expertenangaben rund 50.000 Euro.

In Bücknitz selbst hatte sich die Ankunft des Leuchters längst herumgesprochen. Zwei starke Männer warteten schon, um ihn in die Kirche zu tragen; die Wirtin der Dorfgaststätte, selbst Mitglied des Kulturförderkreises, lud spontan zum Mittagessen, und man versicherte mir, dass der neue Leuchter noch vor Weihnachten installiert werde (wir fragten nach: es war so), um damit in der Gemeinde ein Zeichen zu setzen, dass es mit der Kirche in Bücknitz wieder einen Schritt weiter geht.

Auch für mich setzte die Aktion ein Zeichen: Praktische Hilfe braucht manchmal wenig Aufwand, wenn die Möglichkeiten dazu ermittelt und vermittelt werden.

 
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Gesucht: Ausfahrer für "Offene Kirchen"

Das wird kein Spaziergang werden, sondern richtige Arbeit! - Am Donnerstag, 6. April, wird man uns per LKW 12.500 druckfrische "Offene Kirchen 2006" bringen (von denen wir bislang kaum wissen, wohin wir die alle stapeln sollen)! Und spätestens zu Ostern sollen mindestens 10.000 davon bereits wieder ausgeliefert sein an rund 500 Lieferstellen in Berlin und Brandenburg. Wir möchten, dass zu den Ostergottesdiensten und Osterausflügen der Berliner unser neuer Führer durch Brandenburgs offene Kirchen möglichst überall verfügbar ist.

Für das Land Brandenburg werden wir das ehrgeizige Ziel wohl auch realisieren können. Bis auf wenige Randgebiete im Süden gibt es für die meisten anderen Zielorte im Lande bereits Mitglieder und Berliner Freunde, die mit ihren Autos unsere Hefte dorthin karren werden.

Allerdings suchen wir in den Regionen südlich von Berlin noch einige hilfsbereite Menschen, die vor Ort die Pakete für ihren weiteren Bereich übernehmen und an die Empfänger dort (Kirchengemeinden, Buchhandlungen, Tourismus-Stellen) weiterliefern könnten.

Erst recht fehlen noch hilfsbereite Auto- (und auch Rad-)fahrer, die im Stadtgebiet Berlin mit ausfahren könnten. Die Entfernungen sind hier zwar kürzer, aber dafür gibt es oft das leidige Parkplatzproblem. Wenn da noch ein paar mitmachen könnten – das wäre wunderbar.

Vielleicht haben Sie ja die Möglichkeit, hier und da mit zuzupacken. Oder auch nur eine Frage oder hilfreiche Idee zur Lösung solcher Probleme.

Dann rufen Sie einfach an unter der Nummer (0 30) 3 75 22 44 (auch Anrufbeantworter). Eine E-Mail ist natürlich ebenso möglich: Alte-Kirchen@Kraft-Mail.de.

Für Ihre Mühe sagen wir jetzt schon danke.

Arnulf Kraft

Und noch eine Bitte an die Berliner

Im Land Brandenburg kann man unsere Hefte "Offene Kirchen" fast überall erwerben. Kein größerer Ort, in dem es nicht eine Buchhandlung oder eine Kirchengemeinde gäbe, wo man es kaufen kann.

Anders ist das in Berlin. Es dürfte noch etliche Buchläden in der Stadt geben, mit denen wir noch keinen Kontakt hatten und die darum von den "Offenen Kirchen" nichts wissen. Das möchten wir ändern. Rufen Sie mich doch unter oben genannter Rufnummer an und sagen Sie mir, in welchem Buchladen Sie vorrangig Ihre Bücher kaufen. Dann wird sich ergeben, dass wir mit einigen schon gesprochen haben. Andere aber könnten wir dann erstmals anfragen, ob sie nicht ebenfalls unsere Hefte anbieten möchten.

Es versteht sich von selbst, dass wir bei unserer Anfrage Ihren Namen nicht nennen.

 
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Viele Aufträge für Glockengießerei in Lauchhammer

Die Kunstgießerei Lauchhammer (Landkreis Oberspreewald-Lausitz) hat im vergangenen Jahr 35 Glocken aus insgesamt 12,5 Tonnen Bronze gegossen. Ein Großteil der Geläute ist für sächsische Kirchengemeinden angefertigt worden.

Die mit 1.424 Kilogramm schwerste Glocke ging nach Rottmersleben am Jakobsweg in Sachsen-Anhalt. Das mit zusammen 82 Kilogramm kleinste Zweiergeläut wurde für die katholische Kirche in Droyßig in Sachsen-Anhalt angefertigt.

Für 2006 sind bereits 16 Glockengüsse eingeplant, die meisten erneut für sächsische Gemeinden. Zu den größten Vorhaben im laufenden Jahr zählen die Fertigstellung eines 2.860 Kilogramm schweren Vierergeläuts für Cranzahl im Erzgebirge sowie der Guss eines weiteren, rund 3.500 Kilogramm schweren Vierergeläuts für die St.-Jakobi-Kirche im sächsischen Neustadt. Zwei kleine, zusammen rund 100 Kilogramm schwere Glocken für die Uhr des Schlosses Muskau sind bereits im Januar gegossen worden.

Vorläufer der Kunstgießerei Lauchhammer ist der 1725 am Ort eingerichtete Hochofen. Seit 1776 wurden in Lauchhammer auch Kunstgüsse ausgeführt. Die Glockenfertigung wurde nach der Wende 1994 wieder aufgenommen.

Die Kunstgießerei Lauchhammer ist die einzige Glockengießerei in den neuen Bundesländern.

 
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BÜCHERSEITE

Schätze einer reichen Orgellandschaft

 Orgel von Joachim Wagner in der Kirche von Wartin
WARTIN: Ein Detail der Orgel von Joachim Wagner in der Kirche des uckermärkischen Dorfes
Orgel von Joachim Wagner in der Kirche von Felchow
FELCHOW im Landkreis Uckermark besitzt ebenfalls ein Instrument des berühmten Orgelbaumeisters Wagner

In der neuesten Ausgabe des Handbuchs der deutschen Kunstdenkmäler für das Land Brandenburg aus dem Jahr 2000 ist bei der Beschreibung des Inventars der Dorfkirche von Felchow (Landkreis Uckermark) die bemerkenswerte Passage zu lesen: "... Orgelprospekt, 1745 von J. Wagner...". – Der berühmte Joachim Wagner findet hier also nicht als Orgelbauer Beachtung, sondern als Tischler und Prospektmaler. Überhaupt wird die "Königin der Instrumente" in den einschlägigen Kunst-, Architektur- und Reiseführern, aber auch in den Bestandsaufnahmen der Denkmalpflege weitgehend ignoriert.

Um so verdienstvoller ist deshalb die Arbeit von Wolf Bergelt, der die systematische Orgelfeldforschung in Brandenburg begründete und als Autor und Herausgeber (edition labium im Verlag Freimut & Selbst) unermüdliche Bildungsarbeit leistet. Nachdem im vergangenen Jahr der erste Teil des auf 15 Bände konzipierten "Orgelhandbuchs Brandenburg" für den westlichen Teil der Uckermark er-schienen ist, legt Wolf Bergelt mit den "Orgelreisen durch die Mark Brandenburg" jetzt ein Buch vor, das getrost als Standardwerk angesprochen werden darf.

Die heutige "Orgellandschaft Brandenburg" umfasst immerhin einen Gesamtbestand von etwa 2000 Instrumenten, von denen 500 auf Berlin und etwa 1500 auf das Land Brandenburg entfallen. Der Leser wird hier auf eine "tour de force" durch die Geschichte des märkischen Orgelbaus mitgenommen und erfährt, dass bereits lange bevor sich Joachim Wagner 1719 mit einer eigenen Werkstatt in Berlin etablierte, hierzulande Orgeln gebaut wurden. In einer Anweisung für den Organisten der Marienkirche in Frankfurt/Oder aus dem Jahre 1330 (!) heißt es u. a.: "...wer der Orgel vorsteht, der soll zu den Zeiten, wo man auf den Orgeln singen soll, in den Chor zu dem Schulmeister gehen und ihn um einen Treter bitten, zugleich sich mit ihm besprechen, was man singen solle, damit der Chor und die Orgel übereinstimmen und nicht eine Confusion entstehe." Letzteres wünscht man sich manchmal auch heute noch.

Nun sind aus der Zeit dieser schriftlichen Quelle keine Instrumente mehr vorhanden. Und doch ist die Brandenburger Orgellandschaft reicher als die Kargheit des Landes auf den ersten Blick vermuten lässt. Armut war auch hier ein guter Konservator und so haben sich hier mehr Orgeln des 18. und 19. Jahrhunderts erhalten als in vergleichbaren deutschen Landschaften.

Im vorliegenden Buch werden zahlreiche Orgeln in gut lesbarer Form vorgestellt und unter Angabe der Originaldispositionen in einen musik- und kunstgeschichtlichen Kontext gestellt. Die zahlreichen Abbildungen, davon etwa 200 speziell für dieses Buch entstandene hervorragende Farbbilder des Fotografen Christian Muhrbeck, machen die Lektüre auch zu einem optischen Genuss.

Von den zahlreichen erhaltenen Orgeln gerade in den brandenburgischen Dorfkirchen sind viele in einem beklagenswerten Zustand. Zu wünschen wäre, dass die vermehrte Aufmerksamkeit für die erhaltenen Schätze auch zu ihrer Bewahrung, Restaurierung und (wo möglich) Rekonstruktion beitragen möge.

Und ein zweiter Wunsch drängt sich auf: Durch die zunehmenden Sparmaßnahmen auch im Bereich der Kirchenmusik droht die hervorragende Tradition der protestantischen Kirchenmusik hierzulande abzubrechen. Hier sollte unbedingt ein Umdenkprozess einsetzen. Was nützt die reichste Orgellandschaft, wenn kaum noch jemand in der Lage ist, den wundervollen Instrumenten qualifizierte Töne zu entlocken!

Jedem Liebhaber der brandenburgischen Kirchen und ihrer Orgeln sei das Buch wärmstens empfohlen. Durch die geringe Auflage ist es nicht billig, dabei jedoch unbedingt "preis-wert".

Bernd Janowski

Wolf Bergelt / Christian Muhrbeck: Orgelreisen durch die Mark Brandenburg;
FREIMUT & SELBST
edition labium, Berlin 2005
ISBN 3-937378-03-0 (Softcover) 59,80 €
ISBN 3-937378-08-1 (Hardcover) 79,80 €


Neue Monografien zu Schlössern und Burgen

Anfang März stellte der Freundeskreis Schlösser und Gärten der Mark neue Hefte der Publikationsreihe "Schlösser und Gärten der Mark" vor. Erschienen sind Monografien zu

Neuhardenberg (Schloss- und Dorfensemble von Karl-Friedrich Schinkel),

den Burgen Eisenhardt und Rabenstein (sie gehören zu den ältesten märkischen Burganlagen),

den Schlössern Radensleben und Marquardt (von Fontane beschrieben),

den Schlössern Neuhausen und Beesdau (die nun unter einem neuen Nutzer restauriert werden),

Schloss Fretzdorf (durch Leerstand gefährdet).

Zugleich hatte eine neue, grenzüberschreitende Publikationsreihe Premiere mit zwei Broschüren zu den Schlössern Tamsel/Dabroszyn und Sonnenburg/Slonsk in der Neumark (zweisprachige Ausgaben).

Bestellungen unter: Tel. (0 30) 88 41 22 66 oder (0 30) 88 41 21 41; Fax (0 30) 88 41 22 23

 
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Tipps und Informationen

27. Mai: Glockenweihe in Küstrinchen

Bereits im vergangenen Jahr konnte der Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg drei Bronze-Glocken aus dem Rheinland für Kirchen der Uckermark vermitteln. In Küstrinchen und in Groß Fredenwalde beteiligte sich der Förderkreis auch an der Instandsetzung der Dorfkirchen. Am Samstag, dem 27. Mai, werden die zwei Glocken, die im frisch sanierten Kirchturm von Küstrinchen ihren Platz gefunden haben, in einem feierlichen Gottesdienst geweiht. Dabei wird auch der Chor der Kirchengemeinde Homberg-Ratingen zu Gast sein und die Feier mitgestalten. In Homberg-Ratingen hingen die Glocken zuvor in einem Gemeindezentrum, das aufgegeben werden musste.

1. Mai: Eröffnung des Dorfkirchensommers

Die diesjährige Saison des Brandenburger Dorfkirchensommers wird am 1. Mai um 14 Uhr in der Dorfkirche Nennhausen (Landkreis Havelland) eröffnet. Festlicher Auftakt ist ein Konzert mit dem Streichorchester "Da Ponte" und dem Saxophonisten Friedemann Graef .

Zu diesem Zeitpunkt wird auch die alljährliche Programmbroschüre des Dorfkirchensommers vorliegen. Die Interessenten können dort unter rund 300 Veranstaltungen auswählen. In zahlreichen Dorfkirchen des Landes finden wieder Lesungen, Konzerte und Ausstellungen statt.

Der Brandenburger Dorfkirchensommer wird nunmehr zum zehnten Male ausgerichtet. In den vergangenen Jahren fanden die vielfältigen Angebote zunehmendes Interesse. Der Erlös kam vor allem dem Erhalt der vielfach sanierungsbedürftigen Dorfkirchen zugute.

FAK-Ausstellung wirbt im Westen für Brandenburgs Dorfkirchen

Die Ausstellung des Förderkreises Alte Kirchen unter dem Thema "Gefährdete Schönheit  Dorfkirchen in Brandenburg" ist weiterhin unterwegs, um in den alten Bundesländern die Probleme der brandenburgischen Dorfkirchen und die Arbeit des Förderkreises bekannt zu machen. Hier die Termine und Ausstellungsorte in diesem Jahr:

Wiesbaden: Marktkirche, 10. bis 25. Mai; Eröffnung am 10. Mai, 19 Uhr, mit einer Führung; am 18. Mai, 19 Uhr, Vortrag.

Bad Homburg: Gotisches Haus, 10. Juni bis 14. Juli; am 10. Juni, 18 Uhr, Eröffnung mit Vortrag; am 28. Juni, 19 Uhr, Vortrag.

Frankfurt/Main: Alte Nikolaikirche, 17. bis 27. Juli; am 17. Juli, 19 Uhr, Eröffnung mit Vortrag; am 27. Juli, 19 Uhr, Vortrag.

Berlin: Brandenburgische Landesvertretung beim Bund, 27. bis 30. November; am 27. November, 18.30 Uhr, Eröffnung mit Vortrag.

2006 wieder Denkmalmesse in Leipzig

Leipzig lädt in diesem Jahr wieder zur Europäischen Messe für Restaurierung, Denkmalpflege und Stadterneuerung ein. Die Hallen der Neuen Messe öffnen sich für die Aussteller und Interessenten vom 25. bis 28. Oktober 2006.

 
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