Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg e.V.

 Nur unsere Dorfkirchen stellen sich uns vielfach als die Träger unserer ganzen Geschichte dar, und die Berührung der Jahrhunderte untereinander zur Erscheinung bringend, besitzen und äußern sie den Zauber historischer Kontinuität.
Theodor Fontane: Vor dem Sturm

Fast jedes Dorf in Brandenburg besitzt eine eigene Kirche - insgesamt sind es etwa 1400.

Im 13. Jahrhundert errichteten die Siedler mächtige Feldsteinbauten, bald kam Backstein als Bau- und Schmuckmaterial hinzu. Nach dem 30-jährigen Krieg baute man die zerstörten Kirchen bescheiden in Fachwerk wieder auf. Später entstanden barocke und klassizistische Putzbauten. Die rege Bautätigkeit der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts brachte auch in den Dörfern historisierende Sakralbauten hervor. Zahllose Generationen haben die Mittelpunkte ihres spirituellen, kulturellen und sozialen Lebens zu bewahren versucht - auch in Zeiten der Armut, der Seuchen und der Kriege. Die Kulturbrüche des 20. Jahrhunderts freilich haben diesem einzigartigen Kulturerbe arg zugesetzt.

Der Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg e.V. (FAK) hat sich zur Aufgabe gesetzt, Erhaltung, Instandsetzung und Nutzung der Kirchenbauten zu fördern. Er wurde 1990 als gemeinnütziger und ehrenamtlich tätiger Verein gegründet. Er ist kirchlich unabhängig und denkmalpflegerisch orientiert. Der Förderkreis arbeitet ohne öffentliche Zuschüsse und finanziert seine Arbeit ausschließlich aus Spenden, Mitgliedsbeiträgen, dem Verkauf eigener Publikationen und den Erlösen eigener Veranstaltungen.

Der FAK hat (Stand Dezember 2011) 521 Mitglieder (386 persönliche Mitglieder, 113 Vereine, 14 Kirchengemeinden bzw. -kreise und 8 Firmen). Wolfgang Thierse, Vizepräsident des Bundestages, ist Schirmherr des Förderkreises Alte Kirchen.

 Richtfest in Küstrinchen
Die Kirche in Küstrinchen war bis 2001 verschlossen und vergessen.
Am 28.11.02 konnte Richtfest gefeiert werden.
Seit Ostersonntag 2005 ziehrt die Kirche eine neue Bekrönung
Dorfkirche Saaringen 1997 Dorfkirche Saaringen 2004
1997 Jahren schien das Schicksal der Dorfkirche Saaringen besiegelt, hätten sich nicht mutige Retter gefunden

Eine unserer Aufgaben ist es, Spenden zu sammeln und weiterzugeben. Insgesamt konnten wir über 750.000 Euro für mehr als 180 Projekte zur Verfügung stellen. 2010 war unser bisher erfolgreichstes Jahr: Wir konnten 113.500 Euro auszahlen. Die Gesamtfinanzierung, die wir damit erreichten, liegt allerdings um ein Vielfaches höher, denn wir achten darauf, dass das Geld in der Regel als Ko-Finanzierung in einem größeren Projekt verwendet wird.

Wir arbeiten dazu mit den mehr als 250 lokalen Fördervereinen in Brandenburg zusammen, ebenso auch mit Kirchengemeinden und mit kirchlichen und staatlichen Behörden. In mehreren Fällen wurden Vereinsgründungen durch uns initiiert. Wir beraten, vernetzen, stellen Kontakte zu Institutionen der Denkmalpflege, Ministerien, Sponsoren, Stiftungen etc. her, moderieren Planungsgespräche, finanzieren Schadensgutachten, vermitteln Benefizkonzerte usw. Seit 2002 stellen wir die Dorfkirche des Monats vor.

Seit 2002 schreiben wir das "Startkapital für neu gegründete Kirchen-Fördervereine" in Höhe von 2500 Euro aus, das im Rahmen einer Festveranstaltung an die Preisträger verliehen wird. Wir haben allein auf diesem Wege die Arbeit von 60 lokalen Vereinen mit insgesamt 137.500 Euro unterstützt.

Seit 1995 erscheint unser Mitteilungsblatt "Alte Kirchen" mit drei Ausgaben jährlich; es werden jeweils mehr als 1100 Exemplare verschickt. Seit 2005 können Infobriefe mit aktuellen Informationen bestellt werden.

Offene Kirchen

Seit 1999 bildet das Projekt "Offene Kirchen" einen Arbeitsschwerpunkt des Vereins. Sein Grundgedanke ist, dass die Dorfkirchen auch der Aufmerksamkeit und Förderung durch mehr Touristen aus den Städten bedürfen. Die Kirchen können zu einem Treffpunkt werden, an dem die Gastgeber ihre Bemühungen um die Kirche darstellen und die Gäste erfahren, dass der "Ort" Dorfkirche etwas ist, was auch zu ihrer Geschichte gehört. Es wurden Hinweisschilder angefertigt, die an der Straße aufgestellt zum Besuch einladen.

Dazu erscheinen die Broschüren "Offene Kirchen. Brandenburgische Kirchen laden ein", welche außer den Adressen der rund 850 beteiligten Kirchen zahlreiche Beiträge über Geschichte, Kunstgeschichte, Denkmalpflege und über die Probleme und Möglichkeiten bei der Erhaltung von Dorfkirchen enthalten. Das Heft wird in großzügiger Gestaltung in einer Auflage von 11.000 Expemplaren gedruckt. Es wird über ca. 500 Kirchen, Pfarrämter, Buchhandlungen oder Touristikzentren in Berlin und Brandenburg vertrieben.

Nachdem in den vergangenen Jahren große Fortschritte bei der baulichen Sicherung und Instandsetzung von Kirchengebäuden erzielt wurden, unterstützt und fördert der FAK seit Jahren auch angemessene Nutzungserweiterungen von Kirchen als Grundlage für deren Erhaltung. Gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes konnte Ende 2007 die Ausschreibung für einen Wettbewerb "Kunst und Kultur in brandenburgischen Dorfkirchen" realisiert werden. Darüberhinaus beteiligt sich der FAK an den Projekten: Theater in der Kirche und Musikschulen öffnen Kirchen.

Um auch Kindern und Jugendlichen die Kirchengebäude nahe zu bringen, veranstaltete der Förderkreis 2006 gemeinsam mit dem Ministerium für Bildung, Jugend und Sport einen Malwettbewerb unter dem Titel "Unsere Kirche – Ein Schatz unseres Heimatortes", der sehr gut angenommen wurde und bemerkenswerte Ergebnisse brachte.

Der FAK hält durch ein vielfältiges Angebot von Exkursionen und Vorträgen den Kontakt zu seinen Mitgliedern und Freunden.

Regelmäßig präsentiert der Förderkreis Ausstellungen. Die aktuelle Ausstellung zeigt "Gefährdete Schönheit. Dorfkirchen in Brandenburg".

Der Förderkreis erhielt 2002 den "Brandenburgischen Denkmalpflegepreis" und 2003 ein Diplom zum Preis der Europäischen Union für das kulturelle Erbe "Europa Nostra Awards 2003". Der Geschäftsführer des Förderkreises, Bernd Janowski, wurde 2006 mit der Paul-Gerhard-Medaille der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz und 2011 mit der Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet.

Einige wenige Beispiele erfolgreicher Sanierungen aus jüngster Zeit an denen der Förderkreis Alte Kirchen beteiligt war:

Im Einzelnen können unsere Bemühungen und Erfolge nachgelesen werden im

Der Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg e.V. ist vom Finanzamt für Körperschaften I Berlin-Charlottenburg unter Steuernummer 27/665/53840 als gemeinnützig anerkannt.
Mitglied kann jeder werden, der die in der Satzung genannten Ziele unterstützt. Der jährliche Mitgliedsbeitrag beträgt z.Zt. 50,- Euro.

Die Satzung wurde errichtet am 4. Mai 1990 und zuletzt geändert und neugefaßt am 07. Mai 2011.

Konto für Spenden und Mitgliedsbeiträge: Berliner Volksbank (BLZ 100 900 00) Kto. 51 99 76 70 05

Interessenten senden wir gern weiteres Material zu, schreiben Sie bitte an die Geschäftsstelle (s.u.).

Wenn Sie Mitglied werden wollen, drucken Sie die Beitrittserklärung aus und senden sie uns unterschrieben zurück.

Vorstand

Dr. Uwe Otzen, Vorsitzender, Tel. (030) 3 05 24 21
Dr. Hans Krag, stellv. Vorsitzender, Tel. (030) 65 49 63 42
Uwe Donath, Tel. (030) 5 66 14 98
Ute Handschuhmacher, Tel. (030) 8 15 95 70
Wolf-Rainer Marx, Tel. (030) 4 42 02 39
Günter Schöne, Tel. (03 36 77) 8 02 23
Theda von Wedel-Schunk, Tel. (030) 8 12 27 51

Geschäftsführer: Bernd Janowski, Tel./ Fax (030) 449 30 51, E-mail: AlteKirchen@aol.com
Postanschrift: Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg e.V., PF 24675, 10128 Berlin
Geschäftsstelle: Große Hamburger Straße 31, 10115 Berlin
Bürozeiten: dienstags von 9 – 17 Uhr, mittwochs von 9 – 16 Uhr, Tel.: (0 30) 24 53 50 76, Fax: (030) 50 56 08 42

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